Montag, 30. April 2018

ゴジラの逆襲 - Gojira No Gyakushû - Godzilla Raids Again - Godzilla kehrt zurück (1955)

https://www.imdb.com/title/tt0048127/

Nach einer Bruchlandung auf einer verlassenen Insel entdecken zwei Piloten die Monster Godzilla und Angilus, die erbittert miteinander Kämpfen und dann ins Meer fallen. Als sie zurück in Japan sind und darüber berichten, dass ein neuer Godzilla aufgetaucht ist, gehen die beiden Monster schon kämpfend in Ôsaka an Land...

Nur ein Jahr nach seinem gelungenen Debüt besucht Godzilla Japan erneut. Dieses Mal hat er einen seiner Feinde, Anguirus, im Schlepptau, einen gigantischen Igelverschnitt. Der Einstieg in den Film spart sich den Vorlauf und ist deutlich rasanter, dafür ist die Atmosphäre weniger bedrohlich, was nicht zuletzt an den schwächeren menschlichen Charakteren der Handlung liegt, die einem irgendwie doch recht egal sind. Der Ort des Geschehens ist dieses Mal Japans Ferienmetropole Osaka, ein gutes Stück südwestlich von Tokyo. Der Kampf der beiden Riesenmonster ist dann zwar gut inszeniert, aber nach der Hälfte der Laufzeit leider schon erledigt. Ab dem Zeitpunkt baut der Film leider dramaturgisch ziemlich ab. Die ohnehin sehr halbherzige Liebesgeschichte drängt sich in den Vordergrund und die Figuren befassen sich mit persönlichen Nebensächlichkeiten in einer ausgelassenen Friede-Freude-Eierkuchen-Stimmung, nur weil Godzilla mal kurz ein Päuschen einlegt. Osaka, vor Stunden noch ein flammendes Inferno, nun in Schutt und Asche, aber das scheint wohl erstmal niemanden zu kümmern. Schließlich kommt doch noch ein wenig Action rein, aber nicht viel Spannung, wenn es - ein wenig monoton - minutenlang heißt: Godzilla vs. eine Menge Flugzeuge.


Motoyoshi Oda drehte glücklicherweise nur diesen und danach auch keine weiteren Godzilla-Filme mehr. Es sollte ganze sieben Jahre dauern, bis Godzilla auf die Leinwand zurückkehrte. Der Film wurde, wie schon im ersten "Godzilla", in schwarz/weiß gedreht und dadurch stechen die Nachbauten und Kostüme nicht ganz so stark hervor. Die zweifarbigen Bilder wurden aber nicht dafür genutzt, um eine düstere Athmosphäre zu erzeugen, wie es 1954 getan wurde, sondern um Unterhaltung zu liefern, was in den weiteren Godzilla-Filmen noch weiter getrieben wurde. Auch das Fehlen der Musik von Akira Ifukube trägt hierzu bei, denn die musikalische Untermalung von Masaru Sato fällt im Vergleich weniger martialisch aus und macht sich im Film meistens eher rar. Insgesamt funktioniert dieses erste Zusammentreffen Godzillas mit einem anderen Riesenmonstern weder als ernsthafter Monsterschocker wegen entsprechend fehlender Atmosphäre noch als durchgängiges Spaßwerk wegen einiger Längen so richtig, aber ein gewisses Unterhaltungspotential ist vorhanden.

6/10