Samstag, 30. Dezember 2017

Sky Captain And The World Of Tomorrow (2004)

http://www.imdb.com/title/tt0346156/

Sensationsjournalistin Polly Perkins ist im New York der Zwischenkriegszeit bekannt für ihre brillante, aber manchmal nicht ganz astreine Arbeitsweise. Als sie gerade für eine Story über eine Mordserie an geflohenen deutschen Wissenschaftlern recherchiert, wird die Stadt ohne Vorwarnung von fliegenden Kampfrobotern angegriffen. Nur ein Mann scheint gewappnet, um sich der übermächtigen Bedrohung entgegenzustellen: Sky Captain Joe Sullivan (Jude Law) und seine Flieger-Elitetruppe operieren von einer Basis im Pazifik aus und stellen sich dem Kampf gegen das Böse. Für Polly ist das Fliegerass kein Unbekannter, schließlich waren die beiden einst ein Paar. Mithilfe von Pollys Rechercheunterlagen kommen sie Dr. Totenkopf (Laurence Olivier, der mittels Archivmaterial wieder zum Leben erweckt wurde), dem Drahtzieher der Angriffe auf die Spur. Als der den genialen Techniker Dexter (Giovanni Ribisi) aus Sky Captains Team entführt, starten Joe und Polly ihre Rettungsmission, die sie mitten in den eisigen Himalaya führt.

"Sky Captain And The World Of Tomorrow" ist der erste Film, komplett im Digital-Backlot-Verfahren gedreht wurde, in welchem nicht mehr in Kulissen, sondern vor gleichmäßig blauen bzw. grünen Wänden gefilmt wird, und der gewünschte Hintergrund später digital ins Bild kopiert wird. Optisch ist "Sky Captain And The World Of Tomorrow" aber richtig schlecht gealtert. Der ganze Film wirkt extrem schwammig und konturlos, besonders die Gesichter. Der künstliche Noir Look ist hier, sehr im Gegensatz zum ein Jahr später erschienenen "Sin City" auch reichlich misslungen.

Die eigentliche Schwäche des Films ist aber auf der inhaltlichen Ebene zu verorten. Hier ist nun wirklich fast alles misslungen: Storytelling, Dialoge, Charakterzeichnung und Plot. Dass der Film dabei dann noch Genretechnisch wild zwischen Action, Adventure und Film Noir relativ wild hin und her wechselt hätte bei einem fähigeren Regisseur und vor allem einem erfahreneren Drehbuchautoren durchaus interessant werden können, da aber Kerry Conran beides offenbar nicht ist, misslingt auch dies gewaltig, denn es führt dazu, dass der Film nur noch weniger wie eine Einheit, sondern wie eine dumpfe und planlose Aneinanderreihung von Action- Adventure- und Suspenseszenen wirkt. Das Ganze könnte dann problemlos auch als zusammengeschnittene Cutscenes aus einem Computergame durchgehen und dazu muss man noch sagen, dass es etliche Games mit besserer Grafik und klügeren Dialogen als diesen Film gibt.

Wenn man bedenkt, dass die Produktion des Films insgesamt über 10 Jahre lief, ist das Ergebnis dann doch sehr mager. Ist es Zufall, dass Kerry Conran, der sich hier als Drehbuchautor und Regisseur verantwortet, danach nie wieder einen Langfilm drehen sollte? Angesichts des Box Office-Flops, den dieser Film hier darstellte, ist das auch nicht sehr verwunderlich und ist ein weiterer Beweis dafür, dass der massive Einsatz von CGI eine Story eben nicht ersetzen kann.

5,5/10