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Freitag, 28. Juni 2024

X-Men '97 (2024)

https://www.imdb.com/title/tt16026746/

"X-Men '97" ist die Fortsetzung von "X-Men: The Animated Series" aus den Jahren 1992-1997. Die Handlung beginnt ein Jahr nach den Ereignissen im Finale, in dem Professor X (Stimme im englischen Original: Ross Marquand) sowohl seine X-Men als auch die Erde verließ. Scott Summers a.k.a. Cyclops (Ray Chase) muss nun als neuer Anführer der X-Men das Erbe von Charles Xavier antreten. Eine neue militante Gruppe, die gegen Mutanten ist - die "Friends Of Humanity" - sorgen dabei von Anfang an für Schwierigkeiten. Doch das ist nichts im Vergleich zur Ankunft von Schurke Magneto (Matthew Waterson), der - laut Xaviers Testament - die Führung über die X-Men übernehmen soll.

https://www.imdb.com/title/tt21350562/
1. Zu mir, meine X-Men (To Me, My X-Men)
Ein Jahr nach dem Anschlag durch Henry Peter Gyrich auf Professor Charles Xavier, welcher Charles dazu brachte, die Erde mit Shi-ar zu verlassen, um seinen eigenen Tod vorzutäuschen, setzen die X-Men ihre Mission fort, Mutanten und Menschen gleichermaßen zu verteidigen. Die Vereinten Nationen (UN) haben die X-Men mittlerweile gesetzlich sanktioniert. Sie retten einen jungen Mutanten, Roberto da Costa, vor der Anti-Mutanten-Gruppe "Friends Of Humanity" (FoH), die Sentinel-Technologie nutzt. Um den Sentinel-Schöpfer Bolivar Trask zu finden, besuchen die X-Men Gyrich im Gefängnis und Jean Gray erforscht seinen Geist mithilfe von Cerebro, um seine übersinnlichen Fähigkeiten zu verstärken. Sie findet Trask auf einem Schrottplatz in der Sahara, erhält aber auch eine schreckliche Vorahnung. Die X-Men zerstören die Überreste mehrerer Sentinels und eines Master-Mold-Supercomputers auf dem Schrottplatz und nehmen Trask fest. Cyclops und eine schwangere Jean geben bekannt, dass sie die X-Men verlassen, um ihren Sohn in Sicherheit großzuziehen. Sie werden von ihrem ehemaligen Widersacher Magneto unterbrochen, der verrät, dass Xavier ihm in seinem Testament die Kontrolle über die X-Men und Xaviers Schule für Mutanten übertragen hat. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt31322425/
2. Hoffnung für Mutanten (Mutant Liberation Begins)
Magneto beginnt, sowohl Menschen als auch Mutanten zu retten und verzichtet darauf, Anti-Mutanten-Aktivisten zu töten. Ein misstrauischer Cyclops und Jean beschließen, bei den X-Men zu bleiben, während Rogue Verständnis für Magnetos Probleme hat. Als UN-Truppen unter der Führung von Dr. Valerie Cooper versuchen, Magneto wegen seines früheren Terrorismus zu verhaften, willigt er ein, sich zu ergeben und sich einem Prozess zu stellen, um sich zu beweisen. Während seines Prozesses im UN-Hauptquartier inszenierte das FoH einen Angriff. Ihr Anführer, X-Cutioner, schießt mit einer entkräftenden Strahlungsexplosion auf Magneto; Storm nimmt den Treffer für ihn ein und verliert seine Fähigkeiten. Bei Jean setzen die Wehen ein und Rogue ist gezwungen, das Wissen eines Geburtshelfers in sich aufzunehmen, als er sich weigert, das Baby eines Mutanten zur Welt zu bringen. Jean bringt einen Sohn zur Welt, den sie und Cyclops Nathan nennen. Nachdem Magneto X-Cutioner festgenommen und den Angriff gestoppt hat, wird er begnadigt und es beginnen Gespräche über den Beitritt der Mutantennation Genosha zur UN. Beast erzählt Storm, dass die Explosion sie dauerhaft entkräftet hat und sie verlässt das Team, um einen neuen Sinn im Leben zu finden. Während sie ihre Entscheidung besprechen, werden die X-Men von der plötzlichen Ankunft einer Frau überrascht, die genauso aussieht wie Jean. - 9/10


https://www.imdb.com/title/tt31322434/
3. Eine rätselhafte Begegnung (Fire Made Flesh)
Beast stellt fest, dass es sich bei dem Jean-Doppelgänger tatsächlich um den echten Jean Grey handelt. Der bösartige Mister Sinister kontaktiert die andere Jean und entlarvt sie als einen Klon, den er geschaffen hat, um Zugang zu ihr und der DNA von Cyclops zu erhalten. Sinister übernimmt die Kontrolle über ihren Geist und verwandelt sie in die Koboldkönigin. Sie übergibt Nathan an Sinister und unterwirft die X-Men schrecklichen Visionen, die auf ihren eigenen Ängsten basieren. Morph, der zuvor von Sinister korrumpiert und kontrolliert wurde, führt die X-Men in eines von Sinisters Laboren, wo er Nathan mit einem techno-organischen Virus infiziert, in dem Glauben, dass er das Kind dadurch unbesiegbar machen würde. Die echte Jean konfrontiert die Koboldkönigin telepathisch und nutzt ihre gemeinsamen Erinnerungen, um sie von Sinisters Kontrolle zu befreien. Der Klon Jean und Cyclops retten Nathan, der schwer erkrankt ist, während Sinister entkommt. Der Klon Jean gibt Nathan dem zeitreisenden Verbündeten der X-Men, Bishop, damit dieser in Zukunft versuchen kann, ein Heilmittel für das Virus zu finden. Anschließend nimmt sie den Namen Madelyne Pryor an und verlässt das Team. An anderer Stelle stellt sich ein Mutant namens Forge Storm vor und behauptet, dass er ihre Kräfte wiederherstellen kann. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt31322435/
4. Motendo / Leben und Tod - Teil 1 (Motendo / Lifedeath - Part 1)
Jubilee möchte ihren 18. Geburtstag in der Spielhalle feiern, aber Magneto weigert sich und fordert das Team auf, sich auf das Training zu konzentrieren. Roberto tröstet Jubilee, der überrascht ist, in seinem Zimmer eine neue „Motendo“-Videospielkonsole zu finden. Das Paar wird in ein Videospiel hineingezogen, das auf ihren früheren Abenteuern basiert und von dem außerirdischen Sklavenhalter Mojo entwickelt wurde, der von der Interaktion mit dem Publikum lebt. Jubilee genießt es, ihre vergangenen Missionen noch einmal durchzuleben, ist jedoch von Abscissa - einer älteren digitalen Kopie ihrer selbst aus der Betaversion des Spiels - davon überzeugt, dass sie ein leeres Leben führen würde. Abscissa hilft Jubilee und Roberto, Mojo zu besiegen, und das Paar kehrt in die reale Welt zurück. Jubilee küsst Roberto. Forge nimmt Storm mit auf seine Ranch, wo er eine Maschine entwickelt hat, die ihre Kräfte wiederherstellen kann, die jedoch scheinbar versagt. Storm bemerkt eine seltsame Eule, die um die Ranch herumfliegt. Als Forge zugibt, dass er die Technologie entwickelt hat, auf der die Mutanteninhibitorhalsbänder und die Strahlenpistole von X-Cutioner basieren, geht Storm wütend davon. Die Eule entpuppt sich als Dämon namens Widersacher. Es bringt Storm zurück zur Ranch und vergiftet Forge. - 7/10


https://www.imdb.com/title/tt31322436/
5. Erinnere dich (Remember It)
Da Jean nicht erkennen kann, welche Erinnerungen ihr und welche Madelyne gehören, offenbart sie Wolverine ihre emotionale Verwirrung und küsst ihn. Er weist ihre Annäherungsversuche zurück und fordert sie auf, mit Cyclops zu sprechen, von dem sie erfährt, dass er telepathisch mit Madelyne kommuniziert hat. Magneto, Rogue und Gambit reisen nach Genosha, wo der Genoshan-Rat Magneto bittet, das Land zu führen; er stimmt unter der Bedingung zu, dass Rogue mit ihm führt. Rogue erklärt Gambit, dass sie eine geheime Beziehung zu Magneto hatte, als sie jünger war, da seine Fähigkeiten es ihr ermöglichen, ihn zu berühren, ohne ihn zu verletzen, was sie bei Gambit nicht tun kann. Bei einer Gala zur Feier des Beitritts von Genosha zur UN küsst Rogue Magneto und erkennt, dass sie einen Fehler gemacht hat, ihn gegenüber Gambit zu wählen. Der zeitreisende Cable kommt und Madelyne erkennt, dass er ein erwachsener Nathan ist. Cable wird in die Zukunft zurückgeschickt, bevor er alle vor dem Kommenden warnen kann: Ein verbesserter Master Mold und eine Armee von Sentinels greifen Genosha an und töten Tausende von Mutanten. Gambit opfert sich selbst, um die Meisterform zu zerstören, was Rogue untröstlich zurücklässt. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt31322437/
6. Leben und Tod - Teil 2 (Lifedeath - Part 2)
Während eines Krieges zwischen dem Schiiten- und dem Kree-Reich gibt die schiitische Kaiserin Lilandra Neramani ihre Verlobung mit dem inzwischen geheilten Xavier bekannt. Deathbird weigert sich, die Heirat ihrer Schwester mit einem Terraner zu akzeptieren, beruft sich auf den Ritus von M'Dashaa und fordert Xavier auf, alle seine Erinnerungen an die Erde zu löschen, um seine Loyalität gegenüber den Schiiten zu beweisen. Xaviers Weigerung, seine Erinnerungen an die X-Men aufzugeben, führt zu einem Kampf zwischen der schiitischen Kaisergarde und den Anhängern von Deathbird, bis Xavier alle auf die Astralebene zieht, um sie über das Zusammenleben aufzuklären. Als diese Lektion durch eine psychische Vision von Gambits Tod unterbrochen wird, beschließt Xavier, zur Erde zurückzukehren. Auf der Ranch nutzt Forge das Zauberbuch seiner Mutter, um den Dämon zu vertreiben, und Storm hilft ihm dann bei der Suche nach einem seltenen Kaktus, der das Gift heilen kann. Storm findet den Kaktus in einer Höhle, wird aber erneut vom Widersacher in die Enge getrieben. Storm überwindet ihre Ängste, erlangt ihre Kräfte zurück und besiegt den Widersacher. Storm heilt Forge und dann erfahren sie von dem Angriff auf Genosha. An anderer Stelle wird Trask von Mister Sinister konfrontiert, der warnt, dass Genosha nur der Anfang war. - 8/10


https://www.imdb.com/title/tt31322438/
7. Hinters Licht geführt (Bright Eyes)
Während die X-Men eine Beerdigung für Gambit abhalten, macht sich Rogue wütend auf die Suche nach Gyrich und Trask. Nachdem er Informationen von General Thunderbolt Ross und Captain America erhalten hat, findet Rogue Gyrich in Mexiko und nimmt seine Erinnerungen auf. Gyrich wird später in der Nacht ermordet. Während sie bei den Wiederherstellungsbemühungen in Genosha helfen, werden die X-Men von einem verängstigten Trask kontaktiert, der ihnen erzählt, dass er sich in Madripoor befindet. Sie bekommen Rogue auf den Weg. Roberto und Jubilee besuchen Robertos Mutter und erzählen ihr, dass er ein Mutant ist; Sie bittet ihn, seine Identität geheim zu halten. In Madripoor erfahren die X-Men, dass Sinister und die geheime UN-Abteilung „OZT“ ein hochentwickeltes Sentinel-Programm entwickelt haben. Rogue lässt Trask in den Tod fallen und aktiviert dabei unwissentlich eine Programmierung, die ihn in einen Mensch-Sentinel-Hybriden verwandelt. Cable kommt an, besiegt Trask mit einem EMP und erklärt, dass Sinister mit einer größeren Bedrohung arbeitet, die sie stoppen müssen. Diese Bedrohung, die Gyrich ermordet hat, ist Bastion. Er enthüllt Sinister, dass Xavier im Weltraum lebt und dass Magneto, der bei dem Genosha-Angriff vermutlich ums Leben gekommen ist, ebenfalls lebt und Bastions Gefangener ist. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt31322442/
8. Toleranz bedeutet Auslöschung - Teil 1 (Tolerance Is Extinction - Part 1)
Die UN enthüllen der Welt, dass Xavier am Leben ist, und provozieren damit einen Anti-Mutanten-Protest vor der Schule. Cable erklärt den X-Men, dass das Genosha-Massaker ein „absoluter Zeitpunkt“ sei, der nicht geändert werden könne, und dass Bastion ihn nutzen werde, um einen 300-jährigen Krieg zu beginnen, der zur Versklavung von Mutanten in einer menschlichen Utopie führen werde. Cyclops, Jean und Cable reisen nach Harmony, Pennsylvania, wo sie erfahren, dass Bastion ein Mensch-Maschine-Hybrid ist, der gezeugt wurde, nachdem sein Vater mit einem Teil des fortschrittlichen, zeitreisenden Sentinel Nimrod infiziert worden war.[b] Mitglieder von „Operation : Zero Tolerance“ (OZT) äußern ihre Besorgnis über das Massaker und bitten Dr. Cooper, Bastion zu überwachen, der ihr erklärt, wie er Menschen mithilfe des techno-organischen Virus von Sinister in Prime Sentinels wie Trask verwandelt. Prime Sentinels werden auf der ganzen Welt aktiviert, greifen Mutanten an und brennen Xaviers Schule nieder. Ein entsetzter Cooper lässt Magneto frei, der einen weltweiten Stromausfall verursacht, der Tausende von Menschen tötet und alle Prime Sentinels lahmlegt. Wolverine befürchtet, dass Magneto den Krieg erklärt hat, als Xavier zurückkehrt und die X-Men herbeiruft. - 9,5/10


https://www.imdb.com/title/tt31322443/
9. Toleranz bedeutet Auslöschung - Teil 2 (Tolerance Is Extinction - Part 2)
Xavier stößt auf einiges Misstrauen, aber die X-Men konzentrieren sich darauf, Bastion aufzuhalten und Magneto davon zu überzeugen, seinen Blackout rückgängig zu machen. Magneto baut auf dem Asteroiden M seinen Zufluchtsort für Mutanten wieder auf, beschließt, die Erde ohne Strom zu lassen und Xaviers Traum von der Koexistenz von Mutanten und Menschen abzulehnen. Er lädt die X-Men ein, sich ihm anzuschließen, was Rogue und Roberto auch tun. Der Rest der X-Men kehrt zu ihrer früheren Basis auf Muir Island zurück, um sich neu zu gruppieren, bevor sie sich in zwei Teams aufteilt: Das blaue Team von Cyclops begibt sich zum Asteroiden M, um Magneto zu konfrontieren, während Storm und Jeans goldenes Team sich auf den Weg zu Bastions Versteck auf den Galapagosinseln machen. Beast und Forge erschaffen ein Halsband, das Bastions Technopathie blockieren und seine Kontrolle über die Sentinels entziehen kann. Das Gold-Team kämpft gegen eine Armee von von der Bastion kontrollierten Sentinels sowie gegen Sinister, der die Kontrolle über Cables Gedanken übernimmt und ihn benutzt, um Jean zu überwältigen. Sie sendet eine verzweifelte psychische Nachricht an Cyclops. Auf Asteroid M versucht Xavier, die Kontrolle über Magnetos Geist zu übernehmen, wird jedoch blockiert. Wolverine ersticht und beleidigt Magneto schwer, der beginnt, das Adamantiummetall aus Wolverines Skelett zu reißen. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt31322446/
10. 8. Toleranz bedeutet Auslöschung - Teil 3 (Tolerance Is Extinction - Part 3)
Da Wolverine lebensgefährlich verletzt ist, übernimmt Xavier die Kontrolle über Magneto und stellt die Stromversorgung der Erde wieder her, wodurch Magnetos Verstand zerstört wird. Jean - der sich mit der kosmischen Kraft des Phönix verbindet - legt Bastion das Halsband an, stellt die Menschlichkeit der Prime Sentinels wieder her und macht Sinisters Mutantenerweiterungen rückgängig, wodurch Cable befreit wird. Die X-Men kämpfen darum, zu verhindern, dass Bastion den Asteroiden M auf die Erde schleudert und ein neues Aussterben verursacht, aber er stürzt immer noch ab, nachdem die US-Regierung Raketen auf den Asteroiden abgefeuert hat, in der Hoffnung, ihn zu zerstören. Mit Xaviers Hilfe erlangt Magneto das Bewusstsein zurück und schickt den Asteroiden in den Weltraum. Es explodiert und die meisten X-Men gelten als tot. Sechs Monate später kommt Bishop und erzählt Forge, dass die X-Men in der Zeit gefangen sind: Cyclops und Jean befinden sich im Jahr 3960 n. Chr., einer trostlosen Zukunft, in der sie Mutter Askani und einem jungen Nathan begegnen; und Rogue, Nightcrawler, Beast, Xavier und Magneto sind im alten Ägypten im Jahr 3000 v. Chr., wo sie En Sabah Nur treffen, eine junge Version der Apokalypse. In einer Mid-Credits-Szene findet Apocalypse eine von Gambits Spielkarten im heutigen Genosha. - 9,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Disney+
Poster/Artwork
Disney+

Dienstag, 3. Juni 2014

X-Men: Days Of Future Past - X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1877832/

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit, die Fortsetzung von "X-Men: Erste Entscheidung", basiert auf der Comic-Storyline Days of Future Past der Reihe The Uncanny X-Men. Diese spielt in einer dystopischen Zukunft, in der Mutanten in Internierungscamps gefangengehalten werden und die Erde von den Sentinels beherrscht wird. Unter den Inhaftierten ist auch Wolverine. Es gelingt ihm, durch die Zeit zu reisen, um zu versuchen, den Verlauf der Geschichte zu ändern. Diese nahm ihren Anfang in den 1960er Jahren. Die X-Men kämpfen gegen die Bruderschaft der bösen Mutanten, die sich mit Magneto (Michael Fassbender) und Mystique (Jennifer Lawrence) bereits in "X-Men: Erste Entscheidung" geformt hatte. Als nächsten Schlag planen diese ein Attentat gegen Senator Robert Kennedy, das im Falle eines Erfolges jedoch zu eines Massenverhaftungswelle unter Mutanten und deren Internierung führen würde.

Was für ein genialer "X-Men"-Film! Lieber Bryan Singer, ich verneige mich vor Ihnen, Sie haben den bislang besten X-Men-Teil abgeliefert! Aber von Anfang an. Eine düstere Welt ist es, in die wir geworfen werden. Und ohne Atempause geht auch unmittelbar der Kampf gegen die 'Sentinels' - gigantische Roboter, die die Kräfte aller X-Men absorbieren und imitieren können und selbst vor Menschen nicht mehr Halt machen - los. Ich verrate nicht zuviel, wenn man hier voller Entsetzen ansehen muss, wie einige der beliebten Mutanten - unter anderem Iceman, Collosus und Link diesen Maschinen wie simples Kanonenfutter zum Opfer fallen, denn es kommt noch viel viel schlimmer...


"Days Of Future Past" heißt der fünfte "X-Men". Der Name ist Programm, denn Singer kommt mit einem Kniff um die Ecke, den schon Abrams bei "Star Trek" anwandte: er ändert ganz einfach die Zeitlinie und verweist somit die ersten drei "X-Men"-Teile in ein Paralleluniversum. Dass so etwas funktionieren kann, sah man bereits bei "Star Trek". Und hier funktioniert es auch - wenn nicht sogar noch einen Tick besser. Der Auftrag ist, Mystique aufzuhalten, die durch einen Fehler in der Vergangenheit (dem Mord an Dr. Bolivar Trask (wie immer großartig: Peter Dinklage)) die Entwicklung der Sentinels erst möglich machte. Natürlich ist es 'Wolverine' (Hugh Jackman), der als einziger stark genug ist, diesen mentalen Zeitsprung auszuführen, da er als einziger über genügend Regenerationskraft verfügt. Shadowcat/Kitty Pryde (Ellen Page) wendet ihre geistigen Kräfte auf ihn an, schickt seinen Geist zurück (während sein Körper in der Zukunft von den anderen X-Men bewacht wird) und Wolverine schlägt die Augen auf - 1973.

Ab dem Zeitpunkt entfaltet der Film seine ganze Größe und weiß mit Story, stimmigen Setting, wohl dosierter Action und einem phantastischen Soundtrack (von John Ottman) zu überzeugen. Das Zusammentrommeln der Mutanten, um Mystiques (Jennifer Lawrence) Fehler rückgängig zu machen, bringt altbekannte Gesichter hervor: allen voran natürlich wieder James McAvoy als junger Charles Xavier und Michael Fassbender als junger Eric Lehnsherr, die wie schon im Vorgänger ihre Sache phantastisch machen. Auch Nicolas Hoult als 'Beast' ist wieder dabei und hat dieses Mal auch etwas mehr Screentime. Dazu kommen aber auch neue Gesichter, wie zum Beispiel 'Quicksilver' (Evan Peters), der wohl die coolste und vermutlich auch beste Szene des ganzen Films inne hat. Mit richtig dosierten Gags und einige Szenen, die einen darüber hinaus zum Schmunzeln bringen oder eindrucksvoll die vorigen Filme ins Gedächtnis rufen weiß der Streifen perfekt zu unterhalten. Und wenn sich der junge Charles (McAvoy) und der alte Charles (Patrick Stewart) beinahe physisch gegenüber stehen, hat man ein weiteres kleines Hochgefühl.


So vergehen knapp 130 Minuten wie im Flug und lassen zu kaum einem Zeitpunkt Langeweile oder gar Leerlauf aufkommen. Mit passgenauem Timing, Gespür für Details und ein paar eingestreuten Hommagen an die anderen Filme schafft es dieser Streifen, dass man sich als Fan fühlt als würde man sich in eine warme Decke kuscheln. Für fesselnde Spannung sorgt die drohende Gefahr in der Zukunft, denn die Sentinels sind auf dem Weg zu den verbliebenen X-Men, darunter auch Storm (Halle Berry) und Magneto (Ian McKellen), die zwar etwas im Hintergrund bleiben, aber dennoch einmal mehr zeigen können was sie drauf haben. Es ist aber vor allem auch das hervorragende Ende, welches zwei mögliche Zeitlinien öffnet. Es fühlt sich wohlig warm an und könnte einem beinahe Tränen in die Augen treiben. "X-Men: Days Of Future Past" macht alles richtig. Fast. Bei all dem Lob fehlt es mir ein wenig an Logik, sofern man dies von Zeitreisen erwarten kann. Es gibt Kontinuitätsfehler, wie sie bei solchen Filmen üblich sind und ein ganz ganz böser Filmfehler, der eigentlich nur aufgeklärt wird, wenn man die alternativen Enden und kompletten Abspänne der anderen Teile gesehen hat. Das ist etwas schade, schmälert aber nicht wirklich den Genuß des Films.

"X-Men: Days Of Future Past" ist ein ganz großartiger Streifen, der genau das richtige Gefühl erzeugen kann - und der hoffentlich nicht der letzte der Reihe ist. So sieht es aber glücklicherweise wirklich nicht aus.

8,5/10

Nach dem Abspann sieht man einen Mutanten, der 3000 v.Chr. eine Steinpyramide mittels Telekinese in unglaublicher Zeit zusammensetzt und von Ägypter mit den Worten "En Sabah Nur" angebetet wird. Bei dem Mutanten handelt es sich um 'Apocalypse' - den ältesten und vermutlich auch ersten Mutanten überhaupt und einer der mächtigsten Widersacher der X-Men, der im nächsten Teil "X-Men: Apocalypse" (2016) wohl auch seinen Auftritt feiert.

Von TWENTIETH CENTURY FOX erschien der Film exklusiv bei zavvi UK auch im limitierten Steelbook in 4K Ultra-HD:

Quellen
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/Artwork
Twentieth Century Fox

Samstag, 8. Juni 2019

Dark Phoenix - X-Men: Dark Phoenix (2019)

https://www.imdb.com/title/tt6565702/

Etwa zehn Jahre nachdem sie es mit dem ebenso mächtigen wie machthungrigen Mutanten Apocalypse aufgenommen haben, sind die X-Men rund um Charles Xavier (James McAvoy) zu Helden geworden. Doch der damit einhergehende Ruhm steigt dem an den Rollstuhl gefesselten Telepathen zu Kopf, so dass er seine Schützlinge auf immer gefährlichere Missionen schickt. Für ihren jüngsten Auftrag schickt er Mystique (Jennifer Lawrence), Beast (Nicholas Hoult), Storm (Alexandra Shipp), Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) und Quicksilver (Evan Peters) ins Weltall, wo sie einige verunglückte Astronauten retten sollen. Doch dabei wird ihr Raumschiff von einer Sonneneruption getroffen, die Jean Grey (Sophie Turner) zwar absorbieren und umlenken kann. Aber durch die enorme Energie erwacht eine mysteriöse Macht in ihr: die Phoenix Force. Jeans neue Kräfte lassen sich nur schwer kontrollieren und rufen schließlich auch eine außerweltliche Gestaltwandlerin (Jessica Chastain) auf den Plan, die Jagd auf sie macht...

"Dark Phoenix", das mittlerweile vierte Installment der neuen "X-Men"-Reihe ist vor allem ein Film über Persönlichkeitswandel und Verantwortung, der seine Thematik primär auf den Schultern von Jean Grey (Sophie Turner) und Charles Xavier (James McAvoy) (und am Rande vielleicht sogar noch Erik Lehnsherr (Magneto, Michael Fassbender)) zum Tragen bringt. Die Weltenrettung aus "X-Men: Apocalypse" hat die X-Men um Kurt Wagner (Nightcrawler, Kodi Smitt-McPhee) und Peter Maximoff (Quicksilver, Evan Peters) zu Helden des Alltags gemacht. Die Mutanten werden nicht mehr verfolgt, sondern gefeiert, der Präsident schüttelt mit Charles auf offiziellen Banketten die Hand und hat einen direkten Telefonanschluss für Notfälle. Raven (Mystique, Jennifer Lawrence) ist einerseits der immer riskanter werdenden Missionen überdrüssig, die andererseits auch noch das Leben der Mutanten für die normale Bevölkerung riskieren. Charles wiederum sieht den Superhelden-Status auf Abruf seiner jungen Schüler als simpelste Form der Akzeptanz an.

Als sich im Verlauf Jean zu "Dark Phoenix" entwickelt und dabei Angriffe auf die Staatsgewalt folgen, wandelt sich dieses Bild wieder (zu) schnell ins Gegenteil. Vergessen sind auf Knall und Fall die Einsätze der X-Men, die zum Beispiel das Leben der Astronauten auf der "Endeavour" retteten. Wie genau diese Wandlung vollzogen wird, wird jedoch nicht klar, da sich vor allem die jüngeren (aber auch älteren) "X-Men"-Filme nie wirklich mit dem Thema der Diskriminierung, die dem Comic innewohnte, auseinandersetzen wollten. Das ist prinzipiell auch nicht notwendig, um das Kinopublikum zu unterhalten, doch wenn man die Thematik schon anreißt, dann muss man sie auch behandeln. In "Dark Phoenix" sieht man aber – wie, fairerweise in den Filmen zuvor auch – keine wirklichen Vertreter jener Schicht Mutanten, die im Comic als Morlocks aufgrund ihres Aussehens als soziale Außenseiter im Untergrund hausen.


Stattdessen sieht "Xavier’s School for Gifted Youngsters" aus wie ein Internat für die reiche weiße Oberschicht. Wo man es von Hank (Beast, Nicholas Hoult) gewohnt ist, dass er sich seine mutierte Form für X-Men-Aktivitäten aufhebt, befremdet es etwas, dass auch Raven hier ihr natürliches Erscheinungsbild alsbald für die blonde Schönheit von Jennifer Lawrence aufgibt. Außer Kurt hätte eigentlich niemand von ihnen sichtbare Probleme, in der Gesellschaft unterzutauchen, weshalb die Schule als Refugium und Ersatzfamilie in "Dark Phoenix" nicht recht funktionieren will. Was reichlich seltsam ist, klappt dies in den vorigen Filmen doch auch. Unklar ist zudem, wieso sich alle Figuren mit ihren Real- statt Codenamen ansprechen, mit Ausnahme der afrikanischen Ororo (Alexandra Shipp), die stets als Storm tituliert wird. Kurz und gut: man merkt quasi sofort, dass hier eben nicht mehr Bryan Singer am Ruder stand.

Mit der Genesis von "Dark Phoenix" im Weltraum und der Integration von Vuk und den D’Bari bewegt sich Regisseur Simon Kinberg zwar näher am Originalcomic, dennoch ist seine Adaption wie schon die von 2006 zu distanziert von ihren Figuren, damit sich die Geschichte entsprechend entfalten kann. Wo man damals zumindest in "X-Men" und "X2" Zeit mit Jean verbringen konnten, wurde diese nun erst in "X-Men: Apocalypse" als Nebenfigur eingeführt. Wer sie wirklich ist, welche Bedeutung die X-Men für sie haben, wird in "Dark Phoenix" praktisch nicht erklärt. Weshalb der Wandel der Figur, ihr Trauma und ihre Zweifel, kaum Eindruck beim Zuschauer hinterlassen. Um mit Jean zu leiden, müsste man erst eine Beziehung zu ihr besitzen - welche Kinberg schlicht übergeht.


Denselben Vorwurf müssen sich auch die Gegenspieler gefallen lassen. Was die D’Bari wollen, wer sie überhaupt sind und wer Jessica Chastains Figur ist, wird in einer kurzen Szene buchstäblich im Vorbeigehen erwähnt. Die Motive der Aliens bleiben aber unklar, da sie einerseits Opfer der "Phoenix Force" (jene Kraft, die Jeans Wandlung auslöst) sind, diese aber andererseits für sich nutzen wollen. Grundsätzlich schleppen sie ihr eigenes Trauma mit sich herum, aufgrund ihrer Handlungen sind sie aber einfach nur die Bösen. Es verwundert daher nicht, dass sie abseits von Jessica Chastain allesamt austauschbar sind und nur als Futter für Kampfszenen gegen die X-Men-Gruppe im Verlauf des dritten und finalen Aktes dienen.

Das Problem von "X-Men: The Last Stand" und "Dark Phoenix" ist damit weniger die "Dark Phoenix"-Saga, sondern die überhastete Herangehensweise an diese. Nur wenn Jean als Figur etabliert ist, genauso ihre Beziehung zu den übrigen X-Men, kann das Publikum die Tragik ihres Schicksals so ergreifen, wie sie es sollte. Stattdessen wendet sich beispielsweise Ororo nach einem dramatischen Vorfall augenblicklich von einer Figur ab, mit der sie die letzten neun Jahre verbracht hat. Wenn dies schon ihr so leicht fällt, warum sollte es dem Zuschauer, der diese Jean nur aus einem Film kennt, schwerer fallen? Ähnlich verhält es sich dann, wenn Erik einige seiner Mitstreiter mit auf seine Mission nimmt, diese aber nicht einmal bei ihren Namen/Codenamen genannt werden.


Wo die Ausarbeitung der Figuren scheitert, macht es die Action nur wenig besser. Die Weltraum-Mission zu Beginn ist eher Mittel zum Zweck, die übrigen Set-Pieces beschränken sich zwar darauf, nicht ins episch Weltzerstörerische abzudriften wie zuletzt in "X-Men: Apocalypse", wissen in ihrer Zentrierung aber auch keine rechte Wucht zu entfalten. Unklar bleibt dabei stets die inkonsistente Darstellung der jeweiligen Mutantenkräfte: behauptet Kurt/Nightcrawler im einen Moment, er müsse sehen, wo er hinteleportiert, gelingt ihm dies später aber auch so. Ähnlich Erik, der im zweite Aktes merklich Mühe hat, einen U-Bahn-Zug durch die Straßendecke an die Oberfläche zu befördern, im Finale aber einen ganzen Zugwaggon problemlos wie ein Stück Papier zerknüllt. Das nervt und wirkt wenig konsistent.

Wusste "X-Men: Apocalypse" immerhin mit Fanservice zu gefallen und zu unterhalten, will bei "Dark Phoenix" nicht einmal das gelingen. Vielleicht wäre hier eine Integration von Lilandra und den Shi’ar besser gewesen als von Vuk und den D’Bari. Aber auch die Tatsache, dass "Dark Phoenix" nach "X-Men" sowie "X-Men: The Last Stand" mit unter zwei Stunden die kürzeste Laufzeit hat, ist bei der Etablierung der Prämisse, Zusammenhänge und Ausmaße nicht allzu dienlich, da die Geschichte noch weniger Raum zur Entfaltung erhält als dies bereits der Fall ist. Sophie Turner wirkt sichtlich bemüht, ihrer eindimensionalen Figur soweit es geht etwas Dreidimensionalität zu verleihen, was sich von Jessica Chastain wiederum nicht sagen lässt.


Am einprägsamsten ist da noch Hans Zimmers musikalische Untermalung sowie ein minimal stärkerer Fokus auf Kurt/Nightcrawler, der an die Eröffnungsszene von "X2" erinnern darf. Sowohl Jennifer Lawrence als auch Evan Peters rücken leider nach dem ersten Akt in den Hintergrund und hinterlassen eine Lücke, die von Eriks Handlangern nicht gefüllt werden kann. So ist "Dark Phoenix" am Ende wie schon "X-Men: The Last Stand" ein reichlich enttäuschender Abschluss. Es mag das einzig Gute an der Fox-Übernahme durch Disney sein, dass sich das nächste Reboot der Mutanten-Truppe, wenn es um die "Dark Phoenix"-Saga geht, wohl die nötige Zeit nehmen dürfte.

6,5/10

Von TWENTIETH CENTURY FOX erschien der Film exklusiv bei zavvi UK auch im limitierten Steelbook in 4K Ultra-HD:  

Quellen
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/Artwork
Twentieth Century Fox

Donnerstag, 19. Mai 2016

X-Men: Apocalypse (2016)

http://www.imdb.com/title/tt3385516/

Die Welt hat sich verändert, Mutanten werden in der Gesellschaft nun weitestgehend akzeptiert. Doch ein legendärer Bösewicht schickt sich an, Menschen wie Mutanten zu unterjochen: der einst als Gott verehrte Apocalypse (Oscar Isaac), der älteste und mächtigste Mutant der Welt. Er ist unsterblich und unbesiegbar, weil er die Kräfte vieler unterschiedlicher Mutanten vereint – und er ist bei seinem Erwachen nach Tausenden von Jahren gar nicht glücklich darüber, wie sich die Welt entwickelt hat. Zur Verwirklichung seines Plans einer neuen Weltordnung bringt Apocalypse mächtige Mutanten unter seine Kontrolle: Magneto (Michael Fassbender), Psylocke (Olivia Munn), Storm (Alexandra Shipp) und Angel (Ben Hardy). Es ist an Raven (Jennifer Lawrence) und Prof. X (James McAvoy), ein Team junger Mutanten anzuführen, das sich Apocalypse in den Weg stellt...

Bryan Singer ist ambitioniert, denn augenscheinlich legt er sehr viel Herzblut in seine Filme. Und während bei "X-Men: First Class" und "X-Men: Days Of Future Past" noch vornehmlich Charles Xavier/Professor X und Erik Lehnsherr/Magneto in den Vordergrund traten, wird hier nun für die neuen Mutanten und En Sabah Nur/Apocalypse, gespielt von Oscar Isaac, Platz geschaffen. Vom Aufbau her ist "X-Men: Apocalypse" auch merklich klassischer gestrickt und umreißt so lediglich eine weltweite Bedrohung durch einen Super-Bösewicht. Dass die Rückkehr der X-Men zu ihren bunten, alten Tagen, viele im Vorfeld bereits eher geärgert als gefreut hat, ist damit absolut unverständlich. "X-Men: Apocalypse" vermischt die Elemente der alten und neuen Trilogie zu einem äußerst kreativen und actionreichen Blockbuster-Erlebnis, wie man es im Genre schon lange nicht mehr in diesem eskapistischen Ausmaß erleben durfte. Wer sich drauf einlässt bekommt einen sehr guten Film serviert, mit einigen herausragend inszenierten Szenen und einer unterhaltsamen, spannenden Story.


Der Film hat sicherlich kleinere Problemchen und beim erneuten anschauen werden diese vielleicht mehr herausstechen, aber Singers vierter Ausflug in das "X-Men"-Universum ist vor allem eins, nämlich ein echter Film. Kein simples Unterhaltungsprodukt wie manch andere Comic-Verfilmung. Ohne jetzt in den Joel Schumacher Modus überzugehen, ist "X-Men: Apocalypse" im besten Sinne eine Art Rückkehr zu den älteren Tagen der Superhelden. Der Streifen ist eine sehr angenehme Mischung aus dem ausgelassenen Wahnsinn der 80er (welcher auch passend zur Epoche des Films gewählt ist) und dem ernsthafterem Vorgang der 2010er. Singer wählt zu jeder Szene einen nahezu perfekten Soundtrack/Score und schafft oftmals die Gratwanderung zwischen Effektgewitter und Dialogszenen, ohne zu oft das Tempo herauszunehmen, wie es noch bei "Captain America: Civil War" der Fall war. "X-Men: Apocalypse" ist flott, hat erneut eine mega-fetzige und somit erneut grandiose Quicksilver-Szene zu bieten und atmet in großen Teilen die Atmosphäre der 80er Jahre.

Schön auch, dass auch hier wieder der Fokus auf die wirkungsvolle Zusammenarbeit der verschiedenen Mutanten gelegt wird. Beide Seiten scheinen sich gegeneinander zu vereinen, dennoch zählt am Ende das Teamwork, um Apocalypse klein zu kriegen. Nicht, dass die "Avengers" das nicht auch machen würden, gerade im Finale aber wird die Gruppe als solches aber zur absoluten Notwendigkeit. Durch wirklich bedrohliche Sequenzen, einen erstaunlich ruppigen Gewaltgrad und ebenso verwundbare Charaktere, zeigt sich "X-Men: Apocalypse" auch deutlich konsequenter als man es erwarten würde. Dazu kommt ein Cameo, welches einem unweigerlich ein Grinsen ins Gesicht treibt.


Aber generell fühlt sich der Film nicht so an als ob er an irgendwelches Quellmaterial gebunden wäre. Er wirkt eher wie ein richtig großer Event-Film, in dem von den einzelnen Akteuren schauspielerisch weit mehr gefordert wird und in dem der Umfang des Films extrem gut gezeigt wird, sei es durch verschiedene Sprachen, Schauplätze und Erzählstränge. Um die Entscheidungen aller Figuren wirklich zu akzeptieren und nachzuvollziehen braucht es daher auf jeden Fall die letzten beiden Filme, denn Singer bemüht sich nicht, erneut tiefer in das Seelenheil bekannter Charaktere einzutauchen, dafür haut er teilweise lieber richtig auf den Putz und liefert ein Spektakel, was ich persönlich als absolut gerechtfertigt ansehe, da gewisse Umstände schlicht und ergreifend bekannt sind. Entgegen gegen aller Erwartungen ist auch Oscar Isaac als Antagonist Apocalypse wirklich gut besetzt und wertet viele Szenen durch seine bloße, widernatürlich bösartige, Präsenz auf. Auch Sophie Turner als Jean Grey und Tye Sheridan als Cyclops sind hervorragende Neuzugänge, die sich vor ihren erwachsenen Vorgängern kaum verstecken brauchen.

Natürlich ist auch "X-Men: Apocalypse" auch eine Materialschlacht, ein klassischer Superheldenfilm mitsamt Oberbösewicht und leider immer noch nicht so gut wie das Meisterwerk namens "X-Men: Days Of Future Past". Aber sein ungezügelter Mut die Wege der bloßen Ernsthaftigkeit zu verlassen, wieder etwas Zauber in die Welt der Superhelden zu bringen und eine Epoche wirklich zum Leben zu erwecken, das hat wirklich Respekt verdient. Und es braucht nicht nur Respekt, denn der Film macht einfach richtig viel Spaß. Auch wenn die 50.000 verschiedenen Staub-/Steinwolken irgendwann irritieren können, ist der Film stets auf höchstem Niveau inszeniert und strauchelt selten in Anbetracht eines Planes ein größeres Universum zu etablieren.

"X-Men: Apocalypse" ist ein ganzes Paket an spaßigen Einfällen, tollen Charaktermomenten und verdammt beeindruckenden Effekten. Außerdem hat man danach mehr als nur große Lust, "Sweet Dreams" von den Eurythmics zu hören.

8/10

Von TWENTIETH CENTURY FOX erschien der Film exklusiv bei zavvi UK auch im limitierten Steelbook in 4K Ultra-HD:  

Quellen
InhaltsangabeTwentieth Century Fox
Poster/Artwork
Twentieth Century Fox