In einem Club wird das junge Model Jennifer Tree (Elisha Cuthbert) von einem psychopathischen Killer betäubt und mit in sein Haus genommen. Dort sperrt der Entführer die schöne Frau in eine Hightechzelle, die so eingerichtet ist, dass sich Jennifer zunächst in einem Hotelzimmer wähnt. Als das Model erkennt, wie die Lage wirklich aussieht, fängt sie an zu randalieren - und wird wieder betäubt. Wer nun denkt, der Urlaubstrick wäre das einzige, was sich der Psychogeiselnehmer ausgedacht hat, irrt. Jennifer steht eine grausame Zeit bevor. Ob ihr Mitgefangener Gary (Daniel Gillies) bei der Flucht helfen kann?
"Captivity" ist genau das, was man von einem Torture Porn-Film auf dem Höhepunkt des Genres und im Zuge des Mitschwimmens auf der "SAW"-Welle erwartet - und leider auch genau das, was ihn so enttäuschend macht: Eine schöne Frau wird entführt, gefoltert, und der Film verwechselt Ekel mit Spannung, ohne je eine Geschichte zu erzählen, die über das bloße Aussetzen von Elisha Cuthbert an sadistische Freuden hinausginge. Roland Joffé, der einst mit "The Killing Fields" und "The Mission" zu den Meistern des epischen Dramas gehörte, landet hier in der Vorhölle des Direct-to-Video-Horrors. Er wartet mit relativ harmlosen Folterporno-Klischees auf und liefert dazu mäßige Spannung, nichts, an was man sich 2 Minuten nach dem Abspann erinnern würde. Cuthbert ist das einzige Highlight: Ihre Jennifer leidet glaubwürdig, ohne zu übertreiben - eine Performance, die mehr verspricht als das Skript hält. Gillies und Vince sind austauschbar sadistisch, ohne Tiefe.
Joffé und Kameramann Denis Lenoir schaffen keine Atmosphäre - der Keller ist steril, Folter-Szenen klinisch, ohne Spannungsbogen. Dazu kommt ein Twist, den man meilenweit vorhersehen kann, Sound und Schnitt fehlen Rhythmus - es gibt viel zu kritisieren. Als Torture Porn fehlt ihm Reflexion - keine Kritik an Voyeurismus, nur Exploitation. Cuthberts Engagement rettet wenig; Joffé versagt kläglich. Ein trauriges Relikt des Genres, das seine eigene Leere beweist.

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