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Sonntag, 1. Juni 2025

Despicable Me 4 - Ich: Einfach unverbesserlich 4 (2024)

Grus (Stimme im Original: Steve Carell / deutsche Stimme: Oliver Rohrbeck) Tage als Superschurke scheinen gezählt. Denn auf einem Klassentreffen gerät er an Maxime Le Mal (Will Ferrell / Jens "Knossi" Knossalla) und Valentina (Sofía Vergara), die so sehr an Grus Thron rütteln, dass dem nichts anderes übrig bleibt, als mithilfe von Anti-Verbrecher-Liga-Chef Silas Ramspopo (Steve Coogan) ins Zeugenschutzprogramm und damit die langweilige Vorstadt unterzutauchen. Doch das letzte Wort scheint noch nicht gesprochen. Immerhin ist Gru zusammen mit seiner Frau Lucy (Kristen Wiig / Martina Hill) und den drei Töchtern Margo (Miranda Cosgrove), Edith (Dana Gaier) und Agnes (Madison Polan) kein zu unterschätzendes Team und auch der jüngst geborene Gru Junior ist mit von der Partie. Auf den hat es Le Mal schließlich abgesehen und entführt ihn. Und dann gibt es für Gru und seine Familie kein Halten mehr…

Man kann nicht viel über diesen Film erzählen, ohne groß zu spoilern, denn selbst die Trailer verschwiegen die Haupthandlung des Films eigentlich recht geschickt. Aber man kann sagen, das der vierte Teil der "Ich: einfach unverbesserlich"-Reihe eine recht unterhaltsame Geschichte ist. Es werden neue Charaktere eingeführt (alle mit abstrusen Frisuren, wie es scheint) und sie sind größtenteils eine tolle Ergänzung. Grus Rivale ist etwas an den Haaren herbeigezogen und sein Megamind-Charme wirkt vielerorts verschenkt. Auf der anderen Seite wurde die Figure der Valentina sträflich unterbewertet und man kommt nicht umhin zu glauben, dass sie die bessere Hauptschurkin gewesen wäre.

Seis drum. Die Minions haben in diesem Film wirklich viel Spaß. Sie sind zwar immer noch Stellvertreter für 5-jährige Jungen, aber einige von ihnen bekommen diesmal Superkräfte. Sie parodieren das Superhelden-Genre ein wenig, indem sich jeder dieser mit Superkräften ausgestatteten Minions in sehr vertrauten Situationen auf scheinbar den Straßen New Yorks wiederfindet. Es ist daher wirklich bemerkenswert, wie diese Filmemacher fantastisches Kino offenkundig lieben, aber nicht in der Lage sind, wirklich großartiges Kino zu schaffen.

Wie die anderen "Ich: einfach unverbesserlich"-Filme hat auch der vierte Teil sehr viel Herz. Trotz etwas schlampiger Erzählweise findet derFilm am Ende des zweiten Akts seinen Rhythmus, sodass man am Ende einigermaßen zufrieden sein kann, was man von vielen anderen Sequels im Animationsgenre oder gar anderen Titeln von Illumination nicht gerade behaupten kann.

6/10 

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Universal Pictures/Illuminations

Sonntag, 12. Juli 2026

Minions & Monsters (2026)

https://www.imdb.com/de/title/tt32890033/
https://letterboxd.com/film/minions-monsters-2026/

Die Minions haben mittlerweile tatsächlichHollywood erobert und richten nun als Schauspieler allerlei Chaos an. Als sie vom Regisseur Max (Stimme sowohl im englischen Original als auch in der deutschen Synchronfassung: Christoph Waltz) dazu ermutigt werden, einen Horrorfilm zu produzieren, machen sie sich sofort auf die Suche nach einem dazu passenden Monster. Dazu bedienen sie sich eines alten, magischen Buches und schaffen es tatsächlich, ein Monster zu beschwören. Doch es dauert wenig überraschend nicht sonderlich lange, bis ihr Plan nach hinten losgeht und – wie sollte es auch anders sein? – den ganzen Planeten in Gefahr bringt. Nun müssen die Minions die selbst angerichtete Katastrophe erst mal wieder verhindern. Doch dabei können sie sich natürlich auch gleich als erdenrettende Helden präsentieren. Was soll schon schiefgehen?

Wenn man ehrlich ist, dann kommt man nicht umhin zu denken, dass nach mehreren "Ich - Einfach unverbesserlich"-Filmen und zwei eigenständigen "Minions"-Abenteuern die Luft für die kleinen gelben Chaoten langsam dünner wird. Umso überraschender ist es, dass "Minions & Monsters" nicht nur eine weitere Runde Slapstick liefert, sondern sich als eine der frischesten und kreativsten Fortsetzungen des gesamten Franchise entpuppt. Regisseur Pierre Coffin verlegt die Handlung ins Hollywood der 1920er-Jahre und verbindet den typischen Minions-Humor mit einer liebevollen Hommage an die Frühzeit des Kinos. Das Ergebnis ist ein Familienfilm, der deutlich mehr Charme besitzt, als man zunächst erwarten würde. Was den Film von vielen seiner Vorgänger unterscheidet, ist sein überraschend klarer Fokus. Statt lediglich eine Aneinanderreihung von Gags zu präsentieren, nutzt "Minions & Monsters" seine Kulisse, um die Magie des frühen Kinos zu feiern. Die selbstironische und zugleich liebevolle Annäherung an die Filmgeschichte und insbesondere die Stummfilm-Ära wird mit sichtbarer Begeisterung dargestellt, und zahlreiche Anspielungen auf klassische Monsterfilme, Filmstudios und Hollywood-Legenden verleihen dem Film eine zusätzliche Ebene, die ich, als erwachsener Zuschauer sehr zu schätzen wusste. 


Aber natürlich stehen die Minions weiterhin im Mittelpunkt. Ihre Mischung aus Slapstick, Chaos und unverständlichem Kauderwelsch funktioniert auch nach all den Jahren erstaunlich gut. Der Humor trifft nicht bei jeden Gag ins Schwarze, sorgt aber konstant für gute Laune. Besonders die Szenen rund um die Filmproduktion gehören zu den stärksten Momenten des Films. Die Minions als Schauspieler, Regisseure und unfreiwillige Katastrophenverursacher liefern zahlreiche der gewohnt absurden Einfälle. Auch optisch präsentiert sich der Film auf gewohnt hohem Illumination-Niveau. Die Animationen sind farbenfroh, dynamisch und voller kleiner visueller Details. Vor allem das nostalgische Hollywood-Setting wurde mit viel Liebe gestaltet und hebt sich angenehm von den Schauplätzen früherer Filme ab. Die Monsterdesigns sorgen zusätzlich für Abwechslung und verleihen dem Film stellenweise fast den Charakter eines klassischen Abenteuerfilms. 


Dennoch ist die Handlung letztlich relativ einfach gestrickt und folgt einem vertrauten Muster. Einige Nebenfiguren erhalten wenig Entwicklung, und emotional erreicht der Film nicht ganz die Tiefe der besten "Ich - Einfach unverbesserlich"-Filme. Auch wenn die Hommage an das Kino funktioniert, wird man das Gefühl nicht ganz los, dass die Geschichte zwischenzeitlich etwas zu sehr von ihren Gags lebt. Genau hier zeigt sich, dass "Minions & Monsters" in erster Linie ein Familienfilm und keine große Charakterstudie sein möchte. Trotzdem gelingt dem Film etwas, das vielen späten Franchise-Fortsetzungen nicht mehr gelingt: Er fühlt sich tatsächlich frisch an. Die Verlagerung ins Hollywood der 1920er-Jahre, die Monsterfilm-Thematik und die überraschend herzliche Liebeserklärung an das Kino verleihen dem Abenteuer eine Eigenständigkeit, die man den Minions längst nicht mehr unbedingt zugetraut hätte. "Minions & Monsters" ist eine charmante, witzige und überraschend kreative Fortsetzung, bei der nicht jeder Gag zündet und die Geschichte bewusst leichtgewichtig bleibt, doch die Mischung aus Abenteuer, Monsterfilm-Parodie und nostalgischer Kinoliebe sorgt für beste Unterhaltung. Für Familien ohnehin ein Volltreffer, für langjährige Fans der gelben Chaoten möglicherweise sogar der beste Minions-Film. 
8/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/ArtworkUniversal Pictures/Illumination

Montag, 22. Juli 2013

Despicable Me - Ich: Einfach unverbesserlich (2010)

http://www.imdb.com/title/tt1323594/

Gru ist der größte Superbösewicht der Welt und hat einen Heidenspaß daran, seinen Mitmenschen das Leben schwer zu machen. Eines Tages aber scheint der verschrobenen Hauptfigur von "Ich - Einfach unverbesserlich" dieser Rang streitig gemacht zu werden: Seinem Konkurrenten Vector gelingt es, die legendäre Cheops-Pyramide zu stehlen. Tief in seinem Stolz verletzt, fasst Gru einen noch tollkühneren Plan: Zusammen mit seiner Zwergenarmee will er den größten Diebstahl der Geschichte vollziehen und den Mond klauen. Doch dazu braucht er die berüchtigte Schrumpf-Kanone, die sich allerdings gerade im Besitz Vectors befindet und er braucht er die Hilfe dreier Waisenmädchen, die eines Tages bei ihm auftauchen. Womit Gru jedoch nicht gerechnet hätte: Die drei kleinen Mädchen sehen in ihm nicht den Bösewicht, sondern eine Vaterfigur…

Was man bekommt - und einen die Trailer nie vermuten ließen - ist einen wunderbarer Familienfilm mit warmherziger Geschichte, deren Kern die Menschlichkeit ist, die in jedem von uns lauert - selbst in den größten und fiesesten Superschurken. Mit viel Herz ist es den Machern gelungen, einen Film zu kreiren, der insbesondere durch seine genial-witzigen Figuren entzückt - neben den verrückten gelben Minions, deren Sprache man nicht verstehen, nur erahnen kann, sind es vor allem auch die drei Waisenmädchen, die für die drolligsten Momente sorgen. Mit überraschend wenig Witz wurde hingegen Oberschurke Gru ausgestattet - sein Part konzentriert sich weitestgehend auf den tugendhaften Teil der Geschichte, der jedoch außergewöhnlich gut gelungen ist, ohne sich übermäßig stark der moralischen Keule zu bedienen. Insgesamt also ein genialer Film, den ich immer wieder gern sehe.

8/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Universal Pictures/Illuminations

Dienstag, 14. Juli 2015

Minions (2015)

http://www.imdb.com/title/tt2293640/

Die Minions gibt es schon seit Anbeginn der Zeit und die kleinen, gelben Helferlein sehen den einzigen Zweck ihrer Existenz darin, einem Bösewicht zu dienen. Doch immer wieder sterben ihnen die Meister, darunter auch Graf Dracula und Napoleon, vor der Nase weg – und die tollpatschigen Minions tragen meistens eine gewisse Mitschuld. Doch ohne Aufgabe sind die Kleinen todunglücklich und als ihnen die Bösewichte ausgehen, ziehen sie sich in die Eiswüste zurück und verharren dort viele, viele Jahre in Depression – bis schließlich in den 60er Jahren, also 42 Jahre vor der Begegnung mit Gru, der mutigste Minion und zwei Gefährten den Entschluss fassen, einen neuen Meister zu suchen. Und so machen sich Stuart, Kevin und Bob (jeweils Stimme im Original: Pierre Coffin) auf zu einer Tagung der allergrößten Fieslinge. Dort laufen sie der größenwahnsinnigen Scarlet Overkill (Original: Sandra Bullock / deutsche Stimme: Carolin Kebekus) und ihrem Ehemann, dem Wissenschaftler Herb Overkill (Jon Hamm), in die Arme. Scarlet will der erste weibliche Oberbösewicht werden und die kleinen Handlanger kommen ihr da gerade recht…

Seit dem herausragenden Erfolg von "Ich - Einfach unverbesserlich" und seiner Fortsetzung war klar, dass die Universal Studios irgendwann auch einen Film mit den gelben putzigen Minions ins Kino bringen würden. Der Trailer suggerierte eine hohe Gagdichte und schon als das Firmenlogo einfährt kommt der erste Brüller, wenn die Minions den typischen Sound des Logos singen. Dann folgt die kurze Vorgeschichte, die man leider schon zur Gänze aus den Trailern kennt (und somit auch die Gags). Aber dann geht es endlich richtig los und eines muss man dem Film lassen: die Geschichte ist halbwegs interessant aufgebaut und man bekommt so einen Einblick in das Leben der Minions bevor sie ihren Meister, Gru, gefunden haben.

Man darf bei einem solchen Film natürlich keine tiefgründige Story erwarten, auch mit herzzerreißenden Szenen wie in "Ich - Einfach unverbesserlich" und seiner Fortsetzung sollte man hier nicht rechnen. Hier zählt in erster Linie der Humor und der ist absolut erstklassig. Zum Glück hat der Trailer nicht alle witzigen Szenen bereits vorweg genommen und so entstehen sehr viele Brüller. Selbst "kleine" Gags und Anspielungen (beispielsweise auf die Beatles) sind durchgehend sehr gut platziert und wie die kleinen Kerle durch die Gegend purzeln ist sehr oft urkomisch. Dazu kommen - neben den gelben Minions - einige neue Charaktere, wie zum Beispiel Scarlett Overkill (im Original gesprochen von Sandra Bullock), die eine herrlich fiese Schurkin abgibt, aber auch leider viel zu wenig von sich zeigen darf und gefühlt zu wenig Screentime hat, um ihre ganze Schlechtigkeit unter Beweis zu stellen. Aber natürlich sind Kevin, Stuart und Bob die Stars des Films. Und Kevin ist wie immer großartig, er sticht als Anführer aus den anderen Minions heraus und schafft es beinahe den Film auf seinen Schultern zu tragen. Beinahe. Denn er bekommt hier mit Bob eine ernstzunehmende, weil extrem liebenswürdige Konkurrenz und streng gesehen ist eigentlich er - Bob - der geheime Star dieses Films. Stuart hingegen hat seine kurzen, genialen Momente (gerade mit seine "Super-Mega-Ukulele"), bleibt aber dennoch etwas im Hintergrund. Wenn er allerdings mit seiner "Leck-mich-am-Arsch"-Einstellung mal eine Szene hat, dann reißt er sie an sich.

Das (erwartete und) gewohnte "Over-the-Top"-Finale ist leider etwas zu sehr aus dem Ruder gelaufen, hier wäre weniger mehr gewesen, zumal nicht vollends klar ist, wie der Situation zu entkommen war. Aber gut. Denn alles in allem ist "Minions" sehr amüsant und somit gelungen, sofern man sich auf ihn einlassen kann und nicht viel zu viel erwartet. Es sind eben "nur" die kleinen putzigen Kerle in ihrer Brabbelsprache, die den halben Film von einer Situation in die nächste geraten und dabei kindlich-naiv miteinander plappern. Sowohl die Kinder als auch die Erwachsenen sollten sich hier bestens unterhalten fühlen.

7/10

Eine kurze Anmerkung noch zum 3D. Dies ist im Film gewohnt gut, bietet eine schöne Tiefe, aber kaum Popouts. Was allerdings nach dem Abspann abläuft, kann sich in Punkto 3D mehr als sehen lassen: Seifenblasen schweben quasi vor einem durch den Raum, Bobs Haustier schaut über den Screen und ein Stock erwischt den Zuschauer fast an der Nasenspitze. Das ist phantastisch und etwas mehr davon im Film hätte noch ein etwas größeres Vergnügen bieten können.

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Universal Pictures/Illuminations

Samstag, 8. Juli 2017

Despicable Me 3 - Ich: Einfach unverbesserlich 3 (2017)

http://www.imdb.com/title/tt3469046/

Der einstmals finstere Gru (Stimme im Original Steve Carell / auf Deutsch: Oliver Rohrbeck) hat sich im zweiten Teil in Agentin Lucy Wilde (Kristen Wiig / Martina Hill) verguckt und aus Liebe zu ihr und seinen drei Adoptivtöchter Margo (Miranda Cosgrove), Edith (Dana Gaier) und Agnes (Nev Scharrel) die Seiten gewechselt: Gemeinsam mit seiner Angetrauten bekämpft er nun Bösewichte. Zu diesen gehört auch Balthazar Bratt (Trey Parker / Joko Winterscheidt), ein Super-Bösewicht und 80er-Jahre-Fan mit Schulterpolstern und Vokuhila, der hinter einem riesigen rosa Diamanten her ist. Während Gru mit der Jagd auf Bratt beschäftigt ist, bekommt er Besuch von seinem Zwillingsbruder Dru (ebenfalls Steve Carell / Oliver Rohrbeck). Dieser hat nicht nur volles Haar, sondern ist auch noch erfolgreicher und selbstbewusster als Gru, der nicht mal seine Minions unter Kontrolle hat – und das nervt diesen gewaltig! Doch dann holt Balthazar Bratt zu einem teuflischen Schlag aus und die ungleichen Brüder müssen sich zusammenraufen, um die Welt zu retten.

Einschließlich "Minions" ist "Despicable Me 3" ja nun bereits der vierte Teil der Serie und es ist doch eigentlich ein totaler Failsafe, denn mit den niedlichen Minions hat Illumination Entertainment eine Marke erschaffen, von der sie stetig und immer weiter leben können. Nicht umsonst tauchen die kleinen Kerle sogar schon im Logo auf und machen dort imemr wieder neue Scherze. Was bedeutet: man braucht eigentlich nur die kleinen gelben Zwerge, vielleicht noch Gru und seine Kiddies dazu, eine möglichst bunte Optik und schon hat man wieder einen Film mit dem man die Zuschauer reihenweise ins Kino lockt. Inhaltlich bringt das Ganze der Serie weder Fortschritt noch Schaden: man bringt einfach alle Figuren wieder für eine beliebige Geschichte zusammen, gibt jedem Charakter irgendwie etwas zu tun, mischt eine Nuance Vergangenheitsbewältigung oder Überraschung (wie hier) hinzu und hat so eine Reihe von Szenen die völlig in Ordnung, kurzweilig und nett sind und vielleicht sogar den ein oder anderen effektiven Lacher erzeugen können.


Trotzdem erzählt man inhaltlich eigentlich nichts Besonderes. Die Idee, die Minions von Gru am Anfang zu trennen und sie größtenteils alleine agieren zu lassen zeigt schon, dass dieser dritte "Despicable Me"-Teil fast schon ein verkapptes "Minions"-Sequel ist und man vorrangig Szenen erschaffen wollte. Am Ende aber ist dies ein Franchise das keinem weh tut und, weil es eigentlich steht völlig redundant war, auch nichts ruinieren kann. Auch wenn man bedauern könnte, dass die kleinen, putzigen Kerle gefühlt nicht so viel Screentime haben wie der Rest der Familie Gru.

Natürlich bietet aber auch der aktuelle Teil richtig schöne Lacher und hält den Zuschauer beständig bei Laune. Zusammengefasst fühlt sich die Story stellenweise zwar etwas arg ausgenudelt und hastig an, besonders einige Nebenhandlungen werden viel zu schnell abgehandelt, doch dieser Film hat, wie schon seine Vorgänger, das Herz einfach am rechten Fleck, und fängt den Zuschauer immer wieder mit seinen liebenswerten Charakteren und zuckersüßen Animationen ein. Dazu kommt in diesem Fall der tolle achtziger Jahre Soundtrack, der richtig viel Spaß macht und einfach für ein gutes Feeling sorgt. Für die ganz ganz Kleinen ist der Film sicher noch zu hektisch, aber für die etwas größeren Leute und Eltern ist es ein Film mit zahlreichen, herrlichen Gags, wenngleich etwas verbraucht und lange nicht so gut wie die beiden Vorgänger.

7/10 

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Universal Pictures/Illuminations

Sonntag, 7. Januar 2024

Migration - Raus aus dem Teich (2023)

https://www.imdb.com/title/tt6495056/

Eine Entenfamilie versucht, ihren überfürsorglichen Vater Mack (Stimme im Original: Kumail Nanjiani / deutsche Stimme: Elyas M'Barek) davon zu überzeugen, den Urlaub ihres Lebens zu machen, der sie von Neuengland über New York City bis hin zu den Bahamas führt. Denn für Mutter Pam (Elizabeth Banks / Nazan Eckes) kann es nicht so weitergehen, ständig der gleiche Teich und keine Abwechslung in ihrem Alltag. Und auch Teenie-Sohn Dax (Caspar Jennings / Julius Weckauf) und seine kleine Schwester wollen etwas von der Welt sehen. Aber wie vom Vater befürchtet, besteht die Reise nicht nur aus gemütlichem Fliegen und viel Sonne. Die kleine Familie stößt auf dem Weg auch auf einige Hindernisse wie Unwetter und ihnen unbekannte Vogelarten. Trotz dieser Widrigkeiten entdeckten die Enten ihren Mut und ihren Entdeckergeist und erfahren so, dass die größten Abenteuer im Leben auch immer einen Schritt aus der eigenen Komfortzone bedeuten...

"Raus aus dem Teich" verballerte bereits im Trailer eine Vielzahl von Gags, so dass sich Kinder auf den Film freuten (in der freudigen Erwartung, noch mehr davon zu sehen zu bekommen) und Erwachsene befürchteten, dass das Pulver damit bereits verschossen ist. Regisseur Benjamin Renner - der ebenfalls die Geschichte schrieb - entscheidet sich in seinem Animationsfilm für eine geradlinige Aufrichtigkeit, unterstützt durch das kluge Drehbuch von Mike White. Die "Lektion" (oder vielmehr die Moral) des Films wird auch bereits in den Eröffnungsszenen klar dargelegt, aber die Charaktere sind charmant genug, um das Gefühl, von der Leinwand herunter belehrt zu werden, beiseite zu lassen.

Was die Anzeichen für ein unkonventionelles Geschichtenerzählen angeht, geht "Raus aus dem Teich" nicht so viele Risiken ein wie seine Charaktere, aber die neueste animierte Abenteuergeschichte von Illumination ist atemberaubend, wenn sie dann schon bald in die Luft geht. Wenn man bedenkt, dass die Prämisse des Films auf dem Konzept von Abenteuer versus Sicherheit beruht, weicht die Erzählung nicht oft vom Unerwarteten ab, aber die mitunter großartigen Bilder und sorgfältig ausgearbeiteten Beziehungsdynamiken tragen dazu bei, dass sich die Momente der vermeintlichen Überraschung verdient anfühlen. Letztendlich hatte ich das Gefühl, dass es dem Studio gelungen war, die ersten wirklich denkwürdigen Originalcharaktere außerhalb der "Ich - Einfach unverbesserlich"-Reihe zu erschaffen. 

Die Wanderung beginnt am sichersten Ort für eine Stockentenfamilie - dem örtlichen Teich, den sie seit sie denken kann, nicht mehr verlassen hat. Dank des Patriarchen der Familie, Mack, der seine Kinder mit Geschichten über den Schrecken außerhalb des sicheren Teichs unterhält. Seine Partnerin Pam sehnt sich jedoch nach Abenteuern und würde sich gerne einer Vielzahl von Ängsten stellen, wenn es darum ginge, einen Blick in die Welt dahinter zu werfen. Als sich die Gelegenheit bietet, für den Winter nach Jamaika auszuwandern, beschließt Mack seine Sorge zu überwinden, sich in den Himmel zu wagen und Pam zu beweisen, dass er immer noch Lebensfreude hat. Das Paar packt seine Kinder und Onkel Dan ein und macht sich auf den Weg zu der Reise seines Lebens. Natürlich tauchen vor ihnen unzählige Hindernisse auf, die die Entschlossenheit jedes Charakters auf die Probe stellen - obwohl Mack zweifellos die Ente mit der größten Lernkurve ist. Unterwegs treffen sie mehrere neue Freunde, vor allem eine Stadttaube namens Chump und einen jamaikanischen Papagei namens Delroy und ihrer Familie geht es dadurch umso besser.

Die zentrale These des Films mag offensichtlich sein, doch sie kommt auf herzerwärmende und kreative Weise zu ihrem Schluss. Die Eröffnungssequenz bricht mit dem computeranimierten Stil des Rests des Films, um Macks Gute-Nacht-Geschichte für seine Kinder wiederzugeben, und das Bild, das er malt, verändert sich jedes Mal, wenn Pam unterbricht, um die Geschichte neu zu erzählen. Dieser Trick wird leider nicht wiederholt, aber er trägt dazu bei, den Film schon früh von anderen abzuheben und macht deutlich, dass die Stockenten die Architekten ihrer eigenen Geschichte sind. Menschen spielen in dem Film keine große Rolle, und diejenigen, die es tun - wie der glanzlose, aber gleich von Anfang an böse Koch, der die perfekte Ente à l'Orange zubereiten will - bleiben nicht besonders im Gedächtnis. Bemerkenswert ist jedoch, dass "Raus aus dem Teich" größtenteils nur Füße und Beine zeigt, was die relative Größe der Enten und damit die offensichtliche Gefahr hervorhebt, in der sie sich befinden, wenn sie von einem dieser riesigen Menschen gefangen werden. 

Das Lieblingsmerkmal der Menschen im Film ist ihr Mangel an Dialogen. Bis auf eine spektakuläre Salsa-Interpretation von "Survivor" von Destiny's Child ist die Sprache ausschließlich den Tieren vorbehalten. Der größte Nachteil von "Raus aus dem Teich" besteht darin, dass es seine Stärken nicht so oft ausspielt, wie es sollte. Im gesamten Film gibt es Höhepunkte, sowohl auf visueller als auch auf thematischer Ebene, wie zum Beispiel die Familie, die in den Wolken spielt oder sich durch eine Menschenmenge tanzt, um einer drohenden Bedrohung zu entkommen. Gleichzeitig gibt es jedoch Pausen, in denen derselbe Gag dreimal wiederholt wird, um sicherzustellen, dass das Publikum mit dem Lachen aufhört, bevor die Geschichte fortgesetzt wird. 

Das soll nicht heißen, dass der Film irgendwann hinterherhinkt, aber er erreicht nicht die Höhen, zu denen sowohl sein Kreativteam als auch seine Besetzung fähig sind. Dennoch landet der Film letztlich an einem aufregenden Ort, der Kindern und Erwachsenen gleichermaßen Freude bereitet. Viele familienzentrierte Szenen enthalten nachdenkliche Lektionen für junge Zuschauer, verzichten aber nie auf den Unterhaltungsfaktor. Auch Caspar Jennings und Tresi Gazal sind dafür zu loben, dass sie einen so großen Teil des Films auf ihren Schultern tragen wie die jungen Dax und Gwen, und es ist ironischerweise eine Freude, zuzusehen, wie ihre Entenküken erwachsen wurden. Der letzte Akt ist ein Triumph für die ganze Familie, und es ist schwer, nicht auf dem Theaterplatz mit den Enten zu tanzen, die Renner und White mit so viel Sorgfalt geschaffen haben. 

7,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Illuminations / Universal Pictures
Poster/Artwork: Illuminations / Universal Pictures

Mittwoch, 12. Oktober 2022

Minions & More 1 - Minions & Mehr 1 (2022)

https://www.imdb.com/title/tt22184976/

Sammlung von Kurzfilmen über die allseits beliebten Minions, die, neben zahlreichen verschiedenen Animationen des Logos von "Illumination", auch andere Figuren aus der Ideenschmiede des Studios präsentieren.

Ganz nettes, kurzweilige und streckenweise lustige Unterhaltung, die niemandem wehtut. Der Humor ist übertrieben infantil, aber durchaus unterhaltsam, die Animation enstrpcith dem gewohnt guten Niveau der Filme aus der "Illumination"-Produktion. Mit dabei sind Figuren aus den "Minions"-Filmen (und natürlich "Ich, einfach unverbesserlich"), "Der Grinch" und "Pets") Mit nur knapp 48 Minuten Laufzeit, wobei ca. 10 Minuten den Abspann bilden, bleibt das ganze Konstrukt auch gerade lang genug lustig, bevor es uninteressant wird. Ja, kann man als Fan der Animationsfilme durchaus mal ansehen.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Universal Pictures/Illuminations

 

Donnerstag, 7. November 2013

Despicable Me 2 - Ich: Einfach unverbesserlich 2 (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1690953/

Nachdem der Superschurke Gru (im Original gesprochen von Steve Carell) die drei Waisenkinder Margo (Miranda Cosgrove), Edith (Dana Gaier) und Agnes (Elsie Fisher) adoptiert hat, hat sich in seinem Leben viel geändert. Anstatt als Griesgram Verbrechen zu begehen, dreht sich sein Leben nun um Gute-Nacht-Geschichten, Kindergeburtstage und erste Verehrer der Mädchen. Sein neues Leben wird plötzlich gestört, als Lucy (Kristen Wiig), eine Agentin der geheimen Anti-Villain League, Gru gegen seinen Willen zu deren Zentrale führt. Dort bekommt Gru den Auftrag, die Welt vor einem neuen Bösewicht (gesprochen von Benjamin Bratt) zu retten. Eifrig macht sich Gru ans Werk und bekommt dabei erneut Hilfe von Dr. Nefario (Russell Brand) und seinen meist sehr tollpatschigen Minions. Doch seine neue Aufgabe mit der Erziehung seiner Adoptivtöchter in Einklang zu bringen ist nicht leicht und auch mit der Situation, dass Lucy auch außerhalb der Arbeit sehr von Gru angetan ist, überfordert den ehemaligen Einzelgänger.

Haha, was für eine geniale Fortsetzung! Storymässig zwar nicht so dicht wie der erste Teil, aber das machen die fast schon extreme Formen annehmende Auftritte der Minions mehr als wett. Was hier an Gags mit den kleinen putzigen Viechern eingebaut wurde, lässt die Hauptcharaktere ganz schön blass aussehen, sodass man das Gefühl hat diese würde quasi nur die Rahmenhandlung bilden. Trotzdem ist diese interessant gemacht und die detekivisch-alberne Suche nach dem geheimen Widersacher nimmt ganz schön schräge Formen an. Darüber hinaus erfährt der Hauptcharakter Gru (Steve Carrell) eine nahezu klassische Weiterentwicklung vom alleinerziehenden und schurkischen aber gleichzeitig treusorgenden und somit liebenswerten Vater zu einem Ehemann - nicht, ohne dass die üblichen Komplikationen, wie sie eben in Animationsfilmen für Kinder üblich sind, auftreten und gelöst werden müssen. Dabei gibt es so viele witzige Szenen, die zwar albern sind, aber aufgrund der Niedlichkeit eben nicht zu blöde (wie zum Beispiel bei den "Croods"). Auch der schurkische Hintergrund von Gru bleibt nicht ganz außen vor, was die Stimmung ebenso auflockert und für gute Unterhaltung sorgt.

Wenn solche Komödien sogar meiner Freundin gefallen, will das durchaus etwas heißen!

8/10

Zum Film gibt es wieder einmal ein schickes Steelbook, welches den Film auch in 3D an Bord hat:

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Universal Pictures/Illuminations