Montag, 18. Dezember 2017

Superman III - Superman III: Der stählerne Blitz (1983)

http://www.imdb.com/title/tt0086393/

Ross Webster (Robert Vaughn), der geldgierige Chef einer Computerfirma, engagiert Programmiergenie Gus Gorman (Richard Pryor), um mithilfe eines Wettersattelliten den Kaffee- und Ölmarkt zu beherrschen. Währenddessen reist Clark Kent (Christopher Reeve) zu einem Klassentreffen in seine Heimatstadt Smallville. Dort trifft er seine Jugendliebe Lana Lang (Anette O'Toole) wieder, die sich zu seiner Überraschung nicht für Superman, sondern mehr für Clark interessiert. Als Superman Websters Pläne vereitelt, beauftragt der Gus Gorman damit, den Mann aus Stahl aus dem Weg zu räumen. Bei der Herstellung von Kryptonit, dem einzigen Material, das Superman großen Schaden zufügen kann, taucht eine unbekannte Komponente auf, die der Computerspezialist kurzerhand durch Tabak ersetzt. Der dadurch entstandene Stoff zeigt aber nicht die gewünschte Wirkung: Statt zu sterben, wird Superman böse und verhält sich unberechenbar. Um Webster doch noch zu besiegen, muss er sich dem Bösen in seinem Inneren stellen...

Durch den Abgang von Richard Donner und dem Zugang von Richard Lester wurde der Niedergang der Reihe besiegelt. Jeglicher Ansatz einer respektvollen, tiefer-gehenden Auseinandersetzung mit dem "Superman"-Mythos wird ersetzt mit noch mehr Slapstick und quatschiger Übertreibungen um das Helden-Image der Figur komplett zu dekonstruieren. Der interessanteste Ansatz bei "Superman III" ist da noch, das der Mann aus Stahl seine Vorbildfunktion verliert. Nicht nur, das er erst von den Einwohnern Metropolis missachtet wird; durch künstliches Kryptonit wird aus ihm auch ein negativer Charakter, der sich nicht mehr um die Leiden der Welt schert. Dieser Umstand gipfelt in einem schizophrenen Kampf zwischen dem bösen Superman gegen Clark Kent. Grundsätzlich eine gute Idee, die aber zu wenig Raum in der gesamten Handlung hat. Denn bevor es überhaupt soweit kommt, muss man sich beim Zuschauen durch eine von schlechten Slapstick getränkte Story kämpfen.

"Supermann III" ist damit allein schon absoluter Popcorn-Nonsens mit hübschen Schauwerten aber ohne Interesse an den Figuren. Weder der Einsatz des afroamerikanischen Stand-Up-Comedian Richard Pryor, mit seinen groben, lächerlichen Witzen, noch die müde Lex Luthor-Kopie von Robert Vaughn als machtgieriger Wirtschaftsmagnat Ross Websterüberzeugen. Beide nerven mehr als das sie komisch wirken. Die piepsige Lorelei Ambrosia setzt dem ganzen die krone auf. Positiv in der Besetzung machen sich Annette O’Toole als Clark Kents Highschool-Liebe Lana Lang und natürlich Christopher Reeve in der Titelrolle. Eingebunden in die Phobien vor der zunehmende Technologisierung in den 80ern (Computerkriminalität, Ölkrise, chemische Industrie) überzeugt lediglich der Running Gag um die doppelte Identität des Helden. Wenn er durch ein fehlerhaft, künstlich erzeugtes Kryptonit sich in einen lausig arbeitenden, schlecht-gelaunten Superapostel verwandelt, muss man einfach nur lauthals lachen. Diese Verwandlung zum Anti-Vorbild ist tatsächlich noch gut umgesetzt und hat etwas anarchischen Witz. Da trifft der Film seinen dekonstruierende Ansatz gut.

Das dritte "Superman"-Kinoabenteuer ist bestenfalls unterstes Mittelmaß. Die gezeigte Technik ist aus heutiger Sicht total überholt und es erscheint unglaubwürdig was sie zum Produktionszeitpunkt leisten soll. Der komödiantische Teil ist nicht die Spur komisch und der wirklich interessante Aspekt wird viel zu gering gehalten.

5/10