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Aushilfssheriff Ulysses (Bod Odenkirk) springt auf der Flucht vor den Dämonen seiner Vergangenheit immer in den Kleinstädten ein, in denen gerade Not am Mann ist. Als der eigentliche Sheriff der Kleinstadt Normal stirbt, hilft er in dem auf den ersten Blick so verschlafenen Örtchen aus. Dort sollte doch eigentlich wenig zu tun sein? Falsch gedacht. Denn als die lokale Bank von Verbrechern von außerhalb überfallen wird, entdeckt Ulysses, dass dahinter viel mehr steckt. Normal ist fest im Griff einer kriminellen Verschwörung und alle Einwohner*innen – vom Barbetreiber bis zum Priester – scheinen Teil davon zu sein.
Ben Wheatleys "Normal" ist eine herrlich schräge Mischung aus Kleinstadtkrimi, schwarzer Komödie und blutigem Actionfilm. Bob Odenkirk spielt den vorübergehenden Sheriff Ulysses, der im verschneiten Normal eigentlich nur etwas Ruhe sucht, bis ein Banküberfall die scheinbare Idylle zerlegt. Was zunächst an "Fargo" erinnert, entwickelt sich zunehmend zu einer grotesken Gewaltorgie – inklusive einer gehörigen Portion schwarzem Humor. Odenkirk trägt den Film mit seiner gewohnt trockenen Präsenz und macht Ulysses gerade dadurch sympathisch, dass er kein unbesiegbarer Superheld ist. Auch Lena Headey und Henry Winkler sind gut aufgelegt, bekommen von Drehbuchautor Derek Kolstad allerdings deutlich weniger zu tun, als ihre Namen vermuten lassen. Die eigentliche Stärke liegt ohnehin in Wheatleys Inszenierung: präzises Timing, verschrobene Figuren und überraschend kreative Action verbinden sich zu einem angenehm eigenwilligen Genre-Mix.
Allerdings braucht "Normal" etwas zu lange, um aus seiner ruhigen Ausgangssituation herauszukommen. Einige Wendungen sind vorhersehbar, die Charakterzeichnung bleibt stellenweise oberflächlich und der schwarze Humor trifft nicht immer ins Ziel. Sobald jedoch die Eskalation einsetzt, dreht Wheatley ordentlich auf: Schießereien, Explosionen und makabre Zufälle sorgen für genau jene überzeichnete Brutalität, die den Film von einem gewöhnlichen Odenkirk-Actioner abhebt. Damit erfindet "Normal" den Kleinstadt-Actionthriller nicht neu, macht aus seinen bekannten Zutaten aber einen kurzweiligen und angenehm bizarren Genre-Cocktail. Zwischen "Fargo", "Hot Fuzz" und "Nobody" findet Wheatley seinen eigenen, ziemlich blutigen Ton. Nicht jede Pointe sitzt und die erste Hälfte könnte straffer sein – doch Odenkirk, die schräge Atmosphäre und das furiose Finale machen den Film sehenswert.








