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Samstag, 25. April 2015

The Avengers 2: Age Of Ultron (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2395427/

Milliardär, Lebemann und Genie Tony Stark aka Iron Man (Robert Downey Jr.) will ein Friedensprogramm in Gang bringen, doch dabei geht etwas schief. Der niederträchtige Roboter Ultron (James Spader) taucht auf und will nicht weniger als die Ausrottung der Menschheit. Nun ist es an den Avengers, sich wieder zu sammeln und Ultron in die Schranken zu weisen. Zusammen mit Iron Man treten Thor (Chris Hemsworth), Captain America (Chris Evans), Hulk (Mark Ruffalo), Black Widow (Scarlett Johansson) und Hawkeye (Jeremy Renner) dem fiesen Ultron entgegen und bekommen dabei Unterstützung von den ehemaligen S.H.I.E.L.D.-Agenten Nick Fury (Samuel L. Jackson) und Maria Hill (Cobie Smulders). Außerdem kreuzen die geheimnisvollen und mit besonderen Fähigkeiten ausgestatteten Newcomer Wanda (Elizabeth Olsen) und Pietro Maximoff (Aaron Taylor-Johnson) den Weg der Helden, auch bekannt als Scarlet Witch und Quicksilver, und ein alter Bekannter tritt in neuer Gestalt auf: Vision (Paul Bettany). Die Avengers müssen ihre Kräfte vereinen, unsichere Allianzen schmieden, auf unerwartete Aktionen reagieren. Und bei all dem müssen sie versuchen, ein Team zu bleiben…

Heißersehnt war der zweite Teil der "Avengers", vor allem weil im Vorfeld schon viel Appetit auf den Streifen gemacht wurde. Der größte jemals gezeigte SFX-Shot, Erweiterung und Fortführung der Geschichte rund um Iron Man, Thor und Captain America und natürlich der Abschluss von "Phase II", die sich mit dem kommenden "Ant-Man" komplettiert und dann "Phase III" einläutet. Ja, hohe Ansprüche und Erwartungen hatte Regisseur Joss Whedon zu erfüllen - doch schon nach dem ersten Trailer zeigte sich, dass der Mann es einfach drauf hat. Mit beinahe schon epischer Musik (der Track "I've Got No Strings" wurde übrigens aus Walt Disney's "Pinocchio" ausgeliehen und etwas angepasst) und einige fetten Effekten und gerade so viel zur Story, dass man einfach noch Lust auf den Film hat.

Um es gleich vorweg zu nehmen: "The Avengers: Age Of Ultron" wurde von einer über drei Stunden langen Urfassung auf knappe 141 Minuten heruntergekürzt und ist sicher nicht perfekt. So jedenfalls lässt sich Regisseur Josh Whedon zitieren. Aber er hat sich im direkten Vergleich zum Vorgänger noch einmal selbst übertroffen, obwohl ihm ein Schlüsselelement des ersten Teils fehlte: die grundlegende Story, die einen Haufen Einzelgänger zu einem schlagkräftigen Team formte. Eben dieses Element füllt nun Whedon in "The Avengers: Age Of Ultron" mit einer spannenden Reflexion über Totalitarismus, Kontrollsucht, Terrorangst und Schöpferwahn.


Der Film beginnt schon mit einer bombastischen, actionreichen und gleichzeitig witzigen Szene, wenn die Avengers eines der Hydra-Hauptquartiere angreifen, um Lokis Stab, der immer noch einen der Infity-Steine enthält, zurück zu holen und der Film schafft es konstant die knapp zweieinhalb Stunden (die wie im Fluge vergingen) spannend zu bleiben. Schon hier zeigt sich, was den Film ausmachen wird: ausgeklügelte Action (wenn man zum Beispiel zwei Waffen kombiniert um Gegener auszuschalten), Wortwitz und jede Menge SFX. Auch die Helden haben sich weiter entwickelt, sei es nun, dass Ausrüstung und kleine Details oder auch ihr Miteinander verfeinert wurde. Darüber hinaus ist es ebenfalls toll anzusehen, wie auch "kleinere" Mitstreiter dieses Mal wichtigere Rollen bekommen haben. Ein perfektes Beispiel dafür wäre Hawkeye, der nun am Menschlichsten von allen wirken darf. Daneben gefällt Paul Bettany überragend gut in seiner Rolle als "Vision", auch wenn er recht spät kommt und demzufolge auch etwas weniger Screentime hat.

Ein Vorteil dieses Films ist sicherlich, dass die Avengers sich kennen und deswegen wird man als Zuschauer sofort in den Film hineingeworfen. Es wird klar, dass die Bedrohungen noch gefährlicher sind als zuvor, da die Avengers solche Fähigkeiten nicht kennen (die Kräfte von Scarlet Witch und Quicksilver und die bösartige KI von Ultron). Dadurch werden sie noch verletzlicher und auch der Inhalt an einigen Stellen düster, was dem Film sehr gut zu Gesicht steht. Daneben steht die Frage im Raum, warum sich immer wieder in den Kampf stürzen, obwohl es doch oft nichts bringt. Auch dies ist sehr gut gelungen. Mit Ultron hätten sie den finalen Bösewicht des zweiten "Avengers"-Films kaum besser besetzen können. Auch wird dieser hier sehr gut dargestellt und bekam auch eine mehr als angemesse Screentime in diesem Film. Allerdings - und das muss man sich eingestehen - ist die Handlung rund um Ultron recht einfach konstruiert, wo auch schon wieder ein kleiner Nachteil besteht. Es wird nicht vollends geklärt, warum Ultron von Anfang an solche negative Gedanken hat, bzw. die durchaus diskussionswürdigen Thesen interpretiert. Auch der Schluss birgt so im Großen und Ganzen nichts Neues. 


Dennoch ist es einmal mehr der finale Kampf mit dem schon angesprochenen größten SFX-Shot, den es bisher gab. Und der ist wirklich bombastisch geworden. Und wenn dann erst Whedon eine halbe Stadt aus der Verankerung reißt und gen Himmel aufsteigen lässt, wenn man in Zeitlupe sieht, wie die Avengers gegen ihre Feinde vorgehen, oder wenn man sich ansieht, wie der Hulkbuster den Hulk mit brachialster Gewalt inmitten einer Stadt aufzuhalten versucht... da hüpft das Superheldenfanherz vor Freude. Denn die Inszenierung dieser Szenen ist so überwältigend wie brillant: Immer wieder bilden Schnitte und Bewegungen eine Choreografie, die Whedon, zum Beispiel am Anfang, als die Avengers zum ersten Mal wieder gemeinsam in den Kampf ziehen, genüsslich in Zeitlupe zeigt. Man begreift: Hier herrscht Teamwork in Vollendung, jeder Hieb von Hulks Pranke sitzt, jeder Pfeil von Hawkeye trifft, Thors Hammer und Captain Americas Schild bilden, aneinander abprallend, ein schlagkräftiges Gespann. Schöner, effektvoller und detailverliebter hat man so etwas im Kino nur selten gesehen. Leider fehlt aber eine epische (schnittlose) Kampfszene mit dem finalen Gegner und dessen Armee, die im Vorgänger noch enthalten war..

Die musikalische Untermalung steuerten dieses Mal Brian Tyler und Danny Elfman bei. Und obwohl dies eine gesunde Mischung versprach, so ist der Score hier eher zurückhaltend und weit weniger pompös, als noch im Vorgänger. Auch wenn altbekannte Themen vorhanden sind, vermisst man doch im Sinne des epischen Ausmaßes einen etwas bedeutungsschwangereren Ton. Dies tut dem Film selbst aber keinen Abbruch, denn erneut liefern sich die Helden gegenseitig bissige Sprüche und Neckereien, ein erleichternder anarchistischer Ton, der schon seit "Iron Man" ein Markenzeichen der Marvel-Filme ist.

Eine Actionszene ist größer als die andere. Dabei ist alles unglaublich packend und rasant inszeniert. Die Kameraarbeit ist klasse. Sauber choreographiert und mit genialen Effekten ist "Avengers: Age Of Ultron" ein absoluter Augenschmaus und legt die Latte für kommende Comic-Verfilmungen wieder ein ganzes Stück höher. Denn auch hier vertraut Whedon letztlich auf gute alte Erzähler-Tugenden und Darsteller, die in ihre Rollen hineingewachsen sind und das Heldenspektakel glaubhaft und berührend machen. Jeder Comic-Fan kann die nächsten Jahre da wohl kaum noch erwarten, denn die schon obligatorische Mid-Credits-Scene sorgt wieder einmal für riesige Vorfreude. Doch bis dahin liefern Joss Whedon und Produzent Kevin Feige ein Actionfeuerwerk der Superlative ab. Zusammen haben sie noch einmal das eigentlich Unmögliche vollbracht und Popcorn-Kino mit liebenswerten Helden, viel Herz und vor allem Verstand geschaffen.

8,5/10

Von WALT DISNEY STUDIOS gab es die 4-teilige Filmreihe exklusiv bei BestBuy in einem Metall-Slipcase, welches die 4 Filme auf 4K Ultra-HD Blu-ray im Steelbook enthielt.

Samstag, 13. April 2013

The Avengers (2012)

http://www.imdb.com/title/tt0848228/

Loki (Tom Hiddleston), hat sich nach seinem gescheiterten Angriff auf die Erde mit einer außerirdischen Rasse verbündet. Er ist nun mächtiger als je zuvor und es gelingt ihm, Professor Solveig (Stellan Skarsgard) sowie Agent Clint Barton ("Hawkeye", Jeremy Renner), in seinen Bann zu ziehen. Mit deren Hilfe stiehlt Loki eine grenzenlose Energiequelle, den Tesseract, aus dem Bunker der Geheimorganisation S.H.I.E.L.D. Daraufhin reaktiviert Direktor Nick Fury (Samuel L. Jackson) den Supersoldaten Captain America (Chris Evans), der über Jahrzehnte im Eis eingefroren war. Furys Spionin Black Widow (Scarlett Johansson) holt zudem den Wissenschaftler Bruce Banner (Mark Ruffalo) und auch Milliardär Tony Stark ("Iron Man", Robert Downey Jr.) wird um Hilfe gebeten. Schneller als erwartet erscheint Loki wieder auf der Bildfläche aber es gelingt Captain America und Iron Man, ihn gefangen zu nehmen. Doch auf dem Rücktransport werden sie attackiert: Donnergott Thor (Chris Hemsworth) will seinen Adoptivbruder befreien, um ihn selbst in der Götterwelt Asgard zu bestrafen. Doch Loki will gar nicht gerettet werden, denn in den Reihen der Helden wartet eine ungeheure Zerstörungskraft auf ihre Entfesselung, die er sich zunutze machen will: der unglaubliche Hulk!

Schon in der Opening Sequenz, in der Loki den streng bewachten Stützpunkt von S.H.I.E.L.D. in Schutt und Asche legt, wird recht deutlich gemacht in welche Richtung dieser Film geht. Aber der Film ist nicht nur auf purern Krawal á la "Transformers" oder "Battleship" aus. "The Avengers" hebt sich dank sehr guter Charakterzeichnung und insbesondere durch die Dynamik zwischen den einzelnen Helden deutlich ab. Natürlich lässt es sich Regisseur Whedon nicht nehmen, seine Helden erst einmal auf Konfrontationskurs zu schicken. Da muss sich Thor ausgiebig mit Iron Man und Captain America prügeln, bevor sie sich für die gemeinsame Sache verbünden. Ein zusätzlicher Risikofaktor ist natürlich Bruce Banner, der sich bei Stress in den unkontrollierbaren Hulk verwandelt, das auf alles und jeden einschlägt, nur ein Highlight unter den Heldenkloppereien: Hulk gegen Thor! Mindestens ebenso unterhaltsam wie diese schlagkräftigen Auseinadersetzungen sind die Wortgefechte zwischen den Avengers: die vier Helden bringen im Laufe des Films eine Menge cooler One-Liner. Und obwohl der ein oder andere Spruch etwas zu berechnend gesetzt ist, gibt es immer wieder Anlass für ein wohliges Grinsen, wobei ausgerechnet der so wortkarge Hulk bei seiner Konfrontation mit Loki den Vogel abschießt.


Auch die Nebenfiguren machen wihre Rolle gut, allen voran Agent Coulson (Clark Gregg), der heimliche Fanboy mit unverkennbarer Heldenverehrung. Und auch Scarlett Johansson ("Black Widow") und Gwyneth Paltrow ("Pepper Potts") sind immer nett anzusehen. Es ist natürlich von Vorteil die "Vorfilme" gesehen zu haben, denn sonst kann es passieren, dass man den einen oder anderen Gag nicht versteht. Und auch in Bezug auf die Handlung macht es durchaus Sinn. Aber auch ohne dieses "Vorwissen" muss man sagen: das wagemutige Konzept von Marvel ist komplett aufgegangen. Die Zusammenkunft der Superhelden in "The Avengers" überzeugt mit coolen Sprüchen und reichlich bombastischer Action. Für Comic-Fans ist der Film sowieso ein Must-See und man freut sich jetzt schon auf die Nachfolger, "Iron Man 3" (2013), "Captain America 2: Winter Soldier" (2014), "Thor 2: The Dark World" (2013) und natürlich auf die Fortsetzung "The Avengers 2: Age of Ultron" (2015).

8,5/10


Von WALT DISNEY STUDIOS gab es die 4-teilige Filmreihe exklusiv bei BestBuy in einem Metall-Slipcase, welches die 4 Filme auf 4K Ultra-HD Blu-ray im Steelbook enthielt.

Dienstag, 8. April 2014

Captain America: The Winter Soldier - The Return Of The First Avenger (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1843866/

Das Sequel zu "Captain America: The First Avenger" spielt nicht in den 1940er Jahren, sondern ist zeitlich nach den Vorgängen in "The Avengers" angesiedelt. Während die anderen Avengers zurück an ihre angestammten Orte gehen, bleibt Steve Rogers alias Captain America (Chris Evans) bei S.H.I.E.L.D. und versucht seinen Platz in der für ihn unbekannten Welt finden. Unterstützung erhält er dabei von seinem Partner The Falcon (Anthony Mackie) und Black Widow (Scarlett Johansson), die aber immer wieder mit den starren und altmodischen Moralvorstellungen von Captain America in Konflikt gerät. Hier, in der Gegenwart, trifft er auf James ‘Bucky’ Barnes (Sebastian Stan), der damals von ihm selbt für seine Spezialeinheit ausgebildet wurde. Bucky schien zwar in der Zug-Überfall-Sequenz in "Captain America - The First Avenger" in den Tod zu stürzen, doch er überlebte. Er wurde von russischen Wissenschaftlern nicht nur gesund gepflegt, sie löschten ihm außerdem all seine Erinnerungen und bildeten ihn zum Profikiller aus. Zudem versorgten sie ihn mit einem bionischen Arm. Um ihn besser zu kontrollieren, wurde er zwischen seinen Missionen in einen Kälteschlaf versetzt. Durch diese Maßnahme gelang es Bucky, bis in die Gegenwart aktiv zu bleiben. Als er wieder auf seinen ehemaligen Kameraden Captain America trifft, stehen sie sich daher als Feinde gegenüber...


Wie schon bei "Thor: The Dark World" gab es hier eine Namensänderung im Titel. Warum aber aus "Captain America: The Winter Soldier" in Deutschland "The Return Of The First Avenger" wurde, weiß wohl nur Disney selbst. Vermutlich ist hierfür die zunehmende "Amerikanisierung" von Filmen verantwortlich und man versucht dem entgegen zu wirken. Bei einem Film, dessen titelgebender Superheld nun mal Captain America heißt, eine meiner Ansicht nach völlig hirnrissige Entscheidung. Interessant sind auch die offensichtlichen Änderungen am Poster-Artwork, hier im Vergleich: die originale amerikanische Fassung und rechts daneben die europäische Ausgabe.


Zum Film: Lange habe ich mich auf das Sequel gefreut. Eigentlich seit dem Vorgänger und allerspätestens seit den "Avengers". Trotz der offensichtlichen Heroisierung und des schleimig-triefenden Patriotismus, welcher sich fast immer durch die Marvel-Verfilmungen zieht (und ganz besonders, wenn der titelgebend Held noch Captain America heißt) sind diese Streifen einfach unterhaltsam und sogar spannend. Man erwischt sich selbst dabei, wie man vor dem Fernseher sitzt und angespannt mitfiebert und sich dann diebisch freut, wenn unter urgewaltigen CGI-Einsatz der Böse endlich sein Fett wegkriegt. Und genau dasselbe Feeling hat man hier.

Natürlich bietet Cap jede Menge Action und auch die nötige Prise Humor um über die Laufzeit von über zwei Stunden nicht einmal zu langweilen und quasi perfekt zu unterhalten. Die Geschichte baut sich langsam auf und lässt den Hauptcharakteren ein wenig Zeit zur Entfaltung und Entwicklung, teils retrospektiv, teils right-on-time. Schön war es vor allem zu sehen, dass Nick Fury (Samuel L. Jackson) endlich mal ein wenig mehr Screentime bekommen hat und so auch mal zeigen kann, dass er zu mehr fähig ist, als nur Befehle zu geben und hinter seinem Schreibtisch zu hocken. Chris Evans spielt seine Rolle als titelgebender Held souverän und mit Begeisterung, Scarlett Johansson als Black Widow ist präsent und hat sich gut in ihre Rolle als Immer-da-Nebendarstellerin eingefügt und Anthony Mackie als Falcon wird ab der Hälfte zur coolen Sau und das Exo-Skelett, dass ihn zum "Falcon" macht ist schon ein geiles Teil. Robert Redford als Bösewicht - ich denke da verrät man nicht zuviel - ist schön hinterlistig, wie es sich gehört. Dennoch erkennt man, sobald man das Schema durchblickt hat, sofort den Antagonisten in ihm.

Es ist eine Freude zu sehen, dass immer wieder Anspielungen auf die anderen Avengers kommen, sei es nun STARK Industries/Iron Man, Bruce Banner oder auf der anderen Seite der ganz beiläufig erwähnte Dr. Strange. Auch der Cameo von Stan Lee ist wieder einmal klasse und sorgt für den nötigen Brüller im Mittelteil und selbst die Rückblenden lassen ein Gefühl von Zusammengehörigkeit der Filme aufkommen - das gefällt. Der Soundtrack von Henry Jackman (der Alan Silvestri ersetzt) ist unaufdringlich und fetzt zu jeder bis ins kleinste Detail durchchoreografierten Actionszene. Selbst das Thema des Captains wird immer wieder gut und passend eingesetzt. Aber vor allem der Winter Soldier ist ein nahezu perfekter Gegenspieler - halb Freund, halb Feind, der den nötigen Zwist im Captain zum Vorschein bringt. Trotzdem kämpft sich unser Held - patriotisch wie immer und "bereit den Preis zu zahlen" - über ein paar Logiklöcher hinweg zum unausweichlichen und quasi vorprogrammierten Ende, welches in einer explosiven CGI-Materialschlacht gipfelt. Aber das hat man ja als Fan schließlich auch erwartet und bekommt es genau so und zudem noch fristgerecht serviert.

Die Frage ist nur, wie oft die Amis New York noch aufbauen und wieder abreißen wollen - und vor allem was sich noch alles unter der Stadt verbirgt?

Am Ende (nach dem animierten Abspann) gibt es dann eine kurze Sequenz, es sind Quicksilver und Scarlett Witch zu sehen, die beide im kommnden "Avengers 2: Age Of Ultron" zu sehen sein werden. Beide sind böse Mutanten und gehören eigentlich zur Bruderschaft von Magneto. Wir dürfen also gespannt sein. Und selbst nach den Credits kommt noch ein kleiner Happen, der dem immer hungrigen Fan noch als kleiner Nachtisch serviert wird. Alles in allem eine gute, spannende Fortsetzung, die nicht ganz die Klasse des Erstlings hat, aber sich definitiv in den oberen Rängen der Marvel-Verfilmungen bewegt. Und "Captain America 3" hat ja auch schon einen anvisierten Starttermin: 6. Mai 2016.

9/10

Bei zavvi UK gab es den Film in 4K von WALT DISNEY Studios Home Entertainment im limitierten Steelbook.


Quellen
Inhaltsangabe: Marvel / Disney

Montag, 13. Januar 2025

What If...?, Season 03 (2024)

https://www.imdb.com/title/tt10168312/

Marvel's "What If...?" ist eine Animationsserie, die ein Wiedersehen mit Iron Man, Captain America und Co. ermöglicht - aber in einem Konzept, dass völlig gelöst von den Marvel Cinematic Universe Geschichten ist. Getreu dem Motto "Was wäre wenn..." werden neue Geschichten erzählt. Wie wäre es zum Beispiel, wenn Captain America als Zombie in Erscheinung tritt? Oder wenn die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft den Fantastic Four beigetreten wäre? Die Möglichkeiten sind grenzenlos! Disney orientiert sich dabei an einer Comicreihe aus den 70er-Jahren, die sich bereits mit Alternativen zum offiziellen Kanon beschäftigt hat. So bot sich ein breites Spektrum an Möglichkeiten, seine Lieblingshelden in ungewohnten Rollen und Situationen zu sehen...

https://www.imdb.com/title/tt21744882/
3.1 Was wäre, wenn Hulk die Mech-Avengers besiegt hätte? (What If... The Hulk Fought The Mech Avengers?)
Beim Versuch sein Hulk-Bewusstsein zu entfernen, erschafft Dr. Bruce Banner durch ein Übermaß an Gammastrahlung ein Monstrum mit dem Namen Apex. Dieses läuft Amok, tötet die Avengers und regiert mit einer Armee von Bestien faktisch die Erde. Jahre später sucht der neue Captain America Sam Wilson den inzwischen zurückgezogenen Banner auf und bittet ihn um Hilfe. Banner lehnt ab, lässt aber Wilson ein Protokoll zukommen, welches den neuen Avengers mächtige Mech-Roboter zur Verfügung stellt. Die neuen Avengers, neben Wilson bestehend aus Captain Monica Rambeau, dem Red Guardian, Melina Vostokoff, Nakia, Shang-Chi und Moon Knight konfrontiert den Apex, sieht jedoch trotz der Mechs einer sicheren Niederlage ins Auge. Banner eilt den Avengers schließlich zur Hilfe und verwandelt sich in den Mega-Hulk, woraufhin er den Apex besiegen kann und zum neuen Alpha der Armee wird. Als der Mega-Hulk sich gegen seine Verbündeten wenden will, appelliert Wilson an das Gute in ihm und ihre Freundschaft. Der Mega-Hulk zieht daraufhin mit seiner Armee von dannen und lässt sich auf der Insel nieder, auf der sich Banner einst versteckte. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt34561508/
3.2 Was wäre, wenn Agatha nach Hollywood gegangen wäre? (What If... Agatha Went To Hollywood?)
Die Hexe Agatha Harkness entschließt sich nach Hollywood zu gehen und ein Filmstar zu werden, verfolgt allerdings insgeheim den Plan, den Celestial Tiamut seiner Macht zu berauben, welcher unterhalb der Oberfläche heranwächst. Agathas zunehmender Erfolg bringt sie schließlich zu Howard Stark, welcher seinen ersten Film dreht. Um das Ritual zum Machtentzug des Celestials zu vollenden, lockt Agatha den letzten Eternal und Bollywood-Star Kingo zu sich. Kingo ist über ihre Machenschaften im Bilde, vertraut allerdings darauf, dass sie die Kräfte wieder zurückgibt. Kingos Pflichtverletzung ruft den Celestial Arishem auf den Plan, welcher nun die Erde zerstören will. Nachdem Arishem die Erde erreicht, stellt sich Agatha ihm im All und absorbiert seine Kräfte, womit sie ihn tötet. Als nun kosmisches Wesen mit überaus großer Macht verfolgt Agatha eigentlich andere Pläne, lenkt jedoch auf Kingos Bitte ein; der Film mit beiden in den Hauptrollen feiert kurz danach seine Premiere. Bei der Premiere merkt Kingo an, dass der Tod Arishems sicherlich die Aufmerksamkeit weiterer Celestials auf sich ziehen wird, Agatha entgegnet aber, dieser Umstand würde sich besser für eine Fortsetzung eignen. - 5,5/10

https://www.imdb.com/title/tt34561503/
3.3 Was wäre, wenn Red Guardian den Winter Soldier aufgehalten hätte? (What If... The Red Guardian Stopped The Winter Soldier?)
Im Jahr 1991 soll der Winter Soldier Howard und Maria Stark töten und die Proben des Supersoldaten-Serums an sich nehmen, wird aber durch Alexei Shostakov alias Red Guardian aufgehalten und entwendet lediglich eine Probe des Serums. Später erhält der Red Guardian durch seinen Vorgesetzten General Dreykov den Auftrag, mit dem Winter Soldier in den Staaten einen Spion mit dem Codenamen Turm ausfindig zu machen. Auf ihrer Suche entkommen die widerwilligen Partner, die unterschiedlicher nicht sein könnten den lokalen Behörden und können auch Dr. Bill Foster von S.H.I.E.L.D. abschütteln. Shostakov zweifelt dabei mehr und mehr an seiner Einstellung, weswegen Dreykov insgeheim seine Exekution befiehlt. Der Spion entpuppt sich schließlich als Obadiah Stane, der sich die Verdrängung Starks vom Markt erhofft. Als Shostakov und der Winter Soldier Stane konfrontieren, erschießt der Winter Soldier den Spion. Kurz danach treffen die Behörden und Attentäter des Roten Raums ein, wobei der Winter Soldier dem Red Guardian die Flucht ermöglicht und die letzte Probe zerstört. Der Winter Soldier gelangt später in die Obhut Hydras zurück, während Shostakov von Foster aufgesucht wird und ein Angebot erhält. Im Jahr 2012 kämpft der Red Guardian schließlich an der Seite der Avengers während der Schlacht um New York. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt34561505/
3.4 Was wäre, wenn die Ente Howard verheiratet wäre? (What If... Howard The Duck Got Hitched?)
Infolge von Thors gigantischer Party heiraten die Ente Howard und Jane Fosters Assistentin Darcy Lewis, wobei das Paar schließlich ein Kind in Form eines Eis bekommt. Um das Glück des Paares gebührend zu feiern, erhalten jene eine Einladung vom Grandmaster von Sakaar. Allerdings ist dieser bloß hinter dem Ei her und will es während eines Festessens zubereiten lassen. Das Essen wird jedoch von Yondu Udonta gestürmt, der das Ei an sich nimmt und flieht. Wie sich herausstellt, wurde das Kind von Howard und Darcy infolge einer besonderen Konvergenz geboren, wodurch es ungeheuer mächtig ist. Das Kind zieht im Verlauf die Aufmerksamkeit verschiedener Parteien auf sich, so will es der abtrünnige Magier Kaecilius als Gefäß für seinen Herrn Dormammu aus der Dunklen Dimension nutzen, S.H.I.E.L.D. unter der Führung von Nick Fury und Agent Phil Coulson will es aufgrund seiner Macht sicher verwahren, während die Black Order von Thanos eigene Zwecke verfolgt. Überwältigt von all den Parteien suchen Howard und Darcy bei Loki und Laufey in Jotunheim Zuflucht. Doch auch dort währt die Ruhe nicht lange, da neben Kaecilius, dem Grandmaster und der Black Order nun auch der Dunkelelf Malekith und Zeus samt Armeen Ansprüche erheben. Als die verschiedenen Mächte das Paar zu überwältigen drohen, bricht das Ei auf und zwingt die zahlreichen Parteien durch eine mysteriöse goldene Strahlung in die Knie. Später entscheidet Fury, dass das Kind in den Händen seiner richtigen Eltern am besten aufgehoben ist und lässt sie allein. Das Hybriden-Kind erhält derweil den Namen Byrdie. - 5/10

https://www.imdb.com/title/tt34561504/
3.5 Was wäre, wenn die Emergenz die Erde zerstört hätte? (What If... The Emergence Destroyed The Earth?)
In einer Realität, in der die Eternals die Geburt des Celestials Tiamut in der Erde nicht verhindert haben, da dieser viel früher wuchs, wurde der Planet in Stücke gesprengt. Diesen Umstand nutzte der Stark Industries-Angestellte Quentin Beck alias Mysterio, um die Firma zu übernehmen und mittels der Iron Federation eine Diktatur zu errichten. Bloß eine zahlenmäßig unterlegene Allianz leistet Widerstand gegen Becks Herrschaft. Die Techniktüftlerin Riri Williams erwirbt eines Tages von Sharon Carter eine spezielle Mikrowelle, mit deren Technik es gelingen kann, Becks brutalen Vollstrecker White Vision aufzuhalten. Williams erhält das Gerät, muss jedoch kurz danach vor der Iron Federation fliehen. Gerettet wird sie von den letzten Angehörigen der Allianz, Ying Nan, Wong, Okoye und Walküre. In deren Unterschlupf, einem alten und gekenterten Schiff stellt Williams die Waffe her und kann nur knapp White Vision besiegen, der sich in der Zwischenzeit auf Befehl Becks durch das Schiff metzelte. Williams baut daraufhin Teile von White Visions Technik in ihren Anzug und wird durch Nanoiden zu einem Hybriden, was es ihr erlaubt, Becks Illusionen zu durchschauen. Die Gruppe stellt sich Becks Handlangern entgegen, während Williams Beck selbst stellt. Dieser enthüllt jedoch ebenfalls mit den Nanoiden verschmolzen zu sein, wodurch seine Illusionen verstärkt werden. Dabei enthüllt er zudem, dass Williams seit dem Angriff White Visions in einer Illusion gelebt habe und ihre Verbündeten allesamt tot seien. Entsetzt und verzweifelt gibt Williams auf und sieht einem tödlichen Schicksal entgegen. Der Watcher bemerkt, dass Williams in jeder Version dieser Realität letztendlich scheitere, kann allerdings nicht ein weiteres Mal tatenlos zusehen und greift ein. Indem er Williams ermutigt und zu ihr spricht, gelingt es ihr Beck zu überwältigen und zu besiegen. Danach bringt sie der Realität Hoffnung, indem sie das Symbol der Allianz quer durch die Bruchstücke der Erde projiziert. Anderswo zeigen sich drei weitere Watcher beunruhigt, dass Uatu ein weiteres Mal seinen Schwur gebrochen und eingegriffen hat, weswegen sie ihn fortan beobachten wollen. - 6,5/10

https://www.imdb.com/title/tt34561506/
3.6 Was wäre 1872? (What If... 1872?)
Ein alternatives 1872 wird durch Ressentiments und Hetzen gegen Immigranten geprägt, geschürt vom maskierten Mystiker The Hood. Xu Xialing möchte ihr Glück in den Staaten finden, verschwindet allerdings spurlos. Dies ruft ihren Bruder Xu Shang-Chi auf den Plan, welcher im entlegenen Westen nach ihr sucht, begleitet wird er von der Scharfschützin Kate Bishop, die nach Rache für die Ermordung ihrer Eltern strebt. Nach der Befragung von John Walker, einem lokalen Ansässigen, findet das Duo eine weitere Stadt vor, die unter den Folgen der Hetzen leidet. Der dort lebende Junge Kwai Jun-Fan behauptet, ein Geisterzug sei mit The Hood vorbeigekommen, ehe er das Duo begleiten darf. Das Trio erreicht nach kurzer Zeit den Zug und muss entsetzt feststellen, dass dieser nicht nur von modernster Repulsor-Technolgie betrieben wird, sondern auch vermisste Immigranten beherbergt, die allesamt unter Gedankenkontrolle stehen und in Trance sind. Shang-Chi und Kate machen daraufhin Bekanntschaft mit dem Magnat Sonny Burch, der im Auftrag von The Hood handelt und sie zu ihm bringen soll. Parallel versuchen Burchs Handlanger Jun-Fan vom Dach des Zuges in den sicheren Tod zu stoßen, der Watcher verhindert dies allerdings durch einen raschen und unbemerkten Eingriff. Während Shang-Chi dem maskierten Hood gegenübertritt und nach einem Kampf feststellen muss, dass es sich um Xialing selbst handelt, bringt Burch Kate mittels seiner Taschenuhr ebenfalls unter Gedankenkontrolle. Dabei gesteht er, dass er es war, der Kates Eltern ermordete, Xialing erklärt zeitgleich ihrem Bruder, den wahren Hood getötet und seine Kräfte übernommen zu haben. Durch eine Glocke befreit Jun-Fan Kate und die anderen Immigranten aus der Gedankenkontrolle, Burch wird überwältigt. Kurz darauf tötet Kate Xialing, als diese erfolglos Shang-Chi überzeugen will, an ihrer Seite zu agieren. Später lässt das Duo Jun-Fan in der Obhut der Immigranten, sie selbst reiten derweil in den Sonnenuntergang. Die anderen Watcher entscheiden, Uatu für seinen abermaligen Eingriff bezahlen zu lassen, wobei Splitter aus dessen Observatorium quer durchs Multiversum stürzen. - 7/10

https://www.imdb.com/title/tt34561509/
3.7 Was wäre, wenn der Watcher verschwinden würde? (What If... The Watcher Disappeared?)
Während Uatu von den anderen Watchers - Eminenz, Incarnate und Executioner - in der Fünften Dimension zur Rede gestellt wird, bekämpft Captain Carter derweil multiversale Inkursionen. Unterstützt von Kahhori, der inzwischen erwachsenen Byrdie und der Donnergöttin Storm vereitelt sie den Angriff einer Bestie auf Erde-625, die Heimat der neuen Nova Prime alias Nebula. Kurz danach bemerkt die Gruppe die Observatoriumssplitter, wodurch Carter folgert, dass der Watcher in Gefahr schwebt. Nachdem alle Versuche die Splitter zu nutzen fehlschlagen, schlägt Kahhori vor, Infinity Ultron um Hilfe zu bitten. Entgegen der Ansichten der Gruppe trifft sich Carter allein mit Ultron, wird dabei jedoch von Eminenz gefangen genommen. Als Kahhori, Byrdie und Storm eintreffen, halten sie fälschlicherweise Ultron für den Übeltäter, dieser klärt aber den Irrtum auf. Ebenso bemerkt er, dass er einen Fehler begangen habe, indem er alles Leben in seinem Universum auslöschte. Obwohl er keinen Raum mehr für eine Erlösung seinerseits sieht, entschließt er sich der Gruppe zu helfen. Nachdem er die Splitter absorbiert, machen sie sich gemeinsam zur Rettung von Uatu und Carter auf. - 7/10 

https://www.imdb.com/title/tt34561507/
3.8 Was wäre, wenn? (What If... What If?)
Uatu wird von den drei Watchers aufgrund seines wiederholten Eingreifens der Prozess gemacht, aufgrund der Interaktionen mit Strange Supreme, Riri Williams, Jun-Fan und Captain Carter. Bevor das Trio ein Urteil fällen kann, erscheint Ultron mit dem Rest von Carters Gruppe und rettet die beiden. Ultron opfert sich schließlich, um der Gruppe Zeit zu verschaffen. Dennoch spüren die drei Watchers sie auf und versuchen sie aus der Existenz zu löschen. Indem Uatu die anderen überzeugt, ebenfalls den Schwur des Watchers abzulegen, werden sie dem Trio ebenbürtig und verwickeln sie in mehrere Kämpfe. Um die Macht der Watchers zu schwächen, bringt Carter sie ins Universum von Strange Supreme, bezahlt jedoch mit ihrem Leben dafür. Uatu bewegt die bezwungenen Watchers dazu, durch Beobachten dieses Universums zu lernen. Im Anschluss lädt er Kahhori, Byrdie und Storm, die derweil um ihre Freundin trauern, dazu ein, sich ihm anzuschließen. Indem sie seinem Angebot folgen, über das Multiversum zu wachen, sollen sie sich die Frage stellen: Was wäre, wenn? - 6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Disney+
Poster/ArtworkDisney+

Mittwoch, 24. April 2019

Avengers: Endgame (2019)

https://www.imdb.com/title/tt4154796/

Thanos (Josh Brolin) hat also tatsächlich Wort gehalten, seinen Plan in die Tat umgesetzt und die Hälfte allen Lebens im Universum ausgelöscht. Die Avengers? Machtlos. Iron Man (Robert Downey Jr.) und Nebula (Karen Gillan) sitzen auf dem Planeten Titan fest, während auf der Erde absolutes Chaos herrscht. Doch dann finden Captain America (Chris Evans) und die anderen überlebenden Helden auf der Erde heraus, dass Nick Fury (Samuel L. Jackson) vor den verheerenden Ereignissen gerade noch ein Notsignal absetzen konnte, um Verstärkung auf den Plan zu rufen. Die Superhelden-Gemeinschaft bekommt mit Captain Marvel (Brie Larson) kurzerhand tatkräftige Unterstützung im Kampf gegen ihren vermeintlich übermächtigen Widersacher. Und dann ist da auch noch Ant-Man (Paul Rudd), der wie aus dem Nichts auftaucht und sich der Truppe erneut anschließt, um die ganze Sache womöglich doch noch zu einem guten Ende zu bringen...

Mit einem bloßen Fingerschnippen lies im Jahr 2018 Thanos und MARVEL die Fans im Regen stehen. Einfach so. Fassungslos verließen Zuschauer den Saal. Hatten wir das tatsächlich gerade gesehen? "Avengers: Infinity War" endete mit einem der bösesten Cliffhanger aller Zeiten. Ein Jahr Warten hieß es nun, bis der zweite Teil der Infinity-Saga, "Avengers: Endgame" in die Kinos kommen sollte. Um den Titel rankten sich lange Zeit Spekulationen, doch schließlich sollte Doctor Strange recht behalten, als er sagte "Jetzt sind wir im Endspiel." / "Now we're in the Endgame." Es ist vermutlich kaum zu glauben, aber es ist unheimlich schwer, eine spoiler-freie Rezension zu "Avengers: Endgame" zu verfassen, doch dies ist sie. Und, ehrlich gesagt, sollte man auch diese Rezension wahrscheinlich trotzdem immer noch nicht lesen, sofern man den Film noch nicht gesehen hat.

Je weniger man über "Avengers: Endgame" weiß, desto eher wird man den Film genießen können, denn die Trailer verraten rein agr nichts über das, was man serviert bekommt - was gut (und in letzter Zeit vor allem selten geworden) ist. Natürlich hätten man nun auch keine Rezension dieses Films angeklickt, wenn man nicht wissen wöllte, wie MARVELs Superhelden-Geschichte, das auf einem Jahrzehnt an Filmen aufbaut, beschaffen ist, aber man kann mit Fug und Recht behaupten, dass "Avengers: Infinity War", mehr als jeder "Star Wars"-Film ist "Avengers: Endgame" wirklich eine Geschichte, die erlebt werden muss. Am besten ist, man vergisst all die Beeinflussung an vagen Teaser-Trailern, die perfekt kalibrierten Interviews und irgendwelche Leaks und lässt sich einfach mitreißen, denn MARVEL liefert mit diesem Film eine passende und überraschend poetische Belohnung für die Infinity Saga.


Was man von "Avengers: Endgame" mitnehmen kann, hängt - und das muss man ehrlich sagen - viel davon ab, in wie weit man mit den vorigen einundzwanzig Filmen des mächtigen MCU verbunden ist, was man daraus mitgenommen und behalten hat. Es ist nicht nötig, diese Filme oder gar ihre Handlung zu kennen, um "Avengers: Endgame" zu verstehen, aber dieser Film verbindet unfassbar viele Teile, Filme und Situationen, dass sich manch einerfragen könnte, woher und warum und die, die sich mit diesem Universum bestens auskennen, bekommen einen so unfassbar guten Fan-Service, dass es einem mehr als nur einmal die Tränen in die Augen trebt. Insgesamt ist "Avengers: Endgame" ein Film, der das gesamte Wissen über das MCU in vollem Umfang belohnt.

Über den Film lässt sich nun auch wenig sagen, ohne zumindest auf seine Wendungen einzugehen, aber man kann mit Sicherheit sagen, dass "Avengers: Endgame" ein kleines Wunder an Überraschungen ist, sowohl was die Erzählweise als auch den logistischen Ehrgeiz angeht. In "Avengers: Infinity War" sprach Thanos von der Notwendigkeit eines Gleichgewichts, und "Avengers: Endgame" erreicht dieses Ziel mit überraschender Zuversicht. In den geschickten Händen der Drehbuchautoren Christopher Markus und Stephen McFeely und der Regisseure Joe und Anthony Russo bewegt sich der Film zwischen Drama und Komödie, Action und SciFi und bietet neben einigen der düstersten und emotional aufrichtigsten Szenen in der Geschichte der MCU auch ein paar der witzigsten und nachdenklichsten. Hier gibt es etwas weniger witzige Momente als in "Avengers: Infinity War", aber der Films selbst ist doch heiterer und oft freudiger, als man es von einer Geschichte erwarten könnte, die mit den Folgen von Thanos Fingerschnipsen beginnt.



"Avengers: Endgame" ist ein Film, der sich anfühlt, als wäre er von Fans für Fans gemacht worden - bis zu dem Punkt, an dem einige Szenen zweifellos als regelmäßiger Fanservice bezeichnet werden können. Es ist jedoch schwierig, diese Momente als zynische Verstrickung zu sehen, so sehr wie verdiente und effektive Hommagen an die Momente, Charaktere und Beziehungen, in die der interessierte Zuschauer in den letzten elf Jahren so hineingewachsen ist. Mehrere Szenen wirken wie eine Comicseite, die zum Leben erweckt wird, und dies ist eine äußerst aufregende Erkenntnis, die einen dazu zwingt, die schiere Reichweite dessen, was MARVEL Studios-Chef Kevin Feige und sein Team zusammengetragen haben, zu erfassen.

Während "Avengers: Infinity War" sein Bestes getan hat, um mit einer riesigen Gruppe von Helden aus verschiedenen Bereichen und noch unterschiedlicheren Orten zu jonglieren, die die gesamte MCU-Geschichte abdeckt (mit teilweise etwas gemischten Ergebnissen, je nachdem, wen man fragt), ist es kein Spoiler zu sagen, dass "Avengrs: Endgame" seinen Fokus folgerichtig auf die ursprünglichen sechs Avengers (mit einem Hilfe von den anderen Überlebenden) legt, wobei jeder einen wohlverdienten Moment - oder mehrere - im Scheinwerferlicht erhält. Die Kosten für das Ableben so vieler Charaktere sind hoch, aber es zahlt sich hervorragend aus. Markus und McFeelys Skript erlaubt einige unerwartete Entwicklungen bestimmter Helden, darunter auch einige Entscheidungen, die sicherlich unübersehbar waren, aber Fans der heiligen Dreifaltigkeit der MCU, Iron Man, Captain America und Thor, sollten viele ikonische Momente finden, um zufrieden den Saal zu verlassen, auch wenn einiges ganz bitter schmeckt. Das heißt nun auchnicht, dass andere Charaktere nicht gleichermaßen ausschlaggebend sind. Zur gleichen Zeit haben mehrere Helden weniger zu tun, als man vielleicht erwarten würden, aber wenn man das MCU als Ganzes und eine potenzielle Zukunft in Betracht zieht, könnte man sehen, warum sich die Autoren entschieden haben, diesen speziellen Weg von 14.000.605 Möglichen zu beschreiten, die hätten gegangen werden können.


Es wurde viel aus dem epischen Film mit einer Dauer von 181 Minuten gemacht, aber wenn man bedenkt, wie dicht die Atmosphäre ist (und "Avengers: Endgame" packt wirklich viel in diese übergroße Laufzeit ein), fühlt sich das Tempo beim ersten Anblick straffer an als bei "Avengers: Infinity War". Die Hauptkritik (oder zumindest das einzige, über das man in breitem Sinne diskutieren könnte, ohne irgendetwas zu verderben), die sich gegen Avengers richtet, ist, dass Endgame dasselbe Problem hat, welches auch die meisten anderen MARVEL-Filme bisher ebenso geplagt hat: eine übermäßige Abhängigkeit von überproduzierten CGI-Schlachten, die trotz allem zu groß und zu aufwändig in der Inszenierung sind und man kommt nicht umhin zu sagen, das dies in betäubende Pixel-auf-Pixel-Orgien übergeht. Das ist alles beeindruckend, ohne Frage, und sieht auchnoch brachial-grandios aus, aber hier fehlt an mancher Stelle das Herz. Der Film enthält mehrere eindrucksvolle Versatzstücke, die die Handlung effektiv mit emotionalen Einsätzen begründen, und sie erweisen sich als einige der Höhepunkte der Erzählung, aber wenn sich der Fokus auf eine größere Leinwand erweitert, geht etwas von der Dringlichkeit und Klarheit verloren. Glücklicherweise behält ein Großteil der Geschichte einen klaren Fokus und bestimmte Ziele bei, die unsere Helden verfolgen müssen. Dies gibt "Avengers: Endgame" einen Impuls und eine Dichte, die es selbst in den ruhigeren, mehr von den Charakteren bestimmten Momenten antreibt.


In diesen Momenten, in denen "Avengers: Endgame" hervorragend ist, kann man - so episch wie manche Kampfsequenzen auch sein mögen - auch Einblicke in die mentalen Zustände unserer Helden erhalten, auf eine Weise, für die wir in früheren Team-Ups selten Zeit hatten. Es gibt Pausen für Trauer, Schuld, Liebe und Sehnsucht, was letztendlich die eskalierende Aktion umso lohnender macht.

Aber die größte Leistung von "Avengers: Endgame" ist vielleicht, wie es unser Verständnis und die Wertschätzung der Filme, die ihm vorausgingen, vertieft. Dies ist wirklich ein Höhepunkt für ein komplettes Franchise, nicht nur eine Lösung für den Cliffhanger von "Avengers: Infinity War". Auch wenn man nun weiß, dass das MCU dank der bereits in Entwicklung befindlichen Prequels, Fortsetzungen und Spin-Offs in der einen oder anderen Form fortbestehen wird, lässt sich nicht leugnen, dass dies das Ende einer Ära ist - nicht nur für unsere Helden, sondern für eine Generation von Fans, die gewachsen sind und sich verändert haben und mit ihnen ihre eigenen Familien geschmiedet haben. Das Endgame mag der letzte Film sein, in dem Stan Lee erscheint, aber dank dieser unauslöschlichen Charaktere und der Schauspieler, die sie mit Leben erfüllt haben, fühlt es sich an, als sei sein bedeutendes künstlerisches Erbe in guten Händen.


Zusammenfassend ist "Avengers: Endgame" ohne Zweifel der ehrgeizigste, emotionalste und ergreifendste Film des Marvel Cinematic Universums, der es zudem schafft, mehr als ein Jahrzehnt Storytelling in einem selbstbewussten (und meist kohärenten) Höhepunkt zusammenzubringen - eine Hürde, über die viele andere Blockbuster-Franchisen in ihren letzten Zügen stolpern, straucheln und stürzen.

Dies wird unweigerlich jahrelange heftige Debatten unter den Fans provozieren, und ein übermäßiges Vertrauen auf unordentliche CGI-Action wird einige Aufmerksamkeit auf sich ziehen, aber in Bezug auf Herz und Seele hält "Avengers: Endgame" nichts zurück. Dies war vielleicht nicht der einzige Weg für MARVEL, das erste Kapitel seiner weitläufigen Superhelden-Saga zu beenden, aber wenn er mit 14.000.605 möglichen Ergebnissen konfrontiert wird, gelingt es ihm, eine überraschende und befriedigende Sache zu sein. Schlicht und ergreifend grandios.

9,5/10

Von WALT DISNEY STUDIOS gab es die 4-teilige Filmreihe exklusiv bei BestBuy in einem Metall-Slipcase, welches die 4 Filme auf 4K Ultra-HD Blu-ray im Steelbook enthielt.


Quellen
Inhaltsangabe: Marvel / Disney