Dienstag, 21. Januar 2014
Gladiator (Extended Version) (2000)
In der Blütezeit des Römischen Reiches sehnt sich der Feldherr Maximus (Russell Crowe), nach einer weiteren gewonnenen Schlacht gegen die Germanen, zurück zu seiner Familie nach Spanien. Der im Sterben liegende Imperator Marc Aurel (Richard Harris) hat für ihn jedoch einen anderen Plan. Er möchte den beliebten und erfolgreichen Feldherren zu seinem Nachfolger erwählen. Als Commodus (Joaquin Phoenix) von den Plänen seines Vaters erfährt, ermordet er ihn, um die Macht an sich zu reißen. Maximus, der den Verrat erahnt, verweigert Commodus die Gefolgschaft. Dieser verurteilt daraufhin Maximus samt seiner Familie zum Tode. Maximus kann seiner Hinrichtung entfliehen und eilt verzweifelt nach Spanien, um seine Familie zu retten, doch er kommt zu spät. Seine Frau und sein Sohn wurden von Commodus Häschern ermordet. Geschwächt durch seine Verletzungen wird er gefangen genommen und in Afrika an die Gladiatorenschule des Proximo (Oliver Reed) verkauft. Beseelt von dem Gedanken, seine Familie zu rächen, wird Maximus zum erfolgreichen Gladiator. Doch statt Ruhm und Ehre wartet er nur auf dem Moment, wenn er im Kolosseum von Rom seinem Erzfeind Commodus gegenüber treten wird.
Als im Jahr 2000 Ridley Scott seinen "Gladiator" in die Kinos brachte, war das wohl so eine Art Wiedergeburt. Viele ähnliche Produktionen rund um das Thema Rom und Gladiatoren sollten die Jahre drauf folgen. Und Ridley Scott war nach fast 3 Jahren Abstinenz endlich zurück und dies ziemlich bombastisch und mit viel Getöse. "Gladiator" erzählt eine klassische Story bzw. eine klassische Rachestory, die man sicher schon 1000mal gesehen hat, aber in diesem Gewand immer noch fasziniert. Beeindruckende Kulissen, eine tolle Kameraarbeit und opulentes Schlachtgetümmel machen "Gladiator" vor allem aber zu einem optischen Leckerbissen.
Aber auch die darstellerische Leistung weiß vollauf zu überzeugen. Allen voran natürlich Russel Crowe, der ja auch für seine Darstellung des römischen Feldherrn Maximus einen Oscar gewann. Starke Konkurrenz bekommt er aber von Joaquin Phoenix in der Rolle des Commodus. Phoenix spielt den ganzen Cast fast an die Wand. Ansonsten bekommt man noch einen routinierten Richard Harris und Oliver Reed zu Gesicht, die ja leider mittlerweile verstorben sind. Connie Nielsen übernimmt den einzigen weiblichen Part in der Hauptbesetzung und macht ihre Sache auch ausgesprochen gut. Für gelungene Lacher sorgt sogar noch (unfreiwillig) Ralf Möller in seiner Nebenrolle.Dem Film merkt man ohne Zweifel an, dass Scott hier einen modernen Inszenierungsstil gewählt hat, um das Genre ins neue Jahrtausend zu katapultieren. Die Schlacht zu Beginn des Films oder auch die Gladiatorenkämpfe in den Arenen sind mit relativ viel Blut getränkt und mit schnellen Schnitten ausgestattet. Das führt vielleicht manchmal dazu, dass man vor allem bei Schlachten etwas die Übersicht verliert und auch die Gewaltspitzen nicht ganz zum Zuschauer vordringen können. Das mag so gewollt sein und stört auch nicht im Mindesten. Hinsichtlich der musikalischen Untermalung wurde ein modernerer Ton angeschlagen. Mit Hans Zimmer als Komponist erhält der Streifen den bombastischen und eindringlichen Sound der neuen Blockbuster- Generation. Hans Zimmer gelingt dabei aber ein wirklich guter Spagat zwischen klassischer und moderner Filmmusik und der Soundtrack zu "Gladiator" zählt bis heute zu meinen Lieblingssoundtracks, allen voran die Titel "Progeny" und "Now We Are Free".
Die hierbesprochene erweiterte Fassung läuft knapp 16 Minuten länger als die Kinofassung. Diese enthält ein paar relativ nützliche Szenenerweiterungen, die den Film weder besser noch schlechter machen. Sie zeigen eben nur ein paar kleine weitere Szenenerweiterungen und Dialoge, eben mehr "Gladiator" und angesichts der Wertung ist das wohl auch gut so. Eine Übersicht gibt es wie immer hier: schnittberichte.com. Für mich jedenfalls ist dieser Film jedes Mal ein Erlebnis, denn Ridley Scott's "Gladiator" fühlt sich an wie ein Abend im Theater.
9/10
Die 4K Ultra-HD Erstauflage gab es exklusiv im Steelbook. Diese Edition beinhaltet beide Versionen des Films, sowohl die Kino- als auch die Extended Fassung und eine dritte Scheibe mit massig Bonusmaterial.
Quellen:
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures
Donnerstag, 6. März 2025
Gladiator II (2024)
Nach dem Tod seines Idols Maximus (Russell Crowe) wurde Lucius (Paul Mescal), der Sohn von Lucilla (Connie Nielsen), außerhalb des Römischen Reichs in Sicherheit gebracht. Dem Einfluss römischer Korruption, Intrigen und Machtgerangel entzogen, wächst Lucius an der nordafrikanischen Küste in Frieden zu einem jungen Mann heran – bis er eines Tages von der Vergangenheit eingeholt wird. Seine neue numidische Heimat wird von römischen Legionen unter der Führung von General Marcus Acacius (Pedro Pascal) überfallen. Traumatisiert von tragischen Verlusten wird Lucius nach Rom verschleppt und an den Gladiatorenstall-Besitzer Macrinus (Denzel Washington) verkauft. Zur Unterhaltung des Volkes und der Co-Kaiser Geta (Joseph Quinn) und Caracalla (Fred Hechinger) soll er in der Arena um sein Leben kämpfen. Von unbändiger Wut angetrieben, will Lucius dem Imperium einen Schlag versetzen und vor allem Rache an dem Mann nehmen, den er als seinen ärgsten Feind ansieht: General Acacius, der allerdings mit Lucius Mutter Lucilla verheiratet ist...
Die Zeitung GameStar schrieb, dass die Fortsetzung zu Ridley Scotts Meisterwerk "Gladiator" aus dem Jahr 2000 "so unterhaltsam wie überflüssig" sei - und das trifft es perfekt und lässt im Grunde sämtliche nachfolgende Worte nur wie ein erklärendes Anhängsel aussehen. Dennoch hat der zweite Teil, der - bis auf den Titel - kaum etwas mit dem originalen Film zu tun hat, seine Daseinsberechtigung, wenn man in Richtung schiere Unterhaltung blickt. Scotts brutale, spektakuläre Fortsetzung greift nämlich genau die Art von Blutgier auf, die im alten Rom für Aufregung sorgte, doch er ähnelt dem Original so sehr, dass es ein Remake sein könnte.
"Unterhalte ich euch nicht?", brüllte Russell Crowe im Original über den Leichen von etwa einem halben Dutzend gepanzerter Kämpfer. Dieser Satz hat sich in das kollektive Gedächtnis eines jeden Cineasten eingebrannt. Er fasst auch Ridley Scotts kriegerischen und schlagkräftigen Regieansatz für diese bullige, sachliche Fortsetzung zusammen. Fast ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit der erste Film 2001 fünf Oscars abräumte (darunter für den besten Film und den besten Schauspieler für Russell Crowe), aber bemerkenswert ist, wie wenig sich geändert hat. Um fair zu sein: es gibt ein paar nette Einfälle. In "Gladiator II" erhält Paul Mescal Tunika und Kampfsandalen als versklavter, aber edler Krieger Lucius. Denzel Washington verbeißt sich in eine tolle Rolle als aalglatter, ehrgeiziger Gladiatorenmeister Macrinus und steigert das Spektakel (und, das muss man auch sagen, die Albernheit) mit Haien im Kolosseum, einem angreifenden Nashorn und einer furchterregenden CGI-Höllenkreatur, die halb rasierter Pavian, halb Dämon zu sein scheint. Ja, das Publikum (der Zuschauer) wird durchaus unterhalten, wie könnte es auch anders sein? Aber abgesehen von Haien und Nashörnern fehlen auffällig frische Ideen. Diese Fortsetzung ist so sehr von ihrem Vorgänger abgeleitet, dass sie praktisch ein Remake ist.
6,5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Paramount Pictures
Poster/Artwork: Paramount Pictures
Samstag, 1. Februar 2020
Gladiator (2000)
In der Blütezeit des Römischen Reiches sehnt sich der Feldherr Maximus (Russell Crowe), nach einer weiteren gewonnenen Schlacht gegen die Germanen, zurück zu seiner Familie nach Spanien. Der im Sterben liegende Imperator Marc Aurel (Richard Harris) hat für ihn jedoch einen anderen Plan. Er möchte den beliebten und erfolgreichen Feldherren zu seinem Nachfolger erwählen. Als Commodus (Joaquin Phoenix) von den Plänen seines Vaters erfährt, ermordet er ihn, um die Macht an sich zu reißen. Maximus, der den Verrat erahnt, verweigert Commodus die Gefolgschaft. Dieser verurteilt daraufhin Maximus samt seiner Familie zum Tode. Maximus kann seiner Hinrichtung entfliehen und eilt verzweifelt nach Spanien, um seine Familie zu retten, doch er kommt zu spät. Seine Frau und sein Sohn wurden von Commodus Häschern ermordet. Geschwächt durch seine Verletzungen wird er gefangen genommen und in Afrika an die Gladiatorenschule des Proximo (Oliver Reed) verkauft. Beseelt von dem Gedanken, seine Familie zu rächen, wird Maximus zum erfolgreichen Gladiator. Doch statt Ruhm und Ehre wartet er nur auf dem Moment, wenn er im Kolosseum von Rom seinem Erzfeind Commodus gegenüber treten wird.
Maximus. Der General, der zum Sklaven wurde. Der Sklave, der zum Gladiator wurde. Der Gladiator, der dem kaltblütigen Kaiser trotzte. Es ist eine sehr einfache, aber keine dumme Geschichte über Rache, Liebe, Treue, Verrat, Wahnsinn und natürlich Tod. Der Film entwirft also eine sehr archaische Welt mit ganz altmodischen, aber dafür auch ziemlich authentisch wirkenden Figuren. Für ironische Brechungen oder gar Humor ist hier kein Platz - es geht um Leben und Tod, und das spürt der Zuschauer in jeder Einstellung. Ridley Scott entfesselt einen Sturm auf der Leinwand. Die Bilder sind in ihrer barocken Ästhetik durchweg monumental; viele Szenen sind in das Licht der untergehenden Sonne getaucht, was viel zur fatalistischen Atmosphäre des Films beiträgt. Die Actionszenen sind durchweg dramatisch und hochexplosiv, jedoch wohldosiert eingesetzt, so dass sie ihren vollen Effekt erzielen können und nicht in langweiligen, weil auf die Dauer ermüdenden Nonstop-Kämpfen münden; besonders der Showdown ist in seiner Inszenierung ungewöhnlich und beweist, dass die Dramatik eines Zweikampfes nicht proportional mit seiner Länge zunimmt, sondern dass sich gerade in einem relativ kurzen Kampf die ganze Unerbittlichkeit im Konflikt zwischen Maximus und Commodus offenbart.
Auch die Musik von Hans Zimmer stört zur Abwechslung einmal nicht, hier hat das sonst unerträgliche Pathos der Zimmerschen Kompositionen einmal seine volle Berechtigung. Allzu häufig ist das nicht der Fall. Zur Freude für die Fans des Schauspielerkinos können sich auch alle Darsteller gegen den audiovisuellen Bombast durchsetzen. Scott gibt ihnen glücklicherweise auch noch genügend Raum in stilleren Szenen, um ihr Potential auszuspielen. Russell Crowe ist eine imposante Erscheinung, so unerbittlich er im Kampf ist, so subtil agiert er abseits des Schlachtfelds bzw. der Arena; seine feine Mimik und seine kleinen Gesten statten Maximus auch ohne große Worte mit einer für einen Mainstream-Hollywoodfilm ungewöhnlich großen Vielschichtigkeit aus. Joaquin Phoenix spielt den Bösewicht abseits aller Konventionen; sein Commodus ist ein ganz übel verdrehter Charakter zwischen Scheusal und kleinem Jungen, für den man nicht selten sogar Mitleid empfindet. Connie Nielsen macht das bestmögliche aus ihrer recht konventionellen Rolle als leidende Lucilla. Richard Harris ist als Marcus Aurelius souverän, Oliver Reed in seiner letzten Rolle als Proximo fast schon der heimliche Star der Films. Sogar Ralph Möller wirkt in seiner Nebenrolle authentisch und hervorragend besetzt, auch wenn er für (unfreiwillige) Lacher sorgt.
Eine kleine Enttäuschung ist lediglich das unsäglich kitschige Ende, in dem Lucilla im vollbesetzten Kolosseum einen grauenhaften, so pathetischen wie lächerlichen Monolog hält. Hätte Scott die Szene, in der Maximus über das Feld zu seiner Familie geht, als letzte Einstellung gewählt, wäre der Film in meinen Augen fast perfekt gewesen. Aber in Hollywood weiß man nur in den seltensten Fällen, wie man einen großartigen Film anständig enden lässt.
9/10
Die 4K Ultra-HD Erstauflage gab es exklusiv im Steelbook. Diese Edition beinhaltet beide Versionen des Films, sowohl die Kino- als auch die Extended Fassung und eine dritte Scheibe mit massig Bonusmaterial.
Quellen:
Inhaltsangabe: Universal Pictures
Poster/Artwork: Universal Pictures














