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Freitag, 28. August 2026

The Last House On The Left (2009)

https://www.imdb.com/de/title/tt0844708/
https://letterboxd.com/film/the-last-house-on-the-left-2009/

Gleich am ersten Abend des gemeinsamen Urlaubs mit ihren Eltern geht Mari (Sara Paxton, "Plötzlich verliebt", "Superhero Movie") zusammen mit ihrer Freundin Paige (Martha MacIsaac, "Superbad") auf Entdeckungstour. Geködert von gutem Hasch landen die Mädels im Hotelzimmer des etwa gleichaltrigen Justin (Spencer Treat Clark, "Mystic River"). Doch Justins Vater Krug (Garret Dillahunt, "No Country For Old Men"), ein flüchtiger Mörder, dessen Grufti-Freundin Sadie (Riki Lindhome, "Powder Blue") und Justins psychopathischer Onkel Giles (Joshua Cox) kehren früher als erwartet zurück. Es folgt eine sadistische Orgie, in deren Verlauf Mari brutal vergewaltigt wird, während sie zusehen muss, wie Paige neben ihr röchelnd verblutet. Mari, eine gute Schwimmerin, kann sich zwar noch in den See flüchten, doch Krug verpasst ihr zum Abschied eine Kugel in den Rücken. Ein heftiges Gewitter zieht auf, die Gang sucht Unterschlupf im nahegelegenen Haus der Collingwoods. Zunächst erweisen sich John und Emma als höfliche und zuvorkommende Gastgeber - bis sie herausfinden, was mit ihrer innig geliebten Tochter geschehen ist...

Dennis Iliadis’ "The Last House On The Left" ist ein bemerkenswert harter, aber letztlich zwiespältiger Horrorfilm. Das Remake von Wes Cravens Skandalfilm von 1972 nimmt dessen "Rape-and-Revenge"-Grundidee und übersetzt sie in ein deutlich aufwendigeres, technisch souveräneres Mainstreamkino. Die Geschichte um die junge Mari (Sara Paxton), die mit ihrer Freundin in die Hände des brutalen Krug (Garret Dillahunt) und seiner Bande gerät, ist dabei nichts für empfindliche Gemüter. Die Gewalt ist drastisch, aber Iliadis nutzt sie zumindest zunächst nicht bloß als Selbstzweck. Die größte Stärke liegt in der Inszenierung. Sharone Meirs Kamera und John Murphys düsterer Score erzeugen eine bedrückende Atmosphäre, während Iliadis besonders in der ersten Hälfte Spannung und Raumgefühl hervorragend kontrolliert. Auch die Besetzung überzeugt: Sara Paxton verleiht Mari Verletzlichkeit und Entschlossenheit, Tony Goldwyn und Monica Potter funktionieren als verzweifelte Eltern, und Garret Dillahunt macht Krug mit seiner erschreckend kontrollierten Grausamkeit zu einem glaubwürdigen Gegenspieler. 

Problematisch wird der Film dort, wo er seine moralische Ambivalenz zugunsten möglichst spektakulärer Rache aufgibt. Aus dem bedrückenden Überlebensdrama wird im letzten Drittel zunehmend ein blutiger Vergeltungsthriller. Damit verliert das Remake auch einen Teil dessen, was Cravens Original so verstörend machte. Iliadis interessiert sich weniger für Schuld, Vergeltung und die psychologischen Folgen von Gewalt als für die unmittelbare Wirkung seiner Szenen. Trotzdem ist "The Last House On The Left" kein schlechter Vertreter seines Genres. Er ist atmosphärisch dicht, hervorragend gespielt und in seinen besten Passagen wirklich unangenehm spannend. Nur macht ihn die zunehmend voyeuristische Gewalt letztlich weniger nachhaltig, als seine kompromisslose Ausgangslage verspricht. Ein technisch starkes und darstellerisch überzeugendes Remake, das aus seinem düsteren Ausgangsmaterial zunächst viel herausholt, sich am Ende aber zu sehr dem Torture-Horror und der befriedigenden Rachefantasie hingibt. Härte allein ist eben noch keine Tiefe.

6,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Rogue Pictures/Film Afrika/Sean S. Cunningham Films/The Night Co./Focus Features/Scion Films/Universal Pictures

Dienstag, 2. Juni 2020

Deadly Blessing - Tödlicher Segen (1981)

https://www.imdb.com/title/tt0082245/

In einer abgeschiedenen Idylle Amerikas lebt die sittenstrenge & okkulte Farmersekte der Hittites, die alle Erzeugnisse der modernen Technik ablehnen. Als Martha Schmidts (Maren Jensen) Ehemann eines Tages der Sekte entfliehen will, kommt er kurz darauf bei einem grauenvollen Unfall ums Leben. Als Marens beste Freundinnen Lana (Sharon Stone) und Vicky (Susan Buckner) ihr zu Hilfe eilen wollen, geraten die Frauen in einen tödlichen Alptraum. Ein geheimnisvoller Dämon sucht die Freundinnen heim und hinterlässt seinen blutigen und tödlichen Segen. Langsam verwandelt sich die malerische Farm in eine Hölle voller Brutalität und Angst...

Mit "The Last House On The Left" verstörte Wes Craven nachhaltig die Filmzuschauer. Das brutale Folter- und Rachedrama rief rund um den Globus Zensoren und Sittenwächter auf den Plan. 1977 schuf er "The Hills Have Eyes" – auch diese Regiearbeit blieb nicht von erhobenen Zeigefingern und Beschränkungen verschont. Cravens erstmals 1984 in "A Nightmare On Elm Street" in Erscheinung getretener Albtraum-Schlitzer Freddy Krueger avancierte zur Ikone der Horrorfans. 1996 verabreichte der Regisseur dem Slasherfilm mit "Scream" dringend benötigte Impulse. Keine Frage – die Welt des Horrorfilms wäre ohne Wes Craven um einiges ärmer. Sein "Deadly Blessing" von 1981 zeigt die damals 23-jährige Sharon Stone in einer ihrer ersten Rollen. Die Handlung ist angesiedelt in einer ländlichen Gemeinde, die von der asketisch lebenden, strenggläubigen Sekte der Hittites (Hethiter) dominiert wird, die moderne Errungenschaften ablehnt – ein Schelm, wer Amische dabei denkt. Religiöser Fanatismus und Wahn eignen sich ganz vortrefflich zum Erzeugen einer verstörenden Horror-Atmosphäre. Das weiß auch Wes Craven in "Tödlicher Segen" zu nutzen, unterstützt vom angenehm zurückhaltend eingesetzten Score von James Horner, der stimmig zwischen leichten, geradezu romantischen Klängen und bedrohlichen Tönen schwankt. Einstellungen mit subjektiver Kamera erzeugen zudem reichlich Suspense. Eine Badewannenszene erinnert gar frappierend an eine ebensolche im drei Jahre später entstandenen "A Nightmare On Elm Street". Dabei ist "Tödlicher Segen" weniger brutal und blutig als andere Regiearbeiten Cravens, obgleich die eine oder andere Messerszene sogar an einen Giallo erinnert.

Die Klasse von Wes Cravens Großtaten erreicht "Deadly Blessing" nicht. Der Kontrast zwischen den drei modernen jungen Frauen und der altertümlich lebenden Sekte wird nicht ganz ausgereizt. Ein Flirt zwischen Isaiahs anderem Sohn John (Jeff East) und der stets leicht bekleideten Vicky ist da schon das Höchste der Gefühle. Nicht ganz im Klaren ist man über die schauspielerische Leistung des großen Ernest Borgnine. Betreibt er mit starrer Mimik und herrischem Gestus Overacting? Oder ist das genau die Darstellungsform, die sein Isaiah Schmidt braucht? Die Kritikpunkte an "Tödlicher Segen" ändern aber nichts daran, dass die diversen Spannungssequenzen mit gutem Timing, famoser Kameraarbeit und Horners effektivem Score überaus fesselnd geraten sind. Das macht den Horrorfilm dann doch wieder sehr sehenswert, auch wenn das Potenzial des "Incubus" überhaupt nicht zum Tragen kommt. Lange Zeit scheint es sich dabei nur um ein Hirngespinst der Hittites zu handeln. Ob er tatsächlich existiert und die Gegend heimsucht – die Frage stellt man sich als Zuschauer überhaupt nicht. Bis er ganz am Ende wie Kai aus der Kiste doch zum Vorschein kommt – ein Gimmick als immerhin effektvoller Schlussgag, mehr nicht, von den Produzenten gegen Wes Cravens Willen durchgesetzt. Dieser finale Twist gibt der inneren Logik von "Tödlicher Segen" den Rest.

5,5/10

Von KOCH Films erschien der Film im limitierten Mediabook. Dieses beinhaltet den ungeschnittenen Film auf Blu-ray und DVD, sowie jede Menge Bonusmaterial.

Quellen: 
Inhaltsangabe: Koch Films

Donnerstag, 1. November 2018

The Hills Have Eyes - Hügel der blutigen Augen (1977)

https://www.imdb.com/title/tt0077681/

Familie Carter reist durch die Yucca-Wüste. Plötzlich werden Vater „Big Bob“ (Russ Grieve), seine Ehefrau Ethel (Virginia Vincent), Sohnemann Bobby (Robert Houston), die Töchter Brenda (Susan Lanier) und Lynne (Dee Wallace Stone) sowie deren Ehemann Doug (Martin Speer) mitten in der verlassenen Steppe mit dem puren Bösen konfrontiert: Ein Clan von Kannibalen unter Führung von Oberhaupt Jupiter (James Whitworth) setzt ihnen zu. Zuerst töten sie den Schäferhund Beauty. Dann muss „Big Bob“ dran glauben. Er wird gekreuzigt und angezündet. Auch dem Rest ergeht es schlecht. Um zu überleben, müssen sich die Überlebenden der Kannibalenfamilie entgegenstellen, ihre Kraft sowie ihre Wut bündeln und selbst töten...

Inmitten der endlosen Weite der Wüste von Nevada sieht sich eine Familie nach einer Autopanne zunehmend einem Albtraum ausgesetzt, in dem sie von wilden Mutanten terrorisiert werden. In "The Hills Have Eyes", Wes Cravens erst zweitem Spielfilm, verfolgt der Regisseur ein ähnliches Konzept wie in seinem Debüt "The Last House On The Left", in dem Craven gutbürgerliche Wertevorstellungen und vermeintlich familiäre Sicherheit in einem brutalen Delirium aus Vergewaltigung, Tötung und Vergeltung ins Gegenteil kehrte.
Das Familiengefüge der gestrandeten Carters nutzt Craven dabei als uramerikanisches Sinnbild, in dem er sämtliche Befindlichkeiten der damaligen Ära reflektiert, darunter das unbedingte Vertrauen in die Hilfe von Gott, welchem ein ähnlich hoher Wert beigemessen wird wie das Vertrauen in offensive Waffengewalt.

Bibeltreue und Schusswaffen erweisen sich im Verbund jedoch als zunehmend nutzlos, denn durch die Konfrontation mit den Mutanten, dem vermeintlich Bösen, inszeniert der Regisseur ein ebenso verstörend wie tragisch verzerrtes Spiegelbild der Carter-Familie. Die Mutanten sind die Ausgestoßenen der Gesellschaft, Resultate atomarer Versuche, die nun als Abfallprodukte ein Dasein als Monster fristen und in ihrer verzweifelten Aggression zum rational unverständlichen Gegenschlag ansetzen. "The Hills Have Eyes" ist dadurch genauso gesellschaftskritisches Zeitdokument, in dem sich Craven mit einer stigmatisierten sowie gebrandmarkten Minderheit solidarisiert, wobei er absurde Wertevorstellungen der heilen Familiensymbolik durch stereotype Figuren in noch absurdere Höhen überspitzt. Den Konflikt zwischen strahlender Privilegierung und verstrahlter Degenerierung führt der Regisseur dabei bewusst in Regionen des beklemmenden Terrors, der aufgrund begrenzter finanzieller Mittel und womöglich noch unausgereifter handwerklicher Fertigkeiten hinter dem Niveau seines intelligenten Konzepts zurückbleiben muss.

Die ungefilterten Bilder werden durch Anschlussfehler, schlechte Beleuchtung oder überfordertes Schauspiel noch stärker verunstaltet als durch den ohnehin rohen Ansatz des Regisseurs. Durch groben Dilettantismus raubt Craven seiner durchaus kraftvollen Illusion des Schreckens viel Wirkung, womit "The Hills Have Eyes" zwischen einem erschreckenden Spiegelbild des damaligen Amerikas, einem effektiven Horrorfilm voller unangenehmer Impressionen und einem unfreiwillig komischen Zirkus der grotesken Attraktionen auf ungestüme Weise hin und her wankt.

7/10

Von TURBINE Medien kommt der Film ungeschnitten und unzensiert im limitierten Mediabook auf 4K Ultra-HD.

Quellen: 
Inhaltsangabe: Turbine

Freitag, 17. August 2018

Incident In A Ghostland - Ghostland (2018)

https://www.imdb.com/title/tt6195094/

Als ihre Tante stirbt, erbt Colleen (Mylène Farmer) das seit langem leerstehende Anwesen der Verstorbenen und zieht mit ihren Töchtern Beth (Emilia Jones) und Vera (Taylor Hickson) dort ein. Doch gleich in ihrer ersten Nacht in dem neuen Zuhause werden sie von brutalen Einbrechern terrorisiert und Colleen muss um ihr Überleben und das ihrer Kinder kämpfen. 16 Jahre später sind die Auswirkungen jener Nacht auf Beth (jetzt: Crystal Reed) und Vera (Anastasia Phillips) immer noch deutlich spürbar: Beth verarbeitet die traumatischen Erfahrungen als Autorin von Horror-Romanen, doch Vera hat keinen Weg gefunden, mit dem Erlebten umzugehen. Sie leidet unter starken Wahnvorstellungen und wohnt immer noch bei ihrer Mutter in dem geerbten Haus. Als Beth ihre Familie dort zum ersten Mal seit langem besucht, kommt es zu merkwürdigen Vorfällen…

Pascal Laugier meldet sich mit einer heftig verdrehten Home-Invasion-Erzählung zurück, deren destruktive Aggressivität ein bösartiger Nonstop-Angriff auf die Nerven und Sinne des Zuschauers ist. In der Balance zwischen Schock und kompromisslosen Terror erreicht der Filmemacher einen intensiven Horrorfilm, der (vielleicht zu) offensichtlich mit den Klischees des Genres spielt. Zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Traum und Realität verwischen die Spuren der Vernunft. Die Welt, die die Heldin umgibt, wird zunehmend nach dem Ein-mal-eins des Horrorfilms dekonstruiert. Auch fühlt sich Pascal Laugiers neuster Film sowohl konzeptionell als auch ästhetisch sehr ähnlich an, wie sein wohl bisher größter Erfolgt "Martyrs" - mit weniger Gore, aber ebenso viel physischer Gewalt. Und auch wenn "Ghostland" eine nicht so tiefgreifende, apokalyptische Thematik wie "Martyrs" verfolgt, so erhebt auch er einen gewissen Anspruch. Über den kann man sich entweder aufregen und ihn im Grunde als äußert plump und vielleicht sogar etwas problematisch entlarven, oder man konzentriert sich lieber darauf was diesen Ausnahmefilm so verdammt gut macht. Wieder einmal lässt Laugier Frauen leiden, damit daraus eine mentale Stärke entsteht.

Pädophiler Sadismus, Menstruation und grausame Blumentapeten.
Der Film kann als Psycho-Flick über die traumatisierende Adoleszenz zweier rivalisierender Mädchen gesehen werden, oder als ein Genre-Vexierspiel über die Kraft der (literarischen) Phantasie. Das Laugier auch Spaß an Twists hat dürfte jedem, spätestens seit "The Tall Man", bewusst sein. Und so darf auch hier wieder fröhlich hin- und hergetwistet werden. Doch die Überraschung die Laugier hier für den Zuschauer bereit hält, dreht den Film komplett auf den Kopf und macht aus einem spannenden Mystery-Thriller einen puren Terror-Film. So kommt es, dass in der zweite n Hälfte des Films wird nicht viel geredet wird. Dafür umso mehr geschrien, geheult und gebettelt. Die Optik erinnert dabei an altbekannte Genregrößen wie "Texas Chainsaw Massacre" oder "Last House On The Left".

Und ganz in deren Sinne gibt einem Laugier nie ein Gefühl der Sicherheit. Keine Verschnaufpause, keine sich nähernde Hilfe nur der blanke Horror und das durch und durch grässliche Gefühl sich dort zu befinden und um Hilfe zu schreien. "Ghostland" nimmt sich zu Beginn genau so viel Zeit wie er braucht, bis er einen an der Gurgel packt und bis zum Ende immer weiter zu drückt. Laugier haucht einem totgeglaubten Subgenre neues Leben ein und obwohl der Film natürlich seine Fehler hat, fühlt es sich verdammt gut an, am Ende mal wieder verstört dazusitzen und das eben gesehene nicht nach einem Tag wieder zu vergessen. Definitiv ist er eine (etwas vordergründige) Hommage auf das Horrorkino. Seine fiese Odyssee aus Wahnsinn, blankem Entsetzen und Voll-in-die-Fresse-Gewalt bleibt völlig humorbefreit und ist weit entfernt von glatt-gebügelten Teenager-Mainstream-Grusel. Und Laugier beweist wieder einmal, dass er die Codes des Genres kenntnisreich beherrscht.

8/10

Von CAPELIGHT PICTURES erschien der Film ungeschnitten in einem tollen Mediabook:

Freitag, 13. Mai 2016

Mother's Day - Muttertag (1980)

http://www.imdb.com/title/tt0081186/

Seit Jahren unternehmen die drei College-Freundinnen Abbey, Jackie und Trina einmal im Jahr einen gemeinsamen Campingausflug. Selbst heute, lange Zeit nach dem College, halten die Drei daran fest und planen ihre Reise. Doch diesmal haben sie ihr Ziel falsch gewählt. Im Ferienort angekommen, fallen sie den eigentümlichen Brüdern Ike und Addley in die Hände. Ike und Addly leiden seit Jahren unter ihrer dominanten Mutter. Um diese zu beeindrucken, haben sich die Brüder einige Fähigkeiten und Fertigkeiten angeeignet. Dazu gehört effektives Töten, vergewaltigen und foltern. Abbey und Trina können den Jungs entfliehen. Doch sie kehren zurück um Rache zu nehmen...

Das ist also der berüchtigte "Muttertag", "Ein Alptraum aus Blut und Gewalt". Na ja, wohl eher ein Albtraum für Freunde von qualitativ hochwertigen Filmen. Eins ist "Muttertag" ganz bestimmt, nämlich richtig billiger Ramsch. Selbst wenn man sein leicht betagtes Alter schuldmindernd anrechnet, konnte der Film wirklich nur in wenigen Szenen als passabel durchgehen. Der Film zeigt sich wie erwartet billig und trashig, wie eine Kopie der ganzen Torture-Porn-Kisten aus den Siebzigern - ein wenig "Freitag der 13.", einen Schluck "The Last House On The Left", ein Quäntchen "The Hills Have Eyes" und ganz viel von "I Spit On Your Grave". Allerdings wurde das Ganze dann auch mit sehr viel Witz und Humor durchmischt, was einem das Schauen von Anfang bis Schluss erträglich gestaltet. Überhaupt ist die Abwechslung von infantil-debil bis ultra-brutal recht ausgewogen und sorgt immer wieder für kalte Duschen und Lehrstunden in gendergerechtem Verhalten. Dass der Film jetzt jahrelang indexiert war, ist aus heutiger Sicht kaum zu verstehen, hat aber wahrscheinlich dafür gesorgt, dass dieses dreckige Miststück von Film nicht ganz in Vergessenheit geraten ist. Nett.

5,5/10

Von XT Video kommt der Film uncut und in HD im Mediabook. Auf 2000 Stück limitiert und schon längst ausverkauft.

Samstag, 19. September 2015

The Last House On The Left - Das letzte Haus links (1972)

http://www.imdb.com/title/tt0068833/

Auf dem Weg zu einem Rock-Konzert werden die beiden Teenager Mari und Phyllis von einer Gang flüchtiger Straftäter gekidnappt. Während Maris Eltern eine Party für ihre Tochter vorbereiten, gehen die Mädchen durch die Hölle. Schwerste Körperverletzung, Vergewaltigung und Mord sind für den psychotischen Krug Stillo und seine bestialischen Kollegen zur Normalität verkommen. Allerdings hat für die Gang damit der Alptraum erst begonnen. Denn als Nachtlager haben sich die Kriminellen Maris Elternhaus ausgesucht – ein Haus, dem sie womöglich nicht lebendig entkommen...


Als einer von Wes Cravens besten Filme bezeichnet, entpuppt sich "Das letzte Haus links" trotz des harten Themas und - auch die Zeit zu der er entstand bedenkend - expliziten Gewalt, ziemlich schnell als recht schwacher Film, der noch dazu unfreiwillig komisch ist. Die beiden ermittelnden Polizisten wirken wie aus einer Comedy entsprungen und sind hier wortwörtlich dümmer als die Polizei erlaubt. Den Vogel schießt hier aber der sagenhaft unpassende Soundtrack ab, der ein richtiger Atmosphären-Killer ist. Man stelle sich vor, in einem Film wird eine Grabrede gehalten, bei der alle Beteiligten furchtbar bedrückt sind und plötzlich läuft im Hintergrund das Thema der "Benny-Hill-Show". Exakt so fühlen sich einige Szenen (und der Abspann!) in "The Last House On The Left" an. Auch die sehr billige Optik (die zweifelsohne dem Budget geschuldet ist), die schlechten Darsteller, die miesen Dialoge und das dumme Verhalten beim Finale tragen alles andere als dazu bei, ein Gefühl der Beklemmung oder gar des Horrors zu erzeugen. Tatsächlich fällt es schwer, den Film wirklich ernst zu nehmen, was ein völliges KO-Kriterium für einen Horrorfilm mit solcher Thematik ist. So geht nicht nur das Schicksal der beiden Mädchen durch die genannten Punkte ziemlich unter, sondern auch jegliche moralischen Ansätze. Erschwerend kommt nochmal hinzu, dass der Film trotz seiner sehr kurzen Laufzeit auch noch einige Längen aufweist.

"Das letzte Haus links" ist trotz seiner Bedeutung für das Genre letztlich nichts weiter als billiger Trash, der nichts bietet außer inhaltsleere Gewalt. Dabei geht dem Film leider jeglicher trashiger Charme ab. Das Remake ist ohne jeden Zweifel wesentlich gelungener.

"And The Road Leads To Nowhere"

5/10

Von TURBINE Medien in Kooperation mit NSM kommt das Original als "40th Anniversary Edition" im schicken DigiPak, vollständig restauriert und erstmal auch komplett ungekürzt.