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Mittwoch, 15. Juli 2020

Johnny English Strikes Again - Johnny English: Man lebt nur dreimal (2018)

https://www.imdb.com/title/tt6921996/

Johnny English (Rowan Atkinson) arbeitet mittlerweile nicht mehr als Geheimagent, sondern als Lehrer. Doch als ein mysteriöser Hacker sämtliche britischen Spione enttarnt, bleibt dem Geheimdienst nichts anderes übrig, als English zu reaktivieren und auf eine gefährliche Mission zu schicken, obwohl dieser bisher jeden seiner Aufträge verbockte. Denn er ist der einzige Undercover-Agent, der kein Opfer des Hackangriffs geworden ist – einfach weil English keinen Plan von der Digitalisierung und damit auch nicht von Smartphones oder Computern hat. Nun stolpert der Spion also mit seinen gnadenlos veralten Methoden und seiner trotteligen Art von einer Pleite zur nächsten, bleibt dennoch die letzte Hoffnung der britischen Premierministerin (Emma Thompson) –   und trifft die verführerische Ophelia (Olga Kurylenko)...

Ein zentrales Element in "Johnny English: Man lebt nur dreimal" ist das Aufeinandertreffen von English und der Technik. Während sein junger Gegner mit neuesten Technologien arbeitet, verweigert English den Nutzen von ihm angebotenen Äquivalenten. So nutzt er lieber analoge Hilfsmittel und Waffen wie Spreng-Süßigkeiten oder ein Ritterkostüm als Rüstung. Wenn er dann doch einmal gezwungen ist, sich der modernen Technik zu bedienen, bedeutet das für alle Beteiligten nichts Gutes. In einer der besten und durchdachtesten Szenen soll English eine VR-Simulation durchlaufen und macht sich prompt mit VR-Brille auf den Weg und kämpft sich durch die Straßen Londons. Letztlich ist English in seiner Arbeit eben wieder English: Mit höchst unorthodoxen Methoden, einer gehörigen Portion Glück und Kollateralschäden kommt er, ohne es zu merken, doch irgendwie zum Erfolg.


Auch wenn "Johnny English: Man lebt nur dreimal" erst sieben Jahre später als sein Vorgänger und 15 Jahre nach dem ersten Teil erscheint, trifft er ziemlich genau den Stil der anderen "Johnny English"-Filme. Während David Kerr hier sein Regiedebüt gibt, ist das Trio aus Autor Davies und den Produzenten Bevan und Fellner wie schon bei den anderen beiden Teilen wieder dabei. Allen voran trägt natürlich Rowan Atkinson den Film und hat sich auch am Schreibprozess intensiv beteiligt. Dadurch bleibt der Humor und Grundton erhalten. Dazu stößt Ben Miller wieder als Bough hinzu, was vor allem Fans des ersten Teils freuen dürfte. Die beiden harmonieren wieder wunderbar, wenn Bough Englishs Fehler ausbügeln und für Erklärungen herhalten muss. Bei dem tollen Duo reicht meist schon die Mimik, Gestik oder kleine Blicke für einen Gag. Atkinson, der für seine Körperkomik vor allem durch seine Rolle des Mr. Bean weltweit bekannt wurde, zeigt auch hier wieder vollen Körpereinsatz. Innovativ ist das natürlich nicht mehr, in vielen Fällen aber trotzdem lustig. Weitere Rollen werden durch Namen wie Emma Thompson (Saving Mr. Banks) oder Jake Lacy hochkarätig besetzt. Im Film ist dabei spürbar, dass alle Beteiligten Spaß am Projekt und Dreh gehabt zu haben scheinen.


Natürlich gibt es auch hier wieder etliche Anspielungen, allen voran auf die "James Bond"-Reihe. Als sich English ein Auto aussuchen soll, findet er unter einer Plane einen Aston Martin. Dieser wird vom Personal als veraltetes Relikt schlecht gemacht, English nimmt es trotzdem. English als schon pensionierter Agent der alten Schule und Technikverweigerer ist dabei eine aus der Zeit gefallene Bondparodie-Figur in einer Welt, die von Technik regiert wird. Dieses Zusammenspiel funktioniert erstaunlich gut.

Wenn er versucht, in Bond-Manier seinen nicht vorhandenen Charme spielen zu lassen und einer Frau verfällt, die offensichtlich eine Spionin ist, wirkt er teilweise wie ein (lustiger) Störfaktor in einem eigentlich normalen Agententhriller, was immer wieder abstruse Momente und Reaktionen hervorbringt. Zu behaupten der Film würde generationenübergreifende Barrieren bzw. Problematiken wie Technikaffinität und -abhängigkeit oder das allgemeine Altern behandeln, wäre zu hoch gegriffen, angeschnitten werden sie hin und wieder allerdings schon. Der nunmehr dritte Teil der Reihe liefert also unterm Strich einen Johnny English wie man ihn kennt, nicht mehr, aber auch nicht weniger. Dabei hält er sich an die bewährten Mittel, bietet einen einmal mehr wunderbaren Rowan Atkinson und bleibt insgesamt erstaunlich frisch. Aufgrund der knackigen Laufzeit bleibt der Film ohne größere Längen und ziemlich kurzweilig, auch wenn natürlich nicht jeder Witz zündet. Aller Voraussicht nach wird dies der letzte "Johnny English"-Film bleiben. Doch das sagte Atkinson auch schon nach dem zweiten Teil...

5,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Mittwoch, 9. Juli 2014

Johnny English Reborn - Johnny English: Jetzt erst Recht (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1634122/

Johnny English ist zurück! Wozu braucht Ihre Majestät James Bond, wenn sie Johnny English (Rowan Atkinson) haben kann? Johnny English mag graue Haare bekommen haben, aber das ist bei Silberrückenmännchen auch nur ein Zeichen von zunehmender Autorität. Jahre sind vergangen, seitdem der Top-Spion vom Geheimdienstparkett verschwunden war. Er hatte sich zurückgezogen, um sich in einem abgelegenen Kloster in Asien auf dem Gebiet der tödlichen Kampfkünste weiterbilden zu lassen. Doch als das Leben des chinesischen Premiers auf dem Spiel steht, ist die Zeit reif für die Reaktivierung von Johnny English, dem vielleicht unorthoxesten Agenten im Dienste des MI-7. Nur er kann die globale Bedrohung verhindern und die Verschwörung offenbaren, die sämtliche große Geheimdienstorganisationen wie K.G.B. und C.I.A., ja sogar das MI-7 infiltriert haben.

Dass die Geschichte des Films nicht viel hergeben würde, war ja schon im Vorfeld klar. Darauf wurde auch keinen Wert gesetzt. Doch während der erste "Johnny English" Film noch halbwegs in Ordnung und lustig war, kann diese Fortsetzung überhaupt nicht mehr punkten. Auch als großer Bean-Fan muss ich sagen, dass kaum ein Witz im Film zieht und ich mich frage, wieso Rowan Atkinson nicht einfach bei seine Rolle als Mr. Bean geblieben ist, da das die einzige Rolle ist, in der er auch lustig rüberkommt. Noch schlechter als Aktinsons Rolle im Film ist die von Daniel Kaluuya, welcher English´s Helferagenten Tucker spielt. Einige Szenen waren stellenweise witzig, aber die sind doch eher mager ausgefallen. Dieser Film ist einfach eine herbe Enttäuschung und es lohnt sich wirklich nicht, sich diesen Film anzusehen. Wer unbedingt eine Komödie mit Rowan Atkinson sehen möchte sollte sich eher an "Bean - Der ultimative Katastrophenfilm" halten. Eine durchschnittliche bis langweilige Spionagefilmparodie, deren Slapstick zu oft nicht funktioniert.

5,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Montag, 7. Januar 2013

Johnny English - Johnny English: Der Spion, der es versiebte (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0274166/

Eine Spionagekomödie von den Machern von "Bean - der ultimative Katastrophenfilm"! Rowan Atkinson ist Johnny English, der letzte britische Spion ... und obendrein Großbritanniens allerletzte Hoffnung! Mit tatkräftiger Unterstützung seines Assistenten Bough (Ben Miller) soll er den geheimnisvollen Raub der britischen Kronjuwelen aufdecken. Seine Hauptverdächtigen sind dabei der undurchsichtige französische Geschäftsmann Pascal Sauvage (John Malkovich) und die verführerische Doppelagentin Lorna Campbell (Natalie Imbruglia). Nun muss Johnny die Wahrheit herausfinden, ohne dass der Stolz einer ganzen Nation Schaden nimmt ... oder gar sein Aston Martin!


Ich mag ja Mr. Bean. Wer auch nicht? Aber es gibt bessere Komödien, die es mit dem britischen MI-6 haben, wie zum Beispiel "Get Smart" oder das amerikanische Pendent "Agent 00: Mit der Lizenz zum Totlachen" mit meinem All-Time-Favourit-Comedian Leslie Nielsen. Dabei hätte man so viel aus dem Stoff herausholen können, bewegt sich aber zu sehr im flachen Wasser, um eine richtig gute Lachnumemr zu bringen. Einzig der Running Gag mit der nicht-funktionierenden Waffe ist wirklich witzig, alles andere leider sehr vorhersehbar und man schmunzelt nur noch, statt Tränen zu lachen. Rowan Atkinson ist ein Schauspieler, den man entweder hasst oder liebt. Wer Ersteres tut sollte sich diesen Film sparen, denn er ist so stark auf Atkinson zugeschnitten, dass es jenen Leuten nur Qualen bereiten wird. Leute die aber nichts gegen Herrn Gummigesicht haben, werden hier sicherlich einiges an Spaß haben. Zugegeben die Witze sind etwas ausgelutscht, aber trotzdem ist das (absichtlich) dümmliche Grimassenspiel des Ex-Bean Darstellers immer noch (für Fans zumindest) sehenswert. Die technischen Effekte sind übrigens ziemlich gut für eine Parodie und gefallen mir sehr. Was besonderes ist Johnny English sicher nicht, aber für einen lockeren Filmabend ist dieser Streifen voll und ganz geeignet. Mal sehen, ob Teil 2 den Karren aus dem Dreck ziehen kann, ich gebe ihm eine Chance.

5,5/10

Quellen: 
Inhaltsangabe: Universal Pictures

Dienstag, 12. Januar 2016

OSS 117: Le Caire, Nid D'espions - OSS 117: Der Spion, der sich liebte (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0464913/

Wir schreiben das Jahr 1955: Gamal Abdel Nasser übernimmt die Macht in Ägypten und gibt seiner Politik eine panarabische Ausrichtung. Die Sueskrise spitzt sich langsam zu. Aufgrund der strategisch und wirtschaftlich wichtigen Position des Sueskanals zeigten sich der britische Geheimdienst und die französischen Kolonialherrscher wenig erfreut über die Ereignisse. Als dann auch noch Jack Johnson (Philippe Lefebvre), ein Agent des amerikanischen Nachrichtendienstes spurlos verschwindet, wird OSS 117 (Jean Dujardin) nach Kairo entsandt, auf dass er das Fass vorm Überlaufen bewahre...

"OSS 117: Der Spion, der sich liebte" ist eine herrlich amüsante Parodie auf gängige Agentenfilme. Herrlich allein schon deswegen, weil bisherige Vertreter dieser Sparte, wie "Johnny English" oder dem wesentlich besseren "Austin Powers", sich vor allem durch einen recht platten und albernen Humor und wenig Respekt vor der Vorlage auszeichneten. Doch "OSS 117: Der Spion, der sich liebte" geht einen ganz anderen Weg. Man vergisst während des Films irgendwann beinahe, dass der Film nicht tatsächlich aus den 60ern ist. Aufbau des Bildes, Schnitt, Kamerafahrten, Kulissen, Ausstattung - das alles ist so liebevoll und akkurat an die "James Bond"-Filme der 60er angelehnt, dass einem als Kenner und Fan dieser Filme wirklich das Herz aufgeht.

Dazu kommt noch der herrliche Charakter des französischen Geheimagenten OSS 117. Eine Parodie auf den frühen James Bond und wie dieser auch rassistisch, sexistisch, gewalttätig, ignorant, arrogant und obendrein ein Arschloch. Dennoch gelingt es dem Film, seinen Hauptcharakter nie komplett unsympathisch erscheinen zu lassen. Das liegt zum einen an der sehr naiven, fast kindlichen Freude, die die Figur an Fremden Dingen und kindischen Spielereien hat und zum anderen am genialen Jean Dujardin, der charmant und witzig wie selten spielt und den Zuschauer sofort in seinen Bann zieht.

Auch die Handlung des Films ist unglaublich skurril und bietet immer wieder einen gut platzierten Gag, der nicht mit der Brechstange herbeigeführt, sondern ganz geschickt eingesetzt wird. Hühnerkämpfe, sowjetische U-Boote und Nazi-Archäologen ergeben zusammen eine extrem abgedrehte und witzige Handlung, die aber gar nicht so weit von den oft genauso absurden Geschichten der frühen "Bonds" entfernt ist und sie oft genug treffend parodiert. Zudem muss man unbedingt ein Wort zur Synchronisation verlieren, denn Oliver Kalkofe macht hier einen unglaublich guten Job. Die deutsche Synchronisation sprüht nur so vor Witz und man merkt hier wieder einmal Kalkofes Liebe zu Filmen. "OSS 117: Der Spion, der sich liebte" ist eine wirkliche Filmperle für alle Bondfans und diejenigen, die feine, liebevoll gemachte Filme zu schätzen wissen. Tatsächlich - und wer hätte das geahnt? - eine der besten Agentenfilm-Parodien.

7,5/10 

Quellen: 
Inhaltsangabe: Koch Films