Sonntag, 11. Oktober 2015

Babysitter Wanted (Unrated) (2008)

http://www.imdb.com/title/tt0819755/

Der Babysitter-Job hat im Genre-Kino seine Tücken. Davon ahnt die Studentin Angie (Sarah Thompson) jedoch noch nichts, als sie ein entsprechendes Angebot der beiden Eltern Jim (Bruce Thomas) und Violet Stanton (Kristen Dalton) annimmt. Das süße Kind Sam (Kai Caster) macht auch einen harmlosen Eindruck, sodass nur die Autopanne auf dem Hinweg die Ruhe ein wenig trüben konnte. Aber sobald es dunkel geworden ist und die Eltern das Haus verlassen haben, schleicht sich das Grauen an. Angie hat das Gefühl, das irgendetwas nicht stimmt. Geräusche beunruhigen die junge Frau ebenso wie bizarre Anrufe. Und dann taucht plötzlich eine furchterregende Gestalt aus dem Nichts auf, die panischen Schrecken verbreitet. Aber das ist er ist der Anfang für eine grauenerregende Nacht, in der Angie erbittert um ihr Leben kämpfen muss.

Ideenreichtum und Umsetzung halten sich bei diesem Film in einem doch eher bescheidenen Rahmen. Allerdings ist der Versuch dem Gore-Genre gerecht zu werden mehrheitlich geglückt. So begrenzt sich also das Vergnügen und der Unterhaltungswert für den Zuschauer auf die wenigen aber dafür deftig angelegten und einwandfreien Splatter-Szenen, die wunderbar vom Mangel an sinnvoller Story ablenken. Schmunzeln kann man, weil so ziemlich alle klassischen Horror-Klischees, angefangen vom christlichen Mädchen mit Rosenkranz, über mysteriöse Anrufe in einem unheimlichen Haus, bis zum Auto, das genau im falschen Moment nicht den obligaten Zündschlüssel aufweist, bedient werden. Dafür wirkt der angedeutete Retro-Stil des Films eher beruhigend auf das Ganze. Insgesamt aber sicher keine Perle unter den Horrorfilmen und auch über weite Strecken recht ereignisarm. Allerdings sind Eltern, die auf die richtige Ernährung ihres Kindes achten, wirklich etwas Feines. 

6/10

Samstag, 10. Oktober 2015

Horrible Bosses 2 - Kill The Boss 2 (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2170439/

Die drei Freunde Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) haben es satt, immer beruflich unter dem Kommando von anderen stehen zu müssen und beschließen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Aber ein schmieriger Investor (Christoph Waltz) macht ihr Vorhaben in letzter Sekunde zunichte, indem er seine Unterstützung zurückzieht. Das verzweifelte Trio schmiedet daraufhin den Plan, den Sohn (Chris Pine) des Finanziers zu entführen, Lösegeld zu verlangen und so doch noch den Traum vom eigenen Unternehmen zu verwirklichen. Während der folgenden Eskapaden begegnen die Kumpels auch wieder ihren ehemaligen Chefs, dem Ekelpaket Dave Harken (Kevin Spacey) und der heißen Zahnärztin Dr. Julia Harris (Jennifer Aniston). Außerdem greifen sie einmal mehr auf die "Expertise" des vermeintlichen Kriminellen Dean "Motherfucker" Jones (Jamie Foxx) zurück...

Wenn ein Film halbwegs erfolgreich ist, dann kommt eine Fortsetzung. So steht es wohl auf der Pforte Hollywoods in Stein gemeißelt. Auch der zweite Teil entpuppt sich als "The Hangover" auf Wirtschaftsebene. Der Humor ist grottig überzogen, und stellenweise einfach nur gequirltes Wischi-Waschi. Viele Lacher hat der Streifen nämlich nicht bei. Allerdings sind komplett alle Charaktere auf Irre geschrieben, sodass Bateman als unsympathischer Schauspieler noch am sympathischten von dem Trio ist. Chris Pine ist in seiner Rolle überraschend gut und fügt sich prima in diese Irrwitzige Kanonage an Psychohumoristen ein.

Der Film lebt von seinen Figuren und nicht ausschliesslich von seinen Dialogen, denn der neo-hippe Humor, über den nur Cannabisgeschädigte wohl lachen können, ist nicht mehr so meins. Die Story ist trotzdem schräg und hat trotz Idiotie seine Schauwerte. "Kill The Boss 2" ist eben so eine Art Film, der sich nicht lange im Gedächtnis einbrennen wird. So viel ist sicher. Der Film ist im Prinzip Abnorm-Humor, mit ganz niedlichen Darstellern. Aber eben auch nicht mehr und auch nicht weniger.

6/10

Auch diesen Film gibt es passend zum ersten Teil im Steelbook. Ebenfalls Mediamarkt und Saturn-exklusiv.

Freitag, 9. Oktober 2015

The Substitute - Mörderischer Tausch (1996)

http://www.imdb.com/title/tt0117774/

Willkommen auf der Duke Highschool, wo Bandenchef Lacas (Marc Anthony) und seine Gang regieren: mit Crack, Heroin und - wenn es sein muss - mit automatischen Waffen. Was Lacas sagt, ist bei den Mitschülern und Lehrern Gesetz. Doch dann geht er einen Schritt zu weit - Lacas zertrümmert mit einem Baseballschläger das Knie seiner Lehrerin Jane Hetzko. Jane holt ihren Freund Shale (Tom Berenger) zu Hilfe. Getarnt als ihr Nachfolger, führt Shale einen kompromisslosen Feldzug gegen das organisierte Verbrechen an der Duke Highschool, bis seine Vergangenheit ihn einholt. Er kann ja nicht ahnen, daß der Drahtzieher ganz oben sitzt...

Die Handlung klingt spaßiger, als der Film im Endeffekt wirklich ist - dafür ist er mit knapp 2 Stunden Laufzeit einfach übertrieben lang und bemüht sich zu sehr um urbane Ekeligkeit und Problemschulenmässige Klischees, die zudem auch noch höchst naiv und weichgespült behandelt werden. Doch sobald der richtig schön doofe Kitsch des Lehrerseins und die wenigen Actionmomente (diese wurden hauptsächlich für den Showdown aufgehoben) das martialistisch-alberne Gerechtigkeitsgefühl in der realitätsfernen High-Concept-Prämisse durchsetzen, durchweht einem dann doch ein bisschen das vergnügte Gerechtigkeits-Action-Vergnügen ins Gesicht. "The Substitue" ist einer der schönsten B-Actionfilme der 90er Jahre, der aus einer schlichtweg hirnverbrannten Idee bestes Entertainment macht. Daß der Film so gut über die Runden kommt, liegt nicht zuletzt an einem ausgezeichneten Ensemble, der Chemie zwischen Berenger und Venora und dem einen oder anderen knackigen Dialog. Und natürlich dem oberfiesen Ernie Hudson.

6,5/10

Von NSM kommt der Film, ungeschnitten und in HD im auf 333 Stück limitierten Mediabook.

Quellen: 
Inhaltsangabe: NSM

An American Crime (2007)

http://www.imdb.com/title/tt0802948/

1965 geben die Schausteller Lester und Betty Likens (Nick Searcy, Romy Rosemont) ihre Töchter zu Gertrude Baniszewski (Cathrine Keener). Sylvia Marie (Ellen Page) und ihre Schwester Jennifer (Hayley McFarland) verstehen sich anfangs sehr gut mit den Kindern des Hauses, und auch Gertrude macht einen sympathischen Eindruck. Vor allem Sylvia freundet sich schnell mit Paula (Ari Graynor), Gertrudes ältester Tochter, an. Doch bald verschlechtert sich das Leben für die Likens-Schwestern, worunter besonders Sylvia leiden muss. Ein Streit zwischen Paula und Sylvia, Intrigen zwischen den Kindern, Gertrudes zunehmende Geldsorgen – größer und größer werden die Probleme. Bis Gertrude Sylvia schließlich von der Schule nimmt und in den Keller des Hauses sperrt...

Es existieren nicht viele Filme, die so grausam intensiv und realistisch wirken, dass man lieber wegschauen möchte. "An American Crime" ist aber eben einer dieser Filme. Der Zuschauer wird mit der grausamen Realität konfrontiert. Und dies ist weitaus unangenehmer als jede noch so blutige Schlachteplatte. Die Misshandlungen und Demütigungen der Pflegemutter sind schon abartig genug, aber die Faszination, die von dieser Gewalt ausgeht und sich virusartig verbreitet ist dafür umso erschreckender. Und dass sich über die gesamte feige Nachbarschaft ein großer Mantel des Schweigens gelegt hat setzt dem ganzen die Krone auf. Das exzellente Schauspiel von Catherine Keener und Ellen Page lassen diese Verfilmung ungemein authentisch erscheinen. Als weiterer Pluspunkt sei das Illinois der 1960er Jahre genannt, welches wirklich authentisch herüberkommt.

"An American Crime" ist ein Film, der auf den Magen schlägt. Versteht man die Tiefe eines solchen Filmes lernt man solch schrecklich inszenierte Bilder zu schätzen, da sie in jedem Zuschauer immer wieder Gedanken aufwühlen können. Im Vergleich zur wahren Geschichte noch relativ "zahm" gehalten, ist "An American Crime" ein absolut stark gespieltes Drama, dessen Story verstört und einen noch eine ganze Weile beschäftigt.

7,5/10

Scenic Route (2013)

http://www.imdb.com/title/tt2012011/

Mitchell (Josh Duhamel) und Carter (Dan Fogler) sind alte Freunde, die in den vergangenen Jahren jedoch kaum noch Kontakt miteinander hatten, da sie jeweils unterschiedliche Entscheidungen für Ihr Leben getroffen haben. Um ihrer Freundschaft neues Leben einzuhauchen und ein wenig Abstand von den Sorgen und Nöten des Alltags zu bekommen, die auf beiden lasten, wollen sie zusammen einen Roadtrip durch die Wüste unternehmen. Doch als ihr Truck mitten im Nirgendwo eine Panne hat und die beiden hilflos am Straßenrand zurückbleiben, hinterfragen die Freunde die jeweiligen Entscheidung des anderen. Von der Hitze und Aussichtslosigkeit ihrer Situation getrieben treten lang zurückliegende Konflikte zutage, was einen folgenschweren Streit und eine brutale physische Auseinandersetzung entfacht.

"Scenic Route" beginnt recht harmlos, und wenn man es nicht besser wüsste, dann könnte der Anfang auch als Komödie á la "Hangover" rüberkommen. Doch diese Szenen sind nur die Ruhe vor dem Sturm. Als der Wagen stehen bleibt ist der erste Grund völlig überraschend ausgefallen, wenn auch etwas makaber und unglaubwürdig. Aber dem soll nicht so bleiben. Obwohl beide Freunde mittlerweile im Laufe der Jahre absolute Gegenpole darstellen, bleibt der Gesprächsstoff sehr interessant: Mitchell´s Leben, der mal eine Frau liebte und mit der "Nächstbesten" heiratete, ein Haus kaufte, erfolgreich im Job ist und einen Sohn sein Eigen nennt, wird von dem arbeitslosen Carter komplett in Frage gestellt. Das hat schon philosophische Ansätze und jeder Zuschauer wird sich auch persönlich mit dieser Frage auseinandersetzen - es sei denn, Smartphone, Fastfood und Playstation 4 kommen zuerst in seiner Nahrungskette.

Währenddessen wird die Lage immer bedrohlicher und die Stimmung aufgrund der schier unglaublichen Naturgewalten immer heftiger, bis es eskaliert. Obwohl "Scenic Route" in der Prärie spielt, ist dieser Film ein Kammerspiel - und er hat es in sich. Dieser Film lebt von seinen Dialogen und erzeugt somit eine unglaubliche Intensität, wobei nicht wirklich eine richtige Spannungskurve entsteht, aber trotzdem den Zuschauer an sich bannt. Die Referenzklasse erreicht dieser Film dennoch nicht. Dafür gibt es zu viel Leerlauf, Dialoge, die man sich auch hätte auch verkneifen können und eben Gevatter Zufall, der den beiden nicht gut gesinnt ist.

6,5/10

Mittwoch, 7. Oktober 2015

Spy - Spy: Susan Cooper Undercover (2015)

http://www.imdb.com/title/tt3079380/

Susan Cooper (Melissa McCarthy) ist eine bescheidene CIA-Analystin, die ausschließlich am Schreibtisch arbeitet. Auch wenn sie damit für die eigentliche Planung der gefährlichen Missionen des Geheimdienstes verantwortlich ist, sind es die Agenten im Feldeinsatz, die anschließend die Lorbeeren für einen erfolgreich abgeschlossenen Job ernten und Susan bleibt weitgehend unbeachtet. Doch als ihr Partner Bradley Fine (Jude Law) den Machenschaften der schönen Raina Boyanov (Rose Byrne) und ihren Strippenziehern im Hintergrund zum Opfer fällt, meldet sich Susan kurzerhand freiwillig für einen heiklen Undercover-Einsatz. Bei diesem soll sie die Organisation eines gefährlichen Waffenhändlers infiltrieren und gleichzeitig wird ihr so die Möglichkeit geboten, Vergeltung für ihren Partner zu üben. In zum Teil unglamourösen Tarnungen, etwa als Katzenliebhaberin aus Iowa, erlebt Susan das Abenteuer ihres Lebens, bei dem sie zur Heldin der gefährlichsten Mission des CIA wird.

"Spy" ist zu Beginn tatsächlich sehr viel besser als erwartet und das, obwohl ich sonst Filme mit Melissa McCarthy meide wie der Teufel das Weihwasser. Tatsächlich war das mehr eine Agentenfilm-Parodie als eine ebensolche Komödie und das überzogene Badass-Schandmaul von Melissa McCarthy ist mehr als einmal geradezu schmerzhaft - trotzdem trifft es hin und wieder den Nagel auf den Kopf. Aber nachdem der Film sogar ziemlich lange Zeit gar nicht mal so schlecht war, sinkt das Niveau dann wenig überraschend ins Unerträgliche und es mutiert zum gleichen Fäkalsprache-Film wie jeder andere Melissa McCarthy-Film auch. Das ist schade, denn gerade aus dieser Story hätte sich mit etwas weniger niveaulosem Herumgelaber eine ordentliche Parodie herauskristallisieren können. Jason Statham mal in einer anderen Rolle zu sehen hat trotzdem Spaß gemacht, die Actionszenen waren - wenngleich übertrieben und völlig unlogisch - gut und die beiden Punkte sind es auch, die den Film vor einem völligen Verriß retten. Er nimmt sich insgesamt nicht allzu ernst und die ganzen Agentenfilme werden herrlich persifliert. Aber als Komödie zu funktionieren fehlt einfach der Witz. Es ist nicht so, dass die Gags nicht alle zünden, sie sind einfach zu sporadisch eingesetzt und das ist für eine Komödie einfach viel zu wenig.

5/10

Dienstag, 6. Oktober 2015

Big Game (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2088003/

Der schüchterne, eher schwächlich gebaute Oskari (Onni Tommila) muss im Rahmen einer Mutprobe eine ganze Nacht alleine in einem abgelegenen Waldstück verbringen. Er soll inmitten der Wildnis, nur mit Pfeil und Bogen bewaffnet, ein Tier erlegen und so beweisen, dass er ein ganzer Mann ist. Oskari aber hat Angst, zu versagen, und selbst sein Vater glaubt nicht an ihn. Dementsprechend schwer wiegt die Last der Aufgabe auf den jungen Schultern – und Oskari hat anfangs noch nicht mal eine leise Ahnung davon, welche Probleme warten. Als nämlich die Air Force One von Terroristen attackiert wird und im Wald abstürzt, entdeckt der Junge den US-Präsidenten (Samuel L. Jackson) in einer Rettungskapsel, der gerade noch so in Sicherheit gebracht werden konnte. In den folgenden Stunden muss sich das ungleiche Paar in einem kräftezehrenden Überlebenskampf bewähren. Die Attentäter sind ihnen dicht auf den Fersen…

Ebenso harmloses wie kurzweiliges Gute-Laune-Trash-Abenteuer mit einem ungewöhnlichen Samuel L. Jackson. Man bewegt sich sehr bewusst völlig abseits der aktuellen Kinogepflogenheiten, setzt auf augenzwinkernde "Oldschool"-Actionmomente und es funktioniert echt gut. "Big Game" ist aberauch einer dieser Filme, die niemandem wirklich etwas tun, weil sie viel zu nichtssagend sind. Das ist nun kein Kompliment, doch etwas Unterhaltungswert bietet er dennoch. Besonders das gesunde Maß an Selbstironie macht die ansonsten reichlich vorhersehbare und klischeebelastete Story erträglich. Samuel L. Jackson mal nicht als Türen und Ärsche eintretenden Badass zu sehen, ist vergleichsweise selten geworden. Er kann's aber auch so, seine Coolness kann er ohnehin nicht völlig abstreifen, die ist einfach angeboren. Technisch ist das Ganze auch in Ordnung, wie es für einen Actionfilm sein sollte. In die Geschichte wird der Film sicher nicht eingehen, als Futter für Zwischendurch mag er aber taugen und eines ist ganz wichtig: er hat Herz und das ist spürbar.

7/10 

Quellen: 
Inhaltsangabe: Ascot Elite