https://www.imdb.com/title/tt0048127/
Nach einer Bruchlandung auf einer verlassenen Insel entdecken zwei Piloten die Monster Godzilla und Angilus, die erbittert miteinander Kämpfen und dann ins Meer fallen. Als sie zurück in Japan sind und darüber berichten, dass ein neuer Godzilla aufgetaucht ist, gehen die beiden Monster schon kämpfend in Ôsaka an Land...
Nur ein Jahr nach seinem gelungenen Debüt besucht Godzilla Japan
erneut. Dieses Mal hat er einen seiner Feinde, Anguirus, im Schlepptau,
einen gigantischen Igelverschnitt. Der Einstieg in den Film spart sich
den Vorlauf und ist deutlich rasanter, dafür ist die Atmosphäre weniger
bedrohlich, was nicht zuletzt an den schwächeren menschlichen
Charakteren der Handlung liegt, die einem irgendwie doch recht egal
sind. Der Ort des Geschehens ist dieses Mal Japans Ferienmetropole
Osaka, ein gutes Stück südwestlich von Tokyo.
Der Kampf der beiden Riesenmonster ist dann zwar gut inszeniert, aber
nach der Hälfte der Laufzeit leider schon erledigt. Ab dem Zeitpunkt
baut der Film leider dramaturgisch ziemlich ab. Die ohnehin sehr
halbherzige Liebesgeschichte drängt sich in den Vordergrund und die
Figuren befassen sich mit persönlichen Nebensächlichkeiten in einer
ausgelassenen Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung, nur weil Godzilla mal
kurz ein Päuschen einlegt. Osaka, vor Stunden noch ein flammendes
Inferno, nun in Schutt und Asche, aber das scheint wohl erstmal
niemanden zu kümmern. Schließlich kommt doch noch ein wenig Action rein,
aber nicht viel Spannung, wenn es - ein wenig monoton - minutenlang
heißt: Godzilla vs. eine Menge Flugzeuge.
Motoyoshi Oda drehte glücklicherweise nur diesen und danach auch
keine weiteren Godzilla-Filme mehr. Es sollte ganze sieben Jahre dauern,
bis Godzilla auf die Leinwand zurückkehrte. Der Film wurde, wie schon im ersten "Godzilla", in schwarz/weiß gedreht und dadurch stechen die Nachbauten und Kostüme nicht ganz so stark hervor. Die zweifarbigen Bilder wurden aber nicht dafür genutzt, um eine düstere Athmosphäre zu erzeugen, wie es 1954 getan wurde, sondern um Unterhaltung zu liefern, was in den weiteren Godzilla-Filmen noch weiter getrieben wurde. Auch das Fehlen der Musik von Akira Ifukube trägt hierzu bei, denn die musikalische Untermalung von Masaru Sato fällt im Vergleich weniger martialisch aus und macht sich im Film meistens eher rar. Insgesamt funktioniert dieses erste Zusammentreffen Godzillas mit einem anderen Riesenmonstern weder als ernsthafter Monsterschocker wegen entsprechend fehlender Atmosphäre noch als durchgängiges Spaßwerk wegen einiger Längen so richtig, aber ein gewisses Unterhaltungspotential ist vorhanden.
6/10
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Montag, 30. April 2018
Freitag, 20. April 2018
ゴジラ - Gojira - Godzilla: Das Original (1954)
https://www.imdb.com/title/tt0047034/
Vor Japans Küste werden Boote von einem gigantischen Monster angegriffen und versenkt. Die Einwohner der Odo-Insel nennen es Godzilla. Der Wissenschaftler Dr. Yamane vermutet, dass es sich um einen 50 Meter großen Dinosaurier aus der Jura-Periode handelt, der durch Atombomben aufgeschreckt wurde und nun sein Unwesen treibt. Godzilla legt Tokio in Schutt und Asche, das Militär kann das Monster nicht aufhalten. Dr. Serizawa hat eine todbringende Erfindung gemacht, doch er hat Angst, diese einzusetzen. Erst als er sieht, was Godzilla angerichtet hat, kann seine Freundin Emiko ihn überzeugen seine Waffe einzusetzen...
Godzillas erster Auftritt auf der Leinwand ist ein feiner Klassiker, der einen beeindruckenden Blick in die Filmhistorie gestattet. Versteht sich von selbst, dass die einst bahnbrechenden Effekte zunächst etwas gewöhnungsbedürftig wirken, auf der anderen Seite haben die Modelle und die puppenhaften Bewegungen des Monsters ihren ganz speziellen Charme und erzeugen eine feine Retro-Stimmung. Die schwarz-weiß-Bilder sind stellenweise etwas arg dunkel geraten, tragen aber ebenfalls gekonnt zur Stimmung bei, nicht zuletzt, weil das Szenario dadurch an Ernsthaftigkeit gewinnt. Die düster gezeichnete Bedrohung wird getragen von einer, von der ersten Minuten an, fesselnden Handlung - Godzilla ist zwar alt, aber keinesfalls öde – die Dramaturgie funktioniert noch immer und an Aktualität fehlt es dem thematischen Bezug zur nuklearen Bedrohung auch nicht unbedingt.
Dieser erste Film bewegt sich, sieht man mal von den hoffnungslos überholten Spezialeffekten ab, eigentlich nicht im Trashbereich, sondern ist ein intelligenter Mix aus Horror- und Katastrophenfilm, der sein Monster als Symbol für die im Krieg auf Japan abgeworfenen Atombomben versteht. Abgesehen vom bloßen Überlebenskampf sieht der Regisseur die Bedeutung des Ganzen vor allem in der Frage nach sozialer Verantwortung der Menschheit. Noch ist das hier kein plumpes Trashgekloppe, sondern eine Verarbeitung des Weltkriegstraumas und ein Aufruf, sich dem Atomwaffeneinsatz zu verweigern. Klug gemacht und für die Zeit atmosphärisch schon ziemlich packend, denke ich. Als heutiger Zuschauer sollte man sich darauf einlassen und die Effekte nicht belächeln, dann kann "Godzilla" auf all seinen Ebenen überzeugen.
8/10
Vor Japans Küste werden Boote von einem gigantischen Monster angegriffen und versenkt. Die Einwohner der Odo-Insel nennen es Godzilla. Der Wissenschaftler Dr. Yamane vermutet, dass es sich um einen 50 Meter großen Dinosaurier aus der Jura-Periode handelt, der durch Atombomben aufgeschreckt wurde und nun sein Unwesen treibt. Godzilla legt Tokio in Schutt und Asche, das Militär kann das Monster nicht aufhalten. Dr. Serizawa hat eine todbringende Erfindung gemacht, doch er hat Angst, diese einzusetzen. Erst als er sieht, was Godzilla angerichtet hat, kann seine Freundin Emiko ihn überzeugen seine Waffe einzusetzen...
Godzillas erster Auftritt auf der Leinwand ist ein feiner Klassiker, der einen beeindruckenden Blick in die Filmhistorie gestattet. Versteht sich von selbst, dass die einst bahnbrechenden Effekte zunächst etwas gewöhnungsbedürftig wirken, auf der anderen Seite haben die Modelle und die puppenhaften Bewegungen des Monsters ihren ganz speziellen Charme und erzeugen eine feine Retro-Stimmung. Die schwarz-weiß-Bilder sind stellenweise etwas arg dunkel geraten, tragen aber ebenfalls gekonnt zur Stimmung bei, nicht zuletzt, weil das Szenario dadurch an Ernsthaftigkeit gewinnt. Die düster gezeichnete Bedrohung wird getragen von einer, von der ersten Minuten an, fesselnden Handlung - Godzilla ist zwar alt, aber keinesfalls öde – die Dramaturgie funktioniert noch immer und an Aktualität fehlt es dem thematischen Bezug zur nuklearen Bedrohung auch nicht unbedingt.
Dieser erste Film bewegt sich, sieht man mal von den hoffnungslos überholten Spezialeffekten ab, eigentlich nicht im Trashbereich, sondern ist ein intelligenter Mix aus Horror- und Katastrophenfilm, der sein Monster als Symbol für die im Krieg auf Japan abgeworfenen Atombomben versteht. Abgesehen vom bloßen Überlebenskampf sieht der Regisseur die Bedeutung des Ganzen vor allem in der Frage nach sozialer Verantwortung der Menschheit. Noch ist das hier kein plumpes Trashgekloppe, sondern eine Verarbeitung des Weltkriegstraumas und ein Aufruf, sich dem Atomwaffeneinsatz zu verweigern. Klug gemacht und für die Zeit atmosphärisch schon ziemlich packend, denke ich. Als heutiger Zuschauer sollte man sich darauf einlassen und die Effekte nicht belächeln, dann kann "Godzilla" auf all seinen Ebenen überzeugen.
8/10
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