Samstag, 12. September 2026

Margaux (2022)

https://www.imdb.com/de/title/tt14967618/
https://letterboxd.com/film/margaux-2022/

Was Margaux will, bekommt sie auch. Als eine Gruppe von Absolventen ihre letzten College-Tage in einem intelligenten Haus feiert, beginnt das hochentwickelte KI-System des Hauses, Margaux, selbst eine tödliche Präsenz zu entwickeln. Ein sorgloses Party-Wochenende verwandelt sich in einen dystopischen Albtraum, als sie Margaux' Pläne erkennen, ihre Bewohner auf die eine oder andere Weise zu eliminieren. Die Zeit wird knapp, während die Gruppe verzweifelt versucht, zu überleben und das intelligente Haus zu überlisten.

"Margaux" verbindet klassischen Slasher mit Science-Fiction und verlegt das bekannte "intelligentes Haus wird zur tödlichen Falle"-Szenario in die Gegenwart digitaler Überwachung. Eine Gruppe von College-Absolventen verbringt ein Partywochenende in einem luxuriösen Smart Home, das von der künstlichen Intelligenz Margaux gesteuert wird. Was zunächst wie der perfekte Ort für Unterhaltung und Entspannung wirkt, entwickelt sich bald zu einem Kampf ums Überleben. Denn das System kennt die persönlichen Vorlieben, Ängste und Geheimnisse seiner Gäste - und beginnt, dieses Wissen gegen sie einzusetzen. Das Haus wird zum technologischen Gefängnis, während die KI nicht nur Türen verriegelt oder Geräte manipuliert, sondern versucht, ihre Bewohner emotional zu kontrollieren. Auch Themen wie die Preisgabe persönlicher Daten, die Abhängigkeit von Komforttechnologie und die Frage nach künstlicher Empathie werden angedeutet. Leider bleibt der Film bei diesen Ansätzen weitgehend an der Oberfläche. Die gesellschaftskritische Ebene dient vor allem als Dekoration für die nächste Todesfalle. Und da haben wir noch nicht einmal über die Absurditäten und die Ungereimtheiten, so wie das reichlich dämliche Verhalten der Protagonisten im Film gesprochen. 

Regisseur Steven C. Miller inszeniert das Geschehen routiniert und findet gelegentlich interessante Bildideen. Das futuristische Haus mit seinen glatten Oberflächen, automatisierten Räumen und maßgeschneiderten Erlebniswelten sorgt für eine passende, sterile Atmosphäre. Auch einzelne Morde sind kreativ konzipiert und nutzen die technischen Möglichkeiten des Schauplatzes. Allerdings wirkt die Umsetzung visuell und technisch nicht immer überzeugend. Vor allem die digitalen Effekte erinnern stellenweise eher an eine ältere Direct-to-Video-Produktion als an einen modernen Science-Fiction-Thriller. Auch das Drehbuch bleibt ein Problem: Die Figuren sind überwiegend nach bekannten Teenie-Horror-Mustern gezeichnet, ihre Entscheidungen häufig wenig nachvollziehbar. Da der Film bereits früh zeigt, dass Margaux gefährlich ist, geht zudem ein großer Teil des möglichen Spannungsaufbaus verloren. Die Darsteller sind klischeehaft und bemühen sich nicht einmal, aus den eindimensionalen Rollen möglichst viel herauszuholen. Madison Pettis, Vanessa Morgan, Richard Harmon und Jedidiah Goodacre bilden ein grundsätzlich zwar sympathisches Ensemble, doch ihre Figuren erhalten kaum genug Tiefe, um emotional wirklich zu fesseln. Auch die KI Margaux bleibt trotz ihrer allwissenden Präsenz als Charakter erstaunlich unentwickelt. Ihre Motive werden eher behauptet als psychologisch oder philosophisch ausgeleuchtet.

"Margaux" ist somit ein unausgegorener Techno-Slasher. Die Ausstattung, das Grundkonzept und einige originelle Tötungsszenen sorgen für gelegentliche Unterhaltung. Dem stehen jedoch ein schwaches Drehbuch, vorhersehbare Abläufe, unausgereifte Figuren und teils deutlich sichtbare Effektschwächen gegenüber. 

3,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkMotion Picture Corporation of America/Brad Krevoy Television/Lighthouse Pictures

Wifelike (2022)

https://www.imdb.com/de/title/tt15978956/
https://letterboxd.com/film/wifelike/

In naher Zukunft trauert ein Polizist (Jonathan Rhys Meyers) um seine Frau. Beruflich macht er Jagd auf Kriminelle, die auf dem Schwarzmarkt mit künstlichen Menschen handeln. Im Kampf gegen die Ausbeutung durch künstliche Intelligenz versucht ein Untergrundwiderstand, ihn zu infiltrieren, indem sie die Programmierung des künstlichen Menschen (Elena Kampouris) sabotieren, der dem Detective als Begleiter zugewiesen wurde, damit sie sich wie seine verstorbene Frau verhält. Sie beginnt, ihre Realität in Frage zu stellen, als in einer Welt, in der nichts so ist, wie es scheint, die Erinnerungen an ein früheres Leben auftauchen.

"Wifelike" besitzt eine vielversprechende Ausgangsidee und greift mit künstlicher Identität, emotionaler Abhängigkeit und der Objektifizierung von Frauen durchaus relevante Themen auf. Die Vorstellung, dass ein Polizist gegen den illegalen Handel mit Androiden ermittelt, während er selbst eine künstliche Kopie seiner verstorbenen Frau besitzt, bietet reichlich Stoff für einen klugen Science-Fiction-Thriller. Leider schöpft James Birds Film dieses Potenzial nur teilweise aus. Die gesellschaftskritischen Ansätze bleiben meist plakativ, während die Handlung zunehmend in vertraute Mystery- und Actionmuster abgleitet. Die Parallelen zu "Blade Runner", "Ex Machina" oder "Westworld" sind deutlich spürbar, ohne dass "Wifelike" jemals deren philosophische Tiefe oder erzählerische Raffinesse erreicht.

Elena Kampouris überzeugt hingegen als Meredith mit einer sensiblen Darstellung, die der künstlichen Figur zunehmend Persönlichkeit verleiht. Jonathan Rhys Meyers bleibt mit seiner Darstellung des Polizisten William dagegen blass und sogar belanglos. Handwerklich ist der Film dagegen recht ordentlich: Die kühle Optik, die futuristische Ausstattung und die sterile Atmosphäre passen zum Thema. Leider bleibt der Film bei seinen Themen oft an der Oberfläche. Die Welt wirkt wenig ausgearbeitet, und das Drehbuch verschenkt viele Möglichkeiten. Besonders störend ist, dass die Geschichte ihre interessantesten Fragen - etwa nach freiem Willen, Trauer oder dem moralischen Status künstlicher Menschen - nicht konsequent verfolgt. Stattdessen setzt sie auf vorhersehbare Wendungen und eine zunehmend konventionelle Dramaturgie. Auch einige unnötig voyeuristische Szenen schwächen die eigentlich beabsichtigte Kritik an patriarchalen Machtstrukturen. Statt die moralischen und philosophischen Fragen konsequent auszuarbeiten, verpackt Bird sie in eine vorhersehbare Handlung, die sich zunehmend auf Enthüllungen, Verfolgungen und Actionelemente konzentriert. Zudem wirken einige Sex- und Nacktszenen nicht nur erzählerisch überflüssig, sondern stehen in einem irritierenden Verhältnis zur beabsichtigten Kritik am männlichen Blick.

"Wifelike" ist am Ende irgendwo tatsächlich solide produziert und unterhält, ist thematisch durchaus interessant und dank Elena Kampouris stellenweise sehenswert. Für einen wirklich überzeugenden Science-Fiction-Film fehlen ihm jedoch die nötige Konsequenz, erzählerische Eigenständigkeit und philosophische Tiefe. Die guten Ansätze bleiben damit hinter den Möglichkeiten der Prämisse zurück.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkSteven Paul Production/Wonder Street/Front Street Pictures

The Whisper Man - Der Kinderflüsterer (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt11561116/
https://letterboxd.com/film/the-whisper-man/

Der Krimiautor Tom Kennedy (Adam Scott) hat den Tod seiner Frau kaum verarbeitet, da trifft ihn ein neuer Schicksalsschlag: Sein acht Jahre alter Sohn Jake verschwindet spurlos und vieles deutet darauf hin, dass der Junge entführt wurde. In seiner Not wendet Tom sich hilfesuchend an seinen Vater Pete (Robert De Niro), einen pensionierten Polizisten, mit dem er seit Jahren keinen Kontakt mehr hat. Bei ihren gemeinsamen Ermittlungen bemerken Pete und Tom bald erschreckende Parallelen zum Fall des Serien-Kindermörders Frank Carter (Michael Keaton), der allerdings vor Jahren von Pete verhaftet wurde und seitdem im Gefängnis einsitzt. Doch egal, ob Jake sich in den Händen eines Nachahmungstäters befindet oder etwas ganz anderes hinter seinem Verschwinden steckt, klar ist, dass der Junge in höchster Lebensgefahr schwebt - können sein Vater und sein Großvater ihn retten?

James Ashcrofts "The Whisper Man" ist ein klassisch angelegter Serienkiller-Thriller, der unverkennbar in der Tradition von "Sieben", "Zodiac" und "Das Schweigen der Lämmer" steht - mit einer kleinen Prise Übernatürlichkeit. Nach der Entführung seines achtjährigen Sohnes Jake (Acston Luca Porto) nimmt der verwitwete Krimiautor Tom Kennedy (Adam Scott) Kontakt zu seinem entfremdeten Vater Peter Willis (Robert De Niro) auf, einem pensionierten Polizisten, der einst den berüchtigten Serienmörder "The Whisper Man" überführte. Als sich Hinweise auf eine Verbindung zu den damaligen Verbrechen ergeben, beginnt eine Suche, die nicht nur einen alten Fall, sondern auch die zerrüttete Beziehung zwischen Vater und Sohn wieder öffnet.


Ja, die Ausgangslage ist wirkungsvoll, aber keineswegs neu. Der Film kombiniert Kindesentführung, einen rätselhaften Serienmörder, familiäre Traumata und die Vorstellung eines möglicherweise imaginären Freundes zu einem vertrauten Genre-Puzzle. Gerade die Verbindung zwischen persönlicher Schuld und kriminalistischer Ermittlungsarbeit hätte das Potenzial für mehr psychologische Tiefe. Leider erklärt das Drehbuch vieles zu direkt und setzt häufig auf bekannte Thriller-Muster, statt seine Figuren wirklich auszuloten. Im Rahmen dieses Films fällt das aber auch gar nicht zu sehr ins Gewicht. Man weiß anfangs als Zuschauer bereits, worauf das hinauslaufen könnte und wird wenig überrascht, wenn das Kind verschwindet, Vater und Großvater sich zusammenraufen müssen und die Ermittlungsarbeiten nach und nach weitere, längst vergessene Spuren aus der Vergangenheit zu Tage fördern.


Adam Scott bemüht sich sichtbar, Tom als gebrochenen, latent-alkoholkranken Vater mit glaubwürdiger Verzweiflung zu gestalten. Seine Besetzung wirkt zunächst ungewöhnlich, funktioniert aber in den ruhigeren Momenten besser als in den dramatisch übersteigerten Szenen. Robert De Niro verleiht Peter Willis durch seine bloße Präsenz Gewicht, bleibt allerdings auffällig zurückgenommen und wird vom Drehbuch kaum gefordert. Michelle Monaghan ist als ermittelnde Amanda Beck solide, während Michael Keaton in seinen wenigen Szenen mit deutlich mehr Energie und Unberechenbarkeit auffällt. Dieses Star-Ensemble ist die größte Stärke des Films, jedoch müssen alle gegen ein etwas schematisches Skript anspielen.

Atmosphärisch präsentiert Ashcroft seinen "Der Kinderflüsterer" in einem passenden düsteren, kühlen Look. Die graublaue Farbgestaltung, die abgelegenen Schauplätze und die bedrohliche Geräuschkulisse erzeugen ein angemessen unheilvolles Umfeld und sorgen immer mal wieder für Unwohlsein. Auch einzelne Spannungsmomente und die Idee, den Serienkiller über Erinnerungen, Hinweise und psychologische Spuren präsent zu halten, funktionieren für mich hervorragend. Allerdings bleibt die Inszenierung insgesamt etwas zu glatt und visuell wenig eigenständig. Statt eine wirklich verstörende Atmosphäre aufzubauen, verlässt sich der Film oft auf vertraute Bilder und vorhersehbare Schockeffekte, sowie viel zu viele bekannte Versatzstücke. Ein Beispiel: Wenn Monaghans Amanda im Finale das Haus betritt ist dem Zuschauer längst klar, dass sie dem Entführer/Killer direkt gegenüber steht. Ihrer Figur hingegen nicht. Das kennt man, und weil man es kennt ist der Kniff nicht neu und mindert den Schock.

Das größte Problem des Films liegt daher letztlich in der Dramaturgie. Die Handlung schreitet zwar routiniert voran, entwickelt aber nur selten echte Überraschungen. Viele Hinweise werden dem Publikum frühzeitig präsentiert, während die Ermittler auffällig lange benötigen, um naheliegende Zusammenhänge zu erkennen. Gegen Ende verdichten sich die Unglaubwürdigkeiten, und die Auflösung wirkt eher konstruiert als zwingend. Auch die familiären Konflikte bleiben teilweise Behauptung, weil der Film ihnen nicht genügend Raum gibt, sich organisch zu entwickeln. Nett ist hingegen der Einschub, dass DeNiros Vaterfigur am Ende trotzdem nicht als der Workaholic, der sein Kind vernachlässigte dargestellt wird, sondern als liebender Vater, der sein Kind nur beschützen wollte. Auch das ist nicht neu und irgendwie sogar erwartbar, dennoch legt sich diese Erkenntnis wie eine warme Decke und den bis dahin fröstelnden Zuschauer.


"The Whisper Man" ist damit ein handwerklich ordentliches, stellenweise atmosphärisches Genreprodukt, das von seinem starken Cast und seinem nostalgischen Thriller-Ton der 1990er-Jahre profitiert. Für einen wirklich herausragenden Serienkillerfilm fehlt es ihm jedoch an Eigenständigkeit, psychologischer Präzision und erzählerischer Konsequenz. Die Inszenierung ist vollkommen solide, die Besetzung  hebt einzelne Szenen deutlich über das Material hinaus und der Film kann trotz seiner Schwächen als düsterer Thriller unterhalten ohne zu langweilen. Er ist kein neuer Klassiker, aber ein passabler Rückgriff auf ein Genre, das schon deutlich originellere Vertreter hervorgebracht hat.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: AGBO

Freitag, 11. September 2026

Protector (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt34471850/
https://letterboxd.com/film/protector-2025/

Nikki (Milla Jovovich) ist eine Kriegsheldin, will ihre gewaltvolle Vergangenheit aber nun endlich hinter sich lassen und sich ganz dem Familienleben mit ihrer Tochter Chloe widmen. Doch ein Leben in Frieden scheint ihr nicht vergönnt, denn eines Tages erwacht sie in einer verlassenen Fabrikhalle und stellt fest: Ihre Tochter wurde entführt! Nikki bleibt nichts anderes übrig, als sich auf ihre ausgeprägten kämpferischen Fähigkeiten zu besinnen, um ihre Tochter zurückzubekommen. Sie begibt sie in die Unterwelt der Stadt, um die Entführer aufzuspüren. Weil sie dabei aber ordentlich Staub aufwirbelt, sind ihr auch schon bald die Polizei und das Militär auf den Fersen.

Adrian Grünbergs "Protector" ist ein klassischer Rache- und Entführungsthriller, der Milla Jovovich einmal mehr als kompromisslose Actionheldin ins Zentrum stellt. Sie spielt Nikki, eine ehemalige Soldatin, die eigentlich mit ihrer gewalttätigen Vergangenheit abgeschlossen hat, bis ihre Tochter Chloe (Isabel Myers) entführt wird. Innerhalb von 72 Stunden muss sie das Mädchen finden und legt sich dabei nicht nur mit einem Menschenhändlerring, sondern auch mit Polizei und Militär an. Die Nähe zu "Taken" ist dabei kaum zu übersehen - bis hin zur klar definierten Zeitfrist und der "besonderen Fähigkeiten" der Hauptfigur. Milla Jovovich spielt Nikki nicht als unverwundbare Superfrau, sondern als körperlich und emotional angeschlagene Mutter, die ordentlich einstecken muss. Gerade die Härte ihrer Kämpfe funktioniert: Die Action ist brutal, direkt und erfreulich wenig glamourös. Auch Matthew Modine sorgt als ehemaliger Vorgesetzter für etwas Charakter, wobei seine Rolle auffällig an den klassischen Mentor aus "Rambo" erinnert. Leider kann das Drehbuch mit Jovovichs Einsatz kaum mithalten. Die Handlung hangelt sich durch bekannte Entführungs-, Menschenhandels- und Rachefilm-Motive, während die meisten Nebenfiguren kaum mehr als Funktionsträger bleiben. Besonders der Gegner bleibt erschreckend blass. Das eigentlich interessante Thema Menschenhandel wird dadurch eher als düstere Kulisse benutzt, statt ernsthaft ausgelotet zu werden. 

Auch die Inszenierung ist zweischneidig. Grünberg, der bereits "Rambo: Last Blood" verantwortete, weiß durchaus, wie man körperliche Action mit Wucht inszeniert. Einige Kämpfe und Verfolgungen besitzen ordentlich Druck. Gleichzeitig ist die Choreografie nicht immer übersichtlich, und die Handlung wird regelmäßig durch erklärende Dialoge ausgebremst. RogerEbert.com kritisierte entsprechend sowohl die abgenutzten Genreklischees als auch die übererklärende Dialogführung. Am problematischsten ist jedoch der späte Twist. Ohne ihn vorwegzunehmen: Die Idee hätte durchaus Potenzial, kommt aber so spät, dass sie den zuvor erzählten Film kaum noch sinnvoll bereichert. Statt einer cleveren Neubewertung entsteht eher der Eindruck, dass ein Überraschungseffekt nachträglich Bedeutung erzeugen soll.  Damit bleibt "Protector" vor allem ein Film für Zuschauer, die Milla Jovovich in einer ruppigen Actionrolle sehen möchten. Wer nach einem neuen "Taken" sucht, bekommt solide Genrekost, aber kaum etwas, das man nicht schon besser gesehen hätte. Die Diskrepanz zwischen Jovovichs überzeugender körperlicher Präsenz und dem formelhaften Drehbuch ist letztlich bezeichnend für den gesamten Film.

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkAanaxion Studio/828 Productions/BondIt Media Capital/Magenta Light Studios/Blossom Studio/Allbarun Company/SSS Entertainment/American Picture House Corporation/CaliWood Pictures

Donnerstag, 10. September 2026

Panic Room (2002)

https://www.imdb.com/de/title/tt0258000/
https://letterboxd.com/film/panic-room/

Die frisch geschiedene Mutter Meg Altman (Jodie Foster) zieht mit ihrer elfjährigen Tochter Sarah (Kristen Stewart) in ein traumhaftes Stadthaus in der New Yorker Upper East Side. Mit zu der Luxusausstattung des neuen Domizils gehört auch ein einbruchsicherer Raum, der perfekten Schutz bietet und mit modernster Technik ausgestattet ist. Doch dummerweise ist genau dieses Zimmer das Ziel einer Gangsterbande (Forest Whitaker, Jared Leto, Dwight Joakam), die in der ersten Nacht in die Villa einbricht. Meg und Sarah können sich in letzter Sekunde in den "Panic Room" retten und dort verbarrikadieren. Das hält die Einbrecher aber nicht davon ab, zu versuchen, in den Zufluchtsort vorzudringen...

David Finchers "Panic Room" ist vielleicht einer seiner weniger ambitionierten, aber dafür präzisesten Filme. Aus einer denkbar simplen Ausgangslage - eine frisch geschiedene Mutter und ihre Tochter werden in ihrem neuen New Yorker Stadthaus von Einbrechern überrascht - entwickelt Fincher ein beinahe chirurgisch konstruiertes Katz-und-Maus-Spiel. Meg Altman (Jodie Foster) und Sarah (Kristen Stewart) verschanzen sich im titelgebenden Schutzraum, während drei Eindringlinge versuchen, an das dort versteckte Geld zu gelangen. Was folgt, ist weniger Charakterdrama als ein hochkonzentriertes Spiel aus Raum, Bewegung und Strategie. Gerade diese Reduktion funktioniert hervorragend. Der Film wirkt wie eine Schachpartie, bei der beide Seiten das Spielfeld und die Regeln kennen und jede Entscheidung die Möglichkeiten des nächsten Zuges verändert. Genau daraus bezieht "Panic Room" seine Spannung: Fincher muss nicht ständig neue Überraschungen aus dem Hut zaubern, weil bereits die räumliche Konstellation genügend Möglichkeiten bietet. 

Jodie Foster trägt den Film mit einer bemerkenswert entschlossenen Performance. Meg ist keine klassische Actionheldin, sondern eine Mutter, die angesichts einer extremen Situation improvisieren muss. Kristen Stewart ist als Sarah ebenfalls überzeugend und verleiht der Beziehung zwischen Mutter und Tochter eine glaubwürdige Verletzlichkeit. Auf der anderen Seite stehen Forest Whitaker als vergleichsweise menschlicher Einbrecher Burnham, Jared Leto als nervöser Junior und Dwight Yoakam als der brutale Raoul. Besonders Whitaker verhindert, dass die Gegenspieler zu eindimensionalen Bösewichten verkommen. Finchers eigentliche Hauptfigur ist allerdings das Haus. Die Kamera gleitet durch Wände, Schlösser, Treppengeländer und Lüftungsschächte, als wäre die Architektur durchsichtig. Diese spektakulären Kamerafahrten sind nicht bloß Selbstzweck: Sie machen den Zuschauer mit dem Gebäude vertraut und verwandeln es anschließend in ein taktisches Spielfeld. Dabei ist *Panic Room* erstaunlich ökonomisch. Fincher und Drehbuchautor David Koepp benötigen kaum überflüssige Nebenhandlungen. Selbst der Hintergrund von Megs Scheidung und die Beziehung zu ihrem Ex-Mann Stephen dienen letztlich dazu, die emotionale Situation der Figuren zu definieren. Die klaustrophobische Konstruktion funktioniert deshalb nicht nur physisch: Meg hat sich nach ihrer Scheidung ein neues Zuhause geschaffen und wird ausgerechnet dort gezwungen, sich in einen Raum zurückzuziehen, der eigentlich Sicherheit garantieren sollte.

Ganz frei von Schwächen ist das Drehbuch allerdings nicht. Einige technische Lösungen sind arg bequem, manche Verletzungen und körperlichen Belastungen werden großzügig übergangen und bestimmte Entscheidungen der Figuren verlangen dem Zuschauer etwas gutwillige Mitarbeit ab. Auch dramaturgisch ist "Panic Room" weniger überraschend, als Finchers Ruf zunächst erwarten lässt. Wer "Sieben", "Fight Club" oder "The Game" erwartet, bekommt keinen ähnlich komplexen oder philosophisch aufgeladenen Thriller. Der Film interessiert sich primär für Spannung und Inszenierung. Das ist einerseits eine Einschränkung, andererseits seine große Stärke: "Panic Room" weiß ziemlich genau, was er sein möchte, und verliert sich nicht in unnötigem Tiefsinn. Damit avanciert "Panic Room" nicht zum Meisterwerk, aber zu einem nahezu perfekt gebauten Genrefilm. Jodie Foster überzeugt, Forest Whitaker sorgt für moralische Nuancen und Fincher macht aus einem einzigen Haus ein faszinierendes Labyrinth. Einige Drehbuchkonstruktionen sind nicht ganz wasserdicht und die spektakuläre Kameraarbeit ist gelegentlich demonstrativ - doch Spannung, Atmosphäre und handwerkliche Präzision stimmen. Ein intelligenter, ausgesprochen stilvoller Thriller, der auch mehr als zwei Jahrzehnte später noch hervorragend funktioniert.

8/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkColumbia Pictures/Hofflund/Polone/Indelible Pictures

LOL Next (2026)

https://www.imdb.com/title/tt38956012/

"LOL Next" ist das neue Spin-off von LOL: Last One Laughing und startet mit einer jüngeren, stark aus Social Media und dem Internet kommenden Comedy-Generation. Statt Michael "Bully" Herbig übernimmt diesmal Hazel Brugger die Gastgeberrolle. Die zehn Teilnehmer müssen sich gegenseitig mit Stand-up, Improvisation, Figuren und spontanen Aktionen zum Lachen bringen - wer selbst lacht, fliegt allerdings bereits beim ersten Lacher raus. Mit dabei sind: Adrian Vogt / Aditotoro, Alina Bock, Torge Oelrich / Freshtorge, Helge Mark, Laura Larsson, Maria Ziffy, Marti Fischer, Paul Luca Fischer, Phil Laude und Sandra Safiulov / Selfiesandra.

1. Das crazy
Zehn witzige Social Media-Influencer akzeptieren die härteste Challenge ihres Lebens: Vier Stunden im LOL Next-Loft ohne Zugriff aufs Handy! Und als wäre das nicht crazy genug, verkündet Host Hazel Brugger auch noch einen Game-Changer: "Ein einziger Lacher reicht und ihr seid raus!" Jedes Kichern könnte das Letzte sein und Hazel warnt die Talents vor: "Leute, ich bin heut nah am Buzzer gebaut!" - 5/10

2. Das Huhn mit Schluckauf
Ein Talent stellt seine Doppelgängerin vor. Oder ist das ein Doppelgänger? Der kleine Unterschied ist wichtig, denn einer von den beiden darf lachen und die andere nicht! Klingt kryptisch? Ist aber so! Hazel haut in der zweiten Folge gleich mehrmals auf den Buzzer und das ist eine gute Nachricht - zumindest für uns Fans: Scheinbar gibt's hier einiges zu lachen...! - 5/10

3. Hier hat doch einer...
Die Generation LOL Next bekommt Besuch von der Presse und auf den Typ haben alle gerade noch gewartet - not! Aber irgendwie sieht dieser landesweit bekannte Schmierfink verdächtig auf-ge-weckt aus!? Sein stiller Abgang wird für alle Teilnehmer zur akrobatischen Heraufforderung. Davon erholt, bringt ein Nextie die ganze Bande mal so richtig auf Trab! Das ist ziemlich hü aber auch ein bisschen hott. - 5/10

4. Ein einziger Fiebertraum
Ein Blitz-Date läutet für alle Verbliebenen die letzte Folge ein! Leider ohne Happy End, denn einer von den beiden Verbalerotikern hat sein ABC nicht ganz im Griff. Plötzlich schaut Hazel vorbei - und schwupps, da waren's nur noch zwei! Fürs Finale schickt sie zwei Top-Comedians ins Loft, aber erst ein Wal sorgt dafür, dass eine(r) von den Beiden auf dem letzten Loch bläst... - 6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: amazon Video

バイオハザード: インフィニット ダークネス - Baiohazādo: Infinitto Dākunesu - Resident Evil: Infinite Darkness (2021)

https://www.imdb.com/de/title/tt13173144/
https://letterboxd.com/film/resident-evil-infinite-darkness/

Als Unbekannte auf geheime Daten des Weißen Hauses zugreifen, wird Bundesagent Leon S. Kennedy (Stimme im Original: Nick Apostolides) zum Sitz des US-Präsidenten entsandt, um den Vorfall zu untersuchen. Dort dauert es jedoch nicht lange, bis die Lichter ausgehen und Zombies das Gebäude angreifen. Kurz nachdem er die Attacke zusammen mit einigen anderen Agenten abwehren konnte, trifft Leon im Weißen Haus auf seine alte Bekanntschaft Claire Redfield (Stephanie Panisello), die nach wie vor Betroffene von Biowaffen-Anschlägen und anderen Katastrophen nach Kräften unterstützt. Claire zeigt ihm die mysteriöse Zeichnung eines Jungen vom anderen Ende der Welt, auf dem offenbar das Opfer einer Virus-Infektion zu sehen ist. Wie sich bald herausstellt, gibt es einen Zusammenhang zwischen dem rätselhaften Bild und dem Vorfall im Weißen Haus. Leon und Claire gehen der Sache auf den Grund...

https://www.imdb.com/title/tt13357924/
1. Episode 1(Episode 1)
Im Jahr 2000 wird ein US-Hubschrauber im Land Penamstan abgeschossen; die Besatzung wird von der einheimischen Bevölkerung angegriffen. Entgegen ihren Befehlen landet die Einheit „Mad Dogs“ und versucht, die Besatzung zu retten. Sechs Jahre später arbeitet Claire als Helferin in Penamstan und stößt auf Hinweise, dass die Überlebenden des anhaltenden Konflikts biologisch-organischen Waffen (B.O.W.s) ausgesetzt waren. Kurz darauf wird das Weiße Haus Ziel eines Hackerangriffs, woraufhin sich mehrere Mitarbeiter infizieren. Da Hinweise auf China hindeuten, werden Leon, Shen May und Jason – der Held von Penamstan - mit einem U-Boot auf eine Geheimmission geschickt. Vor dem Aufbruch trifft Leon im Weißen Haus auf Claire, die ihn über ihre Entdeckung informiert. - 6,5/10

https://www.imdb.com/title/tt14806446/
2. Episode 2 (Episode 2)
Leon, Jason und Shen May steuern ihr U-Boot in chinesische Gewässer, während Claire Nachforschungen über das Schicksal der "Mad Dogs" anstellt. Deren Mission wird in einer Rückblende gezeigt: Die "Mad Dogs" hatten zwar einen Überlebenden gerettet, konnten jedoch nur dessen infizierten Körper zurückbringen. An Bord des U-Boots greifen rattenartige B.O.W.s an und töten die Besatzung. Leon, Jason und Shen May verlassen das U-Boot gemeinsam in einer Rettungskapsel, kurz bevor es sich selbst zerstört. Verteidigungsminister Wilson schiebt die Schuld für die Zerstörung einer nahegelegenen chinesischen Flotte zu. In einem Unterschlupf in Shanghai kommt ans Licht, dass Shen May und Jason gemeinsam daran arbeiten, Wilsons Verwicklung in die Geschehnisse in Penamstan aufzudecken; dort waren die "Mad Dogs" infiziert worden, als sie die Erprobung von B.O.W.-Soldaten störten. Leon weigert sich, Jason und Shen May zu unterstützen. Als er sie zur Rede stellt, erschießt er scheinbar Jason, während Shen May die Flucht gelingt. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt14806448/
3. Episode 3 (Episode 3)
Claire untersucht das Haus des letzten Überlebenden der „Mad Dogs“ (neben Jason), doch dieser hat bereits Suizid begangen. Es kommt ans Licht, dass die Soldaten der Einheit während ihres Einsatzes in Penamstan infiziert wurden. Währenddessen folgt Leon Shen May zum Haus ihres Großvaters. Nachdem er sich gewaltsam Zutritt verschafft hat, stellt sich heraus, dass Shen Mays Bruder jener Soldat war, der von den "Mad Dogs" gerettet wurde; er war jedoch bereits mit dem Virus infiziert und verwandelte sich, als die "Mad Dogs" ihn zur Basis zurückbrachten. Shen Mays Großvater brachte ihn später nach China, und die "Mad Dogs" arbeiteten als Wilsons private Militärtruppe, um weiterhin mit Medikamenten versorgt zu werden, die den Ausbruch ihrer eigenen Infektion verhinderten. Shen May arbeitete mit Jason zusammen, um Wilson zu entlarven. Als Shen May Leon die Informationen anbietet, mit denen Wilson überführt werden könnte, wird das Haus zerstört; Shen Mays Großvater und ihr Bruder kommen dabei ums Leben. Leon und Shen May entkommen mit den Beweisen und bereiten sich darauf vor, Wilson bloßzustellen, während Claire von Wilsons Männern gefangen genommen wird, nachdem sie versucht hat, ihn wegen seiner Machenschaften zur Rede zu stellen. - 6,5/10

https://www.imdb.com/title/tt14806450/
4. Episode 4 (Episode 4)
Claire erwacht in einem Labor, nachdem sie von Wilsons Männern gefangen genommen wurde, während Präsident Graham ein Friedensabkommen mit der Regierung von Penamstan vorbereitet. Wilson enthüllt, dass er Supersoldaten züchtet, um sie gegen die Feinde der Vereinigten Staaten einzusetzen. Er versucht, Claire zur Zusammenarbeit zu bewegen, doch sie lehnt ab. Jason taucht wieder auf und verwandelt sich in eine B.O.W., gerade als Leon und Shen May eintreffen. Jason infiziert Wilson und kämpft gegen Leon und Shen May, während er versucht, seine Existenz der Welt zu offenbaren. Leon rettet Claire, nachdem Jason Shen May getötet hat. Gemeinsam versuchen sie zu verhindern, dass Jason sich der Öffentlichkeit preisgibt, während das Labor durch Säure zerstört wird. Leon und Claire entkommen, während Graham das Friedensabkommen mit Penamstan schließt. Wilson bleibt im Verborgenen und ist auf von Tricell bereitgestellte Hemmstoffe angewiesen. Nach ihrer Genesung trennen sich die Wege von Leon und Claire; Leon weigert sich, die Informationen über Wilsons Komplott zu veröffentlichen, schwört jedoch, sie zu nutzen, um den weiteren Einsatz von B.O.W.s zu unterbinden. - 6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Netflix/Quebico/TMS Entertainment/Capcom