Posts für Suchanfrage Fack ju Göhte werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage Fack ju Göhte werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Montag, 8. Juli 2024

Fack ju Göhte 3 - Fack ju Göhte 3: Final Fack (2017)

https://www.imdb.com/title/tt6471264/

Chantal (Jella Haase), Danger (Max von der Groeben), Zeynep (Gizem Emre) und die anderen Schüler der Goethe-Gesamtschule stehen zwar kurz vor dem Abitur, doch die ehemaligen Problemschüler sind nicht wirklich motiviert, diesen Abschluss zu ergattern. Dafür hat die Frau vom Berufsinformationszentrum gesorgt, indem sie ihnen klargemacht hat, dass ihre Zukunft sowieso nicht besonders rosig aussieht. Somit ist bei Chantal & Co. erstmal wieder Frustration, Eskalation und Leistungsverweigerung angesagt, aber dennoch will Zeki Müller (Elyas M'Barek) alles tun, damit sie das Abi schaffen. Auf die Hilfe von Schulleiterin Gudrun Gerster (Katja Riemann) kann er sich dabei nicht verlassen, denn diese hat mit dem Bildungsministerium genug Stress. Immerhin die neue Lehrerin Biggi Enzberger (Sandra Hüller) springt Zeki zur Seite und hilft ihm bei einem Anti-Mobbing-Seminar...

Nachdem - auch wenn man das kaum glauben mag - "Fack ju Göthe 2" rein wirtschaftlich betrachtet den erfolgreichen ersten Teil nochmals toppen konnte, ging es 2017 in die dritte und glücklicherweise letzte Runde, denn für jeden Jahrgang geht es in der Regel ja mal zur Abschlussprüfung, um die es sich in Fack ju Göhte 3 hauptsächlich dreht. Es ist kaum zu glauben, dass man aus der verblüffend guten Idee des ersten Teils noch 2 weitere Teile herausquetschte - das Ergebnis sieht dementsprechend aus. Auch hier gibt es erneut die typischen "Over-the-top"-Witze, den lieb gewonnenen Chaos Haufen um Chantal & Danger, den Lehrer Zeki Müller, der dieses Mal selbst erwachsen wird und es gibt endlich wieder vermehrt seriöse Themen, die geschickt in den Trubel mit einem zwinkernden Auge integriert werden.

Wie in den beiden Vorgängern führte Bora Dagtekin Regie und schrieb die komplette Story, während die gesamte Darstellerriege um Elyas M'Barek, Katja Riemann, Jelia Haase und Max von der Groeben zur Verfügung stand. Einzig und alleine Karoline Herfurth ist nicht mehr mit an Bord, so dass ihre eigentlich geplante Rolle aus dem Drehbuch entfernt werden musste. Dafür wurde M'Barek mit Sandra Hüller eine neue schlagfertige Kollegin zur Seite gestellt. Die Handlung spielt einige Monate nach den Vorkommnissen von "Fack ju Göthe 2" und immerhin spielen wieder realistische Jugendprobleme wie die Unsicherheit in der Berufswahl, Lernmotivation, Mobbing und Selbstmordgedanken eine stärkere Rolle, doch irgendwie wirkt alles zu aufgesetzt und wenig "frisch". Am besten ist da noch die Nebenhandlung mit dem Mobbingseminar gelungen, in dem viele Zustände mit beißender Ironie von Betroffenen ausgesprochen werden, so dass die Message auch beim Publikum ankommt: Das ist aber noch lange kein Grund, die Sektkorken knallen zu lassen: Trotz vieler wirklich ulkiger Momente gibt es immer wieder Phasen, in welchen sich der Zuschauer unweigerlich fragt, in was für einer stumpfsinnigen Veranstaltung er hier gelandet ist, da so mancher Kalauer dermaßen plump ist, dass sich die Balken biegen. Außerdem muss das Publikum immer wieder Sequenzen, wie beispielsweise M'Bareks Tobsuchtanfall nach konsumierter Crackzigarette oder Sandra Hüllers peinliche Eskapade in der Jugenddisco, ertragen, die in ihrer gesamten Beschränktheit jenseits von gut und böse sind, was zu spürbaren Strecken der Langeweile vor allem im zweiten Filmabschnitt führt. "Fack ju Göhte 3" ist zudem mit einer Spielzeit von knapp 2 Stunden wieder einmal viel zu lange geraten, ein paar Handlungsstraffungen und 30 Minuten weniger hätten bestimmt nicht geschadet. Und im Endeffekt ist es offensichtlich: Nach einem sensationell guten ersten Teil, einem mittelprächtigen zweiten Output und einem ähnlich angesiedelten Abschluss ist der Abschied überfällig, eine weitere Fortsetzung wäre nur noch Störung der Totenruhe, da die Luft einfach raus ist.

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Constantin Film
Poster/Artwork: 
Rat Pack Filmproduktion/Constantin Film

Freitag, 14. Juni 2024

Fack ju Göhte 2 (2015)

https://www.imdb.com/title/tt3702996/

Der coole Ex-Kleinganove und frisch gebackene Lehrer Zeki Müller (Elyas M'Barek) ist mit seinen etwas anderen Lehrmethoden mittlerweile sehr beliebt bei seinen Schülern. Aber ihn selbst nervt sein neuer Job jetzt schon, liegen ihm das frühe Aufstehen, das ständige Korrigieren von Klassenarbeiten und nervige Kinder doch so überhaupt nicht. Hinzu kommt, dass Direktorin Gerster (Katja Riemann) noch zusätzlich Druck macht, da sie um jeden Preis das Image ihrer Gesamtschule aufbessern will. Zu diesem Zweck möchte sie dem renommierten Schillergymnasium die thailändische Partnerschule streitig machen. Und so werden Zeki und Kollegin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth) auf Klassenfahrt nach Thailand geschickt, wo ihre chaotischen Schützlinge (u. a. Jella Haase und Max von der Groeben) für ordentlich Wirbel sorgen. In all dem Trubel spitzt sich der Konkurrenzkampf mit dem Schillergymnasium immer weiter zu, dessen Lehrer Hauke Wölki (Volker Bruch) Zekis Karriere mit allen Mitteln ein Ende bereiten möchte...

Das bei erfolgreichen Filmen ungeschriebene Gesetz der Fortsetzung gilt nicht nur für Hollywoodproduktionen, sondern offenbar auch bei einheimischen Kassenschlagern. Doch auch wenn man mit hohen Erwartungen in den zweiten Teil gehen durfte, so entpuppt sich "Fack ju Göhte 2" als eine immer noch ansehbare, wenn auch deutlich schwächere Fortsetzung, da das Verhältnis zwischen Klamaukfeuerwerk und unerträglichem Blödsinn nicht mehr ganz so gut getroffen wurde. Immerhin konnte Regisseur Bora Dagtekin für das zweite Abenteuer der Albtraumklasse eines jeden Lehrers fast die komplette Mannschaft des Erstlings wieder um sich versammeln. Elyas M'Barek, Karoline Herfurth, Katja Riemann, Jella Haase, Max von der Groeben, Gizem Emre und Uschi Glas sind wieder mit von der Partie. "Fack ju Göhte 2" wärmt den verschollene Beute Plot des ersten Teils wieder auf, ergänzt diesen mit kleinen Variationen und rührt die Chose kräftig um, nur dass das Endprodukt nicht mehr ganz so interessant ist. Dabei sind die anfänglichen knapp 30 Minuten hervorragend abgestimmt, hier folgt an der Chaosschule ein gelungener Gag nach dem anderen, wenn beispielsweise die arme Uschi Glas von den Schulrabauken Danger & Chantal an den Rande des Wahnsinns getrieben wird, dass der Krankenwagen sie abholen muss. Auch Mülllers ungewöhnliche Methoden, die Bande in Schach zu halten, sorgen erwartungsgemäß für Erheiterung und sein Gangster Slang bringt einen erinnerungswürdigen Spruch nach dem anderen hervor. Dagtekin inszeniert das irre Treiben wie gewohnt und passend zum jugendlichen Leichtsinn mit kontrastreichen, farbenfrohen Bildern und lauter angesagter Musik aus den aktuellen Charts, die zur Überdrehtheit wie die Faust aufs Auge passt. Schade ist, dass Karoline Herfurth, die wieder als Zekis durchgeknallte Freundin zu überzeugen weiß, vom Drehbuch zu wenig Screentime zugesprochen bekommt, da sie dank eines ultrafiesen Streiches nicht mit im Flieger nach Thailand sitzt, was als Gegenpol zum coolen Checker Gehabe von M'Barek bestimmt nicht schlecht gewesen wäre.

Leider verliert der Film spätestens wenn die Reisetruppe an ihrem Ziel angekommen ist, jegliche Art von Contenance und entwickelt sich zu einer sinnlosen Aneinanderreihung von plumpen Sparwitzen, bei welchen der Primitivität quasi keine Grenzen mehr gesetzt werden. Die Trefferquote bei den oft unterhalb jeder Gürtellinie platzierten Jokes wird immer geringer und phasenweise wäre es auch gar nicht mehr möglich, das Niveau zu unterbieten, zu laut, zu abgefahren und zu abgedreht ist "Fack ju Göhte 2" geworden. Auch die Haupthandlung nimmt immer abstruser werdende Wendungen und der finale Twist, bei welchem dem Publikum Sozialkritik und Lebensweisheiten mit dem Holzhammer eingebläut werden, ist reichlich dämlich. Wenigstens sind auch immer wieder mal gelungene Schenkelklopfer mit dabei, wo der Zuschauer gar nicht anders kann, als lauthals zu lachen. Die Schauspielerleistungen, die sich in ihrem Overacting sichtlich wohlfühlen, gehen eigentlich ebenfalls in Ordnung, schließlich können Sie ja nichts für das einfältige Drehbuch, dass sie von einer Katastrophe in die andere jagt. Der Neuzugang Volker Bruch als Zekis Gegenspieler macht genau das, was er soll: Unsympathisch wirken, damit die Zuschauer auch ja auch M'Barek's Seite sind, was ihm so gesehen zufriedenstellend gelingt.

Letztlich ist aber "Fack ju Göhte 2" nichts weiter als halbwegs unterhaltsamer Genredurchschnitt, der mit alkoholischer Unterstützung bzw. mit angepasstem Anspruchsdenken Spaß machen kann, wenn man nur nicht den Fehler macht, zu viel Hirnschmalz zu bemühen. 

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Constantin Film
Poster/Artwork: 
Rat Pack Filmproduktion/Constantin Film

Donnerstag, 13. Juni 2024

Fack ju Göhte (2013)

https://www.imdb.com/title/tt2987732/

Kleinganove Zeki Müller (Elyas M'Barek) landet bei der Suche nach seiner Diebesbeute als Aushilfslehrer an einer Schule. Den Lehrerberuf führt er laut eigener Aussage nur nebenberuflich aus und das merkt man schnell: Er bedient sich unkonventioneller Methoden, wie beispielsweise seiner an Schülern erprobten Paintball-Pädagogik, und hat auch sonst keinen blassen Schimmer von den Unterrichtsthemen. Als Neuer an der Schule bekommt er gleich die Problemklasse aufs Auge gedrückt. Mit seinen rabiaten Mitteln und ungewöhnlichen Lehrmethoden mischt er die Chaosklasse und auch die Lehrerschaft ordentlich auf. Und schließlich ist da noch die Referendarin Lisi Schnabelstedt (Karoline Herfurth), die ihm nicht nur dank ihrer pädagogischen Ratschläge etwas bedeutet... Zeki muss sich entscheiden, ob er die Chance auf ein anständiges Leben und die große Liebe ergreifen will.

Die phonetische Transkription von "Fuck You, Goethe" lässt sofort die schlechte Rechtschreibung des Protagonisten sowie das schulische Umfeld und den respektlosen Ton des Films erkennen. Diese Geschichte über einen frisch entlassenen Sträfling, der zum schlechtesten Lehrer der Welt wird, um an seine vergrabene Beute zu gelangen, besteht aus zu vielen isolierten Versatzstücken und ist mit fast zwei Stunden definitiv zu lang. Aber die rasanten Dialoge, das amüsant übertriebene Schauspiel und die Possen sowie die großartige Chemie zwischen Elias M'Barek und der weiblichen Hauptdarstellerin Karoline Herfurth sorgen dafür, dass man erstaunlich gut unterhalten wird.

Es hilft ungemein, dass Zeki weder über eine Lehrbefähigung noch über genaue Deutschkenntnisse verfügt (sein Verwechseln mit dem korrekten Geschlecht und den korrekten Fällen ist ein Running Gag). Natürlich unterrichtet er auch eine Klasse, die tatsächlich voller schrecklicher Teenager-Monster ist, deren Motto "Sprengfallen" lautet, die nichts mit der Arbeit erfahrener Spezialeinheiten-Soldaten zu tun haben. Indem Regisseur Dagtekin den Ton des Films von Beginn an weit über das hysterische - und manchmal sogar hysterisch komische - hinaus wählt, gelingt es ihm, eine Atmosphäre zu schaffen, in der alles möglich ist, aber wie in seinen vorherigen Werken stellt er sicher, dass die Charaktere erkennbar bleiben, auch wenn sie stark überzeichnet wurden, um die Gagdichte zu erhöhen.

Müllers wichtigster Kontrahent ist die bebrillte, stets optimistische Lehrerin Lisi (Karoline Herfurth, M’Barek in jeder Hinsicht ebenbürtig). Ihr sympathisches Verhältnis ist ein nettes Gegenmittel zum Großteil des ekligen, karikaturhaften Humors, und die gelegentliche Einfügung anspruchsvoller Anspielungen, etwa auf eine schillernde blonde Studentin namens Chantal Akerman, ist ein weiterer Beweis dafür, dass Dagtekin ein Meister darin ist, Andersartiges zu vermischen registriert. Er schafft es ebenso gut, die Geschichte der Protagonisten mit der der beeindruckenden Besetzung an Nebendarstellern in Einklang zu bringen, die allesamt clevere Variationen von Klischees sind und von dem beeindruckenden Ensemble gespielt werden.

Obwohl viele Szenen für sich genommen gut funktionieren, fügen sich nicht alle gut in die größeren Handlungsstränge des Films ein, da sich der Autor und Regisseur manchmal wiederholt, beispielsweise in einer unnötigen Szene beim Schulausflug oder ein Ausflug in Charlies Stripclub. Eine neumodische Version des berühmtesten Schulstücks der Welt, "Romeo und Julia", sorgt für die größten Lacher des Films. In Kombination mit den englischsprachigen Popsongs des Soundtracks verleiht es dem Geschehen einen Hauch angelsächsischer Coolness. Ja, das war, wider Erwarten, doch ganz gut.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Constantin Film
Poster/Artwork: 
Rat Pack Filmproduktion/Constantin Film