Sonntag, 20. September 2015

A Nightmare On Elm Street 4: The Dream Master - Nightmare On Elm Street 4 (1988)

http://www.imdb.com/title/tt0095742/

Im vierten Teil wird die Geschichte von Kristen Parker (Tuesday Knight) weitererzählt, die Freddy (Robert Englund) unbeabsichtigt befreit. Der kehrt sofort zu seiner alten Leidenschaft zurück - dem Töten! Bei einem Kampf mit dem Mörder überträgt Kristen ihrer Freundin Alice (Lisa Wilcox) ihre Traum-Kräfte. Allerdings versorgt das Mädchen Freddy versehentlich mit weiteren Opfern, als sie andere Kinder in ihre eigenen Träume hineinzieht. Doch mithilfe ihrer besonderen Kräfte kann Alice die Fähigkeiten der ermordeten Kinder übernehmen und stellt sich dem Killer mit der Klingenhand in einem finalen Kampf entgegen...

"A Nightmare On Elm Street 4" kann zwar kaum noch als wirklicher Horror bezeichnet werden, einen gewissen Unterhaltungsfaktor und trashigen Charme hat er aber auf jeden Fall aufzuweisen. Immerhin bleibt der Humor und der unvergessliche Robert Englund als Ikone Freddy Krueger im Gedächtnis, außerdem sind die Traumweltszenen und die (auch sehr blutigen) Effekte visuell einmal mehr beeindruckend gut gemacht und sehen teilweise selbst aus heutiger Sicht noch echt gut aus. Die Story ist ein dafür leider sehr unsinnig und im Gesamtkontext der Reihe nicht wirklich stimmig aber jedem sollte klar sein, dass diese, so wie es auch schon andere Horrorikonen zur Genüge über sich ergehen lassen mussten, eigentlich nur konstruiert wurde um Freddy ein weiteres Mal auf die Leinwände zu schicken. Dafür wird man aber mit einem schönen 80er Jahre-Rock-Soundtrack entschädigt. Man sollte sich aber dennoch bewusst sein, das man es mit einen nicht all zu ernst zu nehmenden Film zu tun hat, der mit dem Original nicht mehr so viel zu tun hat. Wenn man damit leben kann, wird man recht gut unterhalten.

6/10

Von WARNER Home Entertainment kommt der Film auch im wattierten und auf 1.000 Stück limitierten Mediabook. Es enthält die ungeschnittene Kinoversion auf Blu-ray in HD.


Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts/Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros./New Line Cinema

The War Of The Roses - Der Rosenkrieg (1989)

http://www.imdb.com/title/tt0098621/

Geschäftsmann Oliver Rose (Michael Douglas) und seine Frau Barbara (Kathleen Turner) erleben ihre eigene Version der Midlife Crisis. Ihre zunächst glückliche Ehe entwickelt sich in eine völlig andere Richtung, als Barbara darüber nachdenkt, wie ihr Leben ohne Oliver möglicherweise verlaufen wäre. Schließlich läuft alles auf eine Scheidung hinaus. Aber beide weigern sich, das luxuriöse Eigenheim für den anderen aufzugeben. Während Barbara den Scheidungsanwalt Gavin D’Amato (Danny DeVito) beauftragt, zieht Oliver eine markante Trennlinie durch das gemeinsame Haus. Da sich die Streithähne immer noch ständig über den Weg laufen müssen, nehmen ihre Aversionen gegeneinander immer ausuferndere Formen an. Zwischen Oliver und Barbara entwickelt ein "Krieg", der ohne Rücksicht auf Verluste mit harten Bandagen geführt wird.

Ein Film über eine perfekte Ehe? Wohl eher eine garstige Abrechnung. Regisseur und Nebendarsteller Danny DeVito lässt keine Gemeinheit aus, nimmt alle Klischees mit die er so findet und entfacht damit ein köstliches Feuerwerk des schwarzen Humors. Bitterböse und ziemlich hintersinnig. Die Komödie braucht ein wenig Zeit, um richtig in Schwung zu kommen, doch spätestens ab dem Zeitpunkt, da Autos kaputt gefahren werden, wird es richtig turbulent. Und trotzdem ist es gerade gut, dass Danny DeVito sich die Zeit nimmt, den Hergang des großen Scheiterns dieser Ehe zu beleuchten, denn in dem stecken viele Dinge, die man wahrscheinlich in mehr Ehen entdeckt, als man glauben mag. Richtig sehenswert macht den Film aber die Art, mit seinem eigenen Wahnsinn umzugehen. Es hagelt kaltschnäuzige Kommentare und schwärzesten Humor. Michael Douglas und Kathleen Turner spielen sich gegenseitig an die Wand und der Zuseher hat abwechselnd Mitleid mit Ihm und mit Ihr. Danny de Vito als Erzähler trägt diese Geschichte unglaublich gut vor und man ist ab der ersten Minute der Story verfallen und klebt an seinen Lippen. Und so vernimmt der Zuschauer am Ende die Moral von der Geschichte:

"Hundeliebhaber sollten Hundeliebhaber heiraten und Katzenliebhaber Katzenliebhaber." 

8/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Twentieth Century Fox/Gracie Films/Regency International Pictures

Centurion (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1020558/

Das Jahr 117 n. Christus: Die Römer haben Teile Großbritanniens besetzt, die Invasion dauert an. Als besonders widerstandsfähig entpuppen sich die Pikten. Bei einem ihrer Angriffe auf ein römisches Grenzfort kommen alle bis auf Quintus Dias (Michael Fassbender) ums Leben. Nach Rache sinnend schließt er sich der legendären neunten Legion von General Virilus (Dominic West) an. Gemeinsam zieht man nach Norden, um die Pikten vom Erdboden zu tilgen. Dann kommt es zur Katastrophe: Die adoptierte Kundschafterin Etain (Olga Kurylenko) verrät das Heer an ihre Landsmänner, bloß sieben Legionäre überleben das folgende Blutbad. Die Flucht gen Süden ist für Zenturio Quintus Dias allerdings keine Option...

Eine packende und spannend erzählte Story , die geschickt historische Fakten und den Mythos um das damalige Britannien und die 9. Legion der Römer vermischt, mit interessant gestalteten Charakteren mit denen man von Anfang bis Ende mitfühlt bzw. mitfiebert, herausragenden Schauspielern die diese verkörpern, ein Soundtrack der sich einem in's Gedächtnis brennt und somit eine wahre Historienfilm-Perle.

All dies ist "Centurion" leider nicht. Auch wenn man von vornherein kein Epos wie "Gladiator" oder "Spartacus" erwartet, so wird man von "Centurion" doch etwas enttäuscht. Sicher, neue Maßstäbe zusetzen ist schwierig, gerade angesichts vorgenannter Monumentalfilme, dennoch hätte man zumindest einen Streifen erwarten können, der auch etwas mehr paroli bietet. Dabei hat der Film doch mit dem Britannien der Römischen Zeit und wie schon gesagt der sagenumwobenen 9. Legion Roms doch ein sehr interessantes Thema aufgegriffen, bei dem sich sogar heute noch bei Historikern die Geister scheiden. Auch die optische Inszenierung, die Darstellung des kalten, verschneiten, dreckigen, geheimnisvollen Britanniens kann definitiv überzeugen und ist eben eine sehr authentische, wenn auch leicht übertriebene Inszenierung der damaligen Landschaft dieser Insel.


Somit hat "Centurion" schon die richtigen Ansätze, doch bei der restlichen Umsetzung hapert es leider gewaltig. Die Story bleibt völlig unter ihren Möglichkeiten und kann den Zuschauer kaum packen, die Geschichte um den römischen Centurio Quintus, der sich an den Pikten für die Ausradierung seiner Männer rächen will, bleibt über den ganzen Film lang relativ blass und unmotiviert, die Story dümpelt so vor sich hin, und dient nur als Grundpolster für die sehr blutigen und brutalen Metzeleien, die sich aber sehen lassen können und recht Stilsicher umgesetzt wurden. Aber auch die Charaktere bleiben unter ihrem Potenzial und sind vieles, aber nicht vielschichtig. Die Schauspieler agieren okay, mehr aber auch nicht, wobei Michael Fassbender eine seiner schwächsten Performances abgibt. Es ist ein ähnliches Problem wie schon mit seiner Rolle als Stelios in Snyders "300": er ist nicht der, Typ der in die Rolle eines blutrünstigen Spartiaten oder eines stolzen Römers schlüpfen kann. Das steht ihm einfach nicht. Dennoch ist er vom gesamten Cast, bei dem bis auf Dominic West und Olga Kurylenko kaum noch jemand erwähnenswert wäre, noch derjenige, der seine Rolle am besten spielt. Denn ansonsten sind hier keine Meisterleistungen zu erwarten. Auch die sehr auffallenden und teils übertriebenen CGI tragen nicht gerade zur filmischen Haben-Seite bei.

"Centurion" ist also ähnlich wie "Die letzte Legion" ein Film der dem Mythos Britanniens und dessen Geschichte zur Zeit der Römer nicht gerecht werden kann. Der Film hat wirklich gute Ansätze, sei es die Optik oder der Versuch eine stimmige Story zu erschaffen. Leider ist jedoch der Rest mit Umsetzung der Story, die Figuren, der Cast und der Soundtrack leider wenig überzeugend. Eine Enttäuschung, auch wenn "Centurion" keine totale Katastrophe ist.

6/10

The 6th Day (2000)


In der Zukunft des Jahres 2015 ist das Klonen zwar eine weitgehend erprobte Technik, aber sie wird nur bei Haustieren angewendet, weil ein Menschenversuch schlimme Folgen nach sich gezogen hatte. Als der Industrielle Michael Drucker (Tony Goldwyn), der sein Geld mit dem klonen von Haustieren verdient, durch einen Anschlag bei einem Hubschrauberflug ums Leben kommt, nutzen seine leitenden Angestellten ihr Know-how, um den Firmenchef zu klonen. So soll die reibungslose Führung des Unternehmens sicher gestellt werden. Um kein Aufsehen zu verursachen, müssen sie auch den verstorbenen Piloten klonen. Da der ursprünglich vorgesehene Adam Gibson (Arnold Schwarzenegger) den Platz aber mit seinem Partner Hank Morgan (Michael Rapaport) getauscht hatte, wird jedoch der falsche Mann geklont. Denn Morgan hatte vorgegeben, Gibson zu sein. Jetzt machen Killer aus dem Unternehmen Druckers Jagd auf Gibson, um zu vertuschen, dass das strikte Verbote des Menschenklonens gebrochen wurde. Denn zwei Gibsons sind verräterisch.

Hihi - "In der Zukunft des Jahres 2015...". Naja. Ganz so ist es ja dann doch nicht gekommen und auch die coolen Double-X Flieger und Laserpistolen gibt es auch noch nicht. "The 6th Day" ist ein solider Actionfilm der sich zwar um Tiefgang bemüht, in seinen Bemühungen jedoch durch den Versuch komödiantische Aspekte einzubauen etwas untergeht. Schade, da das Thema um das Klonen durchaus interessant und immer wieder aktuell ist. So stellt er Fragen rund um das Thema, ob dies nicht den Menschen helfen kann, ob es richtig ist, ob ein Klon auch ein richtiger Mensch ist? Das sind alles spannende Ansätze, die man so nicht unbedingt in einem Schwarzenegger Vehikel erwartet hätte. Leider ist auch dieser Film nicht vor der Unart Hollywoods geschützt, spannende Sci-Fi Prämissen, spätestens nach der Mitte für hohles Actionspektakel fallen zu lassen. Das ist gelinde gesagt ärgerlich, zumal die Action zwar routiniert aber weder besonders spektakulär noch üppig ausfällt. Da stellt sich schon die Frage, weshalb man nicht lieber einen Charakter-Darsteller gecastet hat und sich mit der Thematik beschäftigt hätte. Die Besetzung ist nämlich ansonsten mit Michael Rooker und Terry Crews als Wiedersacher ordentlich gecastet und auch Robert Duvall holt das Maximum aus seiner sehr limitierten Rolle heraus. Ansonsten bietet er Popcorn-Kino mit durchschnittlichen, etwas hölzernen Darstellern, vielen Special-Effects und ein paar amüsanten Szenen. Zuweilen wirkt er doch arg konstruiert und CGI überladen wird aber dennoch nicht langweilig. Durchaus unterhaltsam, aber eben nicht mehr.

5,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Sony

Samstag, 19. September 2015

The Enforcer - Dirty Harry III: Der Unerbittliche (1976)

http://www.imdb.com/title/tt0074483/

Inspector "Dirty" Harry Callahan (Clint Eastwood) ist zurück – zunächst jedoch nur hinter einem Schreibtisch. Nach einer Gangsterjagd mit 15.000 Dollar Sachschaden haben seine Vorgesetzten genug von den rabiaten Methoden des wenig zimperlichen Cops und versetzen ihn zur Personalabteilung. Doch schon bald erhält Dirty Harry Gelegenheit, seine 44.er Magnum aus der Schublade zu holen und auf die Straßen San Franciscos zurückzukehren. Eine Terroristengruppe, die sich selbst "Armee des Volkes" nennt, bricht in ein Lagerdepot ein und stiehlt große Mengen an Waffen und Munition. Bei dem Überfall kommt auch Callahans ehemaliger Partner ums Leben. Die Kriminellen fordern eine Million Dollar, andernfalls wollen sie die Stadt mit Sprengstoffanschlägen terrorisieren. Bevor sich Harry auf die Jagd nach den Verbrechern machen kann, benötigt er zunächst einen neuen Partner. Seine Wahl fällt auf die junge Polizistin Kate Moore (Tyne Daly), die ihn durch ihre Entschlossenheit beeindruckt. Zwar unterscheiden sich ihre Vorstellungen von Polizeiarbeit erheblich, doch Callahan und Moore müssen zusammenhalten, um die Terroristen zu stellen. Auf der Insel Alcatraz kommt es zum Schowdown.

Während der erste Teil noch kontrovers und brisant und Teil zwei dann etwas zahmer, obgleich actionlastiger war, ist "Dirty Harry III: Der Unerbittliche" ist nun irgend etwas dazwischen. Callahan ist wieder ganz der Alte und er ballert sich seinen Weg mit seiner 44er frei. Auch seinen Zynismus hat er scheinbar wieder gefunden. Die Handlung an sich ist in Ordnung, mehr aber auch nicht. Da konnten die vorherigen beiden Teile durchaus mehr bieten und waren zudem spannender. Die Markenzeichen der Reihe bleiben zwar erhalten, so gibt es wieder einen Raubüberfall, den Harry verhindert und er bekommt einen neuen Partner, aber ansonsten beschäftigt man sich überwiegend mit dem Fall und da boten die vorherigen beiden Teile einfach ein wenig mehr Abwechslung.


Größtenteils liegt es aber an Clint Eastwood, dass man sich "The Enforcer" noch sehr gut ansehen kann, denn er scheint immer noch viel Spaß an seiner Rolle zu haben, spielt mal wieder absolut cool, lässig und es macht weiterhin Spaß ihm zuzusehen. Leider wurde weniger an der formals so hochgelobten Figurenzeichnung gearbeitet, seine zahme Art vom zweiten Teil ist auch gänzlich verschwunden und so bleibt seine Figur recht oberflächlich, was man zu allen anderen Charakteren auch sagen kann.

Die Inszenierung ist für einend dritten Teil recht ordentlich, bietet aber weit weniger Schauwerte als die beiden direkten Vorgänger und da man als Zuschauer eh weiß, wie der Hase läuft ist die Ermittlung bis zum Finale recht unspannend. Aufgehellt wird dies dabei lediglich durch die erfrischend kompromisslose Art der ganster und auch das Finale bietet dann wieder ein paar mehr fetzige Szenen. Auch ist die Atmosphäre wieder ein wenig zynischer geworden, der Grundton ist zwar recht ernst, aber irgendwie gibt sich der Film dennoch ziemlich locker und weiß0 mit ein paar herrlichen Sprüchen zu punkten. Leerlauf besitzt "Dirty Harry III: Der Unerbittliche" kaum und trotz der vorhersagbaren Story kann der Streifen recht ordentlich unterhalten.


"Dirty Harry 3" ist ein ziemlich stumpfer Actionthriller ohne jeglichen Anspruch. Die Handlung ist in Ordnung, die Inszenierung nicht schlecht, die Atmosphäre ganz nett und der Unterhaltungswert hoch. Das reißt einen bestimmt nicht vom Hocker, aber es liegt gerade an Clint Eastwood, dass man sich den Film gut ansehen kann, weil man ihm in der Rolle des Dirty Harry immer noch gerne zusieht. Etwas mehr Figurenzeichnung hätte jedoch absolut nicht geschadet. Alles in einem ein sehenswerter Film, der aber leider nicht mehr viel mit dem kontroversen, ersten Teil zu tun hat.

7/10

In den USA gibt es die komplette Kollektion in einer 5-Disc Ultimate Collector's Edition mit allen 5 Filmen auf Blu-ray, dem Replik von Callahans Polizeimarke, einem informativen Begleitbuch, das Ganze verpackt in 2 Digipaks in einer stabilen Box. Ein echter Blickfang und Schmuckstück. Natürlich auch mit deutschem Ton.

Quellen: 
Inhaltsangabe: Warner Bros.

The Last House On The Left - Das letzte Haus links (1972)

http://www.imdb.com/title/tt0068833/

Auf dem Weg zu einem Rock-Konzert werden die beiden Teenager Mari und Phyllis von einer Gang flüchtiger Straftäter gekidnappt. Während Maris Eltern eine Party für ihre Tochter vorbereiten, gehen die Mädchen durch die Hölle. Schwerste Körperverletzung, Vergewaltigung und Mord sind für den psychotischen Krug Stillo und seine bestialischen Kollegen zur Normalität verkommen. Allerdings hat für die Gang damit der Alptraum erst begonnen. Denn als Nachtlager haben sich die Kriminellen Maris Elternhaus ausgesucht – ein Haus, dem sie womöglich nicht lebendig entkommen...


Als einer von Wes Cravens besten Filme bezeichnet, entpuppt sich "Das letzte Haus links" trotz des harten Themas und - auch die Zeit zu der er entstand bedenkend - expliziten Gewalt, ziemlich schnell als recht schwacher Film, der noch dazu unfreiwillig komisch ist. Die beiden ermittelnden Polizisten wirken wie aus einer Comedy entsprungen und sind hier wortwörtlich dümmer als die Polizei erlaubt. Den Vogel schießt hier aber der sagenhaft unpassende Soundtrack ab, der ein richtiger Atmosphären-Killer ist. Man stelle sich vor, in einem Film wird eine Grabrede gehalten, bei der alle Beteiligten furchtbar bedrückt sind und plötzlich läuft im Hintergrund das Thema der "Benny-Hill-Show". Exakt so fühlen sich einige Szenen (und der Abspann!) in "The Last House On The Left" an. Auch die sehr billige Optik (die zweifelsohne dem Budget geschuldet ist), die schlechten Darsteller, die miesen Dialoge und das dumme Verhalten beim Finale tragen alles andere als dazu bei, ein Gefühl der Beklemmung oder gar des Horrors zu erzeugen. Tatsächlich fällt es schwer, den Film wirklich ernst zu nehmen, was ein völliges KO-Kriterium für einen Horrorfilm mit solcher Thematik ist. So geht nicht nur das Schicksal der beiden Mädchen durch die genannten Punkte ziemlich unter, sondern auch jegliche moralischen Ansätze. Erschwerend kommt nochmal hinzu, dass der Film trotz seiner sehr kurzen Laufzeit auch noch einige Längen aufweist.

"Das letzte Haus links" ist trotz seiner Bedeutung für das Genre letztlich nichts weiter als billiger Trash, der nichts bietet außer inhaltsleere Gewalt. Dabei geht dem Film leider jeglicher trashiger Charme ab. Das Remake ist ohne jeden Zweifel wesentlich gelungener.

"And The Road Leads To Nowhere"

5/10

Von TURBINE Medien in Kooperation mit NSM kommt das Original als "40th Anniversary Edition" im schicken DigiPak, vollständig restauriert und erstmal auch komplett ungekürzt.

Freitag, 18. September 2015

The Babadook - Der Babadook (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2321549/

Nach dem tragischen Tod ihres Mannes führt die junge Krankenschwester Amelia (Essie Davis) ein zurückgezogenes Leben mit ihrem Sohn Samuel (Noah Wiseman). Eines Abends liest sie ihm ein Kinderbuch mit dem Titel Mister Babadook vor und Samuel glaubt, darin das Monster aus seinen Träumen zu erkennen. Anfangs denkt Amelia, die Furcht des Jungen sei unbegründet. Doch die Gutenachtgeschichte entfaltet bald ihren verstörenden Sog und Amelia wird selbst zunehmend mit unheimlichen Phänomenen konfrontiert. Mit dem Babadook sickert eine unheilvolle Bedrohung schleichend in das Leben der beiden. Denn wenn er erst einmal da ist, lässt er sich nicht mehr vertreiben.
So steht es geschrieben.

Ein kleines Meisterwerk des psychologischen Horrors, welches vorführt, was diese Art von Film als Genre zu leisten vermag: eine Materialsierung der psycholgischen Verfassung einer Figur, welche es dem Zuschauer erlaubt, in das Innere des Subjekts vorzudringen. Der langsam sich anschleichende objektivierte Horror, dem man anfänglich als Subjekt noch ganz befremdlich und voller Angst gegenübersteht und welcher sich Schritt für Schritt als das eigene verdrängte Innere heraustellt. Ganz oberflächlich betrachtet dreht die Australierin Jennifer Kent hier die Ausgangssituation von "Der Exorzist" um und fügt dem Ganzen noch etwas Wahnsinn aus Stanley Kubricks "Shining" hinzu. Und das funktioniert recht gut.


Aber der Horrorfilm ist in seinen besten Momenten ja immer einer Spiegel des Verdrängten: das Hervorrufen der Angst wird ja erst dadurch erreicht, dass man sich gegen das Beängstigende wehrt, ihm entfliehen und es wieder verdrängen will. Je mehr man sich doch dagegen wehrt desto stärker wird das vermeintlich fremde Objekt, da das Objekt ein verdrängter Teil des Subjekt ist, vor dem man letztlich nicht fliehen kann - Angst ist nie etwas externes, sondern immer man selbst. Allein das würde alles zu einem meisterhaften Schocker reichen, und in der Tat ist die Umsetzung straff, wobei vor allem die triste Farbgebung und der gruselige Soundtrack eine schaurige Atmosphäre erzeugen. Problematisch sind jedoch die eingeführten Charaktere, denn je eindringlicher die Drehbuchautorin und Regisseurin dem Zuschauer ihr Bild einer überlasteten Mutter in den Kopf hämmern möchte, desto mehr verliert man das Interesse an der nur grob geschnitzten Figur. Das liegt allerdings nicht an der Schauspielerin Essie Davis, die tatsächlich ein hervorragende Leistung abliefert. Auch Filmsohn Samuel (Noah Wiseman), der als Problemkind schon zu Beginn sämtliche Sympathiepunkte verspielt und anscheinend nicht mehr als schreien und dumme Dinge anstellen kann verpielt zu Beginn schon ein paar Punkte. Es macht eben bei einem Film, der eine Geschichte erzählen und die Zuschauer involvieren soll, durchaus Sinn, einen emotionalen Zugang zu den Figuren zu schaffen, bevor der Schrecken Einzug erhält. Und dies wird schlicht und ergreifend verpasst.

Trotzdem kann der Streifen eine gewisse gruselige und gleichzeitig fesselnde Atmosphäre entfalten und vor allem gegen Ende richtig punkten. "Der Babadook" ist ein intensiv gespieltes und inszeniertes Grusel-Psycho-Drama, das die Pfade eines Horrorfilms verlässt und deutlich mehr bietet als ein vergleichbarer Genre-Film. Kein 10 Punkte Meisterwerk, aber außergewöhnlich.

7,5/10

Von CAPELIGHT PICTURES kommt der FIlm auf BD und DVD im Mediabook. Dieses ist aus Leinen und hat immer Innenteil eine herrlich passende (und bisher einzigartige) schaurige Überraschung zu bieten.