Montag, 27. April 2020

Несокрушимый - Nesokrushimyy - Tankers - Unzerstörbar: Die Panzerschlacht von Rostow (2018)

https://www.imdb.com/title/tt9415552/

Der russische Hauptmann Konowalew (Andrey Chernyshov) verliert seine komplette Mannschaft beim Panzerkampf gegen deutsche Soldaten und wird anschließend schwer verwundet in ein Lazarett gebracht. Doch nachdem Konowalew wieder stehen kann, meldet er sich direkt für den nächsten Einsatz und bekommt prompt erneut das Kommando über eine Panzerbesatzung übertragen. Es wird zwar davor gewarnt, die Männer in einem kaputten T-34-Panzer in die Schlacht zu schicken, aber dieser Einwand von oberster Stelle in den Wind geschlagen. Als der Panzer dann, wie vorhergesagt, einen Getriebeschaden hat, bleiben Konowalew und seine Jungs stecken. Zu Fuß und ohne schützende Hülle müssen sie weiter. Ihnen droht der Tod – bis sie über Funk von einem verlassenen KW-1-Panzer mit sehr dicken Stahlwänden erfahren. Deutsche Granaten kommen da nicht durch. Nun muss es Konowalew und sein Trupp nur noch bis ins Kampffahrzeug schaffen…

Die Schlacht um Rostow war eine der ersten Angriffsoperationen der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg und dauerte vom 17. November bis zum 2. Dezember 1941. In deren Verlauf gelang es erstmals, eine größere Stadt zurückzuerobern, die zuvor von der Wehrmacht eingenommen worden war. Der russische Film "Nesokrushimyy"/"Unzerstörbar: Die Panzerschlacht von Rostow" widmet sich dieser Thematik und versucht, einen ordentlichen Kriegsfilm auf die Beine zu stellen. Auch wenn das Massenpublikum davon nur wenig mitbekommt, in der letzten Zeit hat die Zahl russischer Filme, die es bis nach Deutschland schaffen, spürbar zugenommen. Und man merkt dabei: die Qualität dieser Filme nimmt deutlich zu, schwankt aber dennoch, auch je nach Vorliebe, zwischen Hop oder Top und bleibt überwiegend im Durchschnittsbereich hängen. Letzteres trifft leider auch auf den Kriegsfilm "Unzerstörbar: Die Panzerschlacht von Rostow" zu.

Filme wie diese neigen ja gerne mal dazu, sehr viel Pathos zu streuen oder sich in nationalistische Selbstbeweihräucherung zu verlieben. Von beidem ist in "Unzerstörbar: Die Panzerschlacht von Rostow" glücklicherweise nur wenig zu sehen. Natürlich sind die Nazis der Feind. Aber die sind weit weg und eher eine ominöse Hintergrundbedrohung, die irgendwo da draußen lauert. Der auf einer wahren Geschichte basierende Kriegsfilm verzichtet auch auf allzu viele Actionszenen. Wer angesichts des martialischen deutschen Untertitels ein Dauerfeuer erwartet, wird maßlos enttäuscht. Aber die wenigen Einsätze, u.a. mit Flugzeugbeschuss und natürlich Tank-vs-Tank-Action sind dafür gut anzusehen und auch recht wuchtig. Gerade in Zeiten von Schnittgewittern und ausufernden CGI-Schlachten tut es irgendwie gut, auch mal wieder solche eher bodenständigen Auseinandersetzungen zu sehen. Das Ergebnis steht zwar schon fest - der Nachteil solcher Geschichtsstunden -, Regisseur und Co-Autor Konstantin Maksimov schafft es aber, das Ganze gut in Szene zu setzen. Bemerkenswert ist zudem, dass hier mit Pawla (Olga Pogodina) tatsächlich eine Frau für die Instandhaltung der Panzer zuständig ist. Deren Einwände werden zwar von der obersten Befehlsleitung ignoriert, die sich ihre Pläne nicht von schnöden technischen Fragen vermiesen lassen will. Dafür darf sie an anderer Stelle zeigen, dass das schwache Geschlecht auch bei den ganz dicken Panzern ein Wörtchen mitzureden hat, den männlichen Kollegen sogar überlegen ist. Das bringt dann ein bisschen Genugtuung, umso mehr, da "Unzerstörbar: Die Panzerschlacht von Rostow" ja in den 40er Jahren spielt und die Dame ihrer Zeit weit voraus war.

Ansonsten ist der russische Film eher unauffällig und in erster Linie für die Fans solcher Kriegsgeschichten geeignet. Zwar wird die Bedeutung der Figuren hier für den weiteren Verlauf des Krieges betont, wirklich viel erfährt man über sie aber nicht. Und auch der Kontext der Panzeraktion bleibt eher Nebensache. "Unzerstörbar: Die Panzerschlacht von Rostow" bietet auf diese Weise solide Unterhaltung mit einer atmosphärischen Ausstattung, ist selbst aber weit davon entfernt, nachhaltig Geschichte zu schreiben.

5,5/10

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