Manchmal reanimieren Studios eine Reihe so verzweifelt, dass man sich fragt, ob nicht das wahre Monster die Kreativlosigkeit selbst ist. "Jeepers Creepers: Reborn" versucht, das Franchise nach den Skandalen um dessen Schöpfer neu zu positionieren - und liefert dabei ein Lehrstück, wie man eine einst schaurige Legende restlos entmystifiziert. Der erste "Jeepers Creepers" war immerhin ein annehmbares, atmosphärisches Low-Budget-Wunder: dichte Spannung, echte Bedrohlichkeit, ein Monster, das aus der Dunkelheit kroch wie ein biblischer Fluch. In "Jeepers Creepers: Reborn" bleibt davon nichts übrig. Die Story - irgendwas mit einem Horrorfestival, einer künstlich eingewobenen "schwangeren Auserwählten" und endlosen Selfie-Szenen - wirkt, als sei sie von einem Algorithmus mit Schlagworten gefüttert worden. Dramaturgie? Fehlanzeige. Atmosphäre? Nie vorhanden.
Die Figuren sind so banal, dass man den Abspann herbeisehnt, nur um endlich ihre Namen vergessen zu dürfen. Dialoge klingen wie Resteverwertung aus einem schlechten Teen-Slasher der 2000er. Die Schauspielleistungen bewegen sich zwischen Laienspiel und Desinteresse; man kann förmlich sehen, wie die Darsteller nach der nächsten Schnittmarke suchen. Die Effekte sind eine eigene Tragödie: billige CGI-Blutfontänen, unlogische Beleuchtung, Greenscreen-Szenarien, die aussehen, als stamme der Creeper direkt aus einer Smartphone-App. Wo der Originalfilm mit handgemachtem Horror auf kleinen Straßen des mittleren Westens Gänsehaut erzeugte, gewinnt "Jeepers Creepers: Reborn" höchstens Mitleidspunkte - oder Gelächter. Kurzum: "Jeepers Creepers: Reborn" ist nicht Wiedergeburt, sondern postmortale Pein. Ein Franchise, das einst von Nacht und Mythos lebte, wird hier zu einem grellen, zahnlosen Scherz degradiert. Der Creeper hat das Fliegen verlernt - und seine Flügel liegen irgendwo im grünen CGI-Nebel begraben.Samstag, 3. Januar 2026
Jeepers Creepers: Reborn (2022)
https://www.imdb.com/de/title/tt14121726/
Zum legendären Horror Hound Festival strömen hunderte Nerds, Gorehounds und Horror-Fans aus dem ganzen Land nach Louisiana - darunter auch Sam (Gabriel Freilich) und seine Freundin Laine (Sydney Craven). Doch je näher die Veranstaltung rückt, desto schlimmer werden Laines dunkle Visionen, die sie zunehmend quälen und in denen sie immer wieder mit der düsteren Legende des sogenannten "Creeper" konfrontiert wird. Als das Festival beginnt, ist sie sich schließlich sicher: Irgendeine mystische Macht wurde gerade geweckt – und sie scheint eine besondere Verbindung zu ihr zu haben…
2/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Black Hangar Studios/Orwo Studios
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