Sonntag, 14. Juli 2013

Les Misérables (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1707386/

Da ist er nun also: "Les Misérables" mit seinem unübersehbaren Fokus auf Musik, Ausstattung und Optik. Lässt man sich darauf ein, wird man mitgerissen, selbst wenn man kein ausgesprochener Musicalfan ist. Die Geschichte um Jean Valjean kenne ich noch aus Jugendtagen, als ich das Buch las. Ich fand die Geschichte schon damals spannend, lehr- wie geistreich und einfach nur schön.

Der Sträfling Jean Valjean (Hugh Jackman) wird nach 19 Jahren Plackerei im Steinbruch freigelassen und möchte sein Leben von Grund auf ändern. Er wird zum rechtschaffenden Mann und gibt Armen und Bettlern die Möglichkeit, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Eine seiner Mitarbeiterinnen ist die junge Fantine (Anne Hathaway), die ein kleines Geheimnis hütet. Sie hat eine uneheliche Tochter, Cosette (Amanda Seyfried), in welche sich Jura-Student Marius Pontmercy (Eddie Redmayne) verliebt. Als Polizeiinspektor Javert (Russell Crowe) in die Stadt kommt, ist er nicht von Jeans plötzlicher Läuterung überzeugt...

Trotz einiger Längen ist der Film irgendwie ein einzigartiges Erlebnis. Na klar, es ist ein Musical, es wird gesungen statt gesprochen (und das ausschließlich im O-Ton und zu 95%) - und allein das wird schon viele abschrecken. Aber es ist eine gut gemachte Geschichte, sofern man sich darauf einlässt - aber dass der Film einen doch derart mitreißt würde man kaum vermuten. Schon "Sweeney Todd: The Demon Barber Of Fleet Street" hat in dieser Beziehung überraschen können, auch wenn man mit Musicals allgemein wenig am Hut hat. Anne Hathaway sticht mit ihrem herzzerreißenden Spiel/Gesang gleich postiv hervor und lässt keine Zweifel zu, dass diese Frau den Oscar absolut verdient hat. Auch Hugh Jackman und Eddie Redmayne überzeugen durchweg.

Helena Bonham-Carter und Sacha Baron-Cohen sind hier aber die eigentlichen Gründe, weswegen man sich diesen Film ansehen sollte. Und so verwundert es auch nicht, dass man sich bei ihren Auftritten als diebische Gastwirte prächtig amüsieren kann. Bereits in "Sweeney Todd: The Demon Barber Of Fleet Street" überzeugten die beiden - und gerade von Cohen hätten das wohl die wenigsten vermutet. Ebenfalls überraschen kann Anne Hathaway, die mit "I Dreamed A Dream" den sicherlich größten Gänsehautmoment bietet. Abgesehen von den hervorragenden Leistungen der Schauspieler, haben die Stücke und die beinahe epische Optik dazu beigetragen, dass einem nicht selten der Atem wegbleibt. Obwohl man den Plot von "Les Misérables" schon zur Genüge kennt und er auch schon oft verfilmt wurde, zeigt dieses Werk noch ganz andere Facetten des Stoffes.

Der Gegensatz von Moral (Valjean) und Justiz (Javert) ist seit jeher ein wichtiges Thema und wird hier im Film von seinen Vertretern gut dargestellt und hinterfragt. Die Vielfältigkeit im Gesang, aus der Emotion heraus, ist es, was dieses Musical ausmacht. Das hat Tom Hooper grandios umgesetzt. Die Besetzung ist einmalig, Kostüm, Maske und Ausstattung machen einen tollen Job. Nicht zuletzt ist das Stück auch immer wieder ein Stück Gesellschaftskritik. Richtig, richtig toll.

8,5/10

Iron Sky (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1034314/

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs schaffen es die Nazis mit Hilfe von riesigen Ufos, sogenannten Reichsflugscheiben, die dunkle Seite des Mondes zu besiedeln. Als sie im Jahr 2018 zufällig von einer amerikanischen Mondmission entdeckt werden, sehen sie ihre Zeit gekommen, um wieder nach der Weltherrschaft zu greifen. Von nun an lastet das Schicksal der Menschheit auf den Schultern von Renate Richter (Julia Dietze), einer von der Nazi-Ideologie überzeugten Lehrerin mit Gretchenfrisur. Auf der Erde angekommen wird ihr jedoch schnell bewusst, dass sie ihr Leben lang einer Lüge aufgesessen ist. Nur wie soll es ihr gelingen, ihren machtbesessenen Verlobten Klaus Adler (Götz Otto) und dessen Götterdämmerung aufzuhalten?

Trash wie er sein soll. "Iron Sky" schafft es tatsächlich die Erwartungen zu erfüllen, wenn auch nicht zu vollster Zufriedenheit. Böse Nazis, dumme Amis, holde Heldinnen und ein typischer Anti-Held, der nur zufällig auf dem Mond gelandet ist. Götz Otto hat sichtlich Spaß an seiner Schurkenrolle, Julia Dietze ist ideal als die unschuldige Nazi-Blondine mit dem guten Herzen, Kym Jackson eine Schlampe, die man von Herzen hasst und Chris Kirby ein sehr sympathischer weißer Schwarzer.

Was wäre, wenn die Nazis kurz vor der Kapitulation einen Teil ihrer Truppen abgezogen hätten, um in einer streng geheimen Mission auf dem Mond eine Basis zu errichten und auf den Tag einer erneuten und diesmal erfolgreichen Unterwerfung der Welt und Installation des arischen Terror-Regimes zu warten? Dieses Szenario, nach welchem nicht nur die Eroberung des Weltraumes bzw. Mondes neu geschrieben werden müsste, spielt Iron Sky durch. Im Jahre 2018 startet die neue Invasion gen Erde und die Bewohner des blauen Planeten sehen sich einer erneuten braunen Gefahr ausgesetzt. In Iron Sky, der komödiantischen Interpretation der etwas anderen Gefahr aus dem Weltall, geben sich Schauspieler die Hand, die man auch schon in anderen Rollen als Nazi-hafte Gestalten gesehen hat, allen voran Götz Otto als Klaus Adler oder Udo Kier als Wolfgang Kortzfleisch.

"Iron Sky" ist politisch unkorrekt, irrwitzig, macht Spaß und unterhält in seinem Genre-Mix bestens, überrascht mit viel Spektakel und zeigt, was ein Film für etwa 8 Millionen Euro bieten kann, verschenkt aber leider auch etwas Potential. Was fasziniert, sind die vielen kleinen optischen Gags, die mal subtilen, mal brachialen Seitenhiebe auf die Realität und der durchweg trashkonforme Tonfall. Daher:

6,5/10

Zum Film gab es exklusiv im Mediamarkt ein geprägtes Steelbook "Limitierte Stahlbuch-Ausgabe". Wie passend.

Freitag, 12. Juli 2013

Code Of Silence - Cusack der Schweigsame (1985)

http://www.imdb.com/title/tt0088936/

Eddie Cusack (Chuck Norris) ist ein Chicagoer Polizist, der nur nach den eigenen Regeln spielt. Eine gefährliche Sache, besonders jetzt, da er den" Schweigekodex" der Polizei bricht, um einen vertuschten Skandal aufzudecken. Als Außenseiter kann er nicht mehr auf die Hilfe seiner erbosten Kollegen bauen, als er zwischen die Fronten zweier rivalisierender Drogenbarone gerät. Doch Cusack ist eine Ein-Mann-Armee. Seine Waffen im Kampf gegen das Verbrechen sind sein rasiermesserscharfer Verstand, blitzschnelle Karateschläge und eine besondere Überraschung: "Prowler", ein ferngesteuerter, raketenbestückter Panzer!

Klingt nach Standard-Actionkost, ist es auch. Hirnlose Dialoge, lässige One-Liner, Chuck Norris berühmter Roundhouse-Kick bricht schon beim Training fast dem Sparringpartner die Hand und der Kampfpanzer "Prowler" ist wirklich die letzte große Lachnummer in dieser sonst eigentlich guten Story. Besonders hervorzuheben ist der Kampf auf dem fahrenden Zug, Chuck Norris Kampf gegen geschätzte 20 Gangster in einer Bar und der bleihaltige Showdown, in dem einfach alles mögliche irgendwie zerlegt wird und die bösen Jungs wie die Fliegen umfallen. Norris hat zwar nur einen Gesichtsausdruck, aber eine gewisse Präsenz kann man ihm aufgrund seiner Qualitäten als Action-Held absolut nicht absprechen. Schöne, handgemachte 80er Action, fein.

6/10

Von NSM Records kommt der Film endlich hierzulande ungeschnitten und in HD im auf 333 Stück limitierten und nummerierten Mediabook: 

Oz The Great And Powerful - Die fantastische Welt von Oz (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1623205/

Wer kennt nicht Oz? Ich jedenfalls habe, als ich ein Kind war, die Bücher von Alexander Wolkow regelrecht verschlungen, der erste Teil der sechsteiligen Saga, "Der Zauberer der Smaragdenstadt", war auch mein absoluter Favorit und gleichzeitig auch die russische Adaption von L. Frank Baums "The Wizard of Oz". Nun hat sich Disney unter der Regie von Sam Raimi des Stoffs angenommen und einen schönen und vor allem unterhaltsamen  Familienfilm daraus gemacht.

Die fantastische Welt von Oz schildert die magischen Erlebnisse aus der Perspektive des Zauberers. Als zwielichtiger Zirkusmagier schlägt sich Oscar Diggs (James Franco) im tristen Kansas so durch, doch dann verschlägt es den jungen Mann plötzlich nach Oz, in eine wundervolle Welt voller farbenprächtiger Charaktere und traumhafter Schauplätze. Oscar erhofft sich hier nun Ruhm und Reichtum. Er kann sein Glück kaum fassen, doch dann trifft in Oz auf drei geheimnisvolle Hexen. Theodora (Mila Kunis), Evanora (Rachel Weisz) und Glinda (Michelle Williams) haben so ihre Zweifel daran, dass Oscar der große und mächtige Zauberer sein soll, den die Bewohner von Oz schon sehnlichst erwarten...


Natürlich wird hier das Pulver nicht neu erfunden, keine Frage. Leider merkt man auch deutlich, dass der Film extra für 3D noch einmal aufgemotzt wurde. Das tut der ganzen Sache zwar keinen Abbruch und die Pop-Outs halten sich dankenswerter Weise in Grenzen und so hat man hier - wieder einmal- nur eine angenehme Tiefenschärfe, die die digitale quietschbunte Welt von Oz irgendwie realistischer und zuckerwattiger erscheinen lassen. Störend ist da eher der recht vorhersehbare Kiddie-Humor, aber der muss halt als Gegenstück zu den relativ häufigen Jumpscares herhalten, die Raimi gut und gerne einwirft (sein Lieblingsmotiv waren offenbar die Hexen und solche, die mutieren). Dazu gibt's eine Story, die zwar der modernen Fantasy-Plotstruktur folgt, aber auch nicht allzu zufällig an "Armee der Finsternis" erinnert.

Und Raimi versucht auch so weit er kann, seinem Stil treu zu bleiben, obwohl das exzessive Digitale ihm einige Steine in den Weg gelegt haben dürfte. Dafür entschädigt er mit einigen nieldichen und traurigen Momenten, die sich hauptsächlich bei der Figur des Porzellanmädchens finden lassen. Diese sind zwar vorhersehbar, aber dennoch sehr effektiv. Und auch die Kunst der Jahrmarktzauberei und des Wahrwerdenlassens von Phantasien beschäftigen ihn sehr und erfahren einige liebevolle Würdigungen, die auch in der Handlung stark zum Einsatz kommen. Einzig Mila Kunis, die zwar sehr hübsch anzusehen ist, aber als böse Hexe so irgendwie gar nicht so recht in die Rolle passen will hat mich gegen Ende hin etwas gestört. Die Frau ist einfach zu schön für eine böse Hexe, auch unter grüner Schminke. Besonders genial: der kurze aber lustige Aufftritt von Bruce Campbell als Torwächter. Mir jedenfalls hat der Film Spaß gemacht und mich bestens unterhalten.

7,5/10

Donnerstag, 11. Juli 2013

Braveheart (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0112573/

Im 13. Jahrhundert führt der englische König Edward I. (Patrick McGoohan) ein brutales Regiment über das eroberte Schottland. Zu den Opfern der königlichen Willkür gehört auch die frischvermählte Frau des schottischen Adligen William Wallace (Mel Gibson). Aus Rache für die Bluttat metzelt er die Garnison seiner Heimatstadt nieder. Die Freiheit und Unabhängigkeit seines Landes zu erkämpfen ist sein Ziel. Dies zwingt den Englischen König zum Handeln und er entsendet eine Armee und seine Schwiegertochter Isabella (Sophie Marceau), um Wallaces Aufstand niederzuschlagen.
Wallace kann einige Kämpfe für sich entscheiden und seine Leidenschaft und sein Mut inspiriert die Menschen, sich ihm anzuschließen und sich gegen die Engländer zu erheben. Auch Isabella erliegt dem Charme des Schotten. Doch nicht nur gegen die Engländer hat Wallace zu kämpfen. Auch die schottischen Adligen verfolgen eigene Interessen und ohne ihre Unterstützung kämpft William einen verlorenen Kampf.
Oft wurde dem auf wahren Begebenheiten beruhenden Film mangelnde geschichtliche Genauigkeit vorgeworfen. Und in der Tat legt "Braveheart" auf solche Dinge keinen Wert. So stammt William Wallace gar nicht aus ärmlichen Verhältnissen, Kriegsbemalungen wurden zu dem Zeitpunkt seit eintausend Jahren nicht mehr verwendet und Kilts wurden erst 300 Jahre nach Wallace das erste Mal in den Geschichtsbüchern erwähnt. Jedoch will Gibson mit seinem Film auch keine detaillierte Schilderung der damaligen Ereignisse aufbereiten und das muss er auch nicht. "Braveheart" ist schließlich keine Dokumentation. Er nutzt die Begebenheiten lediglich als Vorwand, um eine klassische Geschichte von Kampfgeist, Ehre und Freiheit zu erzählen, die aufgrund ihres Pathos gut bei der Academy ankam, weswegen diese den Film reichlich beschenkte, unter anderem mit dem Oscar für den besten Film.

Kann man das Pathos, welches eher noch von der angenehmen Sorte ist, und die historische Ungenauigkeit jedoch ausblenden, erwartet einen hier ein beeindruckendes Epos. Mel Gibson, der neben der Regie auch die Produktion übernahm, inszeniert sich selbst als sympathischen und ehrgeizigen Kämpfer, der bis zum bitteren Schluss nicht einknickt. Dabei hat er einen so willensstarken Blick drauf und vermittelt auch Emotionen wie Trauer und Enttäuschung so überzeugend, dass man hier zurecht behaupten kann, es sei die Rolle seines Lebens.
Auf erstaunlich brutale Art metzelt er sich hier durch die englischen Reihen, wobei besonders die Kämpfe, ebenso wie die detailverliebte Ausstattung, die das schottische 13. Jahrhundert wieder aufleben lässt, positiv zu erwähnen sind. Aufgehoben wird das größtenteils durch den Humor, den der Film ab und zu aufblitzen lässt. Etwa, wenn die englischen Soldaten statt der schottischen Front nur ein Haufen nackter Hintern am Horizont erblickt.

Audiovisuell ist Braveheart umso beeindruckender. Die Bilder der schottischen Berglandschaften sind oft von oben eingefangen und vermitteln wunderbar deren Imposanz. Gepaart mit James Horners gänsehaut-erzeugender Orchestermusik, bei der das schottische Volks-Instrument, der Dudelsack, eine elementare Rolle spielt, entsteht so ein wuchtiges Schlachtengemälde, das aufgrund seiner drei Stunden Laufzeit kaum bis keinerlei Längen besitzt, durchgehend bei Laune hält und besonders einen bewegenden Schlusspunkt bereit hält. Die Schlachten, welche mit Hunderten von Statisten gedreht wurden, sind, swoeit man das schreiben kann, authentisch blutig, und verleihen dem Film die nötige Glaubhaftigkeit. Auch die Ausstattung ist authentisch. Ob Kleidung, Waffen, Bauwerke oder Schauplätze. Trotz der historischen Ungenauigkeit wird man zu keiner Zeit aus dem Geschehen gerissen, da das Gesamtbild einfach stimmig wirkt. Die große Figurentiefe sollte man aber trotz der langen Laufzeit nicht erwarten. Gibson geht es vielmehr um große Bilder, große Gesten und große Emotionen. Subtil ist hier gar nichts. Doch der unbändige Wille nach Freiheit und Selbstbestimmung kommt auch mit dem Holzhammer gut an. Besonders weil Gibson es schafft, dass man mit seinem Protagonisten jederzeit mitfiebern und mitleiden kann. In seinen besten Momenten lässt "Braveheart" den Kampf, den Wallace bestreitet, am eigenen Leib spürbar werden.

Mel Gibson hat mit "Braveheart" ein ganz großes Stück Filmgeschichte erschaffen, ein nahezu perfekter Film und auch wenn es der Liebesgeschichte an Originalität- und den Dialogen an Intelligenz mangelt, wird man bestens unterhalten. Ein unvergesslicher Film - und vor allem der letzte Satz: "Im Jahre des Herrn 1314 erstürmten schottische Patrioten, halb verhungert, gegen eine Übermacht das Feld von Bannockburn ... Sie kämpften wie Kriegerpoeten ... Sie kämpften wie Schotten. Und gewannen ihre Freiheit."

9,5/10

Die 4K Ultra-HD-Version des Films gab es in der Erstauflage im limitierten Steelbook:

John Rambo (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0462499/

Nach 20 Jahren kam mit "John Rambo" unerwartet der 4. Teil um die Action-Ikone in die Kinos. Und es zeigt sich, dass Regisseur und Hauptdarsteller Sylvester Stallone durchaus in der Lage ist, einen guten Actionfilm abzuliefern, der zwar - wie es die Figur im Grunde fordert - gegen Ende in wirklich extremer Gewalt ausartet, aber sich dafür auch nicht scheut ein weiteres kontroverses und aktuelles Thema aufzugreifen. Im Gegenteil zu dem sehr oberflächlichen Teil 3 ist es hier aber wesentlich besser ausgearbeitet. Stallone besinnt sich darauf zurück, was einst Kotcheffs "Rambo" ausmachte: den kritischen Grundton.

John Rambo (Sylvester Stallone) hat dem Kampf und der Gewalt abgeschworen und lebt als Skipper im thailändischen Dschungel. Er lebt davon, Menschen mit seinem Boot über den Fluss zu bringen. Vom burmesischen Bürgerkrieg in der Region will er nichts wissen. Als eine Gruppe Missionare (Julie Benz, Paul Schulze) in der Nähe vom Militär entführt wird, heuert ihn eine Gruppe Söldner an, um ein Boot zu navigieren. Ungewollt wird John Rambo in einen Kampf gezogen, dem er nicht aus dem Weg gehen kann.

Somit ist und bleibt der vierte teil ein ultrabrutaler Actionreißer, der zu Beginn ein paar kritische Ansätze aufwirfft aber sich bis zum Schluss wieder einmal in einer Gewaltexplosion entlädt. Darüber hinaus bietet Teil 4 aber nicht nur die schonungslose Realität in Burma, die teilweise mit wahrlich schockierenden Bildern daher kommt, sondern auch einen mit sich selbst unzufriedenen alten Veteran, der immer noch nicht zur Ruhe gekommen ist. So wird aus dem anfänglichen "Scheiß auf die Welt." ein gereiftes "Lebe für nichts oder stirb für etwas!". Sehr gut, Herr Stallone!

Der Film ist übrigens in Deutschland nicht in ungeschnittener Form zu bekommen und sogar indiziert.

7,5/10

Von WARNER BROS. gibt es den Film uncut und in HD im limitierten Mediabook: 

John Carter (2012)

http://www.imdb.com/title/tt0401729/

Irgendwo in den Weiten Arizonas, kurz nach dem Ende des amerikanischen Bürgerkrieges: Konföderierten-Veteran John Carter (Taylor Kitsch) wagt einen Neuanfang als Goldsucher. Als er von Apachen angegriffen wird, flüchtet John Carter in eine geheimnisvolle Höhle, nur um sich wenig später an einem gänzlich anderen Ort wiederzufinden: dem Mars (bzw. Barsoom, wie er von den Bewohnern genannt wird). Kurz nach seiner Ankunft wird John Carter von hünenhaften Kreaturen gefangen genommen, den Grünen Marsianern. Er befreundet sich jedoch schon bald mit dem Anführer Tars Tarkas (Willem Dafoe), der anders als seine kriegerischen Stammesgenossen die Fähigkeit der Empathie besitzt. Auf einem Erkundungstrip rettet John Carter die humanoide Prinzessin Dejah Torris (Lynn Collins), die den verfeindeten Roten Marsianern angehört, aus den Händen der Tharks, einem anderen besonders gefährlichen Stamm der Grünen Marsianer. Als die Grünen gegen die Roten Marsianer in den Krieg ziehen, ist John Carter aufgrund seiner kriegstechnischen Kenntnisse von großem Vorteil für Tars Tarkas und rettet die Bewohner schließlich sogar vor dem Erstickungstod, nachdem die künstliche Atmosphäre auf Barsoom zu kollabieren droht...


"John Carter" ist eine kuriose Mischung, die irgendwie funktioniert. Anfangs Western, dann Sci-Fi-Fantasy-Spektakel mit einer Prise Drama, aber leider auch den üblichen Klischees. Dennoch sehr unterhaltsam, spannend mit einigen optischen Leckerbissen, interessanten Kreaturen und einem guten unaufdringlichem Score.

So ist "John Carter" zwar insgesamt nichts Neues, jedoch kann dieser Film durch tolle Kulissen und fetzige Effekte punkten. Taylor Kitsch ist als titelgebende Figur schauspielerisch wirklich stark. Den Mars-Hund kann man einfach nur gern haben, da er von der ersten bis zur letzen Sekunde erstaunlich sympathisch ist. Allerdings ist das Ende zu schmalzig und zu konstruiert. Man nenne nur eine intelligente Frau, die nach knapp einer Woche einen Mann, den sie gerade erst kennen glernt hat vom Fleck weg ehelicht. Naja. Stand wohl so im Drehbuch. Davon mal abgesehen ein recht ordentlicher, unbrutaler und somit familienfreundlicher Blockbuster, bei dem man öfters mal das Gefühl hat, in einer effektreichen Mischung aus "Planet Of The Apes" und "Star Wars" zu sitzen.

3D ist nicht zwingend nötig, tut dem Film aber auch keinen Abbruch, sondern bietet tolle Tiefenschärfe und zwei, drei nette Effekte. Insgesamt also ein klares Gut.

7/10