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Sonntag, 24. November 2013

The Lord Of The Rings: The Return Of The King - Der Herr der Ringe: Die Rückkehr des Königs (Extended Edition) (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0167260/

Während Mittelerde sich noch von den letzten Angriffen Saurons erholt, macht sich bereits neues Unheil breit. Saurons Armee marschiert gen Minas Tirith, der Hauptstadt Gondors, dessen wahrer König Aragorn (Viggo Mortensen) ist. Dieser muss all seinen Mut und seine ganze Kraft zusammen nehmen, um diesen letzten großen Angriff stand zu halten. Gleichzeitig muss auch Sauron von den Ereignissen am und im Schicksalsberg abgelenkt werden, wo sich Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) kurz vor der Erfüllung ihrer Mission befinden, den Einen Ring zu zerstören. Also sammeln sich die Gefährten zu einer letzten großen Schlacht, während Frodo den schwersten Gang der gesamten Reise antritt, denn die Macht des Ringes hat schon längst von ihm Besitz ergriffen. Am Ende steht der Untergang Mittelerdes – oder ein neuer Anfang.

Der dritte und letzte Teil der geradezu epischen Saga um den einen Ring, mit dem man Mittelerde beherrscht. Genau wie die beiden Vorgänger bietet der Film viele mitreißende Momente, beeindruckende Landschaften, gute schauspielerische Leistungen, einen bombastischen Soundtrack und natürlich unglaubliche Schlachten mit gerade noch genügend filmischer Tiefe, um die Trilogie zu einem grandiosen Ende zu führen. Klar gibt es wieder Auslassungen im Vergleich zum Buch und wieder wurden Szenen hinzugedichtet und mir persönlichfehlt der Auftritt Tom Bombadils auch in diesem Teil, aber alles in allem ist es doch ein Film, den man sich immer wieder ansehen kann, der einen immer wieder gut unterhält und der vor allem in den letzten Szenen genügend gefühlsduselige Szenen bietet, damit man Mittelerde auch ja vermisst.

Die Extended Version oder erweiterte Fasung bietet mehr als 47 Minuten neues Fillmmaterial, welches folgender Schnittbericht gut zusammenfasst. Schnittbericht Teil 1/Schnittbericht Teil 2. Hier ist besonders der Tod Sarumans, der in der Kinofassung gänzlich gefehlt hat, interessant. Übrige Szenen sind geringe Handlungserweiterungen, und ein paar Gags zwischen Gimli und Legolas, mehr Dialog, aber auch tiefere Einblicke in manche Abenteuer, wie etwa der Suche nach dem König der Toten oder der Kampf Gandalfs gegend en Hexenkönig von Angmar. Darüber hinaus gibt es ein paar Gealtschnitte in den Schlachten, die auch für eine höhere Einstufung des Films gesorgt haben. So sieht man, wie Gothmog, der Anführer der Orks, auf dem Schlachtfeld zerhackt wird, oder wie der Sauron's Herold vor die schwarzen Tore tritt, um den Untergang der Welt zu verkünden. Diese Extended Version lohnt sich also durchaus.

Natürlich zieht man unweigerlich Vergleiche zu den beiden Vorgängern und gerade im Hinblick auf die herausragende Entwicklung der Figuren in Teil 1 erscheint dieser Teil nicht so sehr gelungen. Natürlich sieht man, wie sich die Charaktere zu dem mausern, die sie später zu sein haben, aber dies geschieht eher zufällig und ist nicht so toll ausgearbeitet. Hauptaugenemerk liegt eindeutig auf den beinahe schon ausufernden Schlachten um Mittelerde.  Die Schlacht um Minas Tirith und auf den Pelennorfeldern ist eine der besten und am besten choreografierten der Filmgeschichte - jedenfalls für mich. So erkennt man auch beim 4. oder 5. Mal schauen immer noch ein wniziges Detail, was einem bisher verborgen war. Auch erwähnenswert ist für mich das Entzünden der Leuchtfeuer von Minas Tirith mit einer der besten Kamerafahrten über die Landschaft und der dazugehörigen Gänsehaut verursachenden Musik.

Aber auch so ist die Rückkehr des Königs packend, mitreißend und spannend erzählt (unabhängig von den zahlreichen Gefechten) - genau wie die Vorgänger auch. Während dem über 3 Stunden langen Filmmaterial taucht man in diese epische Geschichte ein, wird Teil von ihr. Und wenn dann auf einmal der Abspann beginnt, fragt man sich wieso der Film schon wieder vorbei ist. Die Zeit vergeht wie im Flug. Andere Filme von dieser Länge sind zäh und langatmig, nicht doch die "Herr der Ringe"-Filme. Sie sind irgendwie einzigartig. Meiner Meinung nach wird es so ein einzigartiges Filmerlebnis nicht so schnell noch einmal geben und im Moment gibt es auch nichts was sich mit dem "Herr der Ringe" messen könnte. Dafür sorgt wieder einmal auch der passende und mittlerweile bekannte Score von Howard Shore, der akustisch immer den Punkt trifft und genau das vermittelt, was das Gezeigte schon andeutet. Großartig!

Es hieß ""Der Herr der Ringe" könne nie verfilmt werden", doch Peter Jackson hat es geschafft, er hat sich an diese Aufgabe herangewagt und etwas geschaffen, was ohne weiter zu überlegen, den Namen die beste Filmtrilogie der Filmgeschichte verdient hat. Einzigartig. Vielen Dank Peter Jackson und J.R.R Tolkien für dieses epische Meisterwerk!

9/10

Von WARNER BROS. erschienen die 3 Teile in einer stark limitierten Edition, welche die Kinofassungen und die Extended Versions in 4K Ultra-HD beinhalten.

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros/New Line Cinema

Mittwoch, 20. November 2013

The Lord of the Rings: The Two Towers - Der Herr der Ringe: Die zwei Türme (Extended Edition) (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0167261/

Nachdem sich die Gefährten aus dem Vorgänger trennen mussten, treffen der Ringträger Frodo (Elijah Wood) und Sam (Sean Astin) auf das Wesen Gollum (Andy Serkis), welcher einst dem Einen Ring verfallen war. Dieser bietet Frodo und Sam an, ihnen den Weg nach Mordor zu zeigen, wo der Ring zerstört werden soll. In der Zwischenzeit lässt Saruman (Christopher Lee) sein kolossales Herr zur Festung Helms Klam marschieren, wo die Menschen Mittelerdes Zuflucht gefunden haben. Die Gefährten Aragorn (Viggo Mortensen), Gimli (John Rhys-Davies) und Legolas (Orlando Bloom bereiten sich mit den Menschen auf die große Schlacht vor. Als sich die Menschen der Übermacht von Sarumans Heer bewusst werden, sinkt ihr Mut, nur ein Wunder kann sie nun noch vor dem Tod bewahren. Die Schlacht um Mittelerde beginnt...

Nach dem nahezu perfekten ersten Teil musste Peter Jackson eine schwere Mission erfüllen: Er musste sich selbst übertreffen! Es bleibt weiterhin spannend in Mittelerde. Der dem bösen verfallene Zauberer Saruman plant es das Volk von Rohan brutal und mit aller härte zu unterwerfen. Der dunkle Herrscher Sauron bereitet seinen Finalen Schachzug gegen das Königreich Gondor vor. Daher verwundert es nicht das die beiden Bösewichte ein Bündnis schließen um die Welt noch einfacher zu vernichten.

Während der erste Teil ein reiner Abenteuerfilm war geht der Nachfolger nun mehr in die Richtung Schlacht und Action und bereitet den Weg zum dritten Teil. Man spürt die Anspannung das bald etwas Großes in Mittelerde passieren wird. Anders als im Buch ist König Theoden in diesem Film wahrlich besessen von Sarumans dunkler Magie. Bernard Hill ist diesbezüglich eine Idealbesetzung geworden und ich finde ihn sehr symphatisch in seiner Rolle. Anders als im Buch will Theoden unbedingt sein Volk in der alten Bergfestung Helms Klamm in Sicherheit bringen. Auch Faramirs Rolle wurde für den Film geändert und das die Ents sich selber dazu entschließen in den Kampf gegen Saruman zu ziehen. Im Film lehnen die weisen und äußerst trägen Baumriesen vorerst ab, und werden erst durch einen Trick von Pippin überzeugt. Eine der besseren Änderungen zum Roman ist, das sich die Elben entscheiden den Menschen während der Schlacht um Helms Klamm beizustehen. Der Augenblick, wo die Elben in der alten Festung einmarschieren ist einfach episch. Und noch ein gravierender Unterschied: Eomer erscheint mit seinen Mannen am Ende des Filmes zusammen mit Gandalf und rettet in letzter Minute die Menschen von Rohan vor einer grausamen Niederlage in Helms Klamm. Im Buch kam jedoch Erkenbrand zu Hilfe.

Der zweite Teil hat also einiges an Änderungen über sich ergehen lassen müssen, um final auf der Leinwand gezeigt zu werden. Dennoch stören diese Anpassungen nicht sonders, im Gegenteil, sie lassen vieles sympathischer erscheinen. Davon abgesehen nimmt das Tempo des Film mehr und mehr zu. Wo in "Die Gefährten" noch mit sehr viel Ruhe und Sorgfalt Charaktere eingeführt worden, werden sie einem hier quasi vorgesetzt und man erfährt nur allmählich, wer was ist und warum und wieso und wozu er oder sie jetzt gehört. Darüber hinaus ist die Charakterentwicklung von Frodo, Sam und Gollum/Smeagol fantastisch umgesetzt. Der Wandel nimmt einen förmlich mit und ist das Ende des zweiten Teils, untermalt von grandioser Musik, umso besser. Ja, die Musik. Auch hier hatte wieder - wie sollte es anders sein? - Howard Shore die Finger im Spiel und verarbeitet bekannte Themen, dehnt sie und nuanciert sie. Der Soundtrack ist schlicht und ergreifend genial. Maske, Figuren, Kostüme, Umgebung - wie schon im Vorgänger stimmt einfach alles und lässt keinen Zweifel offen, sich wirklich in Mittlerde zu befinden.

Warum nun also hier keine Höchstwertung? Auch wenn mich viele Szenen immer wieder gespannt vor dem Bildschirm fesseln, so fehlt es mir in diesem Teil ein wenig an Drive. Das mag einerseits daran liegen, dass plötzlich die Handlung in 3 Teile aufgeteilt wird und man immer wieder zwischen den einzelnen Parteien hin- und herspringt. Andererseits ist mir der Teil auch einfach zu lang - erst recht in der erweiterten Fassung, die gleich mal 31 Minuten länger ist. Was wiederum für die erweiterte Fassung spricht, sind die vielen sinnvollen Erweiterungen, die die Story flüssiger vorantreiben: ich bin also hin- und hergerissen. Einen Vergleich zwischen Kinofassung und der Extended Version gibt es hier: Schnittbericht Teil 1/Schnittbericht Teil 2. Und Frodos weinerliches Auftreten finde ich auch nicht allzuseher gelungen. Die beste Szene jedoch ist der letzte Marsch der Ents auf Isengard, die mir bis heute einen wohligen Schauer über den Rücken jagt sobald die Ents, untermalt von geradezu epischer Musik, sich erheben und auf Isengard zumarschieren. Großartig!

"Die zwei Türme" ist einfach ein Film, der mich jedes Mal wieder fasziniert, mit wie viel Liebe zum Detail hier ein realistisches Mittelerde geschaffen wurde. Er bleibt hinter Teil 1 zurück, wenn auch nur ganz knapp.

9/10

Von WARNER BROS. erschienen die 3 Teile in einer stark limitierten Edition, welche die Kinofassungen und die Extended Versions in 4K Ultra-HD beinhalten.


Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros/New Line Cinema

Montag, 18. November 2013

The Lord Of The Rings: The Fellowship Of The Ring - Der Herr der Ringe: Die Gefährten (Extended Edition) (2001)

http://www.imdb.com/title/tt0120737/

Am 111. Geburtstag seines Onkels Bilbo (Ian Holm) ändert sich das Leben des jungen Hobbit Frodo (Elijah Wood) auf dramatische Weise. Nicht nur muss er sein geliebtes Auenland verlassen, ihm wird auch die Bürde auferlegt, den Einen Ring zu zerstören, mit dem der böse Sauron ganz Mittelerde ins Verderben stürzen will. Auf seiner gefährlichen und abenteuerlichen Reise erfährt Frodo Unterstützung von nicht minder abenteuerlichen Gefährten. Neben seinem besten Freund Sam (Sean Astin) sind auch der Zauberer Gandalf (Ian McKellen), der geheimnisvolle Waldläufer Aragorn (Viggo Mortensen), der kämpferische Boromir (Sean Bean), der Elbe Legolas (Orlando Bloom), der Zwerg Gimli (John Rhys-Davies) sowie die beiden Hobbits Pippin (Billy Boyd) und Merry (Dominic Monaghan) Teil der Gefährten. Diese stellen schnell fest, dass es all ihren Mut erfordert, um den Ring ans Ziel zu bringen. Denn nicht nur Sauron hat es auf den Ring abgesehen, überall lauern Gefahren auf die Gefährten ...

Als Kind las ich die Bücher von J.R.R. Tolkien mit Begeisterung und immer wird mich ein Zitat von ihm begleiten: "Finde das Abenteuer, oder das Abenteuer findet dich". Vor allem hatte mich "Der Hobbit" und natürlich "Der Herr der Ringe" in seinen Bann gezogen. Als 1999 die Ankündigung kam, dass sich ein damals fast ausschließlich in Fankreisen bekannter Regisseur an die Verfilmung des Stoffes wagt, freute ich mich wie eben dieses Kind und ich war einer der ersten, die den Film im Kino sahen - in der Vorpremiere im Cinestar in Leipzig am 18. Dezember 2001. Nun, 12 Jahre später habe ich diesen grandiosen Film... ich habe keine Ahnung mehr, wie oft ich diesen Film tatsächlich gesehen habe. Ich weiß nur eins: allein im Kino habe ich den Film insgesamt 4 Mal auf Deutsch gesehen und 2 mal auf Englisch. Das hatte bis dato kein anderer Film geschafft - und bis heute hat es kein weiterer.

Nun läutete 2002 das Erscheinen der "Special Extended Edition" mit fast 30 Minuten mehr Filmmaterial die Ära der erweiterten Fassungen ein und noch heute kann man darauf wetten, dass beim zweiten und dritten Teil von "Der Hobbit"-Trilogie eine erweiterte Fassung erscheienn wird - das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. "Die Gefährten" ist auch in dieser erweiterten Fassung ein Augenschmaus und bietet einige Erweiterungen, die die Geschichte zwar nicht unbedingt vorantreiben, aber dem Fan ein wenig mehr Details bieten. Dazu gibt es - wie so oft - einen Fassungsvergleich, der von den Kollegen von schnittberichte.com zur Verfügung gestellt wird. Schnittbericht Teil 1/Schnittbericht Teil 2. Doch nun genug des Voreplänkels und auf zur Filmbesprechung.

Wahnsinn, was Regisseur Peter Jackson hier in knapp 3 Stunden untergebracht hat. Der Film hält sich auch größtenteils an die Vorlage Tolkiens, lässt aber die eine oder andere Episode aus. Das kann man aber sicherlich verschmerzen, nur mir fehlt bis heute ein Auftritt, zumindest eine Andeutung auf einen der mir wichtigen Charaktere: Tom Bombadil. Trotzdem gelingt es Jackson mit leichtfüßiger Komplexität, eine ganze Fantasywelt so glaubhaft aufzubauen, ohne das nicht auch nur im Entferntsten Langeweile aufkommt. Die 3 Stunden vergehen wie im Flug und selbst beim wiederholten Sehen gibt es immer wieder Szenen, die mir einen wohligen Schauer über den Rücken jagen, wie zum Beispiel der Aufbruch der Gefährten aus Bruchtal oder die Szenerie in den Minen von Moria. Alles wird nahezu perfekt von Howard Shors Score zum Film begeleitet. Ob fröhliche Musik bei den Hobbits, düstere Musik in den Minen von Moria oder donnernde Musik in den Schlachten in Parth Galen. In jeder Situation trifft Shore den richtigen Ton und gibt der Atmosphäre so den allerletzten Schliff, so dass der Zuschauer endgültig in das epische Meisterwerk eintauchen kann.

"Let us risk a little more light!"

Die Atmosphäre ist bahnbrechend! "Der Herr der Ringe" stellt das dar, was andere Fantasyfilme oft nur werden wollten: ein Fantasyspektakel, dass so gut wie keine Schwächen besitzt. Den Machern gelingt es, eine Story so gut aufzubauen, dass selbst Zuseher, die das Buch nicht kennen, sich sofort zurechtfinden. Viel Wert wurde in die Vorstellung und Darstellung der Charaktere gelegt und es ist faszinierend wie sich die Welten, seien es nun die der Hobbits, der Zwerge, der Elben so voneinander unterscheiden. Es ist ebenso immer noch faszinierend wie die Größen der Schauspieler so perfeket angepasst worden sind. Man muss bedenken, dass ein John-Rhys Davies (der Zwerg "Gimli") fast genauso groß ist wie Ian McKellen (der Zauberer "Gandalf")! Auch die grandiosen Naturaufnahmen tragen etscheidend zur Atmosphäre des Films bei: Neuseeland war der perfekte Ort für den Dreh, vereint doch dieses Land nahezu alle benötigten Umgebungen. Ob nun im Wald, im Gebirge, mitten im Schnee oder in den Zwergenhöhlen, man kann größtenteils gar nicht mehr erkennen, was nun den Bühnenbildnern und was dem CGI Team zu verdanken ist. Atemberaubend und schwindelerregend sind vor allem auch die Kamerafahrten durch die Orkhöhlen. Die Kämpfe sind immer spannend; dem Zuschauer läuft es eiskalt den Rücken runter, wen mal wieder eine Orkherde auf unsere Helden zuprescht. Es gibt aber auch Szenen, die extra entwickelt wurden und die so nicht im Buch vorkommen, beispielsweise die Flucht der Helden aus Moria und die einstürzende Brücke, die sie kurzzeitig aufhält und die Gefahr erhöht. Solche Ideen sind mir gern willkommen.

Der charakterische Hauptaugenmerk liegt eindeutig auf Elijah Wood als Frodo. Auch wenn er hier anfangs etwas forscher ist, wächst er nach und nach über sich hinaus. Dank der Frisur und seiner weichen Gesichtszüge, scheint die Rolle wie für ihn gemacht. Trotzdem drängt er sich aber nie in den Vordergrund, sondern überlässt das Feld auch den anderen tollen Schauspielern. Negativ ist seine zunehmend weinerliche Mimik, die irgendwann beginnt zu nerven. Aber dies ist auch der größte Kritikpunkt, der dem Film seine Höchstwertung verwehrt. Ian McKellen hat mir allerdings besonders gut gefallen. Als langbärtiger, langhaariger alter Zauberer ist er eine Idealbesetzung, auch wenn man ihn kaum wiedererkennt. Sicherlich stellt er die vielfältigsten Figur im Film da. Auf seine alten Tage spielt er die neben "Magneto" (aus den "X-Men"-Verfilmungen) wohl imposanteste Rolle seiner Karriere. Ich könnte hier jetzt noch mit fünf bis sechs Schauspielern weiter machen, die ebenfalls eine oscarreife Leistung darbieten. Dabei hat Jackson insgesamt recht bekannte Gesichter verpflichtet, aber aben keinen Megahollywoodstar, sondern eher junge und frische Schauspieler. So lockerte vor allem der kauzige Zwerg Gimli in seinem ständigen Zwist und Wettkampf mit dem Elb Legolas (Orlando Bloom) das Geschehen ungemein auf.

Was letztendlich bleibt ist ein Meisterwerk an Film! Ein Fantasyepos, ein unvergleichliches Spektakel, dass mich immer wieder fesseln kann und das ich mir immer wieder gern ansehe; mittlerweile ist es eine Art Ritual geworden, die Trilogie gegen Ende des Jahres zu sehen. Grandos, genial.

9,5/10

Von WARNER BROS. erschienen die 3 Teile in einer stark limitierten Edition, welche die Kinofassungen und die Extended Versions in 4K Ultra-HD beinhalten.

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros/New Line Cinema

Freitag, 19. April 2013

The Hobbit: An Unexpected Journey - Der Hobbit: Eine unerwartete Reise (2012)

http://www.imdb.com/title/tt0903624/

"In einem Loch im Boden, da lebt ein Hobbit..." so beginnt die Geschichte um Bilbo Beutlin, dem Hobbit, der von Peter Jackson auf eine unerwartete Reise geschickt wird - zur Freude der Fans.

Ein weiser alter Zauberer sagte einst über Hobbits, man könne "in einer Woche alles über sie lernen, was es zu lernen gibt, und dennoch können sie einen selbst nach hundert Jahren noch überraschen." So lange ist es eigentlich noch gar nicht her, seit zum letzten Mal einer der Auenland-Bewohner auf der großen Leinwand auszog, um ein Abenteuer zu bestehen, und darum war auch die Geschichte des Einen Rings, in der das Schicksal von ganz Mittelerde in die Hände zweier Halblinge fiel, noch nicht zu Ende erzählt. Bilbo Baggins (großartig: Martin Freeman) ist ein respektabler Auenland-Bewohner, ein Hobbit aus gutem Hause, der nichts am Hut hat mit Abenteuern, Unheil und zwielichtigen Gestalten, bis, eines Tages eine ganze Horde von Zwergen bei ihm mit der Tür ins Haus fällt wird, seine Wohnung auf den Kopf stellt, seine Vorratskammer ratzekahl plündert und ihn zu einer Suche verpflichten will, das verlorene Königreich Erebor wieder zu erobern. Ein Gedanke, der ihn als hoch angesehenen Baggins natürlich völlig entsetzt. Doch ermutigt von Gandalf, dem Grauen (Ian McKellen) findet sich Bilbo zu seinem eigenen Erstaunen auf einem Pony wieder, in Gemeinschaft des Zwergenprinzes Thorin Eichenschild (Richard Armitage) gen Osten reitend, in Richtung des einstigen Zwergenreiches, um den unermesslichen Goldschatz der Zwerge aus den Fängen Smaugs, des Drachen, zu stehlen. Doch längst haben sich Dinge in Bewegung gesetzt, die über dieses kleine Abenteuer weit hinausgehen: Im Osten regt sich ein dunkler Schatten, eine längst überwunden geglaubte Bedrohung. Und tief unter den Nebelbergen findet Bilbo ein unscheinbares Kleinod, das den Lauf der Dinge ins Wanken bringen wird …



Die Unterschiede zwischen dem Hobbit und dem epischen "Herr der Ringe" können gar nicht genug betont werden. Um die Kontinuität auf der Leinwand herzustellen, um die sich Tolkien nicht bemühen musste, stand Jackson nun vor der Mammutaufgabe, die Geschichte des Hobbits an den erzählerischen und visuellen Stil seiner vorherigen Trilogie anzupassen - eine künstlerische Gradwanderung, die, wie ich meine, nicht schwer genug eingeschätzt werden kann. Gemessen daran ist der Hobbit eine Meisterleistung. Der visuelle Stil, die grandiosen Kamerafahrten, der unverkennbare Score aus den Händen Howard Shores machen es dem Zuschauer ungemein leicht, nach Mittelerde zurückzukehren, ebenso der Prolog, eine Überleitung durch Ian Holm und Elijah Wood, die im "Herrn der Ringe" Bilbo und Frodo Baggins verkörperten. Überhaupt ist der Beginn des Filmes fabelhaft gelungen, nicht zuletzt dank des pointierten Spiels Martin Freemans, dessen herrlich überforderter Bilbo seine wunderbar affektierten Schrullen nach Beginn des Abenteuers nach und nach verliert – um sie erst in der besten Szene des Filmes zurückzugewinnen. Überhaupt ein wahres Wunderwerk, wie Jackson die Überleitung des bildgewaltigen Prologs zum beschaulichen Bag End zeigt, den langsam durchscheinenden Wunsch Bilbos, seinem respektablen, braven Hobbit-Dasein zu entkommen, auch das Wanken der Zwerge zwischen frohem Gemüt und wehmütiger Entschlossenheit: Eine charakterliche Ambivalenz, die, wenn überhaupt irgendetwas, in "Lord of the Rings" fehlte.

Aber der Hobbit hat auch seine Schwächen: hier ein Nebenstrang, der künstlich in die Länge gezogen wird, dort eine überflüssige Action-Sequenz, man denke an den Kampf der Steinriesen, der so nicht im Buch vorkam. Vor allem letztere sind ein kleines Grundübel des Films: Wo "Die Gefährten", mit dem ich "Eine unerwartete Reise" gern vergleiche, nur zwei wirklich große Kampfszenen hatte, diese dann aber mit Wucht zu inszenieren verstand, verliert der Hobbit sich hier und dort in belanglosem Krawall, und ich denke dabei vor allem die unsinnig abgeänderte Troll-Szene sowie die furchtbar albern geratene Sequenz mit dem Goblinkönig hervor. In der Tat hebt sich der Film seine einzig wahrlich gelungene Kampfszene für den Schluss auf, ein versöhnlicher Endpunkt immerhin. Doch die Tendenz Jacksons, mit ausgedehntem Schlachtgetümmel literarisches Brachland zu überbrücken, tat sich ja bereits in "Die Rückkehr des Königs", dem dritten Teil der Ring-Trilogie hervor. Doch seine Längen sind verzeihlich, sein Mittelteil mit dem diesmal wenig atemberaubend in Szene gesetzten Bruchtal dann doch kurz genug, ehe wir zum vermutlichen Höhepunkt der Trilogie kommen, der schicksalhaften Begegnung Bilbos mit einer im wahrsten Sinne des Wortes rätselhaften Kreatur, die in den Tiefen der Nebelberge lebt.

Wir haben das Animationswunderwerk Gollum (Andy Serkins) nun schon zwei volle Filme inklusive Überlänge erlebt, lange genug, um uns nicht mehr überraschen zu lassen. Meint man! Aber falsch gedacht: welch ein brillanter Anflug von Kammerspiel, welch eine gespenstische Atmosphäre, und gleichzeitig wie herrlich, dass Martin Freemans Bilbo ausgerechnet in dieser unwahrscheinlichsten aller Situationen unwillkürlich zu seinen alten Marotten zurückkehrt, weil dieses Rätselspiel mit einem zwiespältigen Monster tief unter der Erde mehr seiner Natur entspricht als alles andere, was er auf diesem Abenteuer erlebt hat! Dann die Überleitung zum Schlussduell, welches eben genau den Punkt trifft ohne sich übermäßig hinzuziehen und letztlich ein kurzer, verheißungsvoller Ausblick auf das, was uns noch erwartet. Und was zurück bleibt, ist eine wunderbar unterhaltsame Geschichte, die in großartigen Bildern, phantastischer Musik und großartigen Schauspielern ein gelungenen Eindruck beschert. Und Lust auf die kommenden beiden Filme hinterlässt er mehr denn manch anderer Film. Toll.

8,5/10


Von WARNER BROS. erschienen die 3 Teile in einer stark limitierten Edition, welche die Kinofassungen und die Extended Versions in 4K Ultra-HD beinhalten.


Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros/New Line Cinema