Mittwoch, 14. Januar 2026

Guns Up (2025)

https://www.imdb.com/title/tt28026215/

Ray Hayes (Kevin James) will seiner Familie mehr bieten als nur das Leben, das er sich als einfacher Polizist gerade so leisten kann - und trifft eine Entscheidung mit weitreichenden Konsequenzen: Er schließt sich tatsächlich dem organisierten Verbrechen an und arbeitet fortan als Schuldeneintreiber. Fünf Jahre später scheint der gemeinsame Traum mit Ehefrau Audrey (Christina Ricci), ein eigenes kleines Diner zu eröffnen, in greifbare Nähe zu rücken. Ray plant deshalb auch den Ausstieg aus dem kriminellen Milieu. Doch als der neue Boss Lonny (Timothy V. Murphy) die Geschäfte übernimmt, kippt die Lage plötzlich. Ein schiefgelaufener Auftrag macht Ray zur Zielscheibe der eigenen Leute. In einer Nacht voller Bedrohungen kämpfen Ray und Audrey um ihre Sicherheit – und um das Leben ihrer Kinder, die nichts von den dunklen Machenschaften ahnen. Schnell wird klar: Nicht nur Ray hat etwas zu verbergen.

"Guns Up" ist ein wilder, schmutziger Mix aus Actionkomödie und blutigem Rachefeldzug, der Kevin James als Familienvater mit dunkler Geheimidentität ins Rampenlicht stellt - ein Konzept, das auf dem Papier wie ein absurder Witz wirkt, aber im Chaos der Nacht oft genug zündet. Regisseur Edward Drake bastelt hier eine Hommage an die "John Wick"-Ära mit "Nobody"-Twist, bei der ein Ex-Cop als Mob-Schläger Wellen von Killern niedermäht, während er seine ahnungslose Familie rettet - und ja, es ist so überdreht, wie es klingt. Der Plot leiht sich bei Klassikern: die moralische Zerrissenheit von "Lethal Weapon", den Familien-Alarm von "Nobody" und die cartoonhafte Eskalation von B-Movies, doch Drake verwebt das zu einem rasanten, wenn auch logikwidrigen Rausch. Es geht weniger um Tiefe als um den Kick des Moments - ein Vater, der mit Fleischerbeil und One-Linern überlebt, während der Kodex der Mafia (zuerst unter Melissa Leos Michael) implodiert. 

Die Action setzt auf rohe, handgemachte Brutalität: Schlägereien mit Haushaltsgeräten, chaotische Schießereien und übertriebene Choreografien, die nie die Präzision von "John Wick" erreichen, aber mit Humor und Tempo entschädigen. Drakes Kamera tanzt nervös durch enge Räume, verstärkt den klaustrophobischen Druck einer Nacht, in der jeder Schatten ein Killer sein könnte - Low-Budget-Gegner stürmen herein wie Action-Statisten, was absichtlich komisch wirkt. Besonders stark: Szenen wie der Kitchen-Fight oder die Autoverfolgungen, die physisch greifbar sind und James’ bullige Statur nutzen, um ihn als zerbrechlichen Riesen zu zeigen. Schwächen gibt’s in der CGI-lastigen Eskalation und manchen Logiklücken, doch der Film weiß um seine Grenzen und feiert sie als pulpigen Spaß.

Kevin "Doug Heffernan" James überrascht als harter Brocken mit weichem Kern - er trägt die emotionale Last (Reue, Schutzinstinkt), ohne je lächerlich zu wirken, und liefert trockene One-Liner, die den Comedy-Anteil stemmen. Christina Ricci stiehlt die Show in der zweiten Hälfte: Ihre Alice mutiert von Hausfrau zur Kick-Ass-Kriegerin à la Uma Thurman, physisch beeindruckend und mit einem Twist, den man meilenweit gegen den Wind riecht - dennoch das heimliche Highlight. Timothy V. Murphy kühlt als Lonny ab: eiskalter Mobster mit Augenklappe, der pure Bedrohung ausstrahlt, unterstützt von soliden Nebenrollen wie Luis Guzman und Francis Cronin als bromantische Sidekicks. Die Chemie zwischen James und Ricci verleiht dem Ganzen Herz, ohne kitschig zu werden. "Guns Up" ist mit Sicherheit kein Meisterwerk, sondern ein okayes Vergnügen - ein Film, der den Zuschauer fragt, warum er überhaupt zuschaut, und dann mit Kugeln, Messern und Lachen antwortet. Er bietet rohen Nervenkitzel, bleibt aber stets oberflächlich. Perfekt für einen Actionabend: 92 Minuten purer, unreflektierter Adrenalinrausch, getragen von Darstellern, die ihr Potenzial ausreizen.

5,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Millennium Films/BondIt Media Capital/Good Complex

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