http://www.imdb.com/title/tt2292845/
Ein sehr brutaler Serienkiller, genannt der Nachtschlitzer (Charles
Rettinghaus), hält die Stadt mit seinen grausamen Taten in Atem und die
Polizei schafft es einfach nicht, ihn dingfest zu machen. Grund genug
für Doc Rock (Markus Knüfken), Radio-Moderator seines eigenen
Kellersenders "Night Hawk", seinem Ärger darüber in der Öffentlichkeit
Luft zu machen und die Behörden ob ihrer Unfähigkeit zu provozieren.
Doch nur wenige Augenblicke später ruft ein ganz besonderer Hörer in
seiner Sendung an: Der Nachtschlitzer selbst ist am Apparat und schlägt
Doc ein krankes Spiel vor, bei dem ein Menschenleben gefährdet ist. Der
Schlitzer gibt die Verantwortung über das Leben der Geisel in die Hände
des Moderators und der muss nun versuchen, den Mörder davon abzuhalten,
ein weiteres Opfer zu hinterlassen. Sollte es ihm gelingen, kommt die
Gefangene sogar frei. Jetzt liegt es an Doc: Er muss schnell und
fehlerlos handeln, denn ansonsten wird er selbst zur nächsten Leiche...
Ein Psycho-Terror-Horror-Thriller mit Katz-und-Maus-Spielchen, zynischem
Grundton und einer hohen Frequenz an Wendungen, vor allem am Ende als
alle Puzzleteile sich ineinander fügen und die aufgestellten
Dominosteine umgestoßen werden um das Gesamtbild zu offenbaren. Aus
Deutschland. Oder kurz: Die deutsche Antwort auf "SAW". Es geht um den
Moderator eines nächtlichen Piratensenders, der von einem total irren
und bestialischen Frauenmörder/Serienkiller in ein makaberes Psychospiel
um Leben und Tod verwickelt wird. Da das Ding aus Deutschland kommt, klingt das auf den ersten Moment ziemlich übel.
Aber "On Air" ist dann doch noch gut, phasenweise sogar sehr gut,
und zudem sehr unterhaltsam anzuschauen, wenn man über ein paar Schwächen hinwegsehen kann. Etwas unausgegoren wirkt nämlich beispielsweise die Figur des Nachtschlitzers, in den etwas zu
viel hineingepackt worden ist. Er ist zu psychopathisch und derbe überzeichnet. Dazu kommen einige Plotholes und Dinge, die etwas zu arg auf Zufall ausgelegt ist, aber dennoch weiß "On Air" mit einer stimmig-intensiven und düsteren
Atmosphäre zu punkten. Die Umsetzung der Geschichte, die zudem spannend inszeniert
war, auch wenn alles ein bisschen unwirklich und überzeichnet herüber kommt
(was aber wohl auch so beabsichtigt war), ist in Ordnung.
Die Masse an Twists zum Ende hin, von denen so einige richtig fies und perfide waren, ziehen den Film noch etwas in fragwürdigeres Stirnrunzeln herab, aber dies ist nur ein weiterer geringer
Wermutstropfen eines trotz alledem ansonsten ebenso gemeinen wie vergnüglichen
Horrorthrillers, der Lust auf mehr deutsche Genrekost macht. Schade,
dass Riedl und Vauth seitdem nicht mehr als Filmemacher in Erscheinung
getreten sind.
5/10
Donnerstag, 8. Februar 2018
Mittwoch, 7. Februar 2018
Hell Or High Water (2016)
http://www.imdb.com/title/tt2582782/
Der geschiedene, zweifache Vater Toby Howard (Chris Pine) und sein frisch aus dem Gefängnis entlassener Bruder Tanner (Ben Foster) versuchen verzweifelt, die Familienfarm im Westen von Texas zu retten. Ihre verstorbene Mutter hinterließ das Anwesen mit erheblichen Schulden bei der Bank, die sie nicht mehr begleichen konnte und weshalb der Zwangsverkauf droht. Die Brüder Howard schrecken auch vor Straftaten nicht zurück, wollen mehrere Banken überfallen, um mit dem erbeuteten Geld zu verhindern, dass ihr Heim und die dazugehörigen Ländereien zurück an den Staat gehen. Allerdings kommen ihnen schnell der Texas Ranger Marcus Hamilton (Jeff Bridges) und sein Partner Alberto (Gil Birmingham) auf die Spur und eröffnen die Jagd. Geschnappt zu werden, ist für Toby und Tanner jedoch keine akzeptable Option...
Der geschiedene, zweifache Vater Toby Howard (Chris Pine) und sein frisch aus dem Gefängnis entlassener Bruder Tanner (Ben Foster) versuchen verzweifelt, die Familienfarm im Westen von Texas zu retten. Ihre verstorbene Mutter hinterließ das Anwesen mit erheblichen Schulden bei der Bank, die sie nicht mehr begleichen konnte und weshalb der Zwangsverkauf droht. Die Brüder Howard schrecken auch vor Straftaten nicht zurück, wollen mehrere Banken überfallen, um mit dem erbeuteten Geld zu verhindern, dass ihr Heim und die dazugehörigen Ländereien zurück an den Staat gehen. Allerdings kommen ihnen schnell der Texas Ranger Marcus Hamilton (Jeff Bridges) und sein Partner Alberto (Gil Birmingham) auf die Spur und eröffnen die Jagd. Geschnappt zu werden, ist für Toby und Tanner jedoch keine akzeptable Option...
Fences (2016)
http://www.imdb.com/title/tt2671706/
Die 50er Jahre in Pittsburgh, USA: Der afroamerikanische Ex-Baseballspieler Troy Maxson (Denzel Washington) ist Müllmann und trägt schwer daran, es als Sportler nie dahin geschafft zu haben, wo er hinwollte. Troys Familie besteht aus Ehefrau Rose (Viola Davis), die alle von Troys Launen kennt – die ihn liebt, wenn er sanftmütig ist und ihn erträgt, wenn er herrisch wird. Die Familie besteht weiter aus Sohn Cory (Jovan Adepo), einem Teenager mit Ambitionen auf eine Footballkarriere, die vom Vater dadurch torpediert wird, dass der seine eigenen sportlichen Enttäuschungen auf den Sprössling projiziert. Außerdem sind da Lyons (Russell Hornsby), Troys sanftmütiger Sohn aus seiner vorherigen Ehe, ein 34-jähriger finanziell klammer Jazzmusiker, und Troys jüngerer Bruder Gabriel (Mykelti Williamson), ein Kriegsveteran. Diese Familie droht zu zerreißen, als Troy eine fragwürdige Entscheidung offenbart...
Die 50er Jahre in Pittsburgh, USA: Der afroamerikanische Ex-Baseballspieler Troy Maxson (Denzel Washington) ist Müllmann und trägt schwer daran, es als Sportler nie dahin geschafft zu haben, wo er hinwollte. Troys Familie besteht aus Ehefrau Rose (Viola Davis), die alle von Troys Launen kennt – die ihn liebt, wenn er sanftmütig ist und ihn erträgt, wenn er herrisch wird. Die Familie besteht weiter aus Sohn Cory (Jovan Adepo), einem Teenager mit Ambitionen auf eine Footballkarriere, die vom Vater dadurch torpediert wird, dass der seine eigenen sportlichen Enttäuschungen auf den Sprössling projiziert. Außerdem sind da Lyons (Russell Hornsby), Troys sanftmütiger Sohn aus seiner vorherigen Ehe, ein 34-jähriger finanziell klammer Jazzmusiker, und Troys jüngerer Bruder Gabriel (Mykelti Williamson), ein Kriegsveteran. Diese Familie droht zu zerreißen, als Troy eine fragwürdige Entscheidung offenbart...
Wenn Denzel Washington nicht die
Hauptrolle in "Fences" spielen würde, hätten viele Zuschauer diesen Film wohl nie
gesehen. Doch Washington hat schon zu viele starke Filme gemacht, um diesen zu
ignorieren. Die Beschreibung und Reaktionen vielerorts ließen bereits im Vorfeld
ein zähes, schwer zugängliches Werk in Überlänge vermuten, das viele Sehgewohnheiten wohl mit Füßen treten wird, und genau das ist es leider auch. Man merkt sofort, dass der Film auf einem Theaterstück basiert, aber
anders als bei guten Theater-/Kammerspielen ist die Story nicht spannend genug
und baut zu wenig Spannung auf, sondern resultiert eher in einem sehr
langatmigen Film.
Allein die Anfangsphase - wir reden hier von einer Dreiviertelstunde - ist nur ein einziger Wortschwall, der den Zuschauer wie ein Zug überfährt. Eine Handlung ist nicht erkennbar, weder, worum es in diesem Film eigentlich gehen soll, noch, wohin das alles führt. Inhaltlich ist gefühlt 90% des Gesagten in dieser ersten Phase unwichtiger Smalltalk, der nur dazu dient, die Charaktere zu beleuchten: Washington ist ein verbitterter Prinzipienreiter, der nach außen den fröhlichen, guten Menschen zeigt, aber seine antiquierten Werte den anderen Familienmitgliedern überstülpt. Allmählich zeichnet sich ab, dass die anderen damit nicht glücklich sind und sich dagegen auflehnen, was im Verlauf in Streitereien und schließlich offene Konfrontation mündet.
"Fences" erweist sich in der zweiten Phase als reines Familiendrama, das seine kargen Inhalte nur sehr langsam und extrem Dialoglastig entfaltet. Zudem, dass schon diese Form der Inszenierung kaum zu ertragen ist, interessieren auch die Inhalte nur bedingt, wenn nicht sogar gar nicht. Unbekannten Menschen beim Streiten zu zusehen, oder wie sie mit ihren Problemen hadern, daran scheitern, hat wohl nur für Voyeure eine Bedeutung, und ist genauso, wie wenn Gaffer auf der Autobahn nach einem Unfall stieren. "Fences" erreicht damit genau das Gegenteil dessen was er wohl erreichen wollte, denn es nervt, weil die Handlung ausschließlich auf "Soap" ausgerichtet ist und man gezwungen wird, sich mit den Problemen anderer auseinanderzusetzen, obwohl einem kaum etwas ferner liegt. Erst viel zu spät am Ende nimmt der Film etwas Fahrt auf.
Mit allem, was "Fences" repräsentieren möchte, sinken Interesse und Unterhaltungswert trotzdem gen Null. Wenn man bei der Stange bleiben kann und über die vielen Belanglosigkeiten hinwegsieht, könnte man dem Film noch etwas abgewinnen. Dass es trotzdem ein paar Punkte gibt, reflektiert Washingtons starke Leistung als wirklich starker Charakterdarsteller, die damit gewürdigt sei und die tolle Kameraarbeit. Aber mehr kann man hier kaum mitnehmen.
5/10
Allein die Anfangsphase - wir reden hier von einer Dreiviertelstunde - ist nur ein einziger Wortschwall, der den Zuschauer wie ein Zug überfährt. Eine Handlung ist nicht erkennbar, weder, worum es in diesem Film eigentlich gehen soll, noch, wohin das alles führt. Inhaltlich ist gefühlt 90% des Gesagten in dieser ersten Phase unwichtiger Smalltalk, der nur dazu dient, die Charaktere zu beleuchten: Washington ist ein verbitterter Prinzipienreiter, der nach außen den fröhlichen, guten Menschen zeigt, aber seine antiquierten Werte den anderen Familienmitgliedern überstülpt. Allmählich zeichnet sich ab, dass die anderen damit nicht glücklich sind und sich dagegen auflehnen, was im Verlauf in Streitereien und schließlich offene Konfrontation mündet.
"Fences" erweist sich in der zweiten Phase als reines Familiendrama, das seine kargen Inhalte nur sehr langsam und extrem Dialoglastig entfaltet. Zudem, dass schon diese Form der Inszenierung kaum zu ertragen ist, interessieren auch die Inhalte nur bedingt, wenn nicht sogar gar nicht. Unbekannten Menschen beim Streiten zu zusehen, oder wie sie mit ihren Problemen hadern, daran scheitern, hat wohl nur für Voyeure eine Bedeutung, und ist genauso, wie wenn Gaffer auf der Autobahn nach einem Unfall stieren. "Fences" erreicht damit genau das Gegenteil dessen was er wohl erreichen wollte, denn es nervt, weil die Handlung ausschließlich auf "Soap" ausgerichtet ist und man gezwungen wird, sich mit den Problemen anderer auseinanderzusetzen, obwohl einem kaum etwas ferner liegt. Erst viel zu spät am Ende nimmt der Film etwas Fahrt auf.
Mit allem, was "Fences" repräsentieren möchte, sinken Interesse und Unterhaltungswert trotzdem gen Null. Wenn man bei der Stange bleiben kann und über die vielen Belanglosigkeiten hinwegsieht, könnte man dem Film noch etwas abgewinnen. Dass es trotzdem ein paar Punkte gibt, reflektiert Washingtons starke Leistung als wirklich starker Charakterdarsteller, die damit gewürdigt sei und die tolle Kameraarbeit. Aber mehr kann man hier kaum mitnehmen.
5/10
Samstag, 3. Februar 2018
The Crucifixion (2017)
http://www.imdb.com/title/tt4181782/Rumänien, 2004: Nachdem ein Exorzismus mit dazugehöriger Kreuzigung zum Tode des Besessenen führte, werden ein Priester und fünf Nonnen des Mordes angeklagt. Dahinter wittert die nach einem schweren familiären Schicksalsschlag sehr religionskritische Journalistin Nicole Rawlins (Sophie Cookson) eine aufsehenerregende Story und fliegt deshalb nach Rumänien, um dort die genauen Hintergründe des Vorfalls zu recherchieren. Zunächst erfährt sie nur wenig, die örtliche Kirche scheint etwas zu verschweigen – doch schon bald verdichten sich die Anzeichen, dass tatsächlich ein waschechter Dämon hinter dem Ganzen steckt. Und plötzlich gerät die Amerikanerin selbst in höchste Lebensgefahr: Dämonen nisten sich nämlich am liebsten in die Körper von Menschen ein, die nicht an Gott glauben.
Wenn man unter einem Film den Namen Xavier Gens liest, horcht man auf, denn man erinnert sich mindestens an sein großartiges Spielfilmdebüt "Frontière(s)", ein Film, der sich nicht allein aufgrund seiner Drastizität ins Hirn brannte und einige Szenen auch bis heute nicht von dort weggehen wollen. Nein, "Frontière(s)" war außerdem durchdacht und wartete neben extremst blutigen Einlagen mit einer fesselnden Story auf. Mit "The Crucifixion" begibt sich Gens nun auf etwas ausgetretenere Pfade, nimmt er sich doch wie so viele Genreregisseure vor ihm dem Thema des Exorzismus an. Doch Gens macht hier etwas, was noch nicht viel vor ihm taten, denn er konzentriert sich wie in "Frontière(s)" auf die Story und lässt seine Protagonistin lieber ermitteln, als irgendeinen tiefgläubigen Priester zum gefühlt tausendsten Male allein gegen einen bösen Dämonen kämpfen.
Nun sind Exorzismus-Filme ja irgendwie die Stiefkinder des Horrorgenres. Sie gehören auf ihre Art und Weise einfach dazu, aber nur wenige schaffen es, aus der breiten Masse herauszustechen, da sie immer wieder dieselbe alte Leier spielen. Soll heißen, solche Filme sind meist etwas dünn. Heißt aber auch, dass Gens "The Crucifixion" einer der besseren Genre-Beiträge der letzten Jahre ist, obgleich er niemals an den unumstrittenen Meister der Exorzismus-Filme ("Der Exorzist") herankommt. Der Film basiert lose auf einer wahren Begebenheit, aber dies ist sicher uninteressant, außer dass sich der Film damit irgendwie wichtiger machen möchte. Das kann man getrost unter den Tisch kehren, denn auf der einen Seite hat er dies nicht nötig und auf der anderen Seite ganz andere Qualitäten: "The Crucifixion" wandelt zwar mit seinem Drehbuch von den "The Conjuring"-Autoren
Chad und Carey Hayes auf keinen allzu neuen Wegen und führt zumeist die
erforderlichen Schritte eines Exorzismus-Filmes aus, aber aus dieser recht oberflächlichen Geschichte holt Gens das Beste heraus. Hier merkt man von Anfang an, dass Gens einfach Lust hatte, diesen Film zu machen. "The Crucifixion" hat einige der atemberaubendsten Landschaftsfotografien,
die man seit langer Zeit in einem Horrorfilm gesehen hat. Und er enthält auch mehr als nur einen Anteil an viszeralen Albtraumbildern, die der Trailer des Films nur andeutet. Auch die
Herangehensweise ist durchaus originell gestaltet. Sicher fehlt es dem Drehbuch etwas an Schreckmomenten, jedoch macht Gens dies mit einer visuellen Tour-de-Force wieder wett und macht aus den wenigen, wirklich angsteinflößenden Momenten wirklich spannende Sequenzen. Dass der Zuschauer bei der Stange bleibt, verdankt der Film zudem seinen Figuren, die sich nur selten abstrus verhalten und die knapp anderthalbstündige Geschichte interessant und folgbar ausrollen. Der Film beginnt eher als Thriller, wenn Nicole (Sophie Cookson) auf eine Mauer des Schweigens
stößt und sich langsam versucht zur Wahrheit vorzukämpfen. Mit der Zeit
werden dann immer mehr Horrorelemente eingestreut - eine Mischung die
erstaunlich gut funktioniert.Mitsamt seiner charmanten Besetzung, angeführt von der hinreißenden Sophie Cookson, macht Gens den Film damit zu einem Sammelsurium aus verschiedenen Genre-Elementen, bei dem er zum Glück auf allzu viele Jumpscares verzichtet und lieber seine Geschichte erzählt. Allein die wenigen Exorzismus-Szenen, bei denen es im Inneren der Räume beginnt zu regnen, sind ein Fest für die Augen. Und am Ende ist "The Crucifixion" ein Film, den man bedenkenlos jedem empfehlen kann, der ein Fan von Exorzismus-Filmen ist und sogar denen, die das Gefühl haben, genug von diesem ganzen Genre zu haben. Wen diese Neu-Inkarnation des Genres nicht an den Knöcheln packt und elektrisiert, der sollte dieses Untergenre am besten vorerst aufgeben. Aktuell gibt es keinen besseren Vertreter als diesen hier.
7/10
The Dentist (1996)
http://www.imdb.com/title/tt0116075/
Als Zahnarzt ist es normal, sich um die hygienischen Belange seiner Patienten zu kümmern. Dr. Alan Feinstone hat jedoch eine sehr extreme Abneigung gegen Schmutz jeder Art. Sei er nun physischer oder psychischer Natur. Da ist an etwas so schmutziges wie Sex gar nicht zu denken. Deshalb muß er auch schon bald entdecken, daß sich seine Frau einen Geliebten hält. Für Dr. Feinstone erweitert sich in diesem Moment der Bereich in welchem er Schmutz bekämpft von der Mundhöhle seiner Patienten zu seinem gesamten persönlichen Umfeld, das er nun von menschlichem Abschaum reinigt. Und sein Terminkalender ist immer voll - schließlich müssen wir alle mal zum Zahnarzt...
"The Dentist" ist ein herrlich sadistischer Schocker der es sogar auf ein Sequel gebracht hat aber insgesamt gesehen vielleicht acht bis zehn Jahre zu spät kam. 1996 aber lagen die meisten Horror Franchises am Boden und so wundert es nicht, dass Dr. Feinstone dann in den Videotheken eher ein minimaler Erfolg beschieden war. Wäre der Streifen in den 80ern gedreht worden hätte er sich bestens in die ausufernden Reihen um Jason, Michael und Konsorten einreihen können. Hier gibt es zwar nichts Übernatürliches aber wenn man ehrlich ist, kann man ruhig zugeben, dass ein Amok laufender Yuppie-Zahnarzt, der seine Patienten quält, wirklich an Ängsten rührt. Kann man jetzt nicht wirklich als Urphobie bezeichnen, wie beispielsweise die Angst vorm schwarzen Mann oder die Furcht im Traum zu sterben aber richtig prickelnd findet wohl niemand den Besuch beim Mann der die Bonushefte ausfüllt. Das mag, ganz salopp ausgedrückt daran liegen, dass die Situation beim Zahnarzt einen ganz schönen Kontrollverlust seitens des Patienten darstellt.
Natürlich steht und fällt ein solcher Film mit der Hauptrolle und da hat Brian Yuzna mit Corbin Bernsen einen absoluten Glücksgriff getan. Der ehemalige "L.A. Law" Anwalt, der nie einen Hehl aus seiner Vorliebe für Trash- und Horrorfilme gemacht hat, füllt die Rolle glänzend aus, hat sichtlich Spass an der Sache und erwischt genau die richtige Mischung aus Bedrohlichkeit und spaßigem Overacting. Am Anfang kommt seine Rolle sogar noch erstaunlich sympathisch rüber und es wird sogar versucht seinen psychischen Verfall einigermaßen glaubhaft zu erklären. Das wird natürlich niemals ein Arthouse-Drama, hat aber bei dem Regisseur aber auch niemand erwartet. Der Rest ist dann purer schwarzhumoriger Sadismus der trotz oder gerade wegen seiner Brutalität (die übrigens hauptsächlich im Kopf des Betrachters entsteht) ein echter Partyspass und alle Menschen, die auf die neueren Folterfilme a la "SAW" oder "Hostel" stehen, sollten ruhig mal auf einen Besuch in Dr. Feinstones Praxis vorbeischauen.
7/10
Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im limitierten Mediabook:
Als Zahnarzt ist es normal, sich um die hygienischen Belange seiner Patienten zu kümmern. Dr. Alan Feinstone hat jedoch eine sehr extreme Abneigung gegen Schmutz jeder Art. Sei er nun physischer oder psychischer Natur. Da ist an etwas so schmutziges wie Sex gar nicht zu denken. Deshalb muß er auch schon bald entdecken, daß sich seine Frau einen Geliebten hält. Für Dr. Feinstone erweitert sich in diesem Moment der Bereich in welchem er Schmutz bekämpft von der Mundhöhle seiner Patienten zu seinem gesamten persönlichen Umfeld, das er nun von menschlichem Abschaum reinigt. Und sein Terminkalender ist immer voll - schließlich müssen wir alle mal zum Zahnarzt...
"The Dentist" ist ein herrlich sadistischer Schocker der es sogar auf ein Sequel gebracht hat aber insgesamt gesehen vielleicht acht bis zehn Jahre zu spät kam. 1996 aber lagen die meisten Horror Franchises am Boden und so wundert es nicht, dass Dr. Feinstone dann in den Videotheken eher ein minimaler Erfolg beschieden war. Wäre der Streifen in den 80ern gedreht worden hätte er sich bestens in die ausufernden Reihen um Jason, Michael und Konsorten einreihen können. Hier gibt es zwar nichts Übernatürliches aber wenn man ehrlich ist, kann man ruhig zugeben, dass ein Amok laufender Yuppie-Zahnarzt, der seine Patienten quält, wirklich an Ängsten rührt. Kann man jetzt nicht wirklich als Urphobie bezeichnen, wie beispielsweise die Angst vorm schwarzen Mann oder die Furcht im Traum zu sterben aber richtig prickelnd findet wohl niemand den Besuch beim Mann der die Bonushefte ausfüllt. Das mag, ganz salopp ausgedrückt daran liegen, dass die Situation beim Zahnarzt einen ganz schönen Kontrollverlust seitens des Patienten darstellt.
Natürlich steht und fällt ein solcher Film mit der Hauptrolle und da hat Brian Yuzna mit Corbin Bernsen einen absoluten Glücksgriff getan. Der ehemalige "L.A. Law" Anwalt, der nie einen Hehl aus seiner Vorliebe für Trash- und Horrorfilme gemacht hat, füllt die Rolle glänzend aus, hat sichtlich Spass an der Sache und erwischt genau die richtige Mischung aus Bedrohlichkeit und spaßigem Overacting. Am Anfang kommt seine Rolle sogar noch erstaunlich sympathisch rüber und es wird sogar versucht seinen psychischen Verfall einigermaßen glaubhaft zu erklären. Das wird natürlich niemals ein Arthouse-Drama, hat aber bei dem Regisseur aber auch niemand erwartet. Der Rest ist dann purer schwarzhumoriger Sadismus der trotz oder gerade wegen seiner Brutalität (die übrigens hauptsächlich im Kopf des Betrachters entsteht) ein echter Partyspass und alle Menschen, die auf die neueren Folterfilme a la "SAW" oder "Hostel" stehen, sollten ruhig mal auf einen Besuch in Dr. Feinstones Praxis vorbeischauen.
7/10
Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im limitierten Mediabook:
Freitag, 2. Februar 2018
The Arrival - The Arrival: Die Ankunft (1996)
http://www.imdb.com/title/tt0115571/
Der NASA-Astronom Zane Zaminski (Charlie Sheen) und sein Kollege Calvin (Richard Schiff) machen eine rätselhafte Entdeckung: Sie empfangen ein Signal aus dem All, das womöglich außerirdischen Ursprungs ist. Doch bei seinem Vorgesetzten stößt er mit seinem Fund auf wenig Gehör und wird prompt gefeuert. Alles deutet daraufhin, dass irgendetwas vertuscht werden soll. Zaminski nimmt die Sache selbst in die Hand und stellt Nachforschungen an. Nachdem sein früher Arbeitskollege ermordet wird, führt ihn die Spur zu einer mysteriösen Hightech-Firma in Mexiko. Zusammen mit der Klimaforscherin Ilana Green (Lindsay Crouse), die das Phänomen ebenfalls untersucht, stößt er auf ein schreckliches Geheimnis...
Der NASA-Astronom Zane Zaminski (Charlie Sheen) und sein Kollege Calvin (Richard Schiff) machen eine rätselhafte Entdeckung: Sie empfangen ein Signal aus dem All, das womöglich außerirdischen Ursprungs ist. Doch bei seinem Vorgesetzten stößt er mit seinem Fund auf wenig Gehör und wird prompt gefeuert. Alles deutet daraufhin, dass irgendetwas vertuscht werden soll. Zaminski nimmt die Sache selbst in die Hand und stellt Nachforschungen an. Nachdem sein früher Arbeitskollege ermordet wird, führt ihn die Spur zu einer mysteriösen Hightech-Firma in Mexiko. Zusammen mit der Klimaforscherin Ilana Green (Lindsay Crouse), die das Phänomen ebenfalls untersucht, stößt er auf ein schreckliches Geheimnis...
Wer im Science-Fiction-Thriller "The Arrival" nach Weltraumszenen und Laser-Gefechten, oder
charakterdarstellenden, pathosschleudernden Helden sucht, dürfte
enttäuscht werden. Dieses Werk überzeugt allein mit einer clever
aufgebauten Story und der spannenden Handlung - vielleicht ist das ein
Grund, weshalb er vielerorts nicht so gut ankommt. Charlie Sheen wirkt glaubhaft als cleverer Radioastronom, der ein
Signal aus dem Weltraum empfängt, das nach Kommunikation aussieht, doch
sobald er es seinem Chef (Ron Silver) zeigt, bricht die Welt für ihn
zusammen. Sheen verliert seinen Job, wird mundtot gemacht, verschafft
sich jedoch mit einer starken Idee Zugang zu Radioantennen-Kapazität und
geht dem Signal nach.
Die Story ist in jeder Phase nachvollziehbar und zeichnet den Wettlauf von Sheen mit einer Macht, die um jeden Preis verhindern will, dass Informationen über ihr Treiben an die Öffentlichkeit gelangen. Doch er lässt sich auch vom Tod der Leute nicht abschrecken, die ihm helfen, und gelangt zum Zentrum der Aktivitäten, die das schlüssige Szenario einer Alien-Invasion enthüllen. "The Arrival" ist einfach gut durchdachte, ideenreiche und spannende Unterhaltung, die nicht vorhersehbar ist (außer vielleicht einer Sache, die aber auch schon im Titel angedeutet ist) und an manchen Stellen ein wenig an "Akte X" erinnert. Vielleicht muss man sich besonders für die angerissene Thematik interessieren, sonst sind die Unkenrufe kaum verständlich. "The Arrival" hat vieles von einem absorbierenden SciFi-Thriller, der Themen aus Astronomie und Klimaforschung geschickt verbindet, und die Zeit wie im Flug vergehen lässt.
7/10
Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im limitierten Mediabook:
Die Story ist in jeder Phase nachvollziehbar und zeichnet den Wettlauf von Sheen mit einer Macht, die um jeden Preis verhindern will, dass Informationen über ihr Treiben an die Öffentlichkeit gelangen. Doch er lässt sich auch vom Tod der Leute nicht abschrecken, die ihm helfen, und gelangt zum Zentrum der Aktivitäten, die das schlüssige Szenario einer Alien-Invasion enthüllen. "The Arrival" ist einfach gut durchdachte, ideenreiche und spannende Unterhaltung, die nicht vorhersehbar ist (außer vielleicht einer Sache, die aber auch schon im Titel angedeutet ist) und an manchen Stellen ein wenig an "Akte X" erinnert. Vielleicht muss man sich besonders für die angerissene Thematik interessieren, sonst sind die Unkenrufe kaum verständlich. "The Arrival" hat vieles von einem absorbierenden SciFi-Thriller, der Themen aus Astronomie und Klimaforschung geschickt verbindet, und die Zeit wie im Flug vergehen lässt.
7/10
Von NSM Records kommt der Film hierzulande ungeschnitten und in HD im limitierten Mediabook:
Donnerstag, 1. Februar 2018
The International (2009)
http://www.imdb.com/title/tt0963178/Der Interpol-Agent Louis Salinger (Clive Owen) ermittelt gegen eines der einflussreichsten Geldinstitute der Welt - die International Bank of Business and Credit (IBBC). Dabei muss er mit ansehen, wie sein Partner nach dem Treffen mit einem wichtigen Informanten plötzlich tot zusammenbricht. Kurze Zeit später wird auch dieser Kontaktmann tot aufgefunden. Gemeinsam mit der New Yorker Staatsanwältin Eleanor Whitman (Naomi Watts) versucht Salinger zu beweisen, dass die Bank mit den Todesfällen in Verbindung steht. Die beiden folgen den Spuren nach Berlin, Mailand, New York, Istanbul – aber je tiefer sie graben, desto klarer wird, wie weit die Macht der IBBC wirklich reicht. Die Bank schreckt vor nichts zurück, um die beiden Ermittler zu stoppen...
Tom Tykwer gilt schon lange als einer der begabtesten Regisseure des deutschen Filmes, mit "Das Parfüm" zeigte er bereits einen Film von internationalem Format und übernimmt hier nun die Regie eines typischen amerikanischen Thrillers. Der betreibt zwar inhaltlich größtenteils Resteverwertung, aber das dämpft die Stimmung kaum: Clive Owen als souveränder Held und Naomi Watts hetzten hinter Informanten und Hinweisen her um die böse Großbank zu entlarven, geraten dabei aber laufend in brisante Situationen deren absolutes Highlight sich um New Yorker Guggenheim Museum abspielt: eine rasante Schießerei die ein totales Actionhighlight des Kinojahres 2009 darstellt.
Optisch drehte Tykwer diesen
Kriminal-Politthriller mit einem äußerst passenden Stil. Farblich ist die Bildgestaltung ideal
für das Thema. Kühl, komplex, intelligent und spannend erzählt der Film
seine Geschichte, die von der Realität gar nicht mal sehr abweichend sein könnte. Während fast durchgehend die Aufmerksamkeit desZuschauers gefordert ist, lässt sie ihn zwischendurch umso mehr fesseln und bei den genial in Szene gesetzten Verfolgungsjagden und Schießereien kaum abwenden. Einen sehr intensiven, erstklassigen Soundtrack bekommt man zusätzlich geliefert und baut die nötige Spannung auf. Ansonsten atmet der Film die Atmosphäre der "Bourne"-Filme mit einem Hauch "James Bond". Atemlos, in trostloser Atmosphäre und ohne jegliche Ironie oder Humor. Tom Tykwer erweist sich auf jeden Fall als begabt einen soliden US Thriller auf die Beine zu stellen. "The International" ist ein gut gemachter, nicht plakativer und die meiste Zeit über dezenter Polit-/Wirtschafts-/Krimi-Thriller, der noch einmal etwas mehr wirkt, wenn man sich der realen Inspirationsquelle namens BCCI bewusst ist. Ein Thriller auf hohem Niveau mit eindringlicher, intelligenter Spannung und einem sehenswerten Cast.
7/10
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"21st century, I'm racing a fire to the river with a herd of cattle. And I wonder why my kids won't do this shit for a living" wird einer dieser Cowboys sagen und er trifft damit den Nagel auf den Kopf.
Bei "Hell Or High Water" ist das Gesamtpaket in sich stimmig und beschert dem geneigeten Zuschauer einen toll erzählten, geradlinig, aber dennoch wunderschön inszenierten Film voller authentischer Figuren, angetrieben durch nachvollziehbare Motivationen und versehen mit sinnvollen Handlungen. David Mackenzie gelingt es tatsächlich, diesen vordergründig eher kleinen Thriller zwischen Neo-Western und Heist-Movie mit einer zärtlichen Melancholie aufzuladen und unterschwellig noch viel komplexere Themen anzusprechen und so größer werden zu lassen, als man es anfänglich vermuten würde.
8/10