Der Schriftsteller Ben Mears (David Soul) kehrt in seine alte Heimatstadt Salem's Lot zurück, in der seine Kindheit verbracht hat, um dort in Ruhe an seinem neuen Roman zu schreiben. Über der Stadt liegt auf einem Hügel das mysteriöse Marsten-Haus, in das sich ein gewisser Richard Striker (James Mason) und der unheimliche Kurt Barlow (Reggie Nalder) einquartiert haben. Gemeinsam betreiben sie ein Antiquitätengeschäft in Salem's Lot. Ben interessiert sich zunehmend für die beiden Neulinge, da in der Kleinstadt schon bald merkwürdige Dinge vor sich gehen. So verschwinden immer mehr Menschen und werden später mit merkwürdigen Spuren am Hals tot aufgefunden oder tauchen plötzlich wieder mit verändertem Gemütszustand auf. Schon bald scheint die Stadt wie ausgestorben und Ben plant mit seinem Gefährten Mark Petrie (Lance Kerwin), dem Schrecken ein Ende zu bereiten.
"Brennen muss Salem" ist eine jener Verfilmungen, die weniger wie ein Film als wie ein langsamer, schleichender Albtraum wirken. Tobe Hooper verwandelt Stephen Kings gleichnamigen Roman in ein zweiteiliges Fernsehereignis (ähnlich wie später Tommy Lee Wallace mit "Es"), das nicht auf Schockeffekte setzt, sondern auf das beharrliche Einsickern des Bösen in eine Kleinstadt, deren Normalität schon bald nur noch wie ein dünner Vorhang vor dem Unheimlichen wirkt. Die größte Stärke dieser Adaption liegt in ihrer Atmosphäre. Hooper versteht, dass Vampirgeschichten nicht nur von Zähnen und Blut leben, sondern von Nachbarschaften, Vorhängen, schmalen Gassen und dem Gefühl, dass das Vertraute plötzlich aufhört, sicher zu sein. Das Haus der Marsten, die nächtlichen Straßen, die langsam leerer werdenden Wohnungen - all das wird mit einer geduldigen, fast unheilvollen Ruhe erzählt. Statt hastiger Schreckmomente bekommt man hier ein stetig wachsendes Unbehagen, und genau deshalb bleiben einzelne Bilder so hartnäckig im Kopf hängen.
Besonders wichtig ist dabei die Figur des Bösen selbst. Der Vampir Kurt Barlow (gespielt von Reggie Nalder) wird nicht als glänzender Verführer, sondern als fremdartige, fast mythische Bedrohung inszeniert, und in Kombination mit Richard Strakers (gespielt von James Mason) unheimlicher Gelassenheit entsteht ein Gefühl von altem, hartnäckigem Verfall. Das ist keine elegante, romantische Vampirgeschichte, sondern eine über das Eindringen von Verderbnis in eine Gemeinschaft, die viel zu lange geglaubt hat, sie könne sich mit Gewohnheit schützen. Gleichzeitig hat "Brennen muss Salem" auch die typischen Grenzen des Fernsehformats seiner Zeit. Manche Passagen wirken heute etwas behäbig, und nicht jede Nebenfigur bekommt die Tiefe, die der Stoff verdient hätte. Trotzdem ist gerade diese Langsamkeit Teil seines Charmes: Der Film lässt die Bedrohung wachsen, anstatt sie zu erklären. Und wenn am Ende die Nacht wirklich über die Stadt fällt, dann fühlt man, dass hier nicht einfach ein Monsterfilm, sondern ein kleines, schauriges, blutdürstiges Volksstück erzählt wurde."Brennen muss Salem" ist ein Film, der weniger wegen seiner Effekte als wegen seiner Stimmung funktioniert. Er will nicht ständig schreien, sondern unter der Haut sitzen. Und genau deshalb hat "Brennen muss Salem" von 1979 bis heute etwas von einem Musterbeispiel: Er zeigt, wie effektiv Horror sein kann, wenn er nicht hastet, sondern sich Zeit nimmt (und das tut er mit 183 Minuten durchaus), das Dunkel in die Räume zu stellen.


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen