Dienstag, 27. Januar 2026

Druga Furioza - Inside Furioza - Furioza 2 (2025)

https://www.imdb.com/de/title/tt36265413/

Ein fehlgeschlagener Anschlag auf den Anführer einer Ultras-Gruppe endet tödlich. In der Folge reißt der ehrgeizige Hooligan Golden (Mateusz Damiecki) die Kontrolle an sich. Mit Hilfe der bestehenden Strukturen steigt er rasch zum dominierenden Machtfaktor im städtischen Verbrechen auf. Doch nachdem er sein Ziel, die Herrschaft über die Stadt, erreicht hat, richtet er den Blick über die Landesgrenzen hinaus. Seine brutale Expansion bleibt weder den Behörden noch rivalisierenden Gruppierungen verborgen. Bald entbrennt ein gnadenloser Konkurrenzkampf, der sein Imperium ins Wanken bringt.

Die Fortsetzung des polnischen Actionfilms "Furioza" nimmt den rohen Hooligan-Krieg des Vorgängers und dreht ihn in eine düstere Rise-and-Fall-Chronik um Golden, der als neuer Anführer von Furioza '97 aus Trauer, Gier und Halluzinationen eine Grenzüberschreitungskriminalität entfacht - intensiv, aber durch endlose Längen getrübt. Cyprian T. Olencki inszeniert diesen Netflix-Sequel als Scarface-variierendes Gangsterdrama, das Loyalität, Drogen und internationale Eskalationen in Grautönen taucht. Mateusz Damięcki dominiert als Golden: Er balanciert Wahnsinn, Charisma und verletzliche Tiefe, macht aus dem Monster einen nuancierten Antihelden, dessen Abstieg fesselt. Pola Gonciz bringt Eli Wärme in die Kälte, während Szymon Bobrowski als Mrowka einen würdigen Gegenspieler gibt; Nebenfiguren wie die Crew bleiben jedoch oft Schemazeichen. Damięckis Tour de Force hebt den Film, wo das Skript strauchelt. 

Danzig und Gdynia kehren als graue, klaustrophobische Hafenwelten zurück - Hinterhöfe, Stadien, Trainingshallen -, ergänzt um Dublins irische Pubs, Straßen und IRA-Kontakte, die eine erfrischende Fremde einbringen. Die Atmosphäre ist noch düsterer als im Vorgänger: Nebel, Regen und Kokain-Nächte verschlingen alles in einer Mischung aus osteuropäischem Brutalrealismus und keltischem Chaos. Olencki eskaliert die Gewalt zu epischen Massenkeulen: Straßenkämpfe mit Macheten, Drogenrazzias und ein blutiger Dublin-Brawl mit IRA-Beteiligung - roh, chaotisch, mit realen Verletzungen, die Konsequenzen spürbar machen. Im Gegensatz zum Fokus auf Nahkampf im ersten  Teil dominieren hier internationale Setpieces, die Tempo versprechen, aber unter Langatmigkeit leiden. 

Während "Furioza" Dawids moralischen Zwiespalt und Undercover-Spannung in 140 Minuten bündelte, dehnt Teil 2 (165 Minuten) Goldens Aufstieg zu einem langsamen, introspektiveren Abgrund - komplexer Charakter, aber weniger Fokus und mehr episodische Füllung. Der Vorgänger war ein wilder Streetfight mit Milieu-Frische; hier wird's zu einem klassischen Crime-Saga mit "Scarface"-Vibes, atmosphärisch dichter, doch actionmäßig epischer und narrativ lockerer. Damięckis Glut und rohe Energie machen "Furioza 2" zu einem würdigen Sequel für Fans dunkler Brüderlichkeit, das aber durch Länge und Nebenfiguren keucht und daher im direkten Vergleich etwas abfällt

6/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts/Netflix
Poster/Artwork: Netflix

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