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Sonntag, 14. Oktober 2018

リング - Ringu - Ring (1998)

https://www.imdb.com/title/tt0178868/

Die Reporterin Reiko Asakawa untersucht gerade den Mythos eines Videobandes, dass für den Tod von jedem verantwortlich sein soll, der es anschaut, als ihre Nichte Tomoko unter mysteriösen Umständen ums Leben kommt. Bei ihren Nachforschungen entdeckt sie, dass ebenfalls 3 Freunde ihrer Nichte am selben Tag und zur exakt selben Zeit starben. Asakawa kann die Spuren der 4 Freunde bis zu einem Ferienhaus in Izu zurückverfolgen, wo die Gruppe übernachtet hat ... und wo alle das verfluchte Videoband gesehen haben. Als sie sich das Band im Ferienhaus anschaut, klingelt das Telefon und eine unheimliche Stimme teilt ihr mit, dass sie nur noch 7 Tage zu leben hat. Mit der Hilfe ihres Ex-Mannes Takayama Ryuji untersucht sie die Aufnahmen auf dem Band, in der Hoffnung den Fluch rechtzeitig bannen zu können. Doch als sie den Bildern und den Geheimnissen dahinter auf die Spur kommen, müssen sie feststellen, dass die Lösung des Fluches schlimmer als der Tod selbst is...

Der beinah zwanzig Jahre alte Film lohnt sich in jedem Fall. Mit sehr knappen Budget wird hier eine atmosphärisch dichte Geistergeschichte erzählt, dessen Handlung zum Gruseln einlädt. Immerhin geht es um ein Video-Tape, von dem man stirbt, wenn man es gesehen hast. Der blanke Horror für jeden Filmfreak, sofern er mit dem Medium groß geworden ist. "Ringu" ist Horror, der nicht in erster Linie von Effekten lebt, sondern von der Grundatmosphäre, die durch die Musik und die Geräuschkulisse, aber durchaus auch durch Bilder entsteht und in diesem Film sehr gut funktioniert. Die Story ist zwar nicht ausgereift genug erzählt, das aber stört wenig, da der Film durch oben genannte Atmosphäre, sowie durch wirklich gutes Schauspiel ganz in seinen Bann zieht. In Sachen Figurenentwicklung und Charakterzeichnung ist der Film trotzdem ziemlich lau und wird vom US-Remake diesbezüglich deutlich übertroffen. In punkto Tricks sowieso. Doch was die Urbanität des Spukes betrifft und wie er gezeigt wird, da ist "Ringu" ganz vorn. Auch punktet der Film mit seiner fragmentarischen Erzählung, was zur schaurigen Atmosphäre beiträgt. Eine sehr sehenswerte Schauer-Mär und ein Film, der zurecht als Klassiker seines Genres gehandelt wird.

7,5/10

In der von HANSESOUND veröffentlichten "THE RING COLLECTION" kam der Film, zusammen mit seinen Fortsetzungen und Prequels im limitierten DigiPak.

Samstag, 28. März 2020

リング2 - Ringu 2 - Ring 2 (1999)

https://www.imdb.com/title/tt0218553/

Eine Woche nach den Ereignissen aus dem ersten Teil wird in einem Brunnen die Leiche einer Frau gefunden. Sie wird als Sadako Yamamura (Rie Inou) identifiziert, die Urheberin des Video-Fluchs. Bei der Untersuchung der Überreste stellen die Mediziner fest, dass sie schon vor 30 Jahren in den Brunnen eingemauert wurde, aber erst vor 2 Jahren gestorben ist. Die Studentin Mai Takano (Miki Nakatani) versucht nach dem mysteriösen Tod ihres Freundes Ryuji (Hiroyuki Sanada) mehr über das unheilvolle Videoband herauszufinden, aber nur die Reporterin Reiko Asakawa (Nanako Matsushima) kann ihr dabei helfen und die ist samt ihrem Sohn Yoichi (Rikiya Otaka) verschwunden. Als sie schließlich auf Asakawa und ihren Sohn trifft, hat sich der kleine Junge auf schreckliche Weise verändert...

Es ist die passable Fortsetzung des japanischen Filmhits, aber wie so viele Fortsetzungen schwächer als das Original. Kenntnis des Vorgängers ist fast unerlässlich, denn "Ring 2" spielt eine Woche nach den Ereignissen des ersten Teils: Man hat die Leiche von Sadako gefunden und festgestellt, dass den größten Teil der 30 Jahre in dem Brunnen noch am Leben war. Denn "Ring 2" versucht nicht nur ein reines Unterhaltungssequel, sondern auch mehr über die Geschichte des "Ring"-Kosmos zu enthüllen. Ein löblicher Ansatz, der vom Interesse der Macher an ihrem Stoff zeugt. Zudem versucht Regisseur Hideo Nakata nicht einfach nur das Rezept der ersten Teils zu kopieren, obwohl der Anfang sehr danach aussieht: Wieder findet sich ein Zweierteam zusammen, bestehend aus einem Arbeitskollegen von Reiko Asakawa (Nanako Matsushima), der Heldin des Vorgängers, und der Freundin von Asakawas Ex-Mann, der von Sadako im Vorgänger gemeuchelt wurde. Beide sind von den Storys über das geheimnisvolle Video fasziniert und beginnen zu forschen. Doch Asakawa ist untergetaucht, nachdem sie den Ring-Virus ihres Sohnes via Videokopie an ihren Vater abgab und auch dieser der untoten Sadako zum Opfer fiel. Doch bald kommen noch weiterer Personen ins Spiel, die sich mit dem Ring-Virus beschäftigen, der durch das Video weitergegeben wird: Ein Polizist, der Asakawa im Zusammenhang der Todesfälle von ihres Vaters und ihres Ex-Mannes befragen will sowie ein Forscher, der über mental begabte Personen das Video von Sadako erforschen will...

Der Ansatz von "Ring 2" ist somit löblich: Im ersten Teil versuchten lediglich die Helden ihre eigene Haut zu retten und mehr über Sadako und ihr Videovermächtnis zu erfahren, im Nachfolger hingegen versuchen die Charaktere den Ring-Virus zu erforschen und ein Mittel dagegen zu finden. Damit bilden beide Filme eine gute Einheit, aber leider ist es unglaublich, dass nach der totalen Ratlosigkeit im ersten Teil nun eine Woche später sich überall die Experten tummeln, was Sadako und den über Video übertragenen Ring-Virus geht.

Zudem muss "Ring 2" mit sehr vielen Ungereimtheiten und offenen Fragen kämpfen, die vor allem aus dem Konzept entstehen das "Ring"-Universum zu erweitern: Wieso können einige Leute in Paralleldimensionen tapern, wieso hat vorher nie jemand was von den mental Begabten bemerkt usw. Das kostet leider Spannung zumal die Handlung doch ein wenig lang braucht, um richtig in Fahrt zu kommen: Erst kurz vor der Halbzeitmarke weiß man richtig, worum es in dem Film geht bzw. was die Charaktere erreichen wollen. Gruselig ist der Film ebenso wie der Vorgänger nur an wenigen Stellen; meist dann wenn Sadako aufkreuzt. Als Äquivalent zur Fernseherszene im ersten Teil gibt es hier die ebenfalls stimmige Brunnenszene gegen Ende. Doch auch wenn es nur wenige Gruselszenen gibt, so kann auch "Ring 2" die Atmosphäre des Vorgängers auf schön düstere Weise weiterführen und ähnlich stimmungsvoll daherkommen. Die Darsteller machen ebenfalls einen guten Job, zumindest für einen asiatischen Film, denn da kennt man ja schon schlimmes Chargieren. Allerdings fällt es dem Westeuropäer hier schwer die Leute auseinander zu halten, sodass irgendwie kein Darsteller einen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Zwar ist "Ring 2" ähnlich stimmungsvoll wie der Vorgänger und versucht die Story weiterzuführen, doch die Spannung bleibt wegen Logiklücken und offener Fragen etwas auf der Strecke, weshalb das Ergebnis nur etwas über dem Durchschnitt liegt.

6/10

In der von HANSESOUND veröffentlichten "THE RING COLLECTION" kam der Film, zusammen mit seinen Fortsetzungen und Prequels im limitierten DigiPak.

Donnerstag, 25. August 2016

The Ring - Ring (2002)

http://www.imdb.com/title/tt0298130/

Es gibt eine Schauergeschichte, die erzählt von einem mysteriösen Videoband, deren Betrachter unmittelbar nach Sichtung einen furchterregenden Telefonanruf erhalten und sieben Tage danach sterben. Etwas könnte dran sein an der Geschichte, denn die Teenagerin Becca (Rachael Bella) hat das Video gesehen und starb kurz darauf an einem Herzinfarkt. Ihre Familie bittet ihre Tante, die Reporterin Rachel (Naomi Watts), Nachforschungen anzustellen. Obwohl die alleinstehende Mutter des kleinen Aidan (David Dorfman) nicht an einen gewaltsamen Tod glaubt, recherchiert sie in der Angelegenheit und gelangt in den Besitz des rätselhaften Videobandes. Dessen bizarr-surrealistischer Inhalt - eine verstörende Bilder-Collage - zieht sie sofort in den Bann. Doch als auch bei ihr das Telefon klingelt und ihr Tod in sieben Tagen angekündigt wird, bekommt Rachel Angst. Sie versucht, das Rätsel des Films zu entschlüsseln. Die Zeit drängt, zumal ihr Sohn das Video ebenfalls geschaut hat...

Auch wenn man kein Horrorfilmfan ist, sollte man einen Blick in "The Ring" riskieren. Denn "The Ring" hat etwas, von dem viele Mystery-Horrorfilme nur träumen können: nämlich Atmosphäre. Eine durchweg und von der ersten Minuten an fesselnde Stimmung, die den Zuschauer nicht mehr loslässt. Und dabei beweist "The Ring" ebenso eindrucksvoll, dass ein Horrorfilm eben kein blutiges Splatter-Gemetzel braucht, um richtig gut zu funktionieren. Ja, "The Ring" ist ein Remake. Im Jahr 1998, also 4 Jahre vor Gore Verbinskis Streifen, erschein der japanische Streifen "Ring" (リング, Ringu) und erlangte als einer der ersten japanischen Filme überhaupt den Titel "International erfolgreichster japanischer Horrorfilm". Die Buchvorlage für beide Streifen basiert auf "The Ring" und stammt von dem japanischen Schriftsteller Kōji Suzuki. Erstaunlich ist, dass beide Filme auf ihre Art und Weise funktionieren, also defintiv ihre Daseinsberechtigung haben und der hier besprochene "The Ring" aufgrund von Stil und Effekt vielleicht sogar einen Tick besser ist.

Von Anfang an fällt die hohe visuelle Qualität von "The Ring" auf, die Verbinski zusammen mit Kameramann Bojan Bazelli hier abliefert. Sinnvoll eingesetzte Tiefenschärfe, eine ruhige aber dynamische Kameraführung und die stimmungsvolle, grünlich-triste Farbgebung tragen stark zur Atmosphäre des Filmes bei. Vor allem einige Zeitrafferaufnahmen und das Video selbst, das fast dadaistische Züge annimmt, zeugen von der Kreativität des Regisseurs, der hier offensichtlich nicht nur irgendeinen durchschnittlichen Horrorstreifen abliefern will. Die Spannung wird auf klassische Weise vor allem dadurch erzeugt, wenig zu zeigen und den Zuschauer oft im Ungewissen darüber zu lassen, was passiert, ganz im Gegensatz zu anderen modernen Vertretern des Genres, die durch extreme Gewaltdarstellungen zu schocken versuchen. Untermalt wird das ganze von dem erfrischend zurückhaltenden Score von Hans Zimmer, der subtil die Spannung befeuert, anstatt mit ohrwurmträchtigen Melodien zu protzen. Natürlich wurde in der Neuverfilmung einiger "modischer Schnickschnack" eingebaut, zum Beispiel ein parapsychologisch begabter Junge, wie er seit "The Sixth Sense" leider sehr beliebt ist. In der japanischen Version kommt dieser so nicht vor. Die Neuverfilmung ist demnach so amerikanisiert und angepasst, dass sich der Kultcharakter und die damit verbundende Stimmung des Originals kaum mehr nachvollziehen lässt - und dieser Verlust an "Charme" ist deutlich spürbar. Dennoch ist "The Ring" kein schlechter Film, im Gegenteil. Dank Naomi Watts Spiel und der gruseligen Grundstimmung ist "The Ring" perfekter Gruselhorror, aber für Paranoiker und Angsthasen defintiv auch kein Film für ganz allein und spät in der Nacht.

Lediglich das leicht erzwungene, offene Ende von "The Ring" führt dazu, dass der Großteil der Filmhandlung ad absurdum geführt wird. Ein weiteres Manko dieses Twists ist es, dass der Zuschauer nun zwar die ganze Hintergrundgeschichte über Samara erfahren hat, das Motiv für ihr Handeln aber weiterhin im Dunkeln bleibt, was den Gesamteindruck etwas schmälert. Dennoch: die beeindruckenden Bilder, der stimmungsvolle Score und die durchgehend hohe Spannung sorgen für einen durchweg unterhaltsamen Filmabend. Leider tauchen während das Abspanns dann doch zu viele Fragezeichen im Kopf des Zuschauers auf, als dass man von einem endgültigen Horror-Meisterwerk sprechen könnte.

8/10