Posts mit dem Label ROBERT RODRIGUEZ werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label ROBERT RODRIGUEZ werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 4. Juni 2026

El Mariachi (1992)

https://www.imdb.com/title/tt0104815/

Eigentlich möchte der Mariachi (Carlos Gallardo) nur als Musiker arbeiten. Doch ein Gangsterboss hält ihn für den Killer Azul (Reinol Martinez), der seine Waffen in einem Gitarrenkoffer mit sich rumzutragen pflegt. Die Verwechslung wird perfekt, als beide Koffer unfreiwillig vertauscht werden. Und dann sorgt auch noch die Liebe für weitere Gefahr: Der Mariachi und die Barbesitzerin Domino (Consuelo Gómez) haben ein Auge aufeinander geworfen. Dummerweise wird die Bar von Unterweltchef Mocco (Peter Marquardt) finanziert - und der steht selbst auf Domino. Ein blutiger Kampf zwischen vermeintlichen und echten Gangstern nimmt seinen Lauf...

"El Mariachi" ist einer jener seltenen Debütfilme, die man nicht nur sieht, sondern auch ihre Herstellungsbedingungen spürt. Robert Rodriguez baute 1992 aus einem winzigen Budget, improvisierten Mitteln und einer erstaunlichen Portion formalen Instinkts einen Film, der wie ein südlich glühender Albtraum aus Verwechslung, Gewalt und romantischer Tollpatschigkeit wirkt. Der Film ist unglaublich unterhaltsam und besitzt jene unmittelbare Energie, die entsteht, wenn jemand mit wenig Geld, aber sehr klarer filmischer Vorstellungskraft arbeitet. Die einfache Prämisse der Story ist das stabile Fundament des Films: Ein Mann, der von Musik lebt, wird in eine Welt gedrängt, in der die Gitarrentasche plötzlich zum Symbol für Gewalt wird. Rodriguez macht daraus keinen eleganten Metaphernfilm, sondern einen direkten, fiebrigen Genre-Cocktail, in dem sich Western, Gangsterfilm und Melodrama ständig ineinander schieben. Was an "El Mariachi" sofort auffällt, ist seine visuelle Konsequenz. Selbst ohne große Mittel versteht Rodriguez, wie man Bildräume organisiert: enge Gassen, staubige Straßen, improvisierte Innenräume, harte Lichtkontraste. Das Ergebnis ist kein polierter Studiofilm, sondern ein raues Stück Kino, das seine Begrenzungen in Stil verwandelt. Gerade weil vieles so direkt und knapp erzählt ist, hat der Film eine physische Qualität, die größere Produktionen oft verlieren: Man spürt die Hitze, die Enge, die Gefahr und die ständige Unsicherheit, ob dieser Held jemals in Ruhe spielen oder nur noch rennen wird.

Auch die Gewalt des Films ist bemerkenswert. Sie ist nicht virtuos im großen Hollywood-Sinn, aber sie ist deutlich genug, um die Welt des Films als brutal und unversöhnlich zu markieren. Dass die Effekte gelegentlich einfach oder sogar unbeholfen wirken, nimmt ihnen nicht ihre Funktion; sie zeigen eher, wie kompromisslos Rodriguez in seinem eigenen Ton bleibt. Der Film ist kein feingeschliffenes Meisterstück, sondern ein ehrlicher, wild zusammengenieteter Überlebenskünstler. Genau das macht ihn sympathisch und, auf seine Weise, beeindruckend. Das Entscheidende ist jedoch, dass "El Mariachi" nie bloß eine Bastelarbeit bleibt. Hinter der improvisierten Oberfläche steckt echtes Erzählen: Figuren werden klar geführt, Spannung wird effizient aufgebaut, und die Geschichte entwickelt trotz ihrer Kürze einen kleinen emotionalen Bogen. Die Beziehung des Mariachi zu Domino bringt eine überraschende Zärtlichkeit in den Film, und diese Zärtlichkeit ist wichtig, weil sie die Gewalt nicht romantisiert, sondern ihr etwas Menschliches entgegensetzt. 

Damit bleibt "El Mariachi" vor allem ein Beweis dafür, dass Kino nicht von Geld, sondern von Blick, Rhythmus und Entschlossenheit lebt. Rodriguez machte aus einem Minimalbudget (gerade mal etwas über 7.000$ (9.000$ waren geplant)) einen Film mit Maximalwirkung, und genau deshalb ist er bis heute so oft als Referenz für unabhängige Filmemacher genannt worden. Er ist roh, schnell, manchmal ungehobelt - aber er hat Herz, Stil und die seltene Kühnheit, aus sehr wenig sehr viel zu machen. Das ist ein Film, der beweist, dass eine gute Idee und ein störrischer Wille manchmal mehr wert sind als ein ganzes Studio voller Geld. 

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Los Hooligans Productions

Mittwoch, 3. Juni 2026

Four Rooms - Silvester in fremden Betten (1995)

https://www.imdb.com/de/title/tt0113101/

Manchmal ist es doch wirklich besser, einfach mal im Bett liegen zu bleiben. Ted (Tim Roth) ist der neue Page im ehemals noblen, nun heruntergekommenen Hotel "Mon Signor" und soll dort ausgerechnet in der Sylvesternacht zu seinen ersten Diensten antreten. Im Verlaufe des Abends gerät Ted zunächst an die "Honeymoon Suite", wo ein mysteriöser Hexenbund versucht, mit obskuren Ritualen an "Die fehlende Zutat" zu gelangen. Weiter geht’s zu einem psychopathischen Ehemann, welcher in Ted den Lover seiner Frau sieht und diesen zugleich mit Psychosexspielchen beschäftigt. In der dritten Episode macht sich ein knallharter Latino-Gangster (Antonio Banderas) mit seiner Frau auf den Weg zu einer wilden Silvesterparty und vertraut dabei Ted seine Kinder an. Doof nur, dass sich diese im Laufe des Abends immer mehr zu kleinen Terroristen entwickeln... Die letzte Station bildet das Penthouse, wo Chester Rush (Quentin Tarantino) und seine durchgedrehte Gefolgschaft (mit dabei Bruce Willis) Silvester feiern. Als wäre das nicht schon schlimm genug, soll nun Ted den Vollstrecker einer alten Hitchcock-Wette spielen, in der ein Mann seinen kleinen Finger darauf verwettet, dass er es schafft, ein Feuerzeug zehnmal in Folge anzuzünden...

Vier Regisseure (Allison Anders, Alexandre Rockwell, Quentin Tarantino und Robert Rodriguez), vier Hotelzimmer, eine Silvesternacht und ein unglückseliger Page namens Ted, gespielt von Tim Roth, der zwischen Ritualen, Ehekrieg, verwöhnten Kindern und einem absurden Promi-Wetteinsatz hin- und hergejagt wird, als wäre er die einzige Zigarettenkippe in einem überfüllten Aschenbecher. "Four Rooms" ist einer dieser Episodenfilme, die das Chaos nicht vermeiden, sondern geradezu als Programm feiern. Das Ergebnis ist etwas ungleichmäßig, aber nie langweilig. Dies ist ein Film mit einem herrlich komischen Segment, einem brauchbaren und zwei, die nur behäbig funktionieren - also ein Mischmasch, der mehr über die Temperamente seiner Macher verrät als über die Klammerhandlung selbst. Doch gerade darin liegt auch sein Reiz: "Four Rooms" ist keine sauber austarierte Anthologie, sondern ein Ausbruch unterschiedlicher komischer Instinkte, die sich in denselben Flur verirrt haben. 

Am stärksten ist der Film, wenn er Tim Roth einfach laufen lässt. Ted ist kein klassischer Held, sondern ein überforderter Überlebender, dessen Nacht immer grotesker wird, ohne dass der Film ihm jemals die Würde eines Auswegs gönnt. Roth spielt ihn mit genau der richtigen Mischung aus Nervosität, Unterwürfigkeit und zunehmend genervter Resignation. Dass er den ganzen Abend überlebt, ist bereits ein kleiner Triumph; dass er dabei halbwegs bei Verstand bleibt, ein Wunder. Besonders auffällig ist die Lust am Exzentrischen. Die einzelnen Episoden sind wie kleine Laboratorien des Geschmacks: Allison Anders setzt auf Hexen und weibliche Dynamik, Alexandre Rockwell auf ein morbides Ehedrama, Robert Rodriguez auf hyperaktive Kinder und Tarantino auf selbstverliebte Gewaltpossen, die er mit seinem typischen Sprachwitz auflädt. Nicht alles sitzt, und nicht alles soll sitzen. Der Film lebt gerade davon, dass die Folgen seiner Ungleichheit sichtbar bleiben. 

Mehr noch, der Film nutzt seine eigene Instabilität als Energiequelle. Ein sauberer Episodenfilm würde die Übergänge glätten; "Four Rooms" stolpert lieber charmant durch seine eigene Silvesternacht, als würde er jederzeit über eine Champagnerflasche oder einen verfluchten Türspion fallen. Manche Einfälle wirken zu lang, manche Pointen zu laut, manche Szenen wie Skizzen statt voll ausformulierten Geschichten. Aber gerade die Übertreibung macht den Reiz aus: Hier geht es nicht um Ausgewogenheit, sondern um den Rausch des Überdrehten. Am Ende bleibt "Four Rooms" ein Film, der nicht aus Geschlossenheit lebt, sondern aus Temperament. Er ist ein ungleiches, aber vergnügliches Experiment, das einmal glänzt, einmal schwankt und sich nie so verhält, als wolle es jemandem gefallen. Und genau deshalb ist er, trotz aller Brüche, ein ziemlich zimmerlauter Spaß: Man verlässt ihn nicht mit dem Gefühl eines perfekten Films, sondern mit dem Erinnerungswert einer Nacht, in der man nie wusste, welche Tür als Nächstes aufgehen würde. 

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Miramax/A Band Apart

Mittwoch, 13. März 2024

Planet Terror (2007)

https://www.imdb.com/title/tt1077258/

"Planet Terror", Robert Rodriguez' Beitrag zum auf Trash getrimmten Double-Feature "Grindhouse", kam in Deutschland nur in einer längeren Fassung auf die Leinwände. Die Story ist schnell erzählt: Ein Biochemiker setzt Giftgas frei, das die Bewohner eines texanischen Kaffs nach und nach in Zombies verwandelt. Doch es gibt Überlebende - darunter die Stripperin Cherry (Rose McGowan), die eigentlich Stand Up Comedian werden will, der undurchsichtige Wray (Freddy Rodriguez) und die Krankenschwester Dakota (Marley Shelton), die vor ihrem Mann flüchtet, dem psychopathischen Arzt Dr. William Block (Josh Brolin). Die Gruppe kämpft sich durchs zombieverseuchte Nirgendwo, bis sie schließlich Lt. Muldoon (Bruce Willis) und seinen Männern gegenübersteht, allesamt schon lange vergiftet...

Als 2007 Robert Rodriguez und Quentin Tarantino mit "Grindhouse" um die Ecke kamen, war das irgendwie eine coole Nummer. Die Segmente dieses Mischwerkes, sind "Planet Terror" und "Death Proof" und wurden mit einer, wie für Kinovorstellungen in den Siebzigern üblich, Handvoll an (Fake)-Trailern (von denen sich wiederum einige so großer Beliebtheit erfreuten, dass später daraus eigenständige Filme wurden) garniert. Doch "Planet Terror" sticht hervor. Er ist einfach herrlich. und die ideale Mischung aus Horror, Komödie und völliger Zufälligkeit, die ihn zu einer Ikone im Genre macht. Man muss Robert Rodriguez irgendwie dankbar sein, dass dieser Film in voller Länge das Licht der Welt erblicken durfte.

Dieser Film ist so dermaßen über- und abgedreht, dass es ein purer Genuss ist. Angefangen von einer willkürlichen Hodensammlung (vom wunderbaren Naveen Andrews) seiner Opfer bis hin zu Freddy Rodriguez‘ "berüchtigter" Fähigkeit, als "El Wray" niemals daneben zu schießen, ist "Planet Terror" von Anfang bis Ende ein einziger wilder Ritt.. Ganz zu schweigen von einer Reihe anderer Schauspiel-Perlen wie Michael Biehn (und seiner anhaltende Rivalität mit seinem Bruder Jeff Fahey um das ultimative BBQ-Rezept) und Rose McGowan mit einem Maschinengewehr-/Raketenwerferbein. Oder die zum Scheitern verdammten Ehe zwischen Josh Brolins Dr. William Block und Marley Sheltons Dr. Dakota Block. Nur um mal ein paar der Showrunner zu nennen. All dies mag chaotisch und möglicherweise auch keineswegs real erscheinen, aber das ist im Angesicht der Sache völlig schnuppe. Es passt wie die sprichwörtliche Faust aufs Auge.

Dieser Film geht über viele zuvor verwendete (manchmal missbrauchte) Themen hinaus und macht diese wieder originell. In einer Zeit, in der man sich fragen könnte: Wie ist das möglich? Nun, durch ein Gefühl der Dunkelheit, Originalität und auch einer gesunden Portion Rückblick. Der Grindhouse-Appeal ist ein Verkaufsargument, aber der Film übertrifft den ästhetischen, nostalgischen Touch. Im einfachsten Sinne ist es ein kitschiger Horror-/Splatter-Spaß, bei dem eine Reihe von (namhaften) Spielern zusammenkommen (einige überwinden ihre schmutzige Vergangenheit), um das Böse zu besiegen, das sie hier bedroht. Einer der besten Aspekte von "Planet Terror", abgesehen von dem Humor, der sich in jede Szene einschleicht, und einigen urkomischen Einzeilern, ist der Stil. Wenn man viel von Rodriguez‘ Filmografie gesehen hat, weiß man, dass er Stil in Hülle und Fülle hat, aber "Planet Terror" hebt ihn auf eine andere Ebene. Er ist von seiner Grindhouse-Atmosphäre durchdrungen, ähnlich wie sein Zwilling, seines Filmbruders Quentin Tarantino "Death Proof". Ein weiteres Argument sind die "Machete"-Filme, die aus den wunderbar lächerlichen Trailern zwischen den beiden Filmen hervorgegangen sind. Ob es sich um das Blut oder die Funken der Explosionen handelt, die Effekte und Bilder sind beeindruckend. Außerdem ein Hinweis auf die knallhart choreografierte Szene, in der Freddy Rodriguez‘ Charakter sich durch eine Krankenstation und Josh Brolins gruseligen Arzt kämpft. Es ist Ausbeutung, es ist Retro-Horror, es ist eine Art Umarmung der Albernheit mit einem fetten, blutigen Grinsen.

7,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Senator/Universum Film
Poster/Artwork: Dimension Films/Troublemaker Studios/Rodriguez International Pictures/The Weinstein Company

Samstag, 9. März 2024

Hypnotic (2023)

https://www.imdb.com/title/tt8080204/

Seit der Entführung seiner Tochter ist die Arbeit Danny Rourkes (Ben Affleck) einzige stabile Säule im Leben. Den Rest haben Schuld, Verzweiflung und Trauer gnadenlos aufgefressen. Als Polizist zu helfen, das geht noch. Als er knietief in seinem jüngstem Fall steckt, kann er die Vergangenheit jedoch nicht davon abhalten, sich in seinen Job einzumischen. Denn bei den Ermittlungen zu einer Serie von Bankrauben stößt er unerwartet auf einen Hinweis zum Verbleib seiner Tochter. Die Spur führt ihn und Diana Cruz (Alice Braga) direkt zu Gangster Dellrayne (William Fichtner). Als sich herausstellt, dass der mehr als nur Banksafes knacken kann, scheint die vermeintliche Realität Risse zu bröckeln. Rourke scheint niemandem mehr trauen zu können und es wird zunehmend schwerer, einen klaren Kopf zu bewahren, um seine Tochter endlich aus den Fängen des Verbrechens befreien und wieder nach Hause holen zu können.

Wenn man sich je gefragt hat, was herauskommen würde, wenn man die Mystik (und auch nur die) aus Filmen wie "Die Unfassbaren", "Memento", "Scanners" und vielleicht "The Matrix" mit ein paar 80er Songs mixen würde liefert "Hypnotic" von Co-Autor/Regisseur Robert Rodriguez vielleicht die Antwort. Er nutzt einen A-Klasse-Star (Ben Affleck), nimmt B- und C-Movie-Ästhetik und erhält eine D-Zuschauerbewertung. Denn "Hypnotic" ist kaum innovativ oder gar elektrisierend spannend, sondern eher trashig. Affleck spielt die Rolle von Daniel Rourke, einem Detektiv, der von Erinnerungen an die Entführung seiner kleinen Tochter heimgesucht wird. Der Täter bekannte sich "wegen geistiger Behinderung nicht schuldig" und gab an, keine Erinnerung an die Entführung oder den Aufenthaltsort des Kindes zu haben. Es klingt wie eine List, bis Rourke Katz und Maus mit einem kriminellen Mastermind (William Fichtner) spielt, der mit unheiligen Überzeugungskräften gesegnet ist. "Kennen Sie das Konzept hypnotischer Konstrukte?" fragt Diana Cruz (Alice Braga), eine Hellseherin - Menschen mit "der Fähigkeit, das Gehirn tatsächlich über eine psychische Bandbreite hinweg zu beeinflussen. Telepathen lesen einfach die Gedanken; Hypnotics verändern seine Realität." Das kennt man aus einer Folge "Akte X (St.3, F.17, "Mein Wille sei Dein Wille"/"Pusher")".

Unterdessen führt der Komponist Rebel Rodriguez das Publikum an der Hand, indem er mit klimpernden Tastaturbefehlen sagt, wann der Zuschauer traurig sein soll, oder er peppt mit dumpfen Bass-Geräuschen die Actionszenen auf. Auch wenn das Ergebnis von Anfang bis Ende absurd ist (die Lauzeit ist mit 94 Minuten okay), gibt es dennoch Spaß in Szenen, in denen ein Mann versucht, sich unter Alkoholeinfluss die Hand abzureißen, und in Schießereien, die Wettbewerbe im gegenseitigen Anstarren enden, was zur Folge hat das sich jeder einfach selbst ins Bein schießt. Da Rodriguez' Backkatalog Stoff wie den Vampir-Actionfilm "From Dusk Till Dawn" und die Grindhouse-Splatterorgie "Planet Terror" enthält, geht man davon aus, dass er genau weiß, wie lächerlich das alles ist. Oder vielleicht nicht. Die Tatsache, dass man sich nicht ganz sicher sein kann, trägt nur zum fremdschämerischen Vergnügen bei.

5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: EuroVideo
Poster/Artwork: Studio 8/Relativity Media

Mittwoch, 9. Februar 2022

The Book of Boba Fett - Das Buch von Boba Fett (2022)

https://www.imdb.com/title/tt13668894/

Nachdem sie dem Mandalorianer Din Djarin (Pedro Pascal) in seinem Kampf gegen Moff Gideon (Giancarlo Esposito) geholfen haben, haben der frühere Kopfgeldjäger Boba Fett (Temuera Morrison) und seine Mitstreiterin Fennec Shand (Ming-Na Wen) die Herrschaft über Jabbas Palast auf dem Wüstenplaneten Tattooine übernommen und wollen nun das Machtvakuum füllen, das der tyrannische Hutte hinterlassen hat. Wie die beiden allerdings schnell feststellen müssen, ist die Führung eines intergalaktischen Verbrechersyndikats eine ganz andere Baustelle als das Kopfgeldjägerdasein. Wirklich Zeit, um in die neue Aufgabe hineinzuwachsen, bleibt ihnen allerdings nicht, erscheinen doch schon bald allerlei Widersacher und Widersacherinnen auf der Bildfläche, die dem Duo ihre neuen Positionen streitig machen wollen...

https://www.imdb.com/title/tt13669028/
1.1 Kapitel 1: Der Fremde (Chapter 1: Stranger In A Strange Land)
Während Boba Fett seinen Körper in einem Bacta-Tank einer Heilung unterzieht, suchen ihn Erinnerungen an seine Kindheit und seine Flucht aus dem Schlund des Sarlaccs heim. In einer Rückblende entkommt er gerade noch lebend aus der Grube des Sarlacc, nachdem er von ihm in "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" verschluckt wurde, nur um dann von Jawas seiner mandalorianischen Rüstung beraubt und dem Tod überlassen zu werden. Auf den Tod wartend wird er von Tusken-Räubern gefangen genommen, die ihn zu ihrem Lager bringen. Er versucht zu fliehen und wehrt einen ihn bewachenden Massiff ab, wird aber von einem Tusken-Krieger im Nahkampf besiegt und wieder gefangen genommen. In der Gegenwart haben Boba Fett und Fennec Shand die Kontrolle über das kriminelle Imperium der Hutten auf Tatooine und Jabbas Palast übernommen. Nachdem sie einen Tribut erhalten haben, besuchen sie das Sanktuarium, eine Cantina in Mos Espa, die von der Twi’lek Garsa Fwip betrieben wird. Nachdem Fett, der sich als neuer Daimyō von Jabba und Bib Fortunas einstigen Verbrecherimperium vorstellt, den Tribut von Fwip erhalten haben, werden sie von Attentätern überfallen. Sie wehren sie mit Hilfe von Fetts neu erworbenen gamorreanischen Wachen ab, Shand verfolgt die Angreifer über die Dächer vom Mos Espa und nimmt einen von ihnen gefangen. Fett, schwer verwundet, wird von seinen Wachen in seinen Palast zurückgebracht. In einer weiteren Rückblende wird gezeigt, wie Fett und ein gefangener Rodianer gezwungen werden, im Wüstensand nach Wasserbehältern zu graben. Als eine große Wüstenkreatur auftaucht und den Rodianer tötet, verdient sich Fett den Respekt der Tusken, als er ein Kind vor der Kreatur rettet. Sie kehren mit dem Kopf der Kreatur ins Lager zurück und der Tusken-Anführer bietet Boba Fett Wasser an. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt14525192/
1.2 Kapitel 2: Die Stämme von Tatooine (Chapter 2: The Tribes Of Tatooine)
Zurück im Palast erfahren Boba Fett und Fennec von dem gefangenen Attentäter, dass der Angriff auf die beiden im Auftrag des Bürgermeisters von Mos Espa Mok Shaiz geschah, woraufhin Fett Shaiz im Rathaus der Stadt aufsucht. Dieser gibt sich ahnungslos und lässt den Attentäter von seinen Leibwächtern erschießen, um nähere Informationen zu vertuschen und übergibt ihm eine Belohnung, da der Attentäter dort illegal operierte. Doch gibt ihm der Bürgermeister einen Tipp auf die wahren Auftraggeber, woraufhin Fett auf  "die Zwillinge" trifft, die huttischen Verwandten des getöteten Jabba und Kader seines ehemaligen Kartells sind, und die Fetts Platz auf dem Thron ihres Cousins für sich beanspruchen. Fett winkt ab und lässt verlauten, dass er mit dem Mord an Bib Fortuna der rechtmäßige neue Herrscher des Verbrecherimperiums ist, woraufhin die Hutten vorerst von dannen ziehen - jedoch nicht ohne drohende Warnung. In einer erneuten Rückblende sieht man, wie Boba Fett nun als beinahe fester Bestandteil des Tusken-Stamms im Kampf mit den traditionellen Waffen der Sandleute ausgebildet und in deren Bräuche und Kultur eingeweiht wird. Als er nach einer Schlägerei mit der aufmüpfigen Nikto-Bande in einer Bar der Tosche-Station in der Wüste deren Speeder-Bikes erbeuten kann, hilft Fett den Tusken unter seinen Anweisungen dabei, einen Speeder-Zug des Pyke-Syndikats zu überfallen, welches das Territorium des Stammes in der Vergangenheit regelmäßig ins Visier genommen und bereits mehrere Sandleute getötet hatte, um den ungestörten Transport von illegalem Gewürz zu gewährleisten. Der Überfall gelingt und der Zug kann gestoppt werden. Fett lässt die Pykes unter der Bedingung gehen, dass das Territorium den einheimischen Sandleuten zustünde und sie von nun an Wegzoll entrichten und bei weiteren Morden mit extremen Vergeltungsmaßnahmen rechnen müssen. Zurück im Dorf erzählt ihm der Tusken-Häuptling die Geschichte seines Volkes, dass es auf Tatooine einst Meere gab, die ausgetrocknet sind und die Tusken sich seitdem größtenteils in aggressive Stämme aufteilten. Sein Stamm jedoch hält sich bedeckt und versteckt sich eher vor den Außenweltlern und ihren tödlichen Maschinen. Im Anschluss überreicht der Tusken-Häuptling Fett ein Geschenk in Form einer kleinen, psychoaktiven Echse, die sich prompt durch dessen Nasenlöcher Zugang zu dessen Gehirn verschafft. Fett fällt in eine Art Trance und hat Visionen von seiner Flucht aus dem Sarlacc und Bildern aus seiner Kindheit auf Kamino und den Verlust seines „Vaters“. Die Echse fungiert als Navigator, der Fett zu einem Baum in der Wüste führt, von welchem er sich einen Ast mitnimmt, um sich aus diesem einen eigenen traditionellen Gaffi-Stab der Tusken herzustellen. Der Häuptling nimmt die Echse wieder an sich und in einem anschließenden feierlichen Ritual wird Boba Fett von den Sandleuten schließlich offiziell in ihren Stamm aufgenommen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt14525196/ 
1.3 Kapitel 3: Die Straßen von Mos Espa (Chapter 3: The Streets of Mos Espa)

Boba Fett schmiedet Pläne, die dazu dienen, sein Imperium aufrecht zu erhalten. Sein Vorgänger Bib Furtuna ging in Mos Espa fragile Allianzen in den Destrikten ein, um seine Macht und Tribute zu sichern, was sich nun bemerkbar macht. Derweil bittet ein Wasserverkäufer ihn, eine Jugendbande von Cyborgs zu bestrafen, die sein Wasser stehlen, weil die Bürger Fett als neuen Daimyō noch nicht respektieren. Als Fett der Sache nachgeht, findet er heraus, dass der Wasserhändler zu Wucherpreisen verkauft und die Bande keine Arbeit hat, da es keine gibt. Er bietet ihnen an für ihn zu arbeiten, sie willigen ein und der raffgierige Wasserhändler wird abgestraft. Wieder zurück im Bacta-Tank erinnert sich Fett daran, wie er den Stamm der Tusken verließ, um den Wegzoll von den Pykes einzufordern. Diese zahlen aber bereits für das gleiche Gebiet an die Nikto-Bande und wollen nicht doppelt zahlen. Fett will sich um die Bande kümmern, damit das Geld an die Sandleute fließen kann. Bei seiner Rückkehr muss er feststellen, dass die Tusken im Lager von der Nikto-Bande ausgelöscht wurden. Er wird jedoch jäh aus seinen Erinnerungen gerissen, als er im Schlaf von dem Wookie-Kopfgeldjäger Krrsantan angegriffen wird, der ihn im Auftrag der Hutten-Zwillinge umbringen soll. Jedoch gelingt es Fetts Wachen und Fennec, den Wookie aufzuhalten und im Kellerverließ einzusperren. Daraufhin treffen die auftraggebenden Zwillinge ein, die einen jungen Rancor samt Trainer als Wiedergutmachung für den Attentatsversuch mitbringen. Sie erzählen ihm, dass sie und Fett betrogen wurden, da Jabbas ehemaliges Gebiet bereits vom verräterischen Bürgermeister Shaiz einem anderen Syndikat versprochen wurde. Sie versprechen, Tatooine zu verlassen und nach Hutta zurück zu kehren, da sie ihn als wertlosen Felsen betrachten und keine Bandenkriege eingehen wollen, da sie schlecht für das Geschäft sind. Den Wookie überlassen sie Fett als Tribut, so dass er ihn an die Gladiatoren zurück verkaufen kann, er lässt ihn jedoch frei. Fett hofft, das nun auf ihn geprägte Rancor-Kalb mit seinem Trainer für seine Zwecke abrichten und später reiten zu können. Fett, Shand und die Cyborg-Wachen gehen nach Mos Espa, um Shaiz zu befragen, doch der Bürgermeister ist nicht anzutreffen und sein Haushofmeister flieht. Es kommt zu einer wilden Verfolgungsjagd und die Cyborgs stellen den Majordomus, der behauptet, Shaiz arbeite fortan mit den Pykes zusammen. Einer von Fetts neuen Informanten berichtet, dass gerade weitere Pykes in Mos Espa mit einem Passagierschiff eintreffen. Fett und Shand gehen davon aus, dass das Pyke-Syndikat mehr Leute anfordern wird und sie beschließen, sich auf einen kommenden Bandenkrieg vorzubereiten. - 8/10


https://www.imdb.com/title/tt14525202/
1.4 Kapitel 4: Der Sturm zieht auf (Chapter 4: The Gathering Storm)
In einer Rückblende im Bacta-Tank versucht Boba Fett in Bib Fortunas Palast einzudringen, um sein Raumschiff Slave I wieder an sich zu nehmen, findet stattdessen jedoch die verwundete Fennec Shand und rettet ihr Leben, womit sie in seiner Schuld steht. Er erzählt ihr, wie sehr sich sein Leben seit der Zeit bei den Sandleuten mit ihrem Zusammenhalt innerhalb des Stammes verändert hat. Sie schaffen es darauf im Palast einzudringen, die Wachen zu bezwingen und sein Schiff hinaus zu fliegen. Nachdem sie mit Slave I die Nikto-Bande als Racheakt für das Massaker an den Sandleuten erfolgreich zur Strecke gebracht haben, versuchen sie im Sarlacc Fetts Rüstung zu bergen, was jedoch fehl schlägt, da sie sich nicht in ihm befindet, sondern von Jawas geraubt wurde, als er ohnmächtig war, was er nicht wissen kann. Anschließend entlässt Fett Shand aus seinem Dienst, doch sie entscheidet sich, ihn weiterhin zu begleiten. Danach erzählt er Shand, dass er das Kopfgeldjäger-Leben satt hat und nun sein eigenes Haus gründen will, um nie wieder für Abschaum arbeiten zu müssen, der leichtfertig Auftragsmorde anordnet. Er bietet ihr eine loyale Partnerschaft, gegenseitigen Schutz und finanzielle Teilhabe an. Zurück in der Gegenwart sind Fetts Wunden nun vollständig geheilt. Er erfährt von Shand, dass der Majordomus kooperiert, vom abtrünnigen Bürgermeister Shaiz jedoch weiterhin jede Spur fehlt. Er sucht darauf Fwips Taverne auf, wo er den unausgelasteten Krrsantan nach einer Kneipenschlägerei anheuert. Darauf versucht Fett sich die Unterstützung der drei Familienbanden in Mos Espa zu sichern, die immerhin einwilligen, sich im Bandenkrieg mit den Pykes neutral zu verhalten und ihn nicht zu attackieren. Sie handeln aus Eigeninteresse, da sie wissen, dass das Pyke-Syndikat irgendwann den ganzen Planeten übernehmen würde, wenn Fett als Daimyō fällt. Als Fett äußert, dass er mehr Verstärkung für den kommenden Bandenkrieg braucht, schlägt Shand indirekt vor, den Mandalorianer Din Djarin um Hilfe zu bitten. - 8,5/10
 
 
https://www.imdb.com/title/tt14526270/
1.5 Kapitel 5: Die Rückkehr des Mandalorianer (Chapter 5: The Return Of The Mandalorian)
In einer ringförmigen Stadt im Weltraum verfolgt der Mandalorianer Din Djarin einen Metzger, auf den ein Kopfgeld ausgesetzt ist und tötet ihn und seine Wachen als sie Widerstand leisten, mit dem Dunkelschwert. Als Djarin in das mandalorianische Versteck zurückkehrt, inspiziert die Waffenschmiedin das sagenumwobene Lichtschwert, erzählt von der Zerstörung Mandalores durch das Imperium und unterrichtet ihn, das Dunkelschwert zu führen, welches er von Moff Gideon im Kampf erbeutet hat. Paz Vizsla, ein anderer Mandalorianer, der aufgrund seiner Abstammung das Dunkelschwert ebenfalls für sich beansprucht, duelliert sich im Kontext des Mandalorianer-Kodex noch während seiner Kampfausbildung mit Djarin um das Lichtschwert, unterliegt aber. Djarin bleibt jedoch nicht, sondern bricht nach Tatooine auf, da der den Mandalorianern beichtet, dass er gegen den Kodex verstieß, indem er vor einem anderen Wesen seinen Helm abnahm. In Mos Eisley angekommen, sucht er die Mechanikerin Peli Motto auf, die einen alten Sternenjäger als Ersatz für sein zerstörtes Schiff Razor Crest hat. Gemeinsam reparieren und modifizieren sie das Raumschiff, bevor Djarin es auf einen Testflug mitnimmt. Nachdem er in dem unregistrierten Jäger den Raumüberwachungs-Behörden der Neuen Republik entkommen und wieder im Hangar angekommen ist, trifft Djarin schließlich auf Fennec Shand, die ihn bittet, sich Boba Fett im Kampf gegen die Pykes anzuschließen. Djarin willigt ein, verzichtet auf die angebotene Bezahlung und möchte vorher allerdings noch seinen einstigen Begleiter Grogu, der sich in der Jedi-Ausbildung unter Luke Skywalker befindet, einen Besuch abstatten und ein Geschenk überbringen. - 9,5/10 

https://www.imdb.com/title/tt14525206/
1.6 Kapitel 6: Aus der Wüste kommt ein Fremder (Chapter 6: From The Desert Comes A Stranger)
Auf Tatooine stellt sich Cobb Vanth, Marschall von Freetown, ehemals Mos Pelgo, den Gewürzhändlern des Pyke-Syndikats und erschießt sie in Notwehr, lässt jedoch einen von ihnen fliehen, mit der Botschaft, dass sein Gebiet für ihre Machenschaften Tabu ist. Der Mandalorianer Din Djarin fliegt derweil zu einer subtropischen Welt, um Grogu zu besuchen und wird von Luke Skywalkers Droiden R2-D2 begrüßt. Während Djarin sich neben einem entstehenden Jedi-Tempel wartet, unterrichtet Skywalker Grogu im Umgang mit der Macht. Mit der Unterstützung seines Meisters, erinnert der Schüler sich an seine Heimat und die Vernichtung der Jedi während der sogenannten Order 66 zurück, lässt jedoch offen, wer ihn gerettet hat. Djarin trifft auf Ahsoka Tano, die ihn zu Grogus Aufenthaltsort führt. Da die Bindung des Kindes an ihn dessen Jedi-Training behindern könnte, verzichtet Djarin auf Ahsokas Anraten schweren Herzens auf den Besuch und trägt Ahsoka auf, für Grogus Sicherheit zu sorgen und ihm das Geschenk zu übergeben, worauf dieser nach Tatooine zurückkehrt. Währenddessen beobachten Skywalker und Ahsoka, wie Grogu Fortschritte macht, bevor zweitere sich verabschiedet, ihre Rückkehr aber offen lässt. In Fetts Palast betrachten dieser und seine Verbündeten unterdes das Wirken des Pyke-Syndikats mit Sorge und erkennen, dass sie zahlenmäßig unterlegen sind, weswegen Djarin sich nach Freetown begibt, um den ihm bekannten Marschall Vanth und seine Leute um Hilfe zu bitten. Mit dem Versprechen zu helfen, verabschiedet Vanth Djarin, bevor der Kopfgeldjäger und alte Rivale von Boba Fett Cad Bane, den das Pyke-Syndikat engagiert hat, in der Stadt eintrifft. Bei einer Konfrontation mit Bane tötet dieser Vanths Stellvertreter und schießt den Marschall nieder. Derweil lassen zwei Pykes in der Taverne von Garsa Fwip einen Kanister mit Sprengstoff explodieren, wobei diese und ihre Gäste umkommen. Im Tempel überlässt Skywalker Grogu währenddessen die Wahl zwischen dem Geschenk des Mandalorianers - einem Kettenhemd aus purem Beskar - und dem Abbruch seiner Ausbildung oder dem alten Lichtschwert des verstorbenen Yoda und der Fortsetzung seiner Jedi-Ausbildung. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt13948762/
1.7 Kapitel 7: Im Namen der Ehre (Chapter 7: In The Name Of Honor)
In Erwartung des Angriffs der Pykes patrouillieren Fetts Truppen in Mos Espa. Bane und die Pykes planen, Fett zu bekämpfen. In Mottos Hangar landet R2-D2s Starfighter und bringt Grogu in ihre Obhut. Bane und seine Pykes stellen sich Fett, Shand und Djarin außerhalb des Sanktuariums, während die anderen Verbrecherfamilien von Mos Espa, die Fett verraten haben, seine Soldaten in der ganzen Stadt angreifen. Nachdem Shand den Cyborgs geholfen hat, verstecken sich Fett und Djarin in der Cantina und befehlen Shaiz' Majordomo, mit den Pykes zu verhandeln. Um die Aufmerksamkeit der Pykes abzulenken, greifen der Verbrecherfürst und der Mandalorianer sie an, geraten aber bald in Bedrängnis. Die Bürger von Freetown und die Cyborgs treffen ein, um die beiden zu retten. Drei Pyke-Droiden mit Schilden, die gegen ihre Waffen unempfindlich sind, greifen an und schlagen Fetts Streitkräfte in die Flucht. Djarin, Grogu und Fetts Rancor zerstören die Droiden, bevor Bane die Rancor verscheucht. Fett verliert ein Waffenduell mit Bane, überlebt aber, indem er ihn mit seinem Gaffi-Stick tötet. Grogu schläfert den abtrünnigen Rancor ein und beendet damit den Kampf. In Mos Eisley tötet Shand den Pyke-Boss, den Bürgermeister und die drei anderen Verbrecherfürsten. Während Mos Espa Fett lobt, fliegen Djarin und Grogu in ihrem N-1 Starfighter davon. - 9,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Disney+/Lucasfilm

Montag, 25. Februar 2019

Alita: Battle Angel (2019)

https://www.imdb.com/title/tt0437086/

Der Arzt Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) lebt in der fernen Zukunft in der düsteren und brutalen Stadt Iron City. Eines Tages findet er den Kopf eines weiblichen Cyborgs und baut ihr einen neuen Körper. Das Robotermädchen hat keinerlei Erinnerung an ihr bisheriges Leben und Ido setzt alles daran, sie vor ihrer außergewöhnlichen Vergangenheit zu beschützen, während er Alita (Rosa Salazar) – wie er sie nennt – wie seine Tochter aufzieht. Ihr Freund Hugo (Keean Johnson) hingegen setzt alles daran, dass sich die Androidin wieder an ihre Vergangenheit erinnert und die Herrscher von Iron City machen bald Jagd auf Alita. Denn sie verfügt über einzigartige Kampffähigkeiten, die sich die Obrigkeit zunutze machen will. Gleichzeitig könnten Alitas Fähigkeiten jedoch auch der Schlüssel sein, um Iron City und Alitas Freunde und Familie zu retten...

James Camerons lang erwartete Live-Action-Verfilmung von "Battle Angel Alita" ist nun endlich da und das Warten hat sich gelohnt. Unter der Regie von Robert Rodriguez entstand nämlich ohne Zweifel eine der besten Live-Action-Verfilmungen, die es bisher gab. Wäre dieser Film - so wie es ursprünglich anvisiert war, vor 10 Jahren in die Lichtspielhäuser gekommen - er wäre allein aufgrund der wunderbaren und thematisch passenden CGI bahnbrechend gewesen. Auch wenn man diese als solche erkennt - das gehört bei so einer Verfilmung aber dazu. Sicher, es gibt einige Einschränkungen, aber bevor man darauf eingehen kann, lohnt es sich zu besprechen, wie die Alitas Story für den Film angepasst wurde. Der Manga selbst ist ja schon eine ganze Weile in Arbeit, die Originalserie lief von 1990 bis 1995 und es gab Spin-Offs und Sequels in Form von "Last Order" sowie der neueren Fortsetzung "Mars Chronicle".

Das bedeutet aber auch, dass es hier viel Geschichte gibt und der Versuch, alles auf einmal in Angriff zu nehmen, wäre in einem einzigen Film ein erfolgloses Unterfangen gewesen. Stattdessen wählt Rodriguez für seinen "Alita: Battle Angel" geschickt die ersten beiden Mangas, nimmt den Anime "Battle Angel Alita" als Basis und strickt dazu etwas mehr Hintergrundgeschichte, um dem Film mehr Kontext zu geben. Da die meisten japanischen Geschichtenerzählungen auf eine Art von Exposition verzichten, sind sie oft am erzählerischen Ende angelangt und die Figuren müssen herausfinden, was los ist. Wenn man an diesen Ansatz nicht gewöhnt sind, kann dies ziemlich desorientiert sein. Als solches verwendet "Alita: Battle Angel" einige Rückblenden, um zu erklären, warum die Welt um "Iron City" und "Zalem" so ist wie sie ist und wer Alita sein könnte. Dafür fordert die Geschichte vom Zuschauer ein wenig Mitdenken ein, was sehr positiv ist, denn nicht alles ist überhaupt nötig erklärt zu werden. Im krassen Gegensatz zum Anime wurde hier glücklicherweise auf ein Durchhasten der Story verzichtet.


Das heißt, die Geschichte des Films folgt dem frühen Manga und lässt Dr. Ido, großartig von Christoph Waltz porträtiert, herausfinden, was es mit dem ruinierten Cyber-Körper, den er im Müll des Schrottplatzes von Iron City unter der Luftstadt Zalem auf sich hat. In der Tat funktioniert der Cyber-Körper immer noch und das Gehirn ist intakt. Ido bringt es zurück in seine Klinik und gibt dieser mysteriösen jungen Frau den Cyborg-Körper seiner verstorbenen Tochter. Dabei gibt er ihr auch den Namen seiner verstorbenen Tochter - Alita. Hier zeigt sich schon sehr früh der erste positive Aspekt von "Alita: Battle Angel", denn der Film kopiert einige Szenen des Animes nahezu 1:1 - was in diesem Fall sehr gut ist. Natürlich ist das alles sehr effektiv aufgehübscht und sehr detailreich (gerade Alitas Androidenkörper ist wahnsinnig filigran und detailreich) und obwohl Iron City eine wirklich dreckige Stadt ist, fühlt man sich hier gleich heimisch. Alita hat zunächst keine wirkliche Erinnerung an ihr früheres Leben, aber es dauert auch nicht lange, bis sie ihre Fähigkeiten in der Cyborg-Kampfkunst von Panzer-Kunst wiederentdeckt und die Aufmerksamkeit der Herrscher von Iron City erlangt.


Auf dem Weg dorthin trifft sie ihr menschliches Love-Interest Hugo und erfährt mehr über ihre Vergangenheit, die von Ido sorgfältig Stück für Stück erweitert wird. Es dauert nicht lang und man erfährt, dass sie die letzte in einer Reihe von unglaublich fortschrittlichen Cyborgwaffen der URM (United Republic of Mars) ist. Das alles wird sehr überzeugend geliefert und die verschiedenen Kämpfe im Film sind nicht nur sehr gut gemacht, sondern auch dem Manga treu. Die Entscheidung, Alita und ihren anderen Marsbrüdern diese ungewöhnlich großen Augen zu geben, wird dem Anime gerecht und hommagiert den Stil der Comics und Filme vorbildlich - auch wenn das vielen nicht schmecken will, weil gerade hier die CGI allzu oft sichtbar werden - und das macht nun mal den Hauptteil des Films aus.

Alita ist eine Figur, die komplett am Computer entstand. Zwar wird sie am Set via Motion-Capturing von Rosa Salazar gespielt, der Zuschauer blickt am Ende aber nur in gigantische Augen, einen Metallkörper und leicht glänzende CGI-Haut. Eine solche Hauptfigur stellt immer ein großes Risiko dar, vor allem wenn sie in echte Sets eingefügt wird und von echten Darstellern angespielt wird. Bei "Alita: Battle Angel" sind es Schwergewichte wie Christoph Waltz, Jennifer Connelly und Mahershala Ali. Es Skrein ist herrlich fies als Hunter-Warrior Zapan. Keean Johnson spielt Hugo, der mit Alita anbandelt und praktischerweise auch in allen Action-Szenen etwas zu tun hat, meist aber von seiner neuen Freundin beschützt werden muss.

Während das Drehbuch und die Geschichte strukturell solide sind, leiden sie an zwei Hauptfehlern. Der Dialog ist ziemlich klobig und der Film hat trotz gutem Pacings nicht genug Zeit, um das, was hier vor sich geht, wirklich komplett herauszuarbeiten. Nichtsdestotrotz ist dies jedoch eindeutig die beste Hollywood-Verfilmung eines Manga- oder Animes. Es ist offensichtlich, dass dies ein Passions-Projekt für James Cameron ist, und er hat den Original-Manga in seiner Gesamtheit gelesen und in sich aufgesaugt. Und das ist der Punkt. Cameron bekommt das Quellmaterial und während dieser Film naturgemäß einige Freiheiten mit sich bringt, wurde dies aus der Perspektive eines Menschen gemacht, der die Geschichte verstanden hat.


Wenn Cameron und das Team an der Live-Action "Ghost In The Shell" mitgearbeitet hätten, bestünde wohl das größte Problem der Anpassung darin, dass es da keine wirkliche Idee des Quellmaterials hatte und das nun offensichtlich ist, dass dieser Film nur daran etwas "krankte". Angesichts des Finales von "Alita: Battle Angel" ist dies allerdings auch Grund zur Sorge. Denn das Budget dieses Films belief sich auf rund 170 Millionen US-Dollar. Das ist noch mehr als die Live-Action "Ghost In The Shell", die ein Budget von rund 110 Millionen US-Dollar hatte. Der ursprüngliche Manga von "Alita: Battle Angel" ist jedoch bei weitem nicht so populär wie "Ghost In The Shell" im globalen Sinne. Daher kann man durchaus gespannt sein, ob "Alita: Battle Angel" sogar seine eingesetzte Investition zurückbekommt, was etwas frustriert, da die Ausführung dieses Films genau richtig ist, aber vermutlich nicht durch den finanziellen Erfolg unterstützt wird, den er benötigt um die Geschichte weiter zu erzählen.

Das ist aus vielen Gründen eine Schande, nicht zuletzt wegen der Tatsache, dass unwissende Hollywood-Filmmanager der Ansicht sind, dass das Verständnis des Ausgangsmaterials für diese Art von Anpassungen unnötig ist. Ganz zu schweigen davon, dass man nun gerne ein Sequel für "Alita: Battle Angel" sehen würde, zumal das Casting von Edward Norton als Desty Nova, welches schon früh angeteasert wird, aber sich erst sehr spät im Film offenbart, ein unglaublich geschickter Schachzug eines inspirierten Genies war. Wie bei den meisten Mangas hat man wirklich das Gefühl, dass eine Fernsehserie mit niedrigerem Budget eine bessere Vorgehensweise gewesen wäre und diesen Ansatz der Anpassung von Manga oder Anime an Live-Action wirklich bewiesen hätte. Serien wie "Game Of Thrones" profitieren von der hohen Bildschirmzeit, die es dem Betrachter ermöglicht, wirklich in die Geschichte einzutauchen. "Battle Angel Alita" ist als Manga ähnlich umfangreich und hätte von mehr Zeit für den Aufbau dieser unglaublich komplexen Welt nur profitiert.


Insgesamt kann man jammern wie man will, das Haar in der Suppe suchen oder über dies und das nörgeln - "Alita: Battle Angel" ist unterm Strich ein sehr guter Cyberpunk-Film, unabhängig davon, ob man etwas über den ursprünglichen Manga und Anime wusste oder nicht. Während das Skript einige klobige Dialoge inne hat und der Film sogar unnötige Elemente einbaut, ist dies eine sehr treue und solide Anpassung eines sehr engagierten Mangas. Die einzige Hoffnung dieses Zuschauers ist nun, dass Hollywood den Ansatz, den er hier anwendet, aufgrund schlechter Kassenergebnisse nicht ablehnt, weil Cameron und sein Team diesen Manga auf eine Art und Weise zum Leben erwecken konnten, die man nie für möglich gehalten hätte, denn leider wurde "Alita: Battle Angel" schon weit vor Kinostart als Flop verschrien. zu Unrecht, wie sich nun zeigt, denn der Film ist keineswegs ein Flop. Er ist großartig.

8,5/10

Von Twentieth Century Fox erschien der Film als 4K Ultra HD-Blu-ray, Blu-ray 3D und Blu-ray im Steelbook.

Mittwoch, 2. August 2017

Machete (2010)

http://www.imdb.com/title/tt0985694/

He knows the score! He gets the women – and he kills the bad guys! Machete (Danny Trejo), der grimmige Klingenschwinger aus Robert Rodriguez’ berühmtem “Grindhouse”-Fake-Trailer, wurde hereingelegt. Beim gewissenhaft vorbereiteten Attentat auf den rechtsradikalen Senator McLaughlin (Robert DeNiro) steht er plötzlich selbst im Fadenkreuz und muss eine Verschwörung aufklären, die ganz Texas ins Unheil stürzen könnte. Ein Glück, dass er beim blutigen Kampf gegen den korrupten Politiker Benz (Jeff Fahey) und den Drogenbaron Torrez (Steven Seagal) auf die tatkräftige Unterstützung seines Bruders Padre (Cheech Marin) und der schießwütigen Nonne (Lindsay Lohan) bauen kann...

Einst als Fake-Trailer im Zuge des "Grindhouse-Double-Features" von Robert Rodriguez und Quentin Tarantino entstanden, wurde aus "Machete" recht schnell ein richtiger Spielfilm. Die Rolle des stets grimmig schauenden und erbarmungslos mordenden Mexikaners war Danny Trejo natürlich auf den Leib geschrieben, auch wenn der in die Jahre gekommene Mime kaum noch die körperliche Fitness für deftige Actionszenen aufweisen kann. In den Händen eines zweit- oder drittklassigen Regisseurs und Produktionsteams wäre "Machete" dann sicherlich auch zu einem lachhaften Schundfilm verkommen. Mit Rodriguez als Regisseur, der mit seiner Band "Chingon" auch den Score beisteuerte, ist aber ein in allen Belangen hochwertiger Streifen entstanden, der tatsächlich eine durchdachte Story, gute Darsteller und eine Menge blutiger Actionszenen anzubieten hat.

Der körnige, farbintensive Grindhouselook ist natürlich geblieben und sorgt nicht nur für eigenwilligen Charme, sondern kaschiert glücklicherweise auch ein wenig den zu deutlichen CGI-Einsatz in den blutigen Actionsequenzen. Hier merkt man die Professionalität hinter der bewusst aufgesetzten Trashoberfläche. Eine Handschrift, die Tarantino und Rodriguez wie keine anderen beherrschen.

Dass die Story um politische Intrige, Wählermanipulierung und wissenschaftliche Interessen gar eine gewisse Ernsthaftigkeit und realhistorische Brisanz besitzt (die vor einiger Zeit in der Mauerbau-Idee Donald Trumps aufkeimte), kommt dem Film sogar maßgeblich zu Gute - eine Zwecknarration zur Aneinanderreihung möglichst vieler möglichst blutiger Gewaltszenen hätte frühzeitig zur Ermüdung geführt und im Ganzen einen unnötig nihilistischen und blödsinnigen Gewaltreigen erschaffen.

Nichtsdestotrotz punktet "Machete" in erster Linie vor allem durch den furchtlosen Einsatz des namensgebenden Schneidewerkzeugs, das Danny Trejo schier allmächtig in unzähligen Gegnern versenkt. Ein Hang für exzessive Gewaltdarstellung sollte jeder Zuschauer mit im Gepäck führen. Ebenso ist trotz einer gewissen Plot-Substanz natürlich so gut wie alles maßlos überzogen und voll von Karikaturen mit der Absicht, derbe Unterhaltung für Erwachsene zu liefern.

Letztendlich hat Robert Rodriguez damit alle Fan-Erwartungen und -hoffnungen erfüllt und seine Kurzfilmidee angemessen auf Spielfilmlänge ausgewalzt. In den Grenzen eines kompromisslosen und überzogenen Action-Reißers funktioniert "Machete" dementsprechend gut - mehr kann und will der Film schließlich auch nicht sein.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Sony Pictures
Poster/Artwork
Sony Pictures

Samstag, 29. April 2017

Once Upon A Time In Mexico - Irgendwann in Mexico (2003)

http://www.imdb.com/title/tt0285823/

CIA-Agent Sands (Johnny Depp) will den geplanten Sturz des mexikanischen Präsidenten (Pedro Armendáriz) ausnutzen, um durch ein Zweckbündnis zwischen dem skrupellosen General Marquez (Gerardo Vigil) und dem Drogenbaron Barillo (Willem Dafoe) Kapital zu schlagen. Sands will sowohl Barillo, als auch Marquez los werden und eine neue Regierung einsetzen. Als Joker will Sands den legendenumwobenen El Mariachi (Antonio Banderas) einsetzen, dessen Frau Carolina (Salma Hayek) und Tochter durch Marquez ermordet worden waren und der schon lange auf eine Gelegenheit wartet, sich an Marquez zu rächen. Außerdem will Sands den Ex-FBI-Agenten Jorge (Rubén Blades) für seine Machenschaften einspannen. Barillo darf nicht nur auf die Hilfe von Marquez hoffen; ihm zur Seite steht Billy (Mickey Rourke), der Mann mit dem Hündchen auf dem Arm. Und auch eine schöne, aber nichtsdestotrotz skrupellose Lady namens Ajedrez (Eva Mendes) sowie der Berater des Präsidenten Dr. Guevara (Miguel Couturier) mischen kräftig mit...

Mit "Irgendwann in Mexico" inszeniert Robert Rodriguez seinen dritten Film um denn dunkel gekleideten Helden mit dem Gitarrenkoffer voller Waffen. "Irgendwann in Mexiko" markiert nicht nur den Schlussteil der "El Mariachi-Trilogie", sondern gleichzeitig auch Rodriguez Entwicklung von einer einfachen, aber actiongeladenen Geschichte eines Mannes, der unfreiwillig zu einem Rächer wurde, hin zu einer wirren, überbordenden Handlung, die im Grunde allein die zahlreichen Schießereien rechtfertigen soll. So wirkte der Abschluss wie ein letztes Aufbegehren vor dem Ende, das noch einmal mit allem auffahren möchte, was möglich ist. Angefangen bei der Starbesetzung bis hin zum Einsatz der sehnsuchtsvollen Gitarrenklängen, explodiert und raucht es zwar gehörig in diesem mexikanischen Neo-Western, was wohl auch an dem größeren Budget liegen mag, doch leider führt Rodriguez die Geschichte des nach Rache dürsteten Gitrarrenkofferträgers nicht kongruent zu Ende, wie es in "Desperado" der Fall war - der simple Kampf Gut gegen Böse. Stattdessen findet sich der Zuschauer in einer seltsam anmutenden Putschverrats-Geschichte wieder, die den Figuren zum einen wenig Zeit lässt, zum anderen nicht wirklich von Bedeutung ist. Hier wäre weniger sicherlich mehr gewesen. Denn in einem Meer aus Nebendarstellern, die alle ihre eigene Vergangenheit haben, geht die Erzählung des El Mariachi leider unter.

Im Grunde ist "Irgendwann in Mexiko" also der total überdrehte Abschluss der "Mariachi"-Trilogie, die inhaltlich nie einen logischen Zusammenhang hatte. Regisseur Rodriguez lässt hier einen ziemlich wirren Actionfilm auf sein Publikum los, der aber gerade deswegen auch eine Menge Spaß macht. Allein die Besetzung kann sich sehen lassen: neben Antonio Banderas als Mariachi überzeugt diesmal vor allem Johnny Depp als ziemlich CIA-Agent Sands. Depps Performance ist überhaupt ein wichtiger Faktor in diesem rasanten und unlogischen Actionstreifen. Außerdem kann man sich hier auf Darsteller wie Salma Hayek, Willem Dafoe, Eva Mendes und auch Mickey Rourke freuen. Für allgemeine Belustigung sorgt auch der Auftritt von Schmusesänger Enrique Iglesias. Man wird das Gefühl nicht los zu denken, dass Rodriguez wohl mit voller Absicht zum Schluss seiner Trilogie noch einmal eine flotte Achterbahnfahrt aufziehen wollte. Und zumindest das ist ihm auch gelungen. Zwar ist der Streifen nicht mehr so cool wie "Desperado", aber mit so viel überbordernder Action vollgestopft und mit reichlich überspitzter Gewalt und ausgeflippten Stunts garniert, dass man ihm beinahe alle Fehler verzeiht und ihn wohlwollend über sich ergehen lässt.

7/10

Samstag, 16. Juli 2016

Desperado (1995)

http://www.imdb.com/title/tt0112851/

Hätten die Bewohner des zwielichtigen mexikanischen Grenzstädtchens gewusst, was da in der flirrenden Hitze des Sommertages in Gestalt eines schwarzgekleideten Desperados (Antonio Banderas) über sie kommt, sie hätten die Fensterläden geschlossen und keinen Fuss mehr vor die Tür gesetzt! Denn der mysteriöse Fremde ist auf einem blutigen Rachefeldzug: der Drogenbaron Bucho (Joaquim de Almeida) erschoss seine Geliebte. Seitdem hat der dunkle Mariachi-Sänger die Gitarre in seinem Koffer gegen ein Arsenal grosskalibriger Waffen getauscht. Nichts kann ihn aufhalten - und jeder, der sich ihm in den Weg stellt, endet blutend im Strassenstaub...

Ein namenloser Mariachi zieht mit seinem Gitarrenkoffer voller Waffen in Mexiko umher, um Rache zu nehmen - und mehr Story gibt der erste große Film von Regisseur Robert Rodriguez auch nicht her. Das muss er aber auch nicht, den "Desperado" funktioniert genau so wie er ist. Rodriguez feuert hier ein rasantes Actionfeuerwerk ab, das mit reichlich Blei und Blut die Leinwand zum dampfen bringt. Neben all der feurigen Action überzeugt vor allem der großartige Cast. Antonio Banderas, Salma Hayek, Steve Buscemi, Joaquim De Almeida und Danny Trejo als Stammbesetzung in jedem von Rodriguez' Filmen, liefern hier eine absolut passende Performance ab. Selbst Quentin Tarantino schaut auf eine Gastrolle vorbei und sorgt für eine der coolsten Szenen des Films. Man merkt durch den gesamten Film hinweg, dass Rodriguez und Tarantino gut befreundet sind.

"Desperado" lässt in keiner Minute Langeweile aufkommen und bietet neben der ganzen Action auch einen extrem passenden Soundtrack, stimmigen Humor und jede Menge überzeichnete, blutigste Gewalt. Der Streifen bedient sich ganz klar am Westerngenre und ist darüber hinaus eine Art Satire aufs Machotum bei der die Liebe glorifiziert wird. Es ist also nicht von der Hand zu weisen, dass Rodriguez hier einen lupenreinen Exploitationfilm zusammengebastelt hat, der mittlerweile zurecht ein Kultfilm ist.

Die Regie ist erstklassig und Rodriguez zeigt, dass er viel drauf haben kann wenn man ihn lässt. Antonio Banderas festigte damals seinen Ruf als Latinolover und spielte nicht ohne Ironie. Somit ist "Desperado" ein flottes Stück Action-Kino, das von vorne bis hinten Spaß macht und mit einigen stylischen Sequenzen aufwartet. Er ist miit Sicherheit auch einer der besten Streifen aus der Werkliste des Regisseurs. Vamos Companeros!

8,5/10

Freitag, 8. April 2016

The Faculty (1998)

http://www.imdb.com/title/tt0133751/

Eine High School, wie es sie in jeder amerikanischen Kleinstadt gibt. Die Schüler spalten sich in kleine Grüppchen auf. Die Lehrer haben – abgesehen von wenigen Idealisten – die Lust an ihrem Beruf verloren und ihre Demotivation überträgt sich auf die Schüler. Urplötzlich beginnen jedoch die Lehrer sich seltsam zu verhalten, als seien sie von etwas besessen. Schon nach kurzer Zeit wirkt sich dieser Befall auch auf die Schüler aus. Das Trinkwasser scheint im Zusammenhang mit den mysteriösen Vorgänge eine entscheidende Rolle zu spielen. Eine sechsköpfige Gruppe von "Normalverbliebenen" macht sich auf die Suche nach der Ursache und hegen schon bald einen furchtbaren Verdacht: Außerirdische haben die Kontrolle über die Schule übernommen. Die einzige Möglichkeit, diesem Spuk ein Ende zu bereiten, ist, den Anführer der Aliens unschädlich zu machen. Doch wie soll dieser gefunden werden?

"The Faculty" ist ein durchweg genial besetzter Horrorstreifen dessen größter Vorteil ist, dass dieser ein riesengroßes wandelndes Klischee ist. Daraus macht der Film auch keinen Hehl und das sogar konsequent von Anfang an. Man sieht, dass "The Faculty" zweifelsohne von einem gewandten Filmliebhaber umgesetzt worden sein muss, und dies kristallisiert sich an den massig eingestreuten Referenzen und Querverweisen heraus. Die Herrington High School ist natürlich eine Sammelstelle archetypischer Gruppierungen: der Streber den keiner mag, die Cheerleaderin, die ausgerechnet mit dem Star des Footballteams liiert ist, die Goth mit dem Hang zur SciFi, der Schul-Raudi, ... aber wenn die neue Schülerin an die Schule kommt und dann noch den Namen Marybeth Louise Hutchinson trägt, ist das schon mehr als auffällig. Und diese muntere Gruppe versucht sich zu wehren und die Invasion der Körperfresser aufzuhalten.

Schon damals war dieser Streifen ein kleiner Knüller. Trashig, lustig, spannend, mit diversen sehr coolen Special Effects, netten Kill-Sequenzen und einem fetzigen Monster. Und aus heutiger Sicht? Natürlich fürs erste eine Menge Starpower welche damals natürlich noch nicht vorhanden war. Als Beispiel: Elijah Wood, Josh Hartnett, Famke Janssen, Clea DuVall und Selma Hayek. Heute durchaus große Namen welche damals eher unbekannt waren. So gesehen ist "The Faculty" auch kein ungewöhnlicher Film für Robert Rodriguez. Und wenn sich das Autoritätspersonal langsam verändert und einem echten H20-Rausch verfällt, lässt Rodriquez den Kampf gegen die Invasion der die menschlichen Körper als Wirte instrumentalisierende Spezies beginnen und entwirft wirklich charmantes Unterhaltungskino. Ohne sich in charakterlichen Entwicklungsprozess festzubeißen, wählt "The Faculty" immer den schnellsten Weg, um sein narratives Tempo aufrecht zuhalten. Wer den Film dann noch als Metapher auf eine sich eigenständig verbummelnde Gesellschaft verstehen möchte, der kann das gerne tun, in erster Linie geht es "The Faculty" aber darum, viel Spaß zu bereiten. Und das schafft er heute noch wunderbar.

7,5/10

Von '84 Entertainment gibt es den Film in einem auf 500 Stück limitierten und optisch sehr schickem Mediabook: