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Sonntag, 29. Dezember 2019

Phantasm - Das Böse (1979)

https://www.imdb.com/title/tt0079714/

Nach einer Beerdigung beobachtet Mike, wie ein angsteinflößender Mann, der „Tall Man", mit bloßen Händen den Sarg wegschleppt. Mike verfolgt den Tall Man und findet heraus, dass dieser, bewacht von silbernen, fliegenden Kugeln, im inneren eines Mausoleums, tote menschliche Körper zu teuflische Zwergsklaven werden lässt und diese mittels eines Dimensionstors in eine unbekannte Welt transportiert. Mike berichtet seinem Bruder und dessen Freund von diesem grauenvollen Treiben. Zusammen beschließen sie, diesen Grausamkeiten ein Ende zu bereiten. Kurz darauf werden sie von dem Tall Man und seinen Kreaturen erbarmungslos gejagt. Für die drei Freunden stellt sich die Frage, wie kann man etwas töten, was nicht von dieser Welt oder bereits tot ist?

Don Coscarellis Gruselklassiker "Phantasm" besticht auch heute noch mit seinem surrealen, träumerischen und geisterbahnartigen Charme. Für Zuschauer der jüngeren Generation ist das sicher alles ziemlich Retro, aber wer was mit "Stranger Things" anfangen konnte, wird seine Freude an diesem so großartigen Stil wiederentdecken. "Phantasm" erzählt eine simple, aber fantasievolle Geschichte, die mit guten Ideen punkten kann. Die Story ist für die Epoche des Kinos typisch und auch die Inszenierung ist unverkennbar. Spezial Effekte und Musik verleihen dem Streifen zusätzlich den Charme den er einfach haben muss. Dazu gibt es solide Darsteller zu sehen und eine Figurenzeichnung, die ihren Zweck zumindest erfüllt. Handwerklich wurde der Film sehr ansprechend umgesetzt und ein paar Szenen sind schon echt kultig. Für den geneigten Horrorfan gibt es auch ein paar nette blutigen Effekte zu bestaunen. Nur sollte man sich aufgrund der mittlerweile aufgehobenen Beschlagnahmung nicht auf allzuviel Splatter einstellen, denn brutal ist "Das Böse" nun wirklich kaum. Aber die Atmosphäre hat das gewisse Etwas und man kann diesen Horrorfilm schön ernst nehmen. Daraus entsteht ein hoher Unterhaltungswert.

Highlight des Films ist aber auf jeden Fall Angus Scrimm als "Das Böse". Er und sein bösartiges Zwergengefolge jagen einem einen ordentlichen Schauer über den Rücken. Kurz und gut: "Phantasm" sollte man sich nicht entgehen lassen, den irgendwie gehört er auch zu den ganzen Horrorklassikern, die man als Filmliebhaber eigentlich in sein Herz schließen müsste. Gerade Fans von altmodischen Horrorfilmen, die etwas in Richtung Fantasie gehen, sollten "Phantasm" auf jeden Fall gesehen haben.

7/10

Von KOCH Films erschien der Film im limitierten Mediabook. Dieses beinhaltet den ungeschnittenen Film auf Blu-ray und DVD, sowie jede Menge Bonusmaterial.

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films

Freitag, 14. August 2020

Phantasm III: Lord Of The Dead - Das Böse III (1994)

https://www.imdb.com/title/tt0110823/

Kaum konnte Reggie (Reggie Bannister) den schwerverletzten Mike (A. Michael Baldwin) vor dem Tall Man retten, gibt es schon den nächsten Angriff des Phantoms: Noch im Krankenhaus müssen sie vor dem Bösewicht flüchten. Bei der Flucht erwischt es Mike aber, er gerät in die Fänge des Tall Man. Reggie ist zwar von jetzt an auf sich alleine gestellt, aber er gibt nicht auf. Er möchte seinen Freund befreien und macht sich auf den Weg zu dem Mausoleum von Holtsville. Auf dem Weg dorthin trifft er den Jungen Tim (Kevin Connors), dessen Eltern vom Tall Man getötet wurden, weswegen er mitkommen und Reggie bei der Suche nach Mike helfen will. In einem großen Krematorium kommt es schließlich zum Showdown: Die Gegner treffen aufeinander. Ein ultimativer Kampf soll nun über alles oder nichts entscheiden…

Man merkt "Lord Of The Dead", dem mainstreamigstes und actionreichsten Teil der Serie, die neu gewonnene Freiheit an. "Phantasm III" besitzt ein paar mehr Schwächen als seine Vorgänger, lässt sich aber immer noch als gelungen bezeichnen. Die Story bleibt weiterhin interessant und bietet viel Kontinuität, weshalb man über die langsam ausgehenden Ideen etwas hinwegsehen kann. Als ungewöhnlich kann man den Schritt bezeichnen, mit A.Michael Baldwin den ursprünglichen Mike-Darsteller wieder zurückzuholen. In "Phantasm II" übernahm James LeGros die Rolle, jetzt wieder er. Das wirkt allein deshalb unglücklich, da dieser Teil direkt am Ende des Vorgängers ansetzt. In dem war die Figur des Mike 19 Jahre alt. Auch mit ganz viel Wohlwollen kann einem Baldwin echt nicht als 19jähriger verkauft werden. Doch die Darsteller spielen auch wieder solide, wenn auch nicht mehr ganz so gut und die Figurenzeichnung ist gerade deshalb etwas misslungener, weil ein paar Charaktere etwas nerven. Indes werden dem starken Reggie von der schwachen Regie zwei neue Sidekicks verordnet, die recht willkürlich gewählt erscheinen. Das Drehbuch wirkt, trotz noch größerer Prise Humor als zuvor, schrecklich bemüht, die Handlung um die bewaffnete Reise ins Ungewisse voranzuschieben; erst in der zweiten Hälfte entwickelt die selbige eine Eigendynamik - und wird dann natürlich wieder gewohnt konfus. Doch ansonsten ist das handwerklich wieder sauber gemacht, nur die Atmosphäre ist - selbst für dieses Konstrukt - etwas zu Science-Fiction-lastig. Da fehlt ein wenig der Horror.

"Phantasm III" ist daher vor allem eine streitbare Angelegenheit. Das grundlegende Muster ist natürlich schon vertraut, die Innovation hebt sich Don Coscarelli größtenteils für lustige Momente mit Killer-Frisbees und dem mit der Zombiebraut an Reggies bestem Stück auf. Mike und auch der Tall Man sind hier schon zu Randfiguren degradiert worden. Und dennoch: Unterhalten wird man ordentlich und es gibt keinerlei Längen. Daneben werden einem wieder gute Effekte und eine angenehme Portion Blut serviert. Somit unterm Strich etwas schwächer, aber immer noch sehenswert.

6,5/10

Von KOCH Films erschien der Film im limitierten Mediabook. Dieses beinhaltet den ungeschnittenen Film auf Blu-ray und DVD, sowie jede Menge Bonusmaterial.


Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films

Donnerstag, 2. Januar 2020

Phantasm II - Das Böse II (1979)

https://www.imdb.com/title/tt0095863/

Nach einer langen Zeit in der Nervenheilanstalt gibt Mike (James Le Gros) den Ärzten endlich Recht: Alles, was er im Morningside-Institut gesehen hat, war nichts als Einbildung. In Wahrheit glaubt er aber noch immer an das Gesehene und bezeichnet es nur als Fantasie-Gespinst, um endlich entlassen zu werden. Kaum wieder draußen, macht Mike sich mit seinem Freund Reggie (Reggie Bannister) auf die Suche nach dem großen Mann, der in der Vergangenheit so viel Furchtbares angerichtet hat. Sie wollen ihn stoppen, bevor er der schönen unbekannten Liz (Paula Irvine) Schaden zufügt, von der Mike geträumt hat...

"Phantasm II" knüpft direkt an seinen Vorgänger an, was zu dieser Zeit ein Novum bei Sequels war und erzählt von Mike, der sich mit dem vom zukünftigen B-Film-Ikonen Reggie Bannister gespielten Eisverkäufer Reggie, einer Nebenfigur des Vorgängers, die zu einer etwas an Ash Williams aus den "Tanz der Teufel"-Filmen erinnernden Hauptfigur ausgebaut wurde, aufmacht, um gegen den Tall Man zu Felde zu ziehen, welcher mittlerweile im ganzen Land eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hat.

Der inhaltliche Wechsel vom gespenstischen, sogar auf psychologischer Ebene durchaus anderweitig interpretativen, surrealen Psycho-Horror-Suspense zum nun glasklar ausgelegten Roadtrip-Revenge-Spuk ist nachvollziehbar, eine logische Konsequenz der Umstände. Bedauerlich bleibt, wie erschreckend wenig Don Coscarelli während der großzügigen Planungsphase wohl eingefallen ist. Bereits "Phantasm" wirkte öfter mal leicht konfus und irrational, was aber von seiner Stimmung sogar vorteilhaft war. Es machte ihn abstrakter, unnahbarer, verstörender und mysteriöser. "Das Böse II" hingegen erscheint oftmals schlicht planlos. Greift auf erprobte Momente und Ideen des Vorgängers zurück, ergänzt im Gegenzug gar nichts, wiederholt lieber stumpf, bevor im gar nichts mehr einfällt. Die surreal-faszinierende Sogwirkung von einst stellt sich nicht mehr ein, da alle Fragen mehr schlecht als recht beantwortet scheinen (zumindest tut man so) und nun arbeitet Coscarelli sichtlich gezwungen und ausgedehnt auf einen effektvolleren Showdown hin. Wenn man an diesem Film wenig loben kann, dann doch zumindest das: Die handwerklichen "Kinderkrankheiten" des Erstlings sind größtenteils geheilt. Die komplette Inszenierung wirkt routinierter, professioneller und speziell die Effekte sind - für so eine Produktion - zum Teil echt gut. Kein Vergleich zum Original. Leider ist es genau diese Oberflächlichkeit, die den großen Unterschied ausmacht. Im Positiven wie Negativen.

Die Fortsetzung leidet also auch hier unter dem typischen Zwang aller Sequels unbedingt noch einen draufsetzen zu müssen: Es kommt eine vierläufige Schrotflinte zum Einsatz, es gibt goldene Sphären mit einem aufgestockten Waffenarsenal, es wird sich mit Kettensägen duelliert und es fließt mehr Blut. Schuld ist hier aber nicht der Regisseur, sondern Universal, die Coscarelli nicht nur zur Umbesetzung der Hauptfigur Mike zwangen (A. Michael Baldwin wurde gegen James LeGros ausgetauscht), sondern auch keine Traumsequenzen oder andere Mehrdeutigkeiten zuließen. Dennoch: "Phantasm II" ist ein flotter, actionreicher Spaß mit einer Reihe von starken Bildern, der an den Kinokassen, obwohl extra gemainstreamed, auf ein nur sehr maues Ergebnis kam.

6,5/10

Von KOCH Films erschien der Film im limitierten Mediabook. Dieses beinhaltet den ungeschnittenen Film auf Blu-ray und DVD, sowie jede Menge Bonusmaterial.

Quellen
Inhaltsangabe: Koch Films