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Dienstag, 24. März 2026

Project Hail Mary - Der Astronaut: Project Hail Mary (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt12042730/

Ryland Grace (Ryan Gosling) erwacht an Bord eines Raumschiffs - weit entfernt von der Erde und ohne jede Erinnerung an seine Identität oder den Grund seiner Mission. Bruchstückhaft kehren seine Erinnerungen zurück. Er erkennt, dass er eine zentrale Rolle in einem Wettlauf gegen die Zeit spielt: Eine rätselhafte Substanz bedroht die Sonne und damit das Überleben der Menschheit. Um eine globale Katastrophe zu verhindern, setzt Grace sein naturwissenschaftliches Wissen ein und entwickelt ungewöhnliche Lösungsansätze. Während seiner Reise stößt er auf eine überraschende Verbindung, die ihm zeigt, dass er in seinem Kampf möglicherweise nicht auf sich allein gestellt ist.

"Der Astronaut"/"Project Hail Mary" nimmt Andy Weirs gleichnamigen Roman von 2021 und macht daraus einen kosmischen Abenteuerfilm, der ein bisschen wie "Der Marsianer" denkt. Er ist clever, witzig und durch und durch optimistisch, und wird mit Phil Lord und Christopher Miller im Regiestuhl kein ehrfürchtig-schwerer Weltraumopferfilm, sondern eine vergnügt-melancholische Buddy-Komödie über den vielleicht einsamsten Mann im Universum und seinen besten Freund - ein spinnenartiges Alien mit dem Spitznamen Rocky. "Der Astronaut" ist darüber hinaus einer jener Science-Fiction-Filme, die eigentlich alles falsch machen dürften - eine anfänglich etwas seltsame, einsame Person, eine sehr lange Laufzeit, viel Technobabbel - und dabei doch eine erstaunlich lebendige, warmherzige Erfahrung liefern. Es ist kein düsterer "Interstellar", sondern ein angenehmer zweieinhalbstündiger Ritt, in dem ein einsamer Biologe die Menschheit rettet, indem er mit einem außerirdischen Kumpel bastelt und lacht - all das getragen von Ryan Goslings unwiderstehlichem Charme. 

Er spielt Ryland Grace, einen Highschool-Lehrer und genialen Molekularbiologen, der aus einem Koma aufwacht - allein auf einem Raumschiff, Lichtjahre von der Erde entfernt, mit zwei toten Crewmitgliedern und Erinnerungen, die mit "löchrig" positiv genug beschrieben sind. Die Sonne unseres Sonnensystems stirbt, Sterne erlöschen und die Erde droht einzufrieren - aufgrund von "Astrophagen“. Diese außerirdischen Mikroorganismen, welche der Hitze der Sonne widerstehen, bilden eine Infrarotlinie zwischen Sonne und Venus, die sogenannte Petrova-Linie. Grace' Mission: die Ursachen finden und eine Lösung entwickeln, irgendwo am Rande des Sonnensystems. Rückblenden (mit Sandra Hüller als knallharter Projektleiterin Eva Stratt) erzählen von der Forschung, der Rekrutierung, dem Wettrennen gegen die Zeit - alles, ohne jemals langweilig zu werden. Das hat "Der Astronaut" vor allem Ryan Gosling zu verdanken. Er spielt Grace als Mischung aus Klassenclown, Nerd und im Grunde sehr müdem, einsamen Mann, ein schräger, unrasierter und etwas verpeilten Everyman, der vor Angst witzelt, vor Druck tanzt und trotz Einsamkeit strahlt - ein irgendwie "charismatischer "Space Bro", dem man sofort ins Herz schließt. Ein Held, der keine Superwaffe hat, nur Neugier, Hartnäckigkeit und einen trocken-ironischen Humor. 

Der Clou kommt mit Rocky, dem spinnenartigen Alien-Buddy: er ist dabei mehr als nur Sidekick oder Gimmick. Sein Design - eine asymmetrische, steinige, mehrarmige CGI-Figur (mit Herz), die in einer dichten Atmosphäre in seinem eigenen Modul lebt - ist bewusst weit entfernt vom humanoiden Standard, gleichzeitig aber durch Mimik, Gesten und Klang angenehm empathisch inszeniert; er pfeift, quietscht, hilft beim Reparieren, und die beiden "sprechen" via Posen und mit Hilfe einer mühsam selbst aufgebauten Computerstimme. Es ist "E.T." als intergalaktische Sitcom, herzerwärmend und urkomisch, mit Umarmungen, die kitschig wirken, aber wunderbar funktionieren. Und das ist Stärke und Limit zugleich: Rocky wird zur idealisierten Buddy-Figur, mit Familie, (evntl. Kindern) und klaren Motiven, aber die Chance, Erstkontakt wirklich fremd und verstörend zu denken, wird bewusst auf Kosten eines "Feel-Good"- Effekts geopfert - was man dem Film aber auch sofort verzeiht. Lord und Miller legen die Beziehung der beiden sehr offen als Freundschaftsfilm an: Sie entwickeln gemeinsam eine Sprache, essen gemeinsam (zumindest so, wie dies in ihren jeweiligen Biosphären durchgeht), streiten, lachen, und retten sich gegenseitig das Leben. Inmitten des Weltuntergangs entsteht so eine beschwingte Buddy-Komödie - und genau diese Entscheidung macht den Film zugänglich und emotional, auch wenn sie das philosophische Potenzial des Stoffes etwas zähmt. 

Der Film stolpert allerdings in seiner zweieinhalbstündigen Laufzeit etwas über seine nicht-lineare Struktur: Gegenwart im All, Rückblenden zur Erde, die nach und nach erklären, wie Grace hier gelandet ist, reißen einen oftmals aus der warmen Decke, in die man sich als Zuschauer eingekuschelt hat, und holen einen wortwörtlich auf die Erde zurück. Dennoch wird die Exposition gut ausbalanciert: Die Szenen auf einer sterbenden Erde mit Stratt, die eine globale Koalition mit drastischen Mitteln durchsetzt, stehen in Kontrast zur stillen Isolation von Grace und Rocky im All. Gleichzeitig spürt man ein paar kleinere Längen. Das mehrfach hinausgezögerte Ende erweckt bald das Gefühl, dass hier ein stärkerer, kürzerer Film in einem zu langen steckt.

Lord und Miller versuchen hier das beinahe Unmögliche: Hard-Sci-Fi (Astrophysik, Biologie, Docking-Manöver) verknüpft mit Popcorn-Spaß und visuellen Gags, die an "WALL-E" erinnern und Spannung wie in "Gravity" halten. Visuell setzen sie auf die Expertise von Greig Fraser, dessen Arbeit an "Dune" zu Recht viel Lob bekommen hat. Seine VFX sind spektakulär - Raumschiff-Internas, Alienschiff, kosmische Manöver - und das alles trotzdem irgendwo nicht zu übertrieben und solide geerdet. Praktische Sets für das Schiff, überzeugende Schwerelosigkeit (wenn auch nicht immer auf Cuarón-Niveau), in Tau-Ceti-Orbit-Sequenzen, die Fraser erneut als Meister des Hell-Dunkel-Kontrasts zeigen. Und die T-Shirts sind ja wohl mal einmalig! Der Score bleibt hinter dem ikonischen Druck anderer Space-Filme zurück, erfüllt aber zuverlässig seine Funktion: Er unterstützt vor allem die Freundschaftsmomente und den Humor; durchaus passender Ansatz für einen Film, der sich dem Weltraum nicht als Horrorort, sondern als Bühne für Kooperation nähert. Die Musikauswahl ist wild, aber passend. Weir-Verfilmungen leben ja davon, dass sie echte Wissenschaft in zugängliche Rätsel verwandeln, und "Der Astronaut" setzt das nach "Der Marsianer" konsequent fort: Grace löst Probleme, indem er Biologie, Chemie und Astrophysik anwendet, rechnet an Whiteboards, testet Hypothesen, scheitert, testet neu. Echte Wissenschaft und Problemlösung mit viel Herz und Humor schafft damit eine seltene Balance. Genau hier liegen aber auch die Bruchlinien. Die emotional wichtigsten Verknüpfungen der beiden Haupträtsel - warum Tau Ceti stabil ist und warum Grace auf diesem Schiff landet - sind etwas billig. Insbesondere ist der Versuch, Grace nachträglich ein moralisches Versagen anzudichten, nicht ganz nett und glaubwürdig: Der Film will ihn gleichzeitig zum ikonischen Retter und tragischen Sünder machen, ohne dass seine gezeigte Persönlichkeit diese Wendung wirklich trägt. Ähnlich ambivalent ist der Humor: Einerseits ist dieser herrlich gemütlich und Gosling liefert mit seinem Auftritt ein angenehmes komödiantisches Timing, opfert aber dafür echte Spannung, weil man nie das Gefühl hat, dass hier wirklich etwas schlimmes passieren könnte. 

Auf der thematischen Ebene erzählt "Der Astronaut" vom Wert der Kooperation in einer fragmentierten Welt: Ein Mensch und ein Insektenwesen schließen wortwörtlich eine Sternen-Freundschaft, um zwei Spezies zu retten. Stratt verkörpert die kalte Notwendigkeit - sie nimmt Grace Entscheidungen ab, zwingt ihn in die Rolle, die er eigentlich nicht wollte - und Grace und Rocky verkörpern optimistischen, lösungsorientierten Humanismus: das Vertrauen, dass man durch Neugier, Ehrlichkeit und die Bereitschaft, sich für den anderen zu opfern, aus einer ausweglosen Lage entkommen kann. Das Finale - ohne hier ins Detail zu gehen - entscheidet sich klar gegen Zynismus: Die wichtigste Tat des Films ist ein Akt freiwilliger Selbstaufgabe, und der Epilog dehnt diese Entscheidung in eine bittersüße neue Normalität aus. Damit ist "Der Astronaut" im Grunde "Der Marsianer" Teil 2. Die Botschaft - Neugier siegt über Angst, Kooperation über Isolation - fühlt sich 2026 wie ein Medikament an. Doch "Der Astronaut" muss sich auch die Kritik gefallen lassen, dass er stellenweise zu formelhaft ist, der Humor manchmal zu cartoonig (angesichts der nahenden Apokalypse) wirkt. Und trotzdem ist "Der Astronaut" ein ausgesprochen unterhaltsamer, warmherziger Spacefilm, dessen größte Stärke seine Figuren, sein Humor und seine visuelle Souveränität sind - und dessen größte Schwächen in der Erzählweise, den einfachen gemachten Entscheidungen und dem Anfang liegen. Dennoch verlässt man das Kino mit einem wohligen Gefühl - so wie es sein soll. "Der Astronaut" - ein Feel-Good-SciFi-Blockbuster, der das Universum rettet, indem er den Zuschauer zum Lachen bringt, und Gosling als ultimativen Movie-Star weiter etabliert. Zwei volle Daumen runter!

8,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Amazon MGM Studios/Pascal Pictures/Sony

Montag, 31. März 2025

Elevation (2024)

https://www.imdb.com/de/title/tt23558280/

Drei Jahre nachdem grauenvolle Kreaturen die Welt urplötzlich aus dem Untergrund heimgesucht und fast die gesamte Menschheit ausgelöscht haben, hat Will (Anthony Mackie) sich mit seinem Sohn Hunter (Danny Boyd Jr.) ein neues Zuhause in den Rocky Mountains in Colorado aufgebaut. Nur hier ist es sicher, denn in Höhenlagen von über 2.400 Metern können die Wesen nicht überleben. Auch die Wissenschaftlerin Nina (Morena Baccarin) wohnt bei ihnen in der Nähe – sie hatte zusammen mit Wills Frau Tara eine Exkursion unternommen, um die Achillesferse der Ungeheuer zu ermitteln, ein Ausflug, den Tara allerdings nicht überlebt hat. Weil der kleine Hunter an einer schweren Lungenkrankheit leidet, beschließt Will eines Tages notgedrungen, in die tiefer gelegene Stadt Boulder zu gehen, um dort in Ninas altem Labor neuen Sauerstoff zu besorgen, der zur Neige gegangen ist – was ihn und seine Begleiter mitten in die Monsterzone führt.

"Elevation" ist ein weiterer postapokalyptischer Thriller, der auf gewisse Art und Weise der "A Quiet Place"-Schule der Action-Optimierung folgt: In diesem Fall müssen die verbleibenden 5 % der Menschheit über einer 2.440 Meter hohen Grenze bleiben; darunter laufen sie Gefahr, von den Reapern, den riesigen Insekten, die den Planeten erobert haben, angegriffen zu werden. Der Film erinnert zudem an Gareth Edwards’ "Monsters", da er seine schildwanzenartigen Monster nur sparsam präsentiert, und bietet eine spannende letzte Wendung, die die Aussicht auf ein erfolgreiches Franchise nahelegt.

Regisseur George Nolfi ist in Sachen Action keine schlechte Wahl, mit einer brenzligen Seilbahnszene und einer Reihe von Nahbegegnungen mit den Reapern, als das Trio die "Minen von Moria" unter dem Berg beschreitet. Doch trotz regelmäßiger Adrenalinschübe entwickelt "Elevation" nie eine eigenständige Identität, und das nicht nur, weil der Film so durch und durch abgedroschen ist. Das liegt hauptsächlich an der drögen und spärlichen Charakterisierung, sowohl was Wills väterliche Mission als auch das wenig interessante Gezänk mit der nihilistischen Nina betrifft. Mackie trägt nicht gerade dazu bei, dass ihre Leistung eher zu einem Midlife-Crisis-Drama als zu einem Mockbuster über das Schicksal der zivilisierten Welt passt. Baccarin hingegen gelingt es besser, indem sie Töne unterdrückter Wut und letztendlicher Akzeptanz ihrer Vergangenheit einbringt. Doch zukünftige Filme dieser Art sollten sich vielleicht mehr als nur altbackene Geschichtenerzählerei zum Ziel setzen.

5,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Seven One International
Poster/Artwork
Grinder Monkey/John Glenn Entertainment

Montag, 5. Februar 2024

Surviving The Game - Surviving The Game: Tötet ihn! (1994)

https://www.imdb.com/title/tt0111323/

Der verarmte und obdachlose Jack Mason (Ice-T) hat mehr erlebt, als er verkraften kann. Als dann an ein und demselben Tag sein Hund und sein bester Freund sterben, will er seinem traurigen Leben ein Ende setzen. Doch dann bekommt er wie aus heiterem Himmel einen gut bezahlten Job als Helfer bei einer Jagdveranstaltung in den Rocky Mountains angeboten. Doch die Sache hat einen fiesen Haken: Noch weiß er nicht, dass er das Opfer der wohlhabenden Jäger sein wird...

Es ist ziemlich genau ein Jahr her gewesen, da brachte John Woo "Harte Ziele" in die Kinos. In "Surviving The Game", dem Quasi-Abklatsch von Woos Actionkracher sielt Ice-T die Hauptrolle als Obdachloser, der von einer Gruppe reicher Kerle zum Spaß gejagt wird. Doch mit der ziemlich guten Nebenbesetzung, darunter Rutger Hauer, Charles S. Dutton, F. Murray Abraham, John C. McGinley und den großartigen Gary Busey gelingt "Surving The Game" irgendwie der Kniff, etwas eigenständiges zu sein. Trotz der unoriginellen Handlung ist "Surviving The Game" ziemlich großartig und die Darsteller scheinen ihre Rollen alle zu genießen. Ice-Ts Charakter Mason ist mitfühlend, geht in den ersten 10 Minuten des Films durch eine persönliche Hölle und gibt überraschenderweise einen echten Eindruck davon, wie schrecklich es wäre, obdachlos zu sein. Leider verbessern sich die Dinge für Mason nicht, als er von Charles S. Dutton angeheuert wird, um bei einigen Jagden in der Wildnis zu "helfen". Dann beginnen die eigentlichen Spiele und Mason findet heraus, dass er das Ziel des Sports ist.

Der Film hat ein gutes Tempo und ist wunderschön gedreht - allein die Landschaft sieht fantastisch aus. Es gibt keinen beeindruckenderen Spezialeffekt als die Natur selbst und er trägt wirklich zur Authentizität des Films bei. Gary Busey spielt seienn üblichen Psychopathen, den er in jedem 90er-Jahre-Film spielte, aber er ist so unterhaltsam, dass man jeden Moment genießt, in dem er auf der Leinwand zu sehen ist. Rutger Hauer ist der Hauptschurke und überhaupt kein netter Kerl. John C. McGinley ist der interessanteste Bösewicht, da er ein Mann ist, der mit Trauer zu kämpfen hat, und als er herausfindet, warum Mason obdachlos ist, beschließt er, dass dieses Leben nicht das ist, wonach er sucht  Rutger Hauer ist anderer Meinung und die Dinge gehen schief sehr schnell. Charles S. Dutton ist ein großer Bösewicht und wohl der Böseste, da er in der Gestalt eines Freundes zu Mason kam. Die Action ist ziemlich anständig, wenn auch nicht besonders einprägsam, und sie hat offensichtlich nicht das gleiche Budget (oder die gleiche Regie) wie der überlegene "Harte Ziele".

Die Musik erfüllt ihren Zweck, aber auch hier gibt es keine Titelmelodie, die einem im Gedächtnis haften bleibt. Es gibt einige unterhaltsame Gewalt und Tode von Bösewichten, mit dem einen oder anderen One-Liner als Zugabe. Insgesamt ist "Surviving The Game" nicht so großartig wie "Harte Ziele", aber er ist gut gedreht und hat eine tolle Besetzung, es gibt also definitiv schlechtere Actionfilme, die man sich ansehen könnte.

6,5/10 

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: New Line Cinema / Warner Bros.

Dienstag, 9. Januar 2024

Raging Bull - Wie ein wilder Stier (1980)

https://www.imdb.com/title/tt0081398/

Jack La Motta (Robert de Niro) ist in den 1940ern und 1950ern neben Sugar Ray Robinson (Johnny Barnes) einer der bekanntesten Boxer. Vor allem die Duelle der beiden Kämpfer sind legendär. Der Film spielt zwischen 1941 und 1964 und basiert auf der 1970 erschienenen Autobiografie La Mottas. Aufgewachsen in der Lower East Side in New York begann er schon als Jugendlicher mit dem Boxen. Die Handlung setzt ein, kurz bevor La Motta seine langjährige Frau Vickie (Cathy Moriarty) - gerade mal 15 Jahre alt - kennen lernt. Neben Vickie gibt es letztlich nur einen Menschen, der für La Motta eine Bedeutung hat: sein Bruder und Manager Joey (Joe Pesci). La Motta wächst (wie Scorsese) in Little Italy auf, und der Film schildert neben dem Boxen das soziale Milieu, in dem La Motta von Beginn an als ein Mann gezeigt wird, dessen Leben sich fast ausschließlich nur um ihn selbst dreht.

Egal wie oft man "Wie ein wilder Stier" sieht, man weiß, dass der härteste Schlag ganz am Ende kommt und man hilflos mit meinem Kinn vorangehe. Regisseur Martin Scorsese lässt ein Zitat aus Johannes 9,24-26 aufblitzen, dessen Verse nacheinander einzeln beleuchtet werden: "So ließen die Pharisäer zum zweiten Mal den Mann rufen, der blind gewesen war und sagten: 'Sprich die Wahrheit vor Gott. Denn wir wissen, dieser Mann ist ein Sünder.' / 'Ob er ein Sünder ist oder nicht weiß ich nicht', antwortete der Mann / 'Ich weiß nur, dass ich blind war und jetzt sehen kann.'". 

Aber ist für Jake LaMotta wirklich endlich die Erlösung gekommen - den korrupten, selbsthassenden, selbstsabotierenden und nicht besonders reumütigen Boxer, den Robert De Niro in Scorseses Klassiker "Wie ein wilder Stier" aus dem Jahr 1980 so unvergesslich gespielt hat und der von monochromer Schönheit strahlt? LaMotta beendete seine Lebenszeit ohne Versöhnung mit seiner Frau, die er misshandelt hat, ohne Versöhnung mit seinem leidgeprüften Bruder Joey (eine ebenso unvergessliche Leistung von Joe Pesci). Der letzte Akt folgt mit seinem mild-sentimentalen, sich selbst beglückwünschenden Nachtclub-Eintrag, in dem diese aufgedunsene, ruinierte Figur einfach nur froh ist, überlebt zu haben, und ebenso wenig an moralischen Urteilen interessiert ist wie der Blinde, der sich weigert, Jesus zu verurteilen.

Vielleicht ist das das Geheimnis von "Wie ein wilder Stier": das Äquivalent göttlicher Gnade. Im Boxfilm geht es traditionell um Wiedergutmachung und das Comeback des Außenseiters; Nur ein Jahr zuvor erzählte Stallones "Rocky II" - wie "Wie ein wilder Stier" von Irwin Winkler produziert - genau diese Art von Geschichte. Aber "Wie ein wilder Stier" ist eine brutalere nihilistische Geschichte, in der es um einen rauflustigen, frauenfeindlichen Kämpfer ging, der auf der Suche nach knappem Geld abtauchte, dessen Meisterschaftsgewinn durch Mob-Korruption hoffnungslos gefährdet wurde, dessen Niedergang von gekennzeichnet war Undank und Missbrauch, und wer schließlich zu einem eingesperrten Monster wird, das voller Verzweiflung gegen die Wand schlägt. Und all dies wird in einer atemberaubenden, traumhaften Serie von Episoden innerhalb und außerhalb des Rings gezeigt, in denen LaMotta sich fanatisch mit verschiedenen Gegnern auseinandersetzt und Kopfstöße erlebt mit Joey, verliebt sich in seine zweite Frau, Vickie (Cathy Moriarty) - und fängt an, sie zu hassen, getrieben von seiner eigenen besitzergreifenden Angst und Unsicherheit und zu Fall gebracht von seinem eigenen giftigen übersteigerten Gefühl männlicher Überlegenheit und Vitalität.

Scorseses Film basiert nicht nur auf LaMottas Autobiografie, sondern wurde auch von Mark Robsons "Zwischen Frauen und Seilen" (1949) mit Kirk Douglas und Jean-Pierre Melvilles "Die Millionen eines Gehetzten" (1963) mit Jean-Paul Belmondo inspiriert. Aber der schiere Elan und die kinetische Energie dieser albtraumhaften Boxszenen sind absolut einzigartig, wie kein Boxfilm zuvor oder danach. Vielleicht wurde der Sport selbst durch die verzweifelte Schönheit dieses Films in den Schatten gestellt.

Die "Tauch"-Szene steht im Mittelpunkt der Bedeutung des Films. LaMotta muss, wie so viele Kämpfer vor ihm, absichtlich einen Kampf anzetteln, damit die Mafia-Granden, die bei hohen Quoten stark auf seinen ungeliebten Gegner gewettet haben, einen großen Sieg erringen und ihn mit einer Chance auf den Titel belohnen. Aber es ist ein äußerst riskantes Unterfangen: Die versprochene Chance auf den Titel könnte ausbleiben und sein Karriereschwung könnte ins Stocken geraten, was im Palookaville der Niederlage endet. De Niro zeigt überzeugend, wie LaMottas Stolz ihn nicht verlieren lässt; er kann und will nicht untergehen. Die Menge spottet über diese offensichtliche Korruption und in seiner Umkleidekabine bricht LaMotta wie ein kleiner Junge in Tränen aus. Aber das ist der Punkt: Im emotionalen Ritual des Missbrauchs muss LaMotta gedemütigt, verstümmelt wie ein Wallach, ihm gezeigt werden, wer der Boss ist, und vor seinen Mafiabossen auf die Knie gehen. Dies ist das Theater der Grausamkeit der Männlichkeit. Wenn man "Wie ein wilder Stier" zum ersten Mal sieht, kommt man gleichzeitig erschöpft und doch voller Energie zum Ende. Und dieses Gefühl bleibt bei diesem Film bestehen, egal wie oft man ihn sieht.

8/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: MGM
Poster/Artwork: MGM/United Artists

Sonntag, 24. September 2023

PAW Patrol: The Mighty Movie - Paw Patrol: Der Mighty Kinofilm (2023)

https://www.imdb.com/title/tt15837338/

Ein geheimnisvoller Meteorit schlägt mitten in Adventure City ein und verleiht den vierbeinigen Mitgliedern der Paw Patrol übernatürliche Kräfte – sie werden so zur mächtigen Mighty Patrol! Für Hündchen Skye (Stimme im Original: Mckenna Grace / deutsche Stimme: Lea van Acken) etwa geht damit ein lange gehegter in Erfüllung – der allerdings auch so manche neue Gefahren mit sich bringt. Der erbitterte Erzrivale der Paw Patrol - Humdinger (Ron Pardo) - bricht aus dem Gefängnis aus und schließt sich mit der verrückten Wissenschaftlerin Victoria Vance (Taraji P. Henson) zusammen, um den Welpen ihre neuen Superfähigkeiten direkt wieder zu stehlen und sich so selbst in Superschurken zu verwandeln. Es ist nun an den Mighty Pups, Adventure City zu beschützen und die Schurken aufzuhalten, bevor es zu spät ist. Die Gruppe begibt sich auf ein neues Abenteuer, bei dem klar wird, dass selbst der kleinste Welpe mit großen Knochen hantieren kann. 

Die "PAW Patrol"-Reihe ist jetzt 10 Jahre alt - 70 Jahre in Hundejahren - und mit jeder Folge wurden Kinder und ihre Eltern mit aufregenden Abenteuern, wohltuenden Charakteren und coolen neuen Produkten verwöhnt. Was 2013 als Fernsehserie für Vorschulkinder begann, wurde 2021 mit dem wenig originellen Titel "PAW Patrol: Der Kinofilm" auf die Kinoleinwand übertragen, wodurch die Serie zwar an Umfang und Reichweite gewann, aber nichts von ihrer Lernfähigkeit und ihrem Spielzeugreichtum einbüßte. Angesichts des Kino- und Streaming-Erfolgs der Serie gibt es ein Publikum, das sich immer wieder für die fortlaufende Saga um einen kleinen Jungen und sein Rudel vierbeiniger Helden begeistern kann. Die Fantasy-Fortsetzung "PAW Patrol: Der Mighty Kinofilm", in dem es um einen Meteor, magische Kristalle und einer verrückten Wissenschaftlerin (die es hasst, so genannt zu werden) geht, wird ihre Reise zur Rettung der Welt ausgeweitet. Und "ein wenig" und nicht ganz zufällig haben sich die Macher wohl auch an den einkommensstarken Superheldenverfilmungen der letzten Jahre angelehnt.

Diesmal ist die Mission der Hunde und ihrem Anführer Ryder mit größeren Herausforderungen und Gefahren verbunden, was die Messlatte kreativ höher legt und die FSK-Einstufung von 0 auf 6 erhöht. Das merkt man, denn im Finale der FSK-0-Fassung, die landesweit in den Kinos läuft, ist deutlich sichtbar gekürzt worden - das gibt Punktabzug. Nicht, weil man die Kleinsten vor traurigen Szenen oder überfordernder Action schützen wollte, sondern weil man dies hätte anders konzipieren können. Die Schnitte fallen deutlich auf und stören die größeren Leute. Der Film ist zwar nicht so subversiv wie sein Vorgänger, hält aber das Versprechen einer intelligenten und auffälligen Fortsetzung mit mutigerer Action, größeren Einsätzen und tieferer Resonanz für eben fast alle Altersgruppen.

Die Abenteuerstadt ist zu Lande, zu Wasser und in der Luft sicher, dank der Elite-Paw-Patrouille, die Verbrechen bekämpft und Katastrophen abwehrt. Teamleiter Ryder (Finn Lee-Epp) ist so überzeugt von ihrer Fähigkeit, den Frieden zu bewahren, dass er beschlossen hat, drei junge, tollpatschige und übereifrige Praktikanten einzustellen: Nano (Alan Kim), Mini (Brice Gonzalez) und Micro (North West). Obwohl das jüngste Mitglied des Rudels, die eigensinnige Dackeldame Liberty (Marsai Martin), zunächst gegen diese Idee ist, bleibt sie zurück, um das Trio zu trainieren, als die anderen zur Gefahrenbekämpfung gerufen werden. Sie ahnen nicht, dass ein lauerndes Übel ihr Leben auf den Kopf stellen wird. Und ja, das läuft genauso ab wie man es erwarten würde.

Von ihrem Versteck in einem verlassenen Observatorium aus plant das wissenschaftliche Superhirn Victoria Vance (Taraji P. Henson), einen Meteor magnetisch zu machen und seine Kräfte zu nutzen. Ihr Plan geht jedoch schief und gefährdet die Bürger und die Welpen in seinem Weg. Während Vance für ihre Missetaten ins Gefängnis kommt - wo sie sich mit dem langjährigen Feind der Welpen, Bürgermeister Humdinger (Ron Pardo), und seiner Kitten Catastrophe Crew anfreundet - erfährt die Patrouille, dass der massive Felsen besondere Kristalle enthält, die ihnen erstaunliche Fähigkeiten verleihen: Pilotin Skye (Mckenna Grace) kann fliegen und hat Superkräfte; Polizeihund Chase (Christian Convery) hat Supergeschwindigkeit; Bulldogge Rubble (Luxton Handspiker) kann sich in eine Abrissbirne verwandeln; Feuerwehr-Dalmatiner Marshall (Christian Corrao) kann Feuerbälle werfen; Wassertaucher Zuma (Nylan Parthipan) kann Wasser kontrollieren; und Gadget-Guru Rocky (Callum Shoniker) ist magnetisch. Doch gerade als die Mighty Pups ihre neu erworbenen Fähigkeiten verfeinern wollen, wird ihnen eine Falle gestellt, die ihre Existenz bedroht.

Ähnlich wie bei ihrem ersten Leinwandabenteuer leidet ein weiterer Welpe unter einer Vertrauenskrise: Skye, deren kleine Statur sie an ihrem Selbstwert zweifeln lässt. Der wiederkehrende Autor und Regisseur Cal Brunker und sein Co-Drehbuchautor Bob Barlen fügen ihrer Geschichte jedoch verschiedene Facetten hinzu, um sie von Chases Angstproblemen zu unterscheiden. Ihr winziges rosafarbenes Kopftuch dient als wörtliche und bildliche Verbindung zu ihrer Vergangenheit. Sie fügen eine wunderbar ergreifende, "Jessie's Song"-ähnliche Hintergrundgeschichte ein, die Christina Aguileras zu Tränen rührende Ballade "Learning To Fly" mit ansprechenden Animationen verbindet. Die Filmemacher konzentrieren sich auch auf Liberty und ihren herzzerreißenden Kampf, ihre Bestimmung und ihre Kraft zu finden. Dennoch wird das emotionale Gewicht dieser sentimentalen Handlungsstränge die Kinder nicht überwältigen, da alles mit zu wenig Fingerspitzengefühl eingearbeitet wurde. Und man bleibt am Ende mit dem Gefühl zurück, das fünf weitere Filme folgen werden, in der jeder der Hunde seine eigene Krise einmal durchzukauen hat.

Doch in "Paw Patrol: Der Mighty Kinofilm" haben sich die Actionsequenzen und ihre Ästhetik weiterentwickelt. Szenen, die zeigen, dass das Team wie eine gut geölte Maschine funktioniert, sind nicht nur aufregend, sondern erfüllen auch einen doppelten erzählerischen Zweck, indem sie die Charaktere und ihre Konflikte weiter vorantreiben. Es macht auch Spaß zu sehen, wie sich der Film in eine Familienangelegenheit verwandelt. Kim Kardashian West - die den zickigen Pudel Delores perfekt verkörpert - wird von ihren Kindern North und Saint in Nebenrollen begleitet. Die stimmungsvolle Filmmusik von Pinar Toprak ist komplementär, ohne aufdringlich zu sein, und verstärkt den Drive der Figuren. Pelz, Wasser, Laser, Feuer und Wolkenelemente sind visuell schillernd, während der Höhepunkt des Kampfes zwischen den Protagonisten und ihrem Widersacher in den Händen dieser fähigen Animatoren elektrisch geladen wirkt. Jedoch sind alle Gaststars (Christ Rock hat nur einen Satz!) in Rollen vertreten, die gerade mal ein paar Sekunden Screentime haben. Das stört nicht weiter, weil der Fokus auf den Hunden liegt, ist aber auch irgendwo nicht ganz nachzuvollziehen.

Der konsumorientierte Hintergrund des Vorgängers ist natürlich immer noch offensichtlich - vielleicht sogar weniger verschleiert, denn die neuen aufgemotzten Fahrzeuge und "Tron"-ähnlichen Bodycon-Anzüge werden in der erwarteten Hype-Montage gezeigt. Es gibt sogar einen Witz, der die vierte Wand durchbricht, der von einem Nachrichtensprecher (Lil Rel Howery) ironisch vorgetragen wird, als ob er für den Zuschauer neu wäre, und der einen durch die eigen Komplizenschaft zum Lachen bringt. Mit viel Humor und Charme liest sich dieses zweite Kapitel ziemlich gut für alle Altersgruppen. Es erfindet das Rad vielleicht nicht neu, aber es weiß, wie man die Ware geschickt neu verpackt und weiterverkauft. Wie auch den Merch, der zu erwarten ist.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures

Sonntag, 17. September 2023

PAW Patrol: The Movie - Paw Patrol: Der Kinofilm (2021)

https://www.imdb.com/title/tt11832046/

Schon oft hat die Paw Patrol die Abenteuerbucht und die umgebenden Gebiete vor Gefahren beschützt, die Bewohner und Bewohnerinnen gerettet und die Pläne des fiesen Bürgermeister Besserwisser aus der Nachbarstadt durchkreuzt. Da erreicht Ryder und seine sechs Hunde Marshall, Chase, Rubble, Rocky, Zuma und Skye eines Tages ein Hilfreruf aus der Abenteuerstadt: Besserwisser wurde dort zum Bürgermeister gewählt und droht die Metropole ins Chaos zu stürzen. Der Fiesling will eine Maschine zur Wetterkontrolle in Betrieb nehmen, was total schiefzugehen droht. Kurzerhand reisen die Helfer auf vier Pfoten in die Abenteuerstadt, wo sie ihr neues Quartier beziehe. Können sie gemeinsam mit ihrer neuen Hundefreundin Liberty die Pläne von Bürgermeister Besserwisser stoppen? 

Als Vater kommt man irgendwann zwangsweise in Berührung mit der "Paw Patrol". Und nach unzähligen Fernsehauftritten gibt es in "Paw Patrol: Der Kinofilm" einen ersten großen Auftritt der beliebten Welpentruppe. Der ist im Vergleich zur Serie aufwendiger, ohne dabei aber das Niveau der großen Animationsstudios zu erreichen. Der Zielgruppe dürfte das aber egal sein, die bekommen hier ein temporeiches Abenteuer in der Großstadt. Man kann die Begeisterung der Kleinsten auch durchaus verstehen, diese jedoch nicht teilen und man erkennt als Erwachsener sehr schnell das Marketing und die Strategie dahinter. Darum sollte man gar nicht erst versuchen, in der Handlung einen Sinn zu finden (warum kann der fiese Bürgermeister Menschen gefährden ohne irgendeine Konsequenz zu fürchten?) oder etwas anderes zu beklagen. Denn der Film gibt den kleinsten Kindern genau das, was ihnen Spaß macht.

Optisch im Vergleich zur recht günstig produzierten Serie ausgesprochen gut verbessert, eine Handlung, die nicht frei von Logiklöchern, jedoch spannend wie unterhaltsam ist, und auch einige gut zündende Gags machen das erste Spielfilm-Abenteuer der Fellfreunde zu einem angenehmen und kurzweiligen Spaß.Sogar für Erwachsene, die den Mut haben, sich darauf einzulassen. An die großen Player wie Pixar, Disney, Blue Sky und Dreamworks kommt man hier aber trotzdem nicht heran. Hunde retten mit Hilfe zahlreicher Gadgets Leute und der Anführer der Patrol hat Identitätsprobleme, weil er bei einem Einsatz plötzlich einen Anfall von akuter Angst bekommt. Seine Freunde helfem ihm dabei, zurück in die Rolle des heldenhaften Hundeanführers zu finden. Mehr gibt es nicht. Keine Konflikte, keine Exposition, keinerlei Meta-Ebene. Das muss aber auch gar nicht sein und würde bei den Kleinsten auch gar nicht erst ankommen.

Familienfilme müssen trotzdem nicht stumpf sein. Da gibt es wesentlich bessere Filme, die noch dazu reichhaltig an Botschaft sind. Denoch unterhält der Film die Kinder und die haben auch noch jede Menge Spaß an der Sache und sogar Kinder, die mit der "Paw Patrol" längst nichts mehr am Hut zu haben scheinen, bleiben zumindest beim Finale gebannt sitzen und gucken sich das Spektakel an. Darum: lasst den Kindern ihren Spaß. Und selbst das Gehirn aus.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe
: Paramount Pictures
Poster/Artwork: Paramount Pictures

Donnerstag, 30. März 2023

Rocky IV: Rocky vs. Drago (Director's Cut) (1985)

https://www.imdb.com/title/tt0089927/

Rocky Balboa (Sylvester Stallone) hat sein großes Ziel erreicht und ist Weltmeister geworden. Nun genießt er seinen Ruhm und die damit verbundenen Annehmlichkeiten. Doch da braut sich etwas aus dem Osten an. Ivan Drago (Dolph Lundgren), eine menschgewordene Maschine aus der Sowjetunion, will Rocky in die Schranken weisen. Er wurde mit neuester Technik trainiert, um aus ihm einen tödlichen Boxer zu machen. Doch dafür muss er erst Rockys guten Freund Apollo (Carl Weathers) besiegen. Und das tut er mit ungeahnter Härte. Apollo stirbt durch die Kraft des Russen im Ring. Und als nächstes fordert er den Champion heraus. Rocky weiß, dass er sich Ivan stellen muss und dass dies sein vermutlich härtester Kampf werden wird. Doch er hat für Apollo Rache geschworen und so beginnt er mit der Vorbereitung, auf einen mörderischen Kampf, der jedem der Gegner alles abverlangt...

Bereits mit der Kinofassung von "Rocky IV" durfte man zufrieden sein. Die Geschichte ist zwar etwas seicht, aber immer noch gut schaubar, wenngleich sie nicht mehr den Tiefgang besitzt, den alle drei vorherigen "Rocky"-Teile, ja, sogar der dritte Teil, besaßen. Der "Director's Cut" macht mit seinen Änderungen natürlich aus dem bekannten Film mit seinem Aufbau, seiner Exposition und seinem Finale keinen anderen Film, aber mit über 250 Änderungen ist es schon beachtlich, was Sylvester Stallone und sein Team bei MGM alles auf dem Boden des Schneideraumes noch finden konnten. Obwohl der Handlungsablauf des Films prinzipiell gleich geblieben ist, hat man sich hier extrem ausgetobt und nicht nur die Tonalität geändert, sondern quasi jede einzelne Szene nochmal angepasst. Es ging ganz offensichtlich darum, sich mehr am ernsten Ton zu orientieren, der sich immerhin durch einen Großteil der Reihe zieht. Auch wurde Filmmusik, Score und sogar Soundeffekte, etwa Schlaggeräusche, angepasst. Während diese in der Kinofassung comichaft wuchtig überzeichnet waren, ist es im Director's Cut wesentlich realistischer und abgemilderter. Obwohl der Film in etwa dieselbe Laufzeit hat, sind es knapp 40 Minuten, die man an neuem, anderen material hier finden kann, meistens beschränkt sich dies jedoch auf kleine Schnipsel.

Sowohl der Kampf von Apollo gegen Ivan als auch das Finale mit Rocky gegen Ivan wurden besonders umfangreich überarbeitet. Dafür ist zwar auch einiges an Bildmaterial herausgeflogen, vor allem überzogene Elemente wurden gestrichen. Beide Kämpfe laufen aber auch in absoluter Laufzeit gleich mehrere Minuten länger. Stallone zelebriert diese Action-Highlights nun förmlich und hat sie zugleich fetziger, aber eben auch ernster inszeniert. Auffällig ist im ersten Kampf vor allem, dass Apollo nun auch deutlich mehr Gegenwehr zeigt, insgesamt also mit etwas mehr Würde in sein Verderben geht. Bei Rocky gegen Ivan wirkt der Ablauf einfach viel flüssiger. Zugleich darf Apollo in zusätzlichen Dialogen aber auch mehr sportliche und persönliche Ambitionen offenbaren, während in der Kinofassung vor allem sein aufgeplustertes Ego und fehlgeleiteter Patriotismus im Vordergrund standen. Schon in der komplett veränderten Intro-Sequenz wird durch mehr Rückblicke auf Teil 3 gezeigt, wie Apollo einen wesentlichen Einfluss auf Rocky hatte. Die zusätzliche Grabrede von Tony Burton gibt auch noch ein bisschen emotionale Einordnung. Im "Making of" kommentiert Stallone, dass ihm Apollos Motivation in der Kinofassung stets als zu künstlich herüber kam. Zugleich hätte auch er selbst im Entstehungsprozess der Kinofassung manche Charakterzüge einfach noch nicht ausreichend einordnen können. Das hat er nun nachgebessert. Zugleich leidet Apollos Frau ausführlicher mit, sodass auch hier das familiäre Drama mehr in den Vordergrund rückt. Ob das für den Zuschauer im Gesamtkonstrukt des Films funktioniert, ist letztendlich Geschmackssache.

Es fällt zudem auf, dass Adrian mehr Platz in der Handlung einnimmt. Dies geschieht durch mehr Umschnitte auf sie während der Kämpfe, aber vor allem durch alternative sowie deutlich erweiterte Dialoge. Auch das dient ganz offensichtlich dem etwas dramatischeren und seriöser gehaltenen Grundton. Teils kommen ihre Kommentare nun als Ersatz für derbere Wortwechsel mit Apollo, womit das augenzwinkernde Rumprotzen also etwas reduziert wurde. Außerdem warnt sie Rocky vor Apollos Kampf, dass er selbst es in der Hand hätte, auf Apollo Einfluss zu üben. Gerade im Hinblick auf die innere Zerrissenheit von Rocky über die Reihe hinweg macht das natürlich Sinn und verleiht der Handlung mehr Tiefe.

Auch Ivan Drago wurde spätestens durch seinen Auftrit in "Creed II" eindeutig menschlicher und greifbarer. Dieser Marschrichtung wurde sich durch etliche kleine Details im Director's Cut konsequent angenähert. Mehrere Andeutungen zu Steroiden wurden getilgt. Zugleich sieht man Ivan häufig nun eher reserviert und eingeschüchtert schauen. Speziell Promoter Nicolai fällt ihm mehrfach ins Wort und wird in weiteren Zwischenschnitten gezeigt. Stallone war nach eigener Aussage sehr von Michael Patakis Performance begeistert und hat davon nun im Director's Cut noch etwas mehr eingebaut. Während Ivan in der Kinofassung letztendlich vor allem als übermächtige Maschine dargestellt wurde, hinterlässt der Director's Cut so eher den Eindruck, dass er als Propaganda-Werkzeug anderer quasi auch nur ein Opfer ist. Im "Making of" verweist Stallone als Analogie auf Max Schmeling als Hitlers Vorzeige-Boxer, diesen Hintergrund wollte er besser herausarbeiten. Auch hier kann man sicher geteilter Meinung sein, ob das dem Film inhaltlich dient oder eine liebgewonnene Figur etwas zu sehr umdeutet.

Letztlich ist es am Ende Geschmackssache, welche Fassung des Films man besser findet. Der Director's Cut ist eine derart gravierend veränderte Version, dass man ihn unbedingt separat von der bekannten Kinofassung bewerten muss. Die Intention hinter einigen Änderungen ist wirklich interessant und gibt den Charakteren ganz andere Schwerpunkte. Ob man das überhaupt für nötig erachtet und die Kinofassung nicht sowieso schon als perfekt einstuft, gerade auch mit all den häufig diskutierten Mängeln, die es zu einem ultimativen "guilty pleasure"-Erlebnis für viele Fans machen, ist natürlich jedem selbst überlassen.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: MGM/United Artists

Textauszüge: Schnittberichte.com

Samstag, 4. März 2023

Creed III - Creed III: Rocky's Legacy (2023)

https://www.imdb.com/title/tt11145118/

Adonis Creed (Michael B. Jordan) ist endlich ganz oben im Leben angekommen: Mit dem Sieg über Ivan Dragos Sohn Viktor (Florian Munteanu) hat er sich nicht nur endgültig einen Platz an der Spitze des Boxsports gesichert, sondern sich auch erfolgreich den eigenen Dämonen der Vergangenheit gestellt. Wozu noch kämpfen? Also hängt der Weltmeister Creed seine Boxhandschuhe an den Nagel und widmet sich fortan seiner Familie und der Förderung neuer Box-Talente. Doch die Vergangenheit will nicht ruhen und es erhebt sich ein Schatten aus Adonis Jugend, der den ehemaligen Weltmeister vor neue Herausforderungen stellt. Plötzlich steht sein alter Jugendfreund Damian (Jonathan Majors) nach Jahren im Gefängnis vor ihm. Damian wurde damals eine große Box-Karriere vorausgesagt, doch ein Fehltritt in der Jugend kostete ihn die Freiheit. Der frisch Rehabilitierte möchte sich noch einmal im Ring beweisen und bittet Adonis, ihm dabei zu helfen. Doch Damian scheint es dabei um mehr zu gehen als nur eine Chance im Ring. Kann Adonis seinem alten Freund trauen? 

Fast ein halbes Jahrhundert lang hat sich die "Rocky"-Reihe verständlicherweise um Sylvester Stallones Rocky Balboa gedreht. Selbst als sich die Serie in Ryan Cooglers Film "Creed" auf Adonis Creed (Michael B. Jordan), den Sohn von Apollo Creed, konzentrierte, war Rocky immer noch ein wichtiger Teil dieser Serie. Während Stallones Rocky in "Creed" Sinn ergab und Stallone seine erste Oscar-Nominierung seit fast vierzig Jahren einbrachte, wurde spätestens in "Creed II" klar, dass nach acht Teilen mit Stallone sein weiteres Auftreten in der Serie eher eine Ablenkung von der Geschichte von Creed war als ein Gewinn. Doch in "Creed III" geht die Geschichte der Titelfigur endlich über Rocky hinaus, so dass Creed ganz allein im Rampenlicht steht und Jordan die Gelegenheit erhält, sein Regiedebüt zu geben. In "Creed III" geht es interessanterweise darum, wie die Vergangenheit und die Gegenwart die Zukunft beeinflussen, und wenn man das bedenkt, ist es auch faszinierend, dass Rocky nicht ein einziges Mal erwähnt wird. Aber da "Creed III" die Kindheit des jungen Adonis Creed erforscht, bevor man ihn in "Creed" kennenlernt, aktualisiert Jordan als Regisseur diese Reihe für eine neue Generation, spielt mit dem, was dieses Franchise sein kann, experimentiert und bricht mit den Normen - während er gleichzeitig das Grundgerüst dieser Filme intakt hält. Mehr noch als das, was Coogler mit dieser Reihe gemacht hat, bringt Jordan frischen Wind in das Rocky/Creed-Universum und ist ein aufregendes Beispiel für das Potenzial, das in dieser Reihe auch nach neun Filmen noch steckt.

"Creed III" beginnt im Jahr 2002. Man sieht den jungen Adonis (gespielt von Alex Henderson) und seine Freundschaft mit Damian "Dame" Anderson (Spence Moore II), einem jungen Golden-Gloves-Champion, der nichts als Potenzial vor sich hat. In diesen frühen Tagen war Adonis in der Ecke seines Freundes, da Dame ein aufstrebender Boxer war, der mit seinen schnellen Knockouts beeindruckte. Die beiden scheinen ein perfektes Team zu sein, denn Adonis weiß, welche Ratschläge er seinem brillanten Boxerfreund geben muss. Doch nach einem Sieg gerät Adonis eines Abends vor einem Laden in einen Kampf mit einem Mann, und als Dame eine Waffe zieht, werden die beiden aus dem Weg geräumt. Die Gegenwart: Adonis ist der unangefochtene Weltmeister im Schwergewicht, hat sich auf dem Höhepunkt seines Könnens zur Ruhe gesetzt, den Rockstar Bianca Taylor (Tessa Thompson) geheiratet und mit ihr ein Kind, Amara (Mila Davis-Kent), bekommen. Währenddessen kommt Dame (Jonathan Majors) gerade aus dem Gefängnis und sucht seinen Freund aus Kindertagen auf, der es zu etwas gebracht hat. Dame sagt, dass er zwar älter geworden ist, seine Träume aber die gleichen geblieben sind und er immer noch ein Championboxer sein will. Creed bringt seinen Freund nach Delphi und verschafft ihm einen Job als Sparringspartner des aktuellen Champions Felix Chavez (Jose Benavidez). Creed sagt Dame, dass seine Träume Zeit brauchen, aber Dame war fast zwei Jahrzehnte lang eingesperrt, und das Letzte, was er tun will, ist Zeit zu verschwenden. Wie Dame zu Creed sagt: "Wenn Apollo Creed es mit einem Außenseiter aufnehmen konnte, warum kannst du es nicht?" Während er zusieht, wie sein alter Freund zum Weltmeister wird, sehnt sich Dame nach einem Leben voller Erfolg und Ruhm, dem Leben, das er führen wollte, bevor er weggesperrt wurde. Während Creed versucht, seinem Freund zu helfen, seine Ziele zu erreichen, ist Dame viel mehr daran interessiert, seine Träume endlich zu verwirklichen.

Mehr als jeder andere "Rocky"/"Creed"-Film nimmt sich "Creed III" die Zeit, den Zuschauer den kommenden Feind kennenlernen zu lassen, und lässt ihn sowohl mit Dames Situation als auch mit seiner Frustration darüber, dass Adonis seinen Freund weitgehend vergessen hat, mitfühlen, während er gleichzeitig zeigt, dass Creed nicht ganz unschuldig an der Entstehung dessen war, was aus Dame werden würde. "Creed III" macht diesen Konflikt zu einem zutiefst persönlichen Kampf zwischen zwei Männern, die einst wie Brüder waren, und das Drehbuch von Keenan Coogler und Zach Baylin erforscht das Grau in den Geschichten dieser beiden Männer. "Creed III" ist keine herkömmliche Geschichte über das Boxen, sondern eine Geschichte über die Familie - sowohl die, in die man hineingeboren wird, als auch die, die man auf seinem Weg entdeckt - und die Opfer, die man für die bringt, die man liebt. Jordan sorgt dafür, dass dieses Mal die ganze Familie zu Wort kommt, baut diese Welt weiter auf und gibt den Figuren eine Stimme. Bianca hat ihre Live-Auftritte aufgegeben, um das Gehör zu schützen, das ihr noch geblieben ist, und obwohl sie ein Lächeln aufsetzt und sagt, dass ihr das Produzieren genauso viel Spaß macht, ist es klar, dass ihr diese Entscheidung wehgetan hat. Biancas und Creeds Tochter Amara wird in ihrer Schule gehänselt, und Adonis versucht, ihr beizubringen, wie sie sich schützen kann, und zeigt ihr, dass es beim Boxen nicht um Gewalt geht, sondern um Timing, Kontrolle und Konzentration. Sogar Adonis' Mutter Mary (Phylicia Rashad) hat einige wirklich bewegende Momente, als sie versucht, die Briefe von Dame an Adonis nach all den Jahren zu verstecken, und die Sorge hat, Adonis zu verlieren, nachdem er bereits seinen Vater verloren hat.

Aber auch im Fitnessstudio ist der Fokus auf die Familie zu spüren, denn Adonis hat dabei geholfen, eine Gruppe potenzieller Champions aufzubauen, und ist sogar mit Viktor Drago (Florian Munteanu) eng befreundet. Doch es sind die Liebe und die Geschichte zwischen Adonis und Dame, die diese Geschichte so kraftvoll machen, und Cooglers und Baylins Drehbuch stellt sicher, dass so viel Zeit wie möglich mit diesem Duo verbracht wird, eine notwendige Vorbereitung für den Moment, in dem die beiden schließlich im Ring zueinander finden müssen. Kein anderer "Rocky"/"Creed"-Film hat sich so viel Zeit genommen, um die Beziehung zwischen den Kämpfern auf diese Weise aufzubauen, und das Ergebnis ist beeindruckend und macht diesen Film zu mehr als nur Stolz, Größe oder Macht. "Creed III" wird emotional und erforscht die Emotionen der Figuren auf eine Weise, wie es die Reihe noch nie zuvor versucht hat. Ein großer Teil des Erfolgs von "Creed III" ist die Leistung von Jonathan Majors, der einen der fesselndsten Antagonisten in der Geschichte der Serie darstellt. Majors ist großartig darin, Rollen wie diese zu spielen, die auf ihre eigene Art männlich und stolz, aber auch extrem sensibel und emotional sind. Dames Wut ist nicht unangebracht, und seine Frustration über seine Situation ist verständlich. Es ist auch unmöglich, nicht zu genießen, was Majors hier tut: Er beginnt als der lange verlorene Bruder von Adonis, um dann langsam sein wahres Wesen zu zeigen, während diese ursprüngliche Seite von ihm immer weiter nach unten sickert. Selbst wenn er sich am blödesten anstellt, ist es schwer, Dame nicht irgendwie zu mögen, und neben seiner Leistung als Kang in "Ant-Man And The Wasp: Quantumania" wird dies sicherlich sein Jahr werden.

Doch selbst mit diesem Fokus auf die Familie und den Protagonisten im Zentrum der Geschichte drückt Jordan "Creed III" im Ring seinen Regie-Stempel auf. Er verlangsamt die Action während der Kämpfe und zeigt die Entscheidungen, die ein Boxer in Sekundenbruchteilen treffen muss, die kleinen Hinweise, die zum Sieg eines Kampfes beitragen, und die unglaubliche Kraft und Macht, die in diesen Kämpfen steckt. Jordan hat gesagt, dass er bei der Produktion dieses Films von Anime beeinflusst wurde, und das ist sicherlich in der Art und Weise zu spüren, wie er diese Kämpfe filmt, wie sich die Boxer bewegen und wie Jordan die Perspektive auf verblüffende Weise verändert. Jordan weiß, dass der Zuschauer diese Filme schon seit fast 50 Jahren sieht, und er gibt dem Publikum nun etwas völlig Neues im Ring. Bei Dames erstem Kampf zum Beispiel sehen wir, wie der Boxer neue Winkel ausprobiert und einzigartige Schläge anbringt, die unbeholfen, aber perfekt platziert wirken, da er ein längeres Spiel spielt als nur eine Runde nach der anderen. Es ist nur eine kleine Veränderung, aber sie hat eine große Wirkung auf den Zuschauer, der schnell erkennt, dass Jordan nicht die gleichen alten Kämpfe liefert, an die man gewöhnt ist.

Das gilt vor allem für den Höhepunkt des Kampfes, in dem Jordan das Regelwerk von "Rocky"/"Creed" komplett über den Haufen wirft und etwas wirklich Experimentelles versucht, wie es die Serie noch nie zuvor gesehen hat. Der finale Kampf wird für langjährige Fans der Serie sicherlich eine Art Test sein, die sich wahrscheinlich über die neue Art und Weise ärgern werden, wie Jordan diesen Kampf inszeniert, der auch die lange Geschichte der beiden Boxer miteinander beleuchtet, aber ich persönlich fand es eine brillante Art und Weise, etwas Neues in dieser Serie auszuprobieren, und eine Gelegenheit für Jordan, dieser Marke auf eine Art und Weise seinen Stempel aufzudrücken, die sich anfühlt, als würde er diese Welt in eine neue Ära führen. Auch hier ergreift Jordan die Möglichkeiten, die diese Reihe bieten könnte, anstatt sich von den Vorgaben der Vergangenheit einschränken zu lassen. "Creed III" ehrt die Vergangenheit, blickt aber gleichzeitig in die Zukunft und stellt Jordan - sowohl den Schauspieler als auch den Regisseur - auf eine Weise ins Rampenlicht, die seine immensen Talente zeigt. Indem er den Schwerpunkt direkt auf die Familie legt und den größten Teil des Films in diese Dynamik eintaucht, mit ausgezeichneten Leistungen von Jordan, Rashad und Majors, unter anderem, und indem er neue Dinge in dieser Reihe ausprobiert, die oft für ihre formelhafte Natur bekannt ist, ist "Creed III" ein Hauch von frischer Luft. Adonis vermeidet in "Creed III" vielleicht die Vergangenheit, aber Jordan lernt aus dem, was bereits getan wurde, und bringt die Serie in eine völlig neue Generation, indem er diese Welt auf eine Weise weiterentwickelt, die sie wieder völlig neu erscheinen lässt. 

8/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros./MGM/New Line Cinema