Posts für Suchanfrage Creed Rocky werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Creed Rocky werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Montag, 3. Oktober 2016

Creed - Creed: Rocky's Legacy (2015)

http://www.imdb.com/title/tt3076658/

Der junge Boxer Adonis Johnson (Michael B. Jordan) lernte seinen eigenen Vater, den berühmten Weltmeister im Schwergewicht Apollo Creed, niemals kennen. Adonis, der mit seinem Bürojob nicht warm wird und sein Talent stattdessen in illegalen Kämpfen in Tijuana zeigt, zieht es nach Philadelphia, wo Apollo Creed einst das legendäre Match gegen einen hartgesottenen Neuling namens Rocky Balboa (Sylvester Stallone) bestritt. Es gelingt Adonis, Rocky aufzuspüren und ihn dazu zu bringen, sein Trainer zu werden. Der in die Jahre gekommene Rechtsausleger erkennt in dem jungen Mann die Entschlossenheit und Stärke von dessen Vater, der zunächst ein erbitterter Gegner, dann ein enger Vertrauter Rockys wurde. Adonis trainiert hart und lebt seine weiche Seite mit der neuen Nachbarin aus, der R&B-Sängerin Bianca (Tessa Thompson). Doch reicht seine körperliche, seelische Stärke, um die bisher größte sportliche Herausforderung zu meistern? Es gilt, den amtierenden Boxmeister "Pretty" Ricky Conlan (Tony Bellew) zu schlagen...

Aus dem Thema "Rocky" noch etwas herauszuholen, war sicher keine leichte Aufgabe. Aber Sylvester Stallone hat an der richtigen Stelle investiert und erstmals Story & Drehbuch abgetreten. An Ryan Coogler, der auch Regie führte. Dieser erfand die Story neu und schuf ein durchgängig interessantes Boxer-Opus, das Neues überzeugend mit Altem verknüpft. "Creed" ist damit die nahezu perfekte Weiterführung der "Rocky"-Reihe; im Dauer-Spagat zwischen ständiger Hommage an alte Zeiten (und Teile der Reihe) und überschäumender Energie und Aufbruchsstimmung für einen neuen Kämpfer. "Creed" schreibt sich in die "Rocky"-Reihe ein, ohne gänzlich als ein remake-/rebootartiges Versatzstückzitat in Nostalgie zu versinken.

Sylvester Stallone wirkt erneut sehr sympathisch und zieht sich auf die Rolle des erfahrenen, aber desillusionierten Ratgebers zurück, der zunächst nichts mehr mit dem Boxsport zu tun haben will. Alle seine Freunde sind gestorben, und er fristet allein sein Dasein - es gibt vielleicht nur einen, der ihn aus der Lethargie reissen kann, ein leiblicher Sohn von Apollo Creed, der eines Tages bei Rocky vor der Tür steht und um Betreuung bettelt. In die Story ist auch eine nette Romanze gebettet, die, ähnlich wie im ersten "Rocky" keine leichte Geburt ist, aber für den neuen Champ ein Eckpfeiler seiner Motivation werden soll. Die Boxkämpfe sind stark inszeniert - vor allem der erste Kampf überzeugt durch eine sportlich realistische, mitreissende Darstellung. Mit dieser wohl balancierten Mischung übertrumpft "Creed" sogar den guten Vorgänger "Rocky Balboa", indem er zwar Rocky seinen immer aussichtsloseren Kampf gegen die Zeit und den Verfall weiterführen lässt, aber gleichzeitig dem Zuschauer einen unheimlich hungrig und kraftvoll agierenden Michael B. Jordan präsentiert, der noch nichts erreicht hat und ganz am Anfang seiner Karriere steht (sowohl als Schauspieler als auch im Film als Sohn von Apollo Creed).

Die filmischen Präsentation ist überaus gelungen. Stets wacht hinter dem im Vordergrund wütenden Adonis Creed der alte, meist dunkel gekleidete Rocky, der den Jungen mit all seiner Erfahrung in die richtigen Bahnen lenken will und dabei einige Grenzen setzen muss. Der Auftakt ist gemacht - mit großartigen Trainingsmontagen, einem Stallone, der untrennbar von seiner Filmfigur erscheint und alles in sie hineinlegt, und mit wunderbaren Kameraeinstellungen, die immer darauf bedacht sind, den Alten und den Jungen gemeinsam einzufangen und ihre Verbindung darzustellen. Es ist somit schwer zu begründen, was "Creed" zu einem der besten Teile des "Rocky"-Franchise macht. Über weite Strecken ist der Plot packend und emotional bewegend, manchmal auch unerwartet witzig und schafft es doch wie einst, den Zuschauer mit der Story zu verschmelzen. Mitfühlen, mitleiden - das ist es doch, was man bei einem "Rocky"-Film erleben will.

8/10

Der sechste Teil der "Rocky"-Saga ist exklusiv bei amazon.de auch im Steelbook erschienen.


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros./MGM/New Line Cinema

Samstag, 4. März 2023

Creed III - Creed III: Rocky's Legacy (2023)

https://www.imdb.com/title/tt11145118/

Adonis Creed (Michael B. Jordan) ist endlich ganz oben im Leben angekommen: Mit dem Sieg über Ivan Dragos Sohn Viktor (Florian Munteanu) hat er sich nicht nur endgültig einen Platz an der Spitze des Boxsports gesichert, sondern sich auch erfolgreich den eigenen Dämonen der Vergangenheit gestellt. Wozu noch kämpfen? Also hängt der Weltmeister Creed seine Boxhandschuhe an den Nagel und widmet sich fortan seiner Familie und der Förderung neuer Box-Talente. Doch die Vergangenheit will nicht ruhen und es erhebt sich ein Schatten aus Adonis Jugend, der den ehemaligen Weltmeister vor neue Herausforderungen stellt. Plötzlich steht sein alter Jugendfreund Damian (Jonathan Majors) nach Jahren im Gefängnis vor ihm. Damian wurde damals eine große Box-Karriere vorausgesagt, doch ein Fehltritt in der Jugend kostete ihn die Freiheit. Der frisch Rehabilitierte möchte sich noch einmal im Ring beweisen und bittet Adonis, ihm dabei zu helfen. Doch Damian scheint es dabei um mehr zu gehen als nur eine Chance im Ring. Kann Adonis seinem alten Freund trauen? 

Fast ein halbes Jahrhundert lang hat sich die "Rocky"-Reihe verständlicherweise um Sylvester Stallones Rocky Balboa gedreht. Selbst als sich die Serie in Ryan Cooglers Film "Creed" auf Adonis Creed (Michael B. Jordan), den Sohn von Apollo Creed, konzentrierte, war Rocky immer noch ein wichtiger Teil dieser Serie. Während Stallones Rocky in "Creed" Sinn ergab und Stallone seine erste Oscar-Nominierung seit fast vierzig Jahren einbrachte, wurde spätestens in "Creed II" klar, dass nach acht Teilen mit Stallone sein weiteres Auftreten in der Serie eher eine Ablenkung von der Geschichte von Creed war als ein Gewinn. Doch in "Creed III" geht die Geschichte der Titelfigur endlich über Rocky hinaus, so dass Creed ganz allein im Rampenlicht steht und Jordan die Gelegenheit erhält, sein Regiedebüt zu geben. In "Creed III" geht es interessanterweise darum, wie die Vergangenheit und die Gegenwart die Zukunft beeinflussen, und wenn man das bedenkt, ist es auch faszinierend, dass Rocky nicht ein einziges Mal erwähnt wird. Aber da "Creed III" die Kindheit des jungen Adonis Creed erforscht, bevor man ihn in "Creed" kennenlernt, aktualisiert Jordan als Regisseur diese Reihe für eine neue Generation, spielt mit dem, was dieses Franchise sein kann, experimentiert und bricht mit den Normen - während er gleichzeitig das Grundgerüst dieser Filme intakt hält. Mehr noch als das, was Coogler mit dieser Reihe gemacht hat, bringt Jordan frischen Wind in das Rocky/Creed-Universum und ist ein aufregendes Beispiel für das Potenzial, das in dieser Reihe auch nach neun Filmen noch steckt.

"Creed III" beginnt im Jahr 2002. Man sieht den jungen Adonis (gespielt von Alex Henderson) und seine Freundschaft mit Damian "Dame" Anderson (Spence Moore II), einem jungen Golden-Gloves-Champion, der nichts als Potenzial vor sich hat. In diesen frühen Tagen war Adonis in der Ecke seines Freundes, da Dame ein aufstrebender Boxer war, der mit seinen schnellen Knockouts beeindruckte. Die beiden scheinen ein perfektes Team zu sein, denn Adonis weiß, welche Ratschläge er seinem brillanten Boxerfreund geben muss. Doch nach einem Sieg gerät Adonis eines Abends vor einem Laden in einen Kampf mit einem Mann, und als Dame eine Waffe zieht, werden die beiden aus dem Weg geräumt. Die Gegenwart: Adonis ist der unangefochtene Weltmeister im Schwergewicht, hat sich auf dem Höhepunkt seines Könnens zur Ruhe gesetzt, den Rockstar Bianca Taylor (Tessa Thompson) geheiratet und mit ihr ein Kind, Amara (Mila Davis-Kent), bekommen. Währenddessen kommt Dame (Jonathan Majors) gerade aus dem Gefängnis und sucht seinen Freund aus Kindertagen auf, der es zu etwas gebracht hat. Dame sagt, dass er zwar älter geworden ist, seine Träume aber die gleichen geblieben sind und er immer noch ein Championboxer sein will. Creed bringt seinen Freund nach Delphi und verschafft ihm einen Job als Sparringspartner des aktuellen Champions Felix Chavez (Jose Benavidez). Creed sagt Dame, dass seine Träume Zeit brauchen, aber Dame war fast zwei Jahrzehnte lang eingesperrt, und das Letzte, was er tun will, ist Zeit zu verschwenden. Wie Dame zu Creed sagt: "Wenn Apollo Creed es mit einem Außenseiter aufnehmen konnte, warum kannst du es nicht?" Während er zusieht, wie sein alter Freund zum Weltmeister wird, sehnt sich Dame nach einem Leben voller Erfolg und Ruhm, dem Leben, das er führen wollte, bevor er weggesperrt wurde. Während Creed versucht, seinem Freund zu helfen, seine Ziele zu erreichen, ist Dame viel mehr daran interessiert, seine Träume endlich zu verwirklichen.

Mehr als jeder andere "Rocky"/"Creed"-Film nimmt sich "Creed III" die Zeit, den Zuschauer den kommenden Feind kennenlernen zu lassen, und lässt ihn sowohl mit Dames Situation als auch mit seiner Frustration darüber, dass Adonis seinen Freund weitgehend vergessen hat, mitfühlen, während er gleichzeitig zeigt, dass Creed nicht ganz unschuldig an der Entstehung dessen war, was aus Dame werden würde. "Creed III" macht diesen Konflikt zu einem zutiefst persönlichen Kampf zwischen zwei Männern, die einst wie Brüder waren, und das Drehbuch von Keenan Coogler und Zach Baylin erforscht das Grau in den Geschichten dieser beiden Männer. "Creed III" ist keine herkömmliche Geschichte über das Boxen, sondern eine Geschichte über die Familie - sowohl die, in die man hineingeboren wird, als auch die, die man auf seinem Weg entdeckt - und die Opfer, die man für die bringt, die man liebt. Jordan sorgt dafür, dass dieses Mal die ganze Familie zu Wort kommt, baut diese Welt weiter auf und gibt den Figuren eine Stimme. Bianca hat ihre Live-Auftritte aufgegeben, um das Gehör zu schützen, das ihr noch geblieben ist, und obwohl sie ein Lächeln aufsetzt und sagt, dass ihr das Produzieren genauso viel Spaß macht, ist es klar, dass ihr diese Entscheidung wehgetan hat. Biancas und Creeds Tochter Amara wird in ihrer Schule gehänselt, und Adonis versucht, ihr beizubringen, wie sie sich schützen kann, und zeigt ihr, dass es beim Boxen nicht um Gewalt geht, sondern um Timing, Kontrolle und Konzentration. Sogar Adonis' Mutter Mary (Phylicia Rashad) hat einige wirklich bewegende Momente, als sie versucht, die Briefe von Dame an Adonis nach all den Jahren zu verstecken, und die Sorge hat, Adonis zu verlieren, nachdem er bereits seinen Vater verloren hat.

Aber auch im Fitnessstudio ist der Fokus auf die Familie zu spüren, denn Adonis hat dabei geholfen, eine Gruppe potenzieller Champions aufzubauen, und ist sogar mit Viktor Drago (Florian Munteanu) eng befreundet. Doch es sind die Liebe und die Geschichte zwischen Adonis und Dame, die diese Geschichte so kraftvoll machen, und Cooglers und Baylins Drehbuch stellt sicher, dass so viel Zeit wie möglich mit diesem Duo verbracht wird, eine notwendige Vorbereitung für den Moment, in dem die beiden schließlich im Ring zueinander finden müssen. Kein anderer "Rocky"/"Creed"-Film hat sich so viel Zeit genommen, um die Beziehung zwischen den Kämpfern auf diese Weise aufzubauen, und das Ergebnis ist beeindruckend und macht diesen Film zu mehr als nur Stolz, Größe oder Macht. "Creed III" wird emotional und erforscht die Emotionen der Figuren auf eine Weise, wie es die Reihe noch nie zuvor versucht hat. Ein großer Teil des Erfolgs von "Creed III" ist die Leistung von Jonathan Majors, der einen der fesselndsten Antagonisten in der Geschichte der Serie darstellt. Majors ist großartig darin, Rollen wie diese zu spielen, die auf ihre eigene Art männlich und stolz, aber auch extrem sensibel und emotional sind. Dames Wut ist nicht unangebracht, und seine Frustration über seine Situation ist verständlich. Es ist auch unmöglich, nicht zu genießen, was Majors hier tut: Er beginnt als der lange verlorene Bruder von Adonis, um dann langsam sein wahres Wesen zu zeigen, während diese ursprüngliche Seite von ihm immer weiter nach unten sickert. Selbst wenn er sich am blödesten anstellt, ist es schwer, Dame nicht irgendwie zu mögen, und neben seiner Leistung als Kang in "Ant-Man And The Wasp: Quantumania" wird dies sicherlich sein Jahr werden.

Doch selbst mit diesem Fokus auf die Familie und den Protagonisten im Zentrum der Geschichte drückt Jordan "Creed III" im Ring seinen Regie-Stempel auf. Er verlangsamt die Action während der Kämpfe und zeigt die Entscheidungen, die ein Boxer in Sekundenbruchteilen treffen muss, die kleinen Hinweise, die zum Sieg eines Kampfes beitragen, und die unglaubliche Kraft und Macht, die in diesen Kämpfen steckt. Jordan hat gesagt, dass er bei der Produktion dieses Films von Anime beeinflusst wurde, und das ist sicherlich in der Art und Weise zu spüren, wie er diese Kämpfe filmt, wie sich die Boxer bewegen und wie Jordan die Perspektive auf verblüffende Weise verändert. Jordan weiß, dass der Zuschauer diese Filme schon seit fast 50 Jahren sieht, und er gibt dem Publikum nun etwas völlig Neues im Ring. Bei Dames erstem Kampf zum Beispiel sehen wir, wie der Boxer neue Winkel ausprobiert und einzigartige Schläge anbringt, die unbeholfen, aber perfekt platziert wirken, da er ein längeres Spiel spielt als nur eine Runde nach der anderen. Es ist nur eine kleine Veränderung, aber sie hat eine große Wirkung auf den Zuschauer, der schnell erkennt, dass Jordan nicht die gleichen alten Kämpfe liefert, an die man gewöhnt ist.

Das gilt vor allem für den Höhepunkt des Kampfes, in dem Jordan das Regelwerk von "Rocky"/"Creed" komplett über den Haufen wirft und etwas wirklich Experimentelles versucht, wie es die Serie noch nie zuvor gesehen hat. Der finale Kampf wird für langjährige Fans der Serie sicherlich eine Art Test sein, die sich wahrscheinlich über die neue Art und Weise ärgern werden, wie Jordan diesen Kampf inszeniert, der auch die lange Geschichte der beiden Boxer miteinander beleuchtet, aber ich persönlich fand es eine brillante Art und Weise, etwas Neues in dieser Serie auszuprobieren, und eine Gelegenheit für Jordan, dieser Marke auf eine Art und Weise seinen Stempel aufzudrücken, die sich anfühlt, als würde er diese Welt in eine neue Ära führen. Auch hier ergreift Jordan die Möglichkeiten, die diese Reihe bieten könnte, anstatt sich von den Vorgaben der Vergangenheit einschränken zu lassen. "Creed III" ehrt die Vergangenheit, blickt aber gleichzeitig in die Zukunft und stellt Jordan - sowohl den Schauspieler als auch den Regisseur - auf eine Weise ins Rampenlicht, die seine immensen Talente zeigt. Indem er den Schwerpunkt direkt auf die Familie legt und den größten Teil des Films in diese Dynamik eintaucht, mit ausgezeichneten Leistungen von Jordan, Rashad und Majors, unter anderem, und indem er neue Dinge in dieser Reihe ausprobiert, die oft für ihre formelhafte Natur bekannt ist, ist "Creed III" ein Hauch von frischer Luft. Adonis vermeidet in "Creed III" vielleicht die Vergangenheit, aber Jordan lernt aus dem, was bereits getan wurde, und bringt die Serie in eine völlig neue Generation, indem er diese Welt auf eine Weise weiterentwickelt, die sie wieder völlig neu erscheinen lässt. 

8/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros./MGM/New Line Cinema

Samstag, 1. Juni 2019

Creed II - Creed II: Rocky's Legacy (2018)

https://www.imdb.com/title/tt6343314/

Adonis Creed (Michael B. Jordan) hat es endlich geschafft. Er ist Boxweltmeister im Schwergewicht. Allerdings wird sein Erfolg ein wenig dadurch getrübt, dass er den Titel einem in die Jahre gekommenen Champion abgenommen hat, der seinen boxerischen Zenit zum Zeitpunkt des Matches schon klar überschritten hatte. Diesen Makel will sich nun Ivan Drago (Dolph Lundgren), der vor vielen Jahren Adonis' Vater Apollo Creed in einem Schaukampf durch einen Schlag getötet hat, zunutze machen. Er fordert Adonis in einer eigens einberufenen Pressekonferenz heraus, gegen seinen eigenen Sohn Viktor Drago (Florian Munteanu) in einem Titelmatch anzutreten. Der in seinem Stolz verletzte Adonis kann nicht über seinen Schatten springen und willigt ein. Allerdings ist sein bisheriger Trainer Rocky Balboa (Sylvester Stallone) mit dieser Entscheidung gar nicht einverstanden und weigert sich, seinen Schützling für den wichtigen Kampf zu trainieren. Und als ob das Training ohne Rocky nicht schon hart genug wäre, muss sich Adonis zugleich auch noch um seine schwangere Verlobte Bianca (Tessa Thompson) kümmern, die sich Sorgen darum macht, dass das Baby ihre Gehörlosigkeit erben könnte…

Hätte man 1985 dem Zuschauer erzählt, dass 33 Jahre später die Rivalität zwischen Drago und Rocky auf ausgesprochen stimmungsvolle Weise weitererzählt werden würde, hätte man sich sicher stirnrunzelnd verabschiedet. Aber genau das ist nun passiert. "Creed II" erzählt nicht nur die Geschichte von Apollo Creeds Sohn weiter, sondern auch von "Rocky IV" - und schlägt auf ebenso einfache wie wirkungsvolle Weise eine schöne Brücke zu den alten "Rocky"-Filmen. Er ist sogar noch eine Spur emotionaler als sein Vorgänger "Creed".

Das Drehbuch rund um die neu aufgelegte Konkurrenz zwischen Rocky und Drago ist gut. Hauptcharaktere wie Nebencharaktere sind stets relevant und bekommen genug Screentime. Die charakterlichen Entwicklungen vom ersten Kampf zum zweiten sind super gelungen; die Kämpfe an sich sehr gut durchgescriptet, sodass möglichst viel Drama im Spiel ist. Das Geniale an den neueren "Creed"-Filmen ist jedoch, dass jeder Charakter, ob Antagonist, Protagonist oder bedeutendere Nebenrollen wie Ivan Dragos Exfrau alle wichtiger Bestandteil des Dramas sind. So ist die Geschichte rund um Dragos Familie ebenfalls sehr interessant und rundet den Film schließlich wunderbar ab. Dabei ist das Motiv der Rache sehr wichtig und die übermittelte Nachricht daraus stets präsent.

Der Cast ist passend. Stallone als Rocky nach wie vor meisterlich. Jordan ist in seiner Rolle nun voll angekommen. Thompson kann als Freundin von Adonis weiter überzeugen. Lundgren verkörpert nach wie vor Ivan Drago. Der deutsche Boxer und Schauspieler Florian Munteanu macht seine Sache als Viktor Drago im Ring super, wenn ein wenig Charisma mehr auch nicht geschadet hätte. Schauspielerisch ist Creed II somit auf hohem Niveau.

Das Gleiche kann man auch über die Produktion sagen. Die Bilder wirken stets sehr authentisch, die Kämpfe werden sehr gut eingefangen. An passenden Stellen werden die richtigen nahen Einstellungen und ebenso gute Slow-Mos gewählt. Mit kalten und warmen Farben wird sehr klassisch, aber ebenfalls sehr passend gearbeitet. Zwar werden - wie einst bei "Rocky IV" - auch dieses Mal alte Russland-Klischees bemüht, aber Drago und sein Sohn sind differenzierter dargestellt als die Figur Dragos im Jahr 1985, wobei "Rocky IV" in gewisser Weise eine Sonderstellung in der "Rocky"-Reihe innehat, da der Film mit seinen 90 Minuten Laufzeit schon damals eher ein actionreicher Videoclip war und kaum Raum für seine Figuren bot. Diesen Raum bekommt bei "Creed II" zum Glück das ganze Ensemble, wobei der Spagat gelingt, Stallones Figur einerseits genügend Präsenz zu geben, andererseits aber auch deutlich zu machen, dass die Zukunft einer neuen Generation gehört.

"Creed II" ein sehr unterhaltsamer Film, der neben Gänsehautmomenten tolle Action und ein interessantes Drama über Rache, Einstellung und Familie bietet. Die "Rocky"-Formel funktioniert auch nach fast 45 Jahren genauso gut wie früher. Der nunmehr achte Teil der Reihe erfindet das Boxer-Drama nicht neu und ist in jeder Hinsicht vorhersehbar, macht aber zumindest damit alles richtig und erweist sich so als ein würdiger Nachfolger.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Warner Bros./MGM/New Line Cinema

Sonntag, 19. April 2015

Rocky III - Rocky III: Das Auge des Tigers (1982)

http://www.imdb.com/title/tt0084602/

Mit seinem Sieg über den Champion Apollo Creed (Carl Weathers) ist der Traum des ehemalige Underdogs Rocky Balboa (Sylvester Stallone) endlich in Erfüllung gegangen, Weltmeister im Schwergewicht zu werden. Zehn Mal kann er anschließend seinen Titel verteidigen. Während Rocky seinen Ruhm genießt und sich an den neuen, luxuriösen Lebensstil gewöhnt, rückt der Newcomer Clubber Lang (Mr. T) in der Weltrangliste immer weiter nach oben und pocht auf einen Kampf gegen den neuen Superstar Rocky. Der will sich eigentlich zur Ruhe setzen, doch als Lang ihn bei der Enthüllung seiner Gedenkstatue vor dem Kunstmuseum in Philadelphia beleidigt, nimmt er die Herausforderung schließlich an. Sein Coach Mickey (Burgess Meredith) will den Kampf verhindern, denn er fürchtet, dass Rocky dem Neuling nicht gewachsen ist. Gegen den Willen seines herzkranken Trainers steigt "The Italian Stallion" in den Ring und verliert nicht nur den Kampf. Während der Veranstaltung erleidet Mickey einen Herzanfall und stirbt. Apollo Creed bietet sich an, Rocky wieder auf die Beine zu helfen und für einen Rückkampf zu trainieren. Nach anfänglichem Zögern sagt der entthronte Champion zu...

Und hier der Gong zur dritten Runde. Waren "Rocky" und "Rocky II" noch hervorragende Dramen beginnt mit mit "Rocky III" der unübersehbare Übergang zu einem rein an Action orientierten Sportfilm. Und damit muss man die Saga nun völlig anders betrachten. Stallone möchte kein großes Drama erzählen sondern einfach nur einen spaßigen Actionstreifen abliefern.


Die Inszenierung von "Rocky III" ist auch sehr solide und macht visuell im Stile der 80er Jahre einigen Spaß. Stallone wusste genau was er zu machen hat denn er fährt genau das auf was man schon in den beiden Vorgängern in anderer Variation zu Gesicht bekam. Es sind Momente die einen noch immer gefangen nehmen, wie zum Beispiel die interessanten, wenngleichetwas seltsam anmutenden Trainingszenen oder die Beziehung zwischen Rocky und Adrien. Die Boxszenen hingegen sind nun total überladene Actionszenen, die es so nicht geben kann.

Mr. T als Gegenspieler Clubber Lang prügelt wie ein Dampfhammer auf Rocky ein, aber der ist davon völlig unbeeindruckt. Runden sind teilweise 5 Minuten lang und der Höhepunkt wirkt - gerade wegen der Vorgeschichte - einfach nur  völlig lächerlich. Positiv hervorzuheben ist dennoch (und einmal mehr) der wirklich gute Soundtrack. Der mit "Eye Of The Tiger" zudem einen der besten (und passendsten) Filmsongs aller Zeiten zu bieten hat.

Schauspielerisch gibt es hier nichts Neues zu bieten. Stallone legt fast alle Charakterzüge Rocky's ab und macht aus ihm ein 08/15-Actionhelden. Selbst die schlechten Witze, die ihn in den beiden Vorgängern noch so menschennah und damit sympathisch machten, erzählt er nicht mal mehr. Die Nebendarsteller geben mit Ausnahme des völlig überzogenen Mr. T in seiner ersten Rolle keinen Anlass zur Klage und wirken solide. Einzig Carl Wheathers schafft es wieder seinen Apollo Creed Dimension zu verleihen. Der dritte Teil der Rocky Saga ist also kein Drama mehr, sondern eben ein nett inszenierter Actionfilm. Und wer ihn auch als solchen sieht wird mit "Rocky III: Das Auge des Tigers" seine Freude haben.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: United Artists

Samstag, 18. April 2015

Rocky II (1979)

http://www.imdb.com/title/tt0079817/

Die Handlung des Boxerdramas "Rocky II" schließt direkt an den berühmten ersten Teil an. Inszeniert hat ihn Silvester Stallone persönlich. Apollo Creed (Carl Weathers) möchte in einem Revanche-Kampf gegen Rocky (Sylvester Stallone) - dem Weltmeister der Herzen - beweisen, dass er im Ring der Beste ist. Er will nicht hinnehmen, von Boxfans als unverdienter Sieger hingestellt zu werden. Rocky hat zunächst wenig Lust, auf die Herausforderung einzugehen. "The Italian Stallion" ist frisch mit Adrian (Talia Shire) verheiratet und hat ein verletzungsbedingt eingeschränktes Sichtfeld. Doch Creed weiß, wie er den Underdog anpacken muss, damit der einem Rückkampf zusagt. Er provoziert ihn übers Fernsehen - und trifft damit den richtigen Nerv. Die Vorbereitungen auf das Duell aber lässt Rocky schleifen. Seine Frau nämlich lehnt die ganze Unternehmung vollkommen ab...

Die ersten beiden hervorragenden Drittel des zweiten Teils der berühmtesten Boxsaga der Welt knüpfen nahtlos an die dramaturgischen Elemente des ersten Teils an und widmen sich nun stärker den Charakteren und den Auswirkungen des Aufstiegs und Verfalls des plötzlich populären Rockys. Durch die hervorragende schauspielerische leistung Stallones - und anders kann man das einfach nicht nennen - kann man mit der titelgebend Figur mitgehen, mitfühlen, ja sogar den Absturz beinahe selbst spüren, der dem Beinahe-Champion widerfährt. Der sozialkritische Ansatz des ersten Teils geht hier zugunsten von etwas mehr Action und Pathos verloren, obwohl auch hier gezeigt wird, wie ein Mensch von allen verlassen und auf sich allein gestellt, sich wieder aufbaut um seinen Traum zu erfüllen. Hier geht es hauptsächlich um Ehre, Selbstachtung, Liebe und Kampfgeist.

Ein interessanter und zugleich amüsanter Nebenstrang der Handlung ist die in die Gesellschaftskritik hineintendierende Darstellung, wie der rhetorisch unbegabte Boxer als Werbeheld auftritt. Aber was den Film letztlich wieder so gut macht sind seine sympathischen Figuren und seine perfekte Kombination von Bild und Musik/Ton. Ebendie Musik von Bill Conti sollte wohl besondere Erwähnung finden, da sie nicht nur vielseitig, sondern sehr einprägsam ist - besonders bei den Kampf - und Trainingsthemen.

Das letzte Drittel fühlt sich dann aber leider eher wie die Pflicht an, den Erwartungen gerecht zu werden und eben diesen bereits genannten Pathos zu verbreiten, eingeleitet durch die völlig übertriebene und unrealistische Szene, in der Adrian aus dem Koma erwacht und Rocky "Gewinne!" ins Ohr ruft, woraufhin die typischen Trainingsbilder mit Motivationshintergrundmusik folgen. Das wirkt nicht nur aufgesetzt, sondern nach der hervorragenden und absolut würdigen Einleitung eher lächerlich und auch fast schon naiv.

Der finale Kampf wirkt dann irgendwie unspektakulärer als im grandiosen Vorgänger und bedient nun endlich die Klischees des Sieges in letzter Sekunde, welchen der erste Teil größtenteils noch ausweichen konnte. Aber egal, ob überspitzt oder nicht, hier fiebert jeder mit, denn die Choeografie ist brutal, voller Tempo und reißerisch. Und damit schafft "Rocky II" gerade noch den Bogen und wird so auch der ausgeglichenste Teil, als Actionfilm und als Drama. Zwar arbeitet er mit einigen Klischees, aber selten kann man so einen packenden Sportfilm sehen. "Rocky II" dient somit mehr als Übergang zu den Rocky-Actionfilmen und schafft diese Aufgabe allerdings noch ganz gut.

7,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: United Artists

Donnerstag, 30. März 2023

Rocky IV: Rocky vs. Drago (Director's Cut) (1985)

https://www.imdb.com/title/tt0089927/

Rocky Balboa (Sylvester Stallone) hat sein großes Ziel erreicht und ist Weltmeister geworden. Nun genießt er seinen Ruhm und die damit verbundenen Annehmlichkeiten. Doch da braut sich etwas aus dem Osten an. Ivan Drago (Dolph Lundgren), eine menschgewordene Maschine aus der Sowjetunion, will Rocky in die Schranken weisen. Er wurde mit neuester Technik trainiert, um aus ihm einen tödlichen Boxer zu machen. Doch dafür muss er erst Rockys guten Freund Apollo (Carl Weathers) besiegen. Und das tut er mit ungeahnter Härte. Apollo stirbt durch die Kraft des Russen im Ring. Und als nächstes fordert er den Champion heraus. Rocky weiß, dass er sich Ivan stellen muss und dass dies sein vermutlich härtester Kampf werden wird. Doch er hat für Apollo Rache geschworen und so beginnt er mit der Vorbereitung, auf einen mörderischen Kampf, der jedem der Gegner alles abverlangt...

Bereits mit der Kinofassung von "Rocky IV" durfte man zufrieden sein. Die Geschichte ist zwar etwas seicht, aber immer noch gut schaubar, wenngleich sie nicht mehr den Tiefgang besitzt, den alle drei vorherigen "Rocky"-Teile, ja, sogar der dritte Teil, besaßen. Der "Director's Cut" macht mit seinen Änderungen natürlich aus dem bekannten Film mit seinem Aufbau, seiner Exposition und seinem Finale keinen anderen Film, aber mit über 250 Änderungen ist es schon beachtlich, was Sylvester Stallone und sein Team bei MGM alles auf dem Boden des Schneideraumes noch finden konnten. Obwohl der Handlungsablauf des Films prinzipiell gleich geblieben ist, hat man sich hier extrem ausgetobt und nicht nur die Tonalität geändert, sondern quasi jede einzelne Szene nochmal angepasst. Es ging ganz offensichtlich darum, sich mehr am ernsten Ton zu orientieren, der sich immerhin durch einen Großteil der Reihe zieht. Auch wurde Filmmusik, Score und sogar Soundeffekte, etwa Schlaggeräusche, angepasst. Während diese in der Kinofassung comichaft wuchtig überzeichnet waren, ist es im Director's Cut wesentlich realistischer und abgemilderter. Obwohl der Film in etwa dieselbe Laufzeit hat, sind es knapp 40 Minuten, die man an neuem, anderen material hier finden kann, meistens beschränkt sich dies jedoch auf kleine Schnipsel.

Sowohl der Kampf von Apollo gegen Ivan als auch das Finale mit Rocky gegen Ivan wurden besonders umfangreich überarbeitet. Dafür ist zwar auch einiges an Bildmaterial herausgeflogen, vor allem überzogene Elemente wurden gestrichen. Beide Kämpfe laufen aber auch in absoluter Laufzeit gleich mehrere Minuten länger. Stallone zelebriert diese Action-Highlights nun förmlich und hat sie zugleich fetziger, aber eben auch ernster inszeniert. Auffällig ist im ersten Kampf vor allem, dass Apollo nun auch deutlich mehr Gegenwehr zeigt, insgesamt also mit etwas mehr Würde in sein Verderben geht. Bei Rocky gegen Ivan wirkt der Ablauf einfach viel flüssiger. Zugleich darf Apollo in zusätzlichen Dialogen aber auch mehr sportliche und persönliche Ambitionen offenbaren, während in der Kinofassung vor allem sein aufgeplustertes Ego und fehlgeleiteter Patriotismus im Vordergrund standen. Schon in der komplett veränderten Intro-Sequenz wird durch mehr Rückblicke auf Teil 3 gezeigt, wie Apollo einen wesentlichen Einfluss auf Rocky hatte. Die zusätzliche Grabrede von Tony Burton gibt auch noch ein bisschen emotionale Einordnung. Im "Making of" kommentiert Stallone, dass ihm Apollos Motivation in der Kinofassung stets als zu künstlich herüber kam. Zugleich hätte auch er selbst im Entstehungsprozess der Kinofassung manche Charakterzüge einfach noch nicht ausreichend einordnen können. Das hat er nun nachgebessert. Zugleich leidet Apollos Frau ausführlicher mit, sodass auch hier das familiäre Drama mehr in den Vordergrund rückt. Ob das für den Zuschauer im Gesamtkonstrukt des Films funktioniert, ist letztendlich Geschmackssache.

Es fällt zudem auf, dass Adrian mehr Platz in der Handlung einnimmt. Dies geschieht durch mehr Umschnitte auf sie während der Kämpfe, aber vor allem durch alternative sowie deutlich erweiterte Dialoge. Auch das dient ganz offensichtlich dem etwas dramatischeren und seriöser gehaltenen Grundton. Teils kommen ihre Kommentare nun als Ersatz für derbere Wortwechsel mit Apollo, womit das augenzwinkernde Rumprotzen also etwas reduziert wurde. Außerdem warnt sie Rocky vor Apollos Kampf, dass er selbst es in der Hand hätte, auf Apollo Einfluss zu üben. Gerade im Hinblick auf die innere Zerrissenheit von Rocky über die Reihe hinweg macht das natürlich Sinn und verleiht der Handlung mehr Tiefe.

Auch Ivan Drago wurde spätestens durch seinen Auftrit in "Creed II" eindeutig menschlicher und greifbarer. Dieser Marschrichtung wurde sich durch etliche kleine Details im Director's Cut konsequent angenähert. Mehrere Andeutungen zu Steroiden wurden getilgt. Zugleich sieht man Ivan häufig nun eher reserviert und eingeschüchtert schauen. Speziell Promoter Nicolai fällt ihm mehrfach ins Wort und wird in weiteren Zwischenschnitten gezeigt. Stallone war nach eigener Aussage sehr von Michael Patakis Performance begeistert und hat davon nun im Director's Cut noch etwas mehr eingebaut. Während Ivan in der Kinofassung letztendlich vor allem als übermächtige Maschine dargestellt wurde, hinterlässt der Director's Cut so eher den Eindruck, dass er als Propaganda-Werkzeug anderer quasi auch nur ein Opfer ist. Im "Making of" verweist Stallone als Analogie auf Max Schmeling als Hitlers Vorzeige-Boxer, diesen Hintergrund wollte er besser herausarbeiten. Auch hier kann man sicher geteilter Meinung sein, ob das dem Film inhaltlich dient oder eine liebgewonnene Figur etwas zu sehr umdeutet.

Letztlich ist es am Ende Geschmackssache, welche Fassung des Films man besser findet. Der Director's Cut ist eine derart gravierend veränderte Version, dass man ihn unbedingt separat von der bekannten Kinofassung bewerten muss. Die Intention hinter einigen Änderungen ist wirklich interessant und gibt den Charakteren ganz andere Schwerpunkte. Ob man das überhaupt für nötig erachtet und die Kinofassung nicht sowieso schon als perfekt einstuft, gerade auch mit all den häufig diskutierten Mängeln, die es zu einem ultimativen "guilty pleasure"-Erlebnis für viele Fans machen, ist natürlich jedem selbst überlassen.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: MGM/United Artists

Textauszüge: Schnittberichte.com

Samstag, 7. März 2015

Rocky (1976)

http://www.imdb.com/title/tt0075148/

Es sind alles andere als Traumjobs, die Rocky Balboa (Sylvester Stallone) in einem heruntergekommenen Stadtteil von Philadelphia erledigt: So arbeitet er z. B. als Geldeintreiber für den Kredithai Gazzo (Joe Spinell) - bringt es aber nicht übers Herz, den säumigen Schuldnern auch mal die Finger zu brechen. In seiner Freizeit steigt Rocky in den Ring und kämpft. Er hält sich für einen guten Boxer, aber die fehlende Disziplin verhindert, dass er sein volles Talent auch im Alter von 30 Jahren zur Geltung bringen kann. Dazu hat er sich verliebt und versucht, die extrem schüchterne und unsichere Tierhandlungsverkäuferin Adrian (Talia Shire) für sich zu gewinnen. Sie leidet unter ihrem impulsiven und jähzornigen Bruder Paulie (Burt Young), mit dem sie zusammen lebt. Eines Tages kommt für Rocky jedoch völlig unverhofft die Chance seines Lebens. Der Schwergewichtschampion Apollo Creed (Carl Weathers) sucht für seinen nächsten Kampf einen Ersatzgegner, da der ursprüngliche Herausforderer sich verletzt hat...

Es ist der Boxfilm schlechthin. Und ein Film, der eine Geschichte auf eine solch interessante Art und Weise erzählt, dass er auch bei der x-ten Wiederholung nicht langweilt. Das ist "Rocky" und die klassische Story des Underdogs, der alles auf eine Karte setzte und so den erstrebten Ruhm erlangte (auch wenn das im Film selbst nicht so dargestellt wird), als filmischer Außenseiter seiner Zeit bei den Oscars antrat und diese in den wichtigsten Kategorien Bester Film, beste Regie und bester Schnitt überraschend abräumte und auch so zur Filmlegende wurde.


"Rocky" ist dabei weniger ein Boxerfilm als ein Sozialdrama. Für mich am ehesten ein ergreifender Film über zwei Personen, die sich in ihren Leben nicht wohl fühlen und im Großstadt-Smog von Philadelphia beistehen. Dies liegt aber auch an dem großartigen Cast mit ebenso herausragenden Nebendarstellern, wie Burt Young, Burgess Meredith oder Joe Spinnel. Carl Weathers als Apollo Creed verkörpert den ultimativen Show-Boxer und wird mit Tony Burton als seinem Trainer brillant unterstützt. Doch ist es Talia Shire, die neben Stallone's bester Leistung am größten heraussticht. Unglaublich viel Gefühl bringt sie in ihre Rolle hinein und drückt mit ihrem Gesichtsausdruck unglaublich viel aus. Stallone spielt durchweg glaubwürdig und mitfühlend den Ghetto-Boxer mit Hundeblick. Sein Slang ist vor allem im Original sehr zu loben und ist mit seinem trockenen Humor und gutem Herz vollkommen liebenswürdig. Naiv und teilweise etwas langsam, aber (vielleicht auch gerade deswegen) sehr real.

Doch da ist da noch natürlich das spektakuläre (Box-)Finale, in dem viel Spannung und große Emotionen aufeinander treffen. Mit einem durchgehend grandiosen Soundtrack (von Bill Conti), welcher ohne Zweifel zu den besten der Filmgeschichte gehört und eine unglaubliche Stimmung transportiert, die auch für jeden zu fühlen ist. Der Kultstatus, den "Rocky" besitzt, ist mehr als verdient und wird die Menschen vermutlich auf ewig berühren, was nicht unbedingt an dem Kämpfergeist des Protagonisten liegen muss, sondern vor allem an der zeitlosen wie herzerwärmenden Geschichte.

9/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: United Artists