Freitag, 29. Dezember 2017

Outbreak - Outbreak: Lautlose Killer (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0114069/

Der US-Virologe und Militärarzt Sam Daniels (Dustin Hoffman) untersucht in Afrika einen neuartigen Virus, der innerhalb weniger Tage zum Tod führt. Es handelt sich um eine aggressive, sich schnell verbreitende Ebola-Variante. Daniels kann nur ahnen, welche Gefahr von der Seuche ausgeht und rechnet mit dem Schlimmsten. Zurück in Amerika bittet er seinen Freund und Vorgesetzten Brig. Gen. Billy Ford (Morgan Freeman) vorsorglich Katastrophenalarm auszulösen, doch der will davon nichts wissen. Erst als erste Symptome der todbringenden Infektion in der amerikanischen Kleinstadt Cedar Creek auftreten, folgt das böse Erwachen. Daniels ist sich sicher, dass es sich um den afrikanischen Killervirus handelt und begibt sich mit seinem Team sofort in die kalifornische Ortschaft. Während sich die Epidemie im ganzen Land auszubreiten droht, machen sich Daniels und seine Leute auf die Suche nach dem ursprünglichen Überträger des Virus, um einen Impfstoff herzustellen und der Seuche Einhalt zu gebieten...

"Outbreak" recycelt alle Kennzeichen, um als actionbestückte Blaupause des Genrekinos der 90er Jahre durchzugehen. Wenngleich seine oberflächlichen Diskussionsansätze über den Aktionismus höhergestellter Instanzen wesentlich geblieben sind, untergräbt der Film seinen epidemiologischen Inhalt mit hochglänzendem Schauwertcharakter: Dutzendfach schweres Kriegsgerät, spektakuläre Hubschrauber-Action, spektakuläre Stunts, dazwischen der ein oder andere Oneliner, hektische Raserei, Spannung bis zum Äußersten und ein sich allem widersetzender Idealist (charmant gespielt von Dustin Hoffman), der durch die Hölle geht (und fliegt und springt).

Regisseur Wolfgang Petersens explosiver Seuchenthriller ist eben eine reinrassige Überladung und Übertreibung. Eine grobschlächtige, naive Zeitreise, an deren letztem fundamentalem Appell gegen die absurden Paragrafen militärischer Autorität nicht etwa die gefährdete Evolution der Menschheit, sondern die Zukunft einer in die Binsen gegangenen Ehe abhängt. Wunderbar stumpfsinnig, konsequent infantil. Gepaart mit jeder Menge Klischeetypen und Schablonen-Widersachern. Kevin Spacey als blutjunger Familientherapeut, Cuba Gooding Jr. als unerschrockenes Kämpferherz und Donald Sutherland als zynisches Überbleibsel jener, die für das eine das andere opfern. Unter handwerklichen Aspekten drängt sich indes die Cinematographie von Michael Ballhaus in den Vordergrund. Keinem festen Halt zugeordnet, tastet sich die Kamera bis zum Bakterienherd durch Labore, Kammern, Schächte, Ventile, hängt sich an betriebsame Forscher und emsige Wissenschaftler, die allerhand unverständliches Zeug bedienen und bearbeiten. Das ist toll, das ist dynamisch und macht "Outbreak" zu einem nostalgischen, sehr unterhaltsamen Guilty-Pleasure-Spaß.

8,5/10