Sonntag, 23. Juni 2013

Cliffhanger (1993)

http://www.imdb.com/title/tt0106582/

Old-School-Actioner und einer meiner Lieblinge unter den vielen. Für viele sicher zu flach und völlig übertrieben, aber mir gefällts. Ehemals wegen 3 Szenen indiziert, heute frei ab 16 Jahren.

Gabe Walker (Sylvester Stallone) gilt als der beste Mann der Bergwacht in den Rocky Mountains, doch nach einem tödlichen Unfall hat er sich geschworen, nie wieder einen Fuß in die Berge zu setzen. Sogar seinen Job als Chef der Bergungsmannschaft hat er aufgegeben. 8 Monate sind vergangen, als ein Flugzeug in den Bergen abstürzt. Die Überlebenden müssen so schnell wie möglich gerettet werden. Für Walker ist das eine Frage der Ehre. Er beschließt, erneut den Aufstieg zu wagen und sein Trauma hinter sich zu lassen. Doch was Walker auf dem Gipfel erwartet, stellt ihn auf eine harte Probe, denn die augenscheinlich Überlebeneden sind fiese Gangster auf der Suche nach ihrem Geld...

Die bewährte Einer-Gegen-Alle-Formel in einem ungewöhnlichen aber dafür richtig geilen Setting, schön blutig und hart insziniert und Sly in Topform. Der Film bietet hervorragende und vor allem unterhaltsame Action und selbst schauspielerisch kriegt man hier einen der besten Bösewichte aller Zeiten zu sehen, den niemand besser hätte spielen können als John Lithgow. Stallone ist hier in einer seiner stärksten Rollen zu sehen und spielt die Rolle des Helden auch noch glaubhaft. Außerdem sorgt er mit seinen One-Linern für einige guter Lacher. Für mich ist "Cliffhanger" ein wahres Glanzstück aus dem Actionbereich und einer der besten Filme von Stallone.

7,5/10

Einst indiziert und nun schon freigegeben ab 16 Jahren - uncut versteht sich. STUDIOCANAL bietet zum Film in der ungekürzten Neuauflage ein schickes Steelbook:

Donnerstag, 20. Juni 2013

Meet The Parents - Meine Braut, ihr Vater und ich (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0212338/

Inhalt: Genau in dem Moment, in dem Greg seine Angebetete Pam um ihre Hand bitten will, klingelt bei ihr das Telefon. Am anderen Ende: ihre Schwester, die Pam erzählt, daß sie demnächst heiraten wird, und daß ihr Freund bei ihrem Vater um ihre Hand angehalten hat. Greg denkt sich: “was der kann, kann ich auch”, und beschließt, ebenfalls bei Pams Vater vorzusprechen. Bald ist es auch so weit: Pam und Greg machen sich auf den Weg zu ihren Eltern. Dort muß Greg ziemlich schnell feststellen, daß Jack, der Brautvater, nicht besonders gut auf ihn zu sprechen ist. Dazu kommt noch, daß der Möchtegern-Bräutigam auch alles versucht, um Jack zu gefallen – und das hat fatale Folgen. So richtig interessant wird es als Greg herausfindet, daß Jack keineswegs ein pensionierter Florist ist, sondern daß er vielmehr bei der CIA dafür zuständig war Doppelagenten zu entlarven. Es ist unmöglich diesen Mann anzulügen, ohne daß er es merkt. Na dann … Alles Gute, Greg!

Eine klasse Komödie, die vor allem durch das grandiose Zusammenspiel von Ben Stiller (die "männliche Krankenschwester" und dazu jüdischen Glaubens, zwei Klischeés schlechthin)  und Robert De Niro (wie ein Autokrat mit herrlich verkniffenem Gesichtsausdruck) so gut funktioniert. Der Humor ist, wie man das von Stiller Filmen gewohnt ist, zwar eher niedrig angesiedelt, jedoch eigentlich immer zum wegschmeißen, dank witziger Begegnungen, Situationskomik und peinlichen Wortspielen. Amüsant!

7/10

http://tinyurl.com/nlx66nh

Mittwoch, 19. Juni 2013

Crazy, Stupid, Love (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1570728/

Die Liebe - unendliche Erklärungsversuche für etwas, was so einfach und zugleich auch wieder so kompliziert sein kann, so grausam wie schön. Das muss auch Cal Weaver (Steve Carell) feststellen: Der Mittvierziger, der den amerikanischen Traum von wunderbarer Familie, tollem Job und großem Haus lebt, sieht sich auf einmal mit dem Ende dieser Konstellation konfrontiert, als ihm seine Frau Emily (Julianne Moore) offenbart, dass sie ihn betrogen hat und nun die Scheidung will. Cal fällt aus allen Wolken und in die Abgründe der Trostlosigkeit: Wie soll jemand wie er, der seine Highschoolliebe ehelichte, also quasi jungfräulich in die Ehe ging, auf der Piste wieder Frauen klar machen? Auf einer seiner Selbstmitleidstouren lernt Cal zufällig den attraktiven Womanizer Jacob (Ryan Gosling) kennen, der ihn unter seine Fittiche nimmt. Unter der ausgewiesenen Expertise des Date Doctors liegen Cal die Frauen bald zu Füßen, doch er sehnt sich immer noch nach seiner Emily…

Ein ganz kruder Mix aus den Genres der gleichermaßen eine sensible Tragikkomödie mit einem Liebesfilm mixt, auf sehr kleinem personellem Raum ein Episodendrama absieht und regelmäßig ziemlich over the top geht. Letzteres bezieht sich auf Szenen wie die wo Vater und Sohn bei einem Schulfest am Mikrofon vor allen Leuten minutenlang ihre Differenzen klären ohne dass irgendeiner mal ein einschreitendes Wort ergreift, oder aber permanent dumme Zufälle bescheinen und die Personen miteinander verknüpft sind ohne es zu ahnen - insbesondere im letzten Drittel gibt es eine Szene in der ein unerwarteter Storytwist erscheint. Irgendwie kann sich der Film nicht darauf festlegen was er denn nun sein will, Komödie, Drama, ernsthaftes Gefühlskino oder lockere Unterhaltung. Eigenartigerweise stört einen diese Unentschlossenheit kaum, im Gegenteil, aus dem ständigen Wechsel der Emotionen entsteht ein ungemein amüsanter und warmherziger Film bei dem man mit den Figuren mitfühlt und lachen kann ohne dass man über sie lacht. Das ist vor allem der erlesenen Besetzung zu verdanken: Julianne Moore als Biest ist nicht so mögenswert, aber mit Steve Carrell, Ryan Gosling, der sagenhaften Emma Stone, Marissa Tomei und selbst Kevin Bacon in einer herrlich widerlichen Nebenrolle steht eine fette Starbesetzung die den Film perfekt trägt.

Der Film sticht zudem besonders angenehm aus den Komödien der heutigen Zeit heraus, so ist er zwar erwartungsgemäß romantisch, kommt aber zumindest ohne blöden Slapstick oder Witze unter der Gürtellinie aus. So besticht er lieber mit geistvollen und witzigen Gesprächen, peinlichen Begegnungen und urkomischen Situationen, wie aus dem Leben gegriffen. Das macht Spaß und so kommt während der knapp 2 Stunden auch keine Langeweile, sondern das von Anfang an gesetzte Happy-End. Ist unterm Strich zwar eine Komödie aber nicht das lockere Gute-Laune Filmchen das mancher vielleicht erwartet. Trotzdem sehr gut gemacht, gefällt.

7,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Warner Bros.

10,000 B.C (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0443649/

Wir schreiben das Jahr 10.000 vor Christus, wie es sich Roland Emmerich vorstellt. D’Leh (Steven Strait) ist ein junger Jäger, der gerne die hübsche Evolet (Camilla Belle) beeindrucken möchte. Das geht am besten, wenn er in der Rangordnung seines in den Bergen lebenden Stammes aufsteigt. Bei der Jagd versucht er, der Mutigste zu sein und schafft es tatsächlich, den Leitbullen einer Mammutherde im Alleingang zu erlegen. Allerdings plagt ihn sein Gewissen, weil ihm beim Töten des Mammuts letztendlich Kollege Zufall zur Hilfe kam. Doch als Evolet mit einer Handvoll weiterer Stammesmitglieder von einer brutalen prähistorischen Hochkultur entführt und versklavt wird, hat D’Leh noch einmal die Chance zu zeigen, was für ein Kerl in ihm steckt. Gemeinsam mit Ziehvater Tic‘Tic (Cliff Curtis), Ka’Ren (Mo Zinal), seinem Widersacher um die Gunst von Evolet, und dem jungen Baku (Nathanael Baring) nimmt er die gefährliche Verfolgung auf. Die Gruppe dringt tief in unbekanntes Gebiet vor und muss sich bei ihrer Reise allerhand Gefahren stellen...

Ach Herr Emmerich! Nach großartigen Blockbustern wie "Independence Day" oder "The Day After Tomorrow" (der allerdings auch schon nicht mehr zu den großen weltbewegenden Werken gehörte) kam dieser Streifen, dessen Story in wenigen Sätzen zusammengefasst werden kann: Es begab sich zu einer Zeit, in der Mann und Bestie ungezähmt waren und gewaltige Mammuts auf der Erde umher wanderten. Eine Zeit, in der Ideen und der Glauben geboren wurden, welche die gesamte Menschheit für immer prägen sollten. "10.000 B.C." erzählt die Geschichte eines jungen Jägers (Steven Strait), der seine Armee quer durch eine gewaltige Wüste führt, in erbitterte Kämpfe mit Säbelzahntigern und prähistorischen Raubtieren gerät, auf untergegangene Kulturen stößt und versucht, die Frau, die er liebt (Camilla Belle), aus den Fängen eines feindlichen Kriegsherrn zu befreien.

Das klingt ja soweit ganz gut, aber was der deustche Regisseur hier abgeliefert hat, spottet eigentlich jeder Beschreibung: die Story ist altbacken und platt, der Held läuft ohne auch nur eine Miene zu verziehen durch die Klimazonen der steinzeitlich angehauchten Welt und beweist einer wesentlich höher angesiedelten Kultur, dass (und man verzeihe mir, dass ich dafür einen Satz aus dem wesentlich besseren "300" stehle) "auch ein Gottkönig bluten kann". Denn genau darauf läuft die ganze Wanderung hinaus und somit ist Langeweile - weil man das Gefühl hat, alles schon einmal gesehen zu haben - vorprogrammiert. Unterwegs trifft er auf einen Säbelzahntiger, den er aus Mitleid vor dem Ertrinken rettet, nur damit ihm die Großkatze später freundschaftlich zur Seite stehen kann... solche Stories überlässt man besser den Disney-Studios. John Landis ("Blues Brothers" und "Burke & Hare"), den wir auf dem FantasyFilmfestival nights 2011 persönlich trafen, gab zu Emmerichs Werken auch seinen Senf dazu und meinte während einer Q&A lachend, dass der Herr Emmerich keine Geschichte erzählen könne - nur Welten zerstören, aber das bombastisch. Er meinte, dass, wenn sie einmal in einer Premiere eines Emmerich-Films in Hollywood säßen, das ganze Publikum lauthals angesichts der Zerstörungsorgien lachen würde. Diese Aussage kann man ohne weiteren Kommentar so stehen lassen. Hier jedenfalls hat Emmerich genau diese These - dass er eben nur zerstören und nicht aufbauen kann, eindrucksvoll bewiesen. Schade, der Film hatte durchaus Potential. Immerhin sind die Animationen gut geworden. Wie es besser geht zeigte beispielsweise Mel Gibson's "Apocalypto".

5/10

Von WARNER BROS. Home Enterteinament kommt das Steelbook in der Erstauflage im Mosaik-Design, exklusiv bei amazon.de, und wegen seiner Aufmachung im vergoldeten Perlmuttdesign ist es eines schönsten und mittlerweile auch teuersten, die es gibt.

Brother (2000)

http://www.imdb.com/title/tt0222851/

Takeshi Kitanos Filme sind im Grunde alle sehr gut - jeder auf seine Art. Sein Yakuza-Film "Brother" ist kühl, brutal und spannend. Kitano, der gleichzeitig Regisseur, Drehbuchautor und Darsteller ist, spielt die Hauptrolle Aniki Yamamoto, welcher ins Exil nach Amerika fliehen muss und dort in einen Bandenkrieg zwischen Yakuza und amerikanischen Gangs gerät...

Rein optisch erinnert der Film mit seinen etwas verwaschenen Farben an die Filme der 70er, inhaltlich aber mehr an einen (amerikanischen) Gangsterfilm der 30er Jahre. "Brother" erklärt sehr wenig, vieles muss man sich selber zusammenreimen. Die ungewöhnliche Kombination aus langen, sehr statischen Einstellungen und den teils extrem brutalen Gewaltausbrüchen ist typisch für Kitano. Dazu passt der Soundtrack, der jede Szene so perfekt untermalt und die Spannung betont, dass man erwartungsvoll und gebannt auf den Bildschirm schaut, um bloß nicht zu verpassen, was wohl als nächstes passieren wird. Einzig die hölzerne Spielweise der amerikanischen Schauspieler trübt etwas die Stimmung. Ansonsten aber ein sehr guter Film, den sicher nicht viele kennen.

7/10

http://tinyurl.com/l8xxty5

Dienstag, 18. Juni 2013

Zero Dark Thirty (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1790885/

Einer der vielversprechendsten Oscar-Anwärter 2013 und für mich eigentlich auch der Gewinner 2013. Leider ist das aber "Argo" geworden, sodass für den Thriller "Zero Dark Thirty" nur der zweite Platz blieb. Regisseurin Kathryn Bigelow zeigt darin die Jagd einer CIA-Agentin auf Osama Bin Laden.

Frisch von der High-School wurde Maya (großartig: Jessica Chastain) von der CIA für nur einer Aufgabe engagiert: Sie soll den Anführer von al-Qaida Osama Bin Laden aufspüren. Nach zähen Ermittlungen und zahlreichen Verhören glaubt sie in Abu Ahmed einen der wichtigsten Kuriere gefunden zu haben. Doch während sie fest an ihre Spur glaubt, sorgt sich Washington mittlerweile viel mehr um den nächsten Terrorakt von Osamas Nachfolgern. Ihr zur Seite steht schließlich das Navy-Seal Team 6 um Team Leader Patrick (Joel Edgerton), eine der besten Spezialeinheiten der Welt. Normalerweise arbeiten sie im Verborgenen, an Orten von denen die Welt den Blick abgewendet hat. Diesmal liegt jedoch die Hoffnung einer gesamten Nation auf ihnen. Ihre Jagd führt sie von Afghanistan und den Black Sites der CIA ins Grenzgebiet Pakistans.

Das Team Bigelow und "The Hurt Locker"-Autor Mark Boal hat wieder einmal bewiesen, dass sie einfach das richtige Gespür für spannende und realitätsnahe Begebenheiten haben. Thematisch bewegen sich die beiden wieder auf dem "altbekannten" Terrain Afghanisten/Pakistan/Iran/Irak und wieder dreht sich alles um das Thema 11. September und die operative amerikanische Auenpolitik. Ob das nun hart an der Realität ist oder auch nur messerscharf an selbiger vorbei schrammt... wer weiß. In der temporeichen aber doch dokumentarisch gehaltenen Story, die immerhin einen Zeitraum von über 10 Jahren umspannt, verzichtet Frau Bigelow glücklichweise auf zuviel Patriotismus und Symbolik und konzentriert sich nüchtern auf das Wesentliche: die Arbeit der Agenten auf der Suche nach dem "gefährlichsten Mann der Welt". Bigelo hat so eine gewisse Gabe, die auch Hitchcock hatte... Dinge in den Köpfen der Zuseher erscheinen zu lassen, die einen fesseln, vor den Bildschirm bannen und sogar erschrecken... auch wenn dann letztendlich gar nichts passiert. Das fasziniert mich. Permanente aber gleichbleibende Spannung in diesem brisanten Thriller sind ein weiterer positiver Aspekt der Erzählung. Hier plätschert nichts vor sich hin, man hat das Gefühl, dass jede Sekunde wichtig ist - und das bei einen zweieinhalbstündigen Film, der zum Nachdenken über viele verschiedene Aspekte anregt, der auf anspruchsvollem Niveau spannend und interessant zugleich ist.

"Zero Dark Thirty" ist ein sehr guter, vielleicht sogar sehr wichtiger Film über ein sehr heikles Thema, mit dem in der gezeigten Form bestimmt nicht jeder zurecht kommt und der mit Sicherheit auch nicht jedermanns Geschmack tifft - aber immerhin zum Nachdenken anregt. Klasse!

8,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Gangster Squad (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1321870/

Männerkampf mit Trenchcoat, Fedora und Maschinenpistolen. Wenn das Ende der Prohibition eines bewies, dann das: Die organisierte Kriminalität war nun etabliert. Jede Großstadt hatte ihre Gangstersyndikate, die zahlreiche Netzwerke ausgebildet hatten, um ihren Machtanspruch zu behaupten. Diese Macht stieg in den folgenden Jahren und Jahrzehnten noch drastisch an und setzte so die Polizei massiv unter Druck. Um sich überhaupt behaupten zu können, musste sie lernen, Feuer mit Feuer zu bekämpfen: Das Gangster Squad war geboren. Ein solches stellt Bill Parker (Nick Nolte), Polizeichef der LAPD, in den 1940ern unter Leitung des rustikalen John O’Mara (Josh Brolin) zusammen, um einen der Gangsterbosse der Ostküsten-Mafia, Mickey Cohen (Sean Penn), aus Los Angeles heraus zu halten und in seine Schranken zu weisen. Das Gangster Squad rekrutiert sich aus verdienten und skrupellosen Polizisten wie Sgt. Jerry Wooters (Ryan Gosling), Conway Keeler (Giovanni Ribisi) oder Max Kennard (Robert Patrick). Einmal Mitglied des Gangster Squad gibt es kein Zurück mehr, denn offiziell existiert die Spezialeinheit nicht. Als Wooters sich in Grace Faraday (Emma Stone) verliebt, nimmt Gangster Mickey Cohen das Wirken des Gangster Squad nicht nur als Bedrohung seiner Geschäfte wahr, sondern auch persönlich...

Regisseur Ruben Fleischer ("Zombieland") beweist wieder einmal, dass er eine Geschichte gut umsetzen kann, auch wenn diese Geschichte an kleinen Details krankt. Glücklicherweise nimmt Ruben Fleischer sein Projekt aber offenbar zu keiner Minute ernst ohne ins Klamauk- oder Komödienhafte abzugleiten und spätestens wenn Sean Penn mit einem übertrieben coolen Satz ("Hier kommt der Weihnachtsmann!") um die Ecke kommt, um dann in einer schönen Extrem-Zeitlupe alles in Grund und Boden zu ballern, sollte das auch wirklich beim Zuschauer angekommen sein. "Gangster Squad" ist eine maßlos überstilisierte Hommage an das altmodische Gangster-Genre, dass einem das Lächeln auf die Lippen treibt, vorausgesetzt man kann mit dem genre etwas anfangen. Die Vorgabe ist denkbar einfach: Gewalt wird mit Gewalt bekämpft. Ein harter Oberschurke, der nach dem Siegermanifest lebt und alles an sich reißt, muss zerschlagen werden. Da hagelt es coole Sprüche, da spritzt das Blut und die Optik des Los Angeles in den vierziger Jahren ist vom feinsten. Eigentlich gibt es in diesem explosiven Machwerk keine Grenzen, denn in seiner einfachen und leichtverständlichen Art macht der Film immer genau das worauf er Lust hat - und das ist eben die meiste Zeit blutig und brutal und ohne Umschweife dargestellt. Voller Klischeés wird durch die Großstadt gejagt, weit weg von Realismus - und doch ist das Ganze so cool und temporeich, dass man letztendlich sagen muss: nicht anspruchsvoll, aber extrem unterhaltsam.

7,5/10

Zum Film gibt es ein schickes und zugleich limitiertes Steelbook:


Quellen: 
Inhaltsangabe: Warner Bros.