Freitag, 2. Januar 2026

The Strangers: Chapter 1 (2024)

https://www.imdb.com/de/title/tt22050754/

Jeff (Ryan Bown) und Maya (Madelaine Petsch) sind nun schon seit fünf Jahren zusammen. Das ist doch Grund genug, gemeinsam eine verlängerte Landpartie zu unternehmen. Während sie durch das provinzielle Oregon fahren und die nahezu unberührte, kaum besiedelte Natur genießen, machen sie Halt an einem Gasthof und essen einen Happen – argwöhnisch beobachtet von einigen Einheimischen. Nachdem sie fertig sind, springt dummerweise ihr Wagen nicht mehr an. Weil der Mechaniker (Ben Cartwright) der lokalen Werkstatt das zur Reparatur benötigte Ersatzteil nicht vorrätig hat, mietet das Paar spontan eine Airbnb-Unterkunft im nahegelegenen Waldstück an. Dort eingetroffen, freuen sie sich darüber, wie stilvoll die Hütte eingerichtet ist und wie viel Platz sie haben. Jeff und Maya machen es sich bequem, um einen romantischen Abend in trauter Zweisamkeit am Kamin zu verbringen. Doch da klopft es erstaunlich laut und insistierend an der Tür. Draußen steht eine in der Dunkelheit nur schemenhaft zu erkennende junge Frau, die fragt: „Ist Tamara hier?“

"The Strangers: Chapter 1" ist ein sauber inszenierter, aber überflüssiger Neustart: routiniert genug, um nicht zu nerven, zu berechenbar, um wirklich zu erschrecken. Der Horror-Film ist ein Standalone-Sequel zu "The Strangers" und "The Strangers: Opfernacht". Er ist außerdem der erste Teil einer Trilogie, die durch "The Strangers: Chapter 2" und "The Strangers: Chapter 3" komplettiert werden soll. Viele Momente funktionieren hier auch als solider Genre‑Komfort, doch fast nichts bleibt im Gedächtnis hängen. Die Prämisse - ein junges Paar, ein abgelegenes Haus, drei maskierte Eindringlinge ohne klares Motiv - wird fast beatgenau aus dem Original von 2008 übernommen, inklusive ikonischer Details wie der Frage "Ist Tamara zu Hause?". Das ergibt einen Film, der weniger wie eine eigenständige Vision wirkt als wie eine gewissenhafte Kopie mit leicht aktualisiertem Anstrich.

Regisseur Renny Harlin bringt derweil handwerkliche Routine mit: Einige Einstellungen in der Hütte sind effektiv, die Maskierten tauchen im Mittelteil geschickt im Bildhintergrund auf, und einzelne Jump Scares sitzen. Sobald die Handlung jedoch das Haus verlässt und in die schlecht ausgeleuchteten Wälder verlagert wird, verliert der Film an Klarheit, Tempo und räumlicher Spannung. Madelaine Petsch und Froy Gutierrez haben spürbare Chemie und tragen den Film emotional besser, als das simple Skript es eigentlich verdient. Gleichzeitig häufen sich genretypische, wenig nachvollziehbare Entscheidungen, die eher frustrieren, als dass sie echte Figurenpsychologie erkennen lassen.

Als "Chapter 1" endet der Film mit einem offenen Versprechen auf kommende Teile, ohne eine wirklich befriedigende eigene Dramaturgie zu liefern. Damit ist er kein vollkommen miserabler Horrorfilm - nur eben einer, der so sehr damit beschäftigt ist, das Bekannte zu wiederholen, dass er vergisst, warum diese Geschichte einst wirklich beunruhigend war.

5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Lionsgate/Fifth Element Productions/Slovenian Film Fund

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen