Nachdem Cowboy Woody (Stimme im Original: Tom Hanks, auf Deutsch: Michael „Bully“ Herbig) und Space Ranger Buzz Lightyear (Tim Allen) in den vorherigen Filmen damit klarkommen mussten, dass ihr Besitzer Andy langsam älter wird und sich immer weniger für seine Kinderspielzeuge interessiert, sind sie mittlerweile alle im Besitz von Andys kleiner Schwester Bonnie. Aber damit sind sie längst noch nicht auf der sicheren Seite: Denn in „Toy Story 5“ kommt ein neues Spielzeug ins Kinderzimmer, das dafür sorgen könnte, dass alle anderen Spielzeuge schnell in Vergessenheit geraten: ein Tablet in Form eines Frosches! Schließlich kennt man das auch aus dem realen Leben: Sobald ein Screen erleuchtet, ist alles Analoge oft schnell vollkommen uninteressant. Finden Woody, Buzz & Co. trotzdem einen Weg, das Herz von Bonnie zurückzuerobern?
Zugegeben: Nach "Toy Story 4: Alles hört auf kein Kommando" waren wir alle davon überzeugt, dass die Geschichte von Woody, Buzz, Jessy und all ihren Freunden endgültig erzählt ist. Die emotionale Verabschiedung von Woody wirkte 2019 wie ein perfekter Schlusspunkt für eine der erfolgreichsten Filmreihen der Animationsgeschichte. Entsprechend groß war die Skepsis, als Pixar "Toy Story 5" ankündigte und man stellte sich die Frage: "Braucht es wirklich noch einen weiteren Teil?" Und überraschenderweise lautet die Antwort: Ja. Ja, zumindest wenn er so charmant, emotional und thematisch aktuell ausfällt wie dieser hier. Unter der Regie von Andrew Stanton verlagert sich in "Toy Story 5" der Fokus stärker auf Jessie. Während Woody und Buzz weiterhin wichtige Rollen spielen, steht vor allem die Frage im Mittelpunkt, welche Bedeutung Spielzeug in einer Welt hat, die zunehmend von Bildschirmen, Tablets und digitalen Unterhaltungsangeboten geprägt wird. Die neue Gegenspielerin Lilypad, ein intelligentes Tablet-Gerät, konkurriert direkt um Bonnies Aufmerksamkeit und stellt die traditionellen Spielzeuge vor eine Herausforderung, die aktueller kaum sein könnte.
Besonders erfreulich ist zudem, wie viel Raum Jessie in "Toy Story 5" erhält. Bereits in "Toy Story 2" gehörte sie zu den emotional stärksten Figuren der Reihe, wurde in den späteren Filmen jedoch oft etwas in den Hintergrund gedrängt. Hier darf sie endlich die Hauptfigur sein. Ihre Geschichte verleiht dem Film eine emotionale Tiefe, die überrascht und gleichzeitig verzaubert. Die Verlagerung des Fokus auf Jessie verleiht dem Franchise neue Impulse und verhindert gleichzeitig, dass sich die Geschichte abgenutzt anfühlt oder lediglich wiederholt.
Allerdings ist nicht alles perfekt und einige Kritikpunkte lassen sich nicht vollständig von der Hand weisen. Die Grundkonstellation erinnert stellenweise auffällig an den ersten "Toy Story"-Film: Ein neues Objekt tritt auf, bedroht die Stellung der etablierten Figuren und sorgt für Konflikte innerhalb der Gruppe. Bestimmte Handlungselemente fühlen sich so merkwürdig vertraut an und nicht jede Idee wirkt damit vollkommen neu - eben nur der heutigen Zeit angepasst. Prinzipiell ist dies nur der Wermutstropfen in einer ansonsten durch die Bank weg unterhaltsamen Geschichte. Zudem bleibt auch am Ende die Frage bestehen, ob die Geschichte wirklich notwendig war. Die Qualität des Films steht außer Frage, jedoch bleiben durchaus Zweifel hinsichtlich der Frage zurück, ob die Reihe nach vier Filmen überhaupt noch weiterer Fortsetzungen bedurfte. Diese Diskussion begleitet den Film aber zwangsläufig und wird vermutlich auch in Zukunft Teil seiner Wahrnehmung bleiben.












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