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Sonntag, 27. Januar 2013

Il Mio Nome è Nessuno - My Name Is Nobody - Mein Name ist Nobody (1973)

Samstag, 16. März 2013

Un Genio, Due Compari, Un Pollo - A Genius Two Friends, And An Idiot - Nobody ist der Größte (1975)

http://www.imdb.com/title/tt0073036/

Nobody ist ein Genie: schlagfertig, gerissen und treffsicher. Sein bester Freund, mit dem er sich allerdings ständig in den Haaren liegt, heißt “Lokomotive”. Lokomotive ist Indianer. Vereint sind Nobody und Lokomotive ein durchschlagendes Erfolgsgespann. Diesmal haben sie sich vorgenommen, den betrügerischen Fortkommandanten Major Cabot zur Strecke zu bringen. Dieser Offizier hat 300 000 Dollar an Regierungsgeldern unterschlagen, die als Unterhaltsbeihilfe für Indianer gedacht waren. Auch Regierungsrevisor Colonel Pembroke ist schon unterwegs. Kurzerhand lässt Major Cabot den ganzen Indianerstamm ausrotten, für den das Geld bestimmt war. Tote klagen nicht an. Dann schickt er einen Banditen aus. Er soll den anreisenden Colonel Pembroke ermorden. Nobody und Lokomotive aber wissen immer, woher der Wind weht. Lokomotive verkleidet sich als Regierungsrevisor und will die unterschlagenen Dollars sicherstellen. Aber Major Cabot wird gewarnt und wirft Lokomotive ins Gefängnis. Jetzt hat er eine Geisel und kann Nobody zwingen, seine verbrecherischen Schachzüge zu unterstützen. Damit Cabot am Schluss doch noch matt gesetzt werden kann, müssen Nobody und Lokomotive gleich einen ganzen Berg in die Luft sprengen.

Die vermeintliche Fortsetzung zu einem der besten Abgesänge auf den Italowestern kann nicht ganz mit diesem mithalten, es fehlt einfach das Besondere, das Große. Vielleicht fehlt auch einfach nur jemand wie Henry Fonda. Das lässt sich auch über die Musik von Ennio Morricone sagen, denn das Hauptthema wirkt vielleicht etwas zu sehr ins komödiantische gezogen, aber gerade bei der Verfolgungsjagd zu Pferd und Kutsche zeigt er wieder einmal seine große Klasse. Aber "Un Genio, Due Compari, Un Pollo" (der ja mit "Mein Name ist Nobody" im Original nicht allzu viel zu tun hat) ist immer noch ein sehr guter Vertreter seines Genres. Er hat zwar nach einem wirklich gelungenen Anfang inkl. dem Duell zwischen Hill und Klaus "die ausgekotzte Zwergpygmäe" Kinski für eine gewisse Zeit einen leichten Hänger. Aber Hill und vor allem die Dialoge von Rainer Brandt nehmen im letzten Drittel wieder richtig Fahrt auf. Hier hält der Film so einige Kalauer bereit, die die Lachmuskeln des geneigten Sympathisanten wieder einmal extrem beanspruchen lassen.

Etwas störend ist nur, dass in den früher fehlenden Szenen und der damit einhergehenden Neusynchro Bezug auf das Original genommen wurde und Terence Hill nicht mehr (wie man uns in Deutschland weiß machen wollte) als Nobody auftritt, sondern sich hier auf wundersame Weise in Joe verwandelt. Nur damit wirkt der Streifen geringfügig schlechter als der berühmte Vorgänger. Die Inhalte haben außer der Titelfigur aber auch nicht mehr viel miteinander zu tun. Aber vieles, was im ersten Film neu war und die so das Fundament für die Westernkomödie schuf, wirkt hier einfach wie neu aufgelegt. Es gibt nur wenige neue Kniffe. Der Plan, den Nobody hier ausgearbeitet hat, erklärt sich dem Zuschauer erst ganz am Ende - und da hat man vielleicht auch schon wieder einiges vergessen. Insgesamt ein wenig zu komplex für einen in erster Linie reinen Spaß- und Unterhaltungsfilm. Wie auch im ersten Teil erkennt man deutlich die Einflüsse von Sergio Leone in Bildtechnik und Bildsprache. Insgesamt also eine recht gelungene "Fortsetzung", wenngleich beim Inhalt auch bisschen weniger mehr gewesen wäre. Dafür entschädigt aber der bereits angesprochene und großartige Auftritt hat Klaus Kinski als Doc Foster. Toller Film.

7,5/10

Mittwoch, 24. Juni 2020

Cipolla Colt - Zwiebel-Jack räumt auf (1975)

https://www.imdb.com/title/tt0072785/

Der skrupellose Öl-Magnat Lamb (Martin Balsam) tyrannisiert die texanische Kleinstadt Paradise City. Die ansässigen Farmer werden zum Verkauf ihres Guts gezwungen. Wer sich weigert, wird von Lambs Leuten umgebracht. Doch dann kommt der Revolverheld Zwiebel-Jack (Franco Nero) in die Stadt und der kann nicht nur scharf schießen. Dafür hat Zwiebel-Jack ein sprechendes Pferd mit offensichtlichen Verdauungsproblemen, die Hose voller Knollengewächse und ein Grundstück mit kostbarem Erdöl im Boden. Letzteres interessiert unseren Helden aber weniger. Er will dort nur Zwiebeln pflanzen, im Gegensatz zu den ehrenwerten Herrschaften von der Super-Oil Company...

Das klingt schon doof? Ist es auch. Der Film von Enzo G. Castellari orientiert sich eindeutig an "Mein Name ist Nobody" mit Terence Hill, was in der deutschen Version natürlich durch den Einsatz von dessen Stammsprecher Thomas Dannenberg noch verstärkt wird. Dieser leiht Franco Nero ebenfalls seine Stimme und auch sonst - das ist sogar das Beste am Film - kalauert die berühmte Rainer-Brandt-Synchro munter drauf los. Bei den ulkigen Sprüchen in rotzig-blödem Schnodder-Deutsch muss man gelegentlich einfach grinsen ("Ah, meine Leber." - "Muskelkater angesoffen?"). Dafür kann der Streifen im Original ja nun mal nichts und retten kann es den Kaperkram keineswegs, nur minimal erträglicher machen. Warum auch immer, aber merkwürdigerweise scheint zumindest Nero seinen Spaß an dieser (im Ansatz) völlig dämlichen Parodie von "Spiel mir das Lied vom Tod" zu haben. Hier erbt nicht eine hübsche Witwe, sondern ersteht Zwiebel-Fetischist Jack ein Farmland, hinter dem auch ein skrupelloser Konzernchef her ist. Martin Balsam könnte als "Mann mit dem goldenen Arm" genauso gut auch ein fünftklassiger "James Bond"-Bösewicht sein, sollte vielleicht mal darüber nachdenken, seinen Agenten für solche Rollenangebote zu ohrfeigen, darf aber immerhin einen tuntigen Adolf Hitler (kein Scherz!) seinen Untertanen nennen. Egal wie merkwürdig das klingt, bei "Zwiebel-Jack räumt auf" wird ohnehin alles wirr zusammengeworfen, was man damals nach zwei Flaschen Grappa wohl als komisch eingestuft hat.

Eine affige Italo-Western-Persiflage mit Kindergarten-Humor, eine Prise "Mr. Ed" (warum der Gaul auch immer spricht und warum das komisch sein soll - man weiß es nicht), abgeschmeckt mit Slapstick-Verfolgungsjagden a là Benny-Hill, billigstem Klamauk, zeitgeschichtlichen, deshalb noch lange nicht lustigen Anspielungen und ganz schlimmen, hochnotpeinlichen Schwulen-Witzchen, die man bald schon homophob nennen könnte. Mag man den Machern aber nicht ernsthaft unterstellen, dafür ist das Ganze einfach zu infantil, das könnte ein 8-jähriger geschrieben haben. Das dürfte auch in etwa die Zielgruppe sein. Erwachsene Menschen müssen sich das gesundheitsgefährdend schön saufen und selbst dann... Bei gefühlt 200 alternativen Spencer/Hill-Filmen gibt es echt kaum Argument für diesen Schwachsinn - außer, dass man sich mit diesem überdrehten, hochgradig bescheuerten "Nobody"-Rip-Off als Kuriositäten-Liebhabern "weiterbilden" möchte.

5,5/10