Randy (Rainn Wilson) ist ein talentierter, aber erschöpfter Notfallsanitäter, der kurz vor dem beruflichen Neuanfang steht. Ein Bürojob mit festen Arbeitszeiten, echter Mittagspause und fairer Bezahlung scheint endlich greifbar. Doch bevor er endgültig den Dienstwagen gegen den Schreibtisch tauschen kann, liegt noch eine letzte 24-Stunden-Schicht in Los Angeles vor ihm. Gemeinsam mit seinem Kollegen Mike (Lil Rel Howery) navigiert er durch das übliche Chaos – bis ihre Vorgesetzte ihm zusätzlich Jessica (Aimee Carrero) zuteilt, eine Medizinstudentin mit unerschütterlichem Idealismus. Während die Nacht voranschreitet, prallen Weltbilder aufeinander, und zwischen überforderten Ärzten, ungewöhnlichen Einsätzen und Randys wachsender Erschöpfung wird klar: Der Abschied fällt schwerer als gedacht.
"Code 3" ist einer dieser Filme, die als derbe, schnelle Sanitäter-Komödie verkauft werden - und dann merkt man nach einer halben Stunde, dass man eher in einem wütenden, traurigen Essay über das amerikanische Gesundheitssystem sitzt, in dem zufällig sehr viel gelacht wird. Regisseur Christopher Leone folgt dem ausgelaugten Notfallsanitäter Randy (Rainn Wilson) auf seiner letzten 24‑Stunden-Schicht, bevor er den Rettungswagen gegen einen Versicherungsbürojob tauscht; an seiner Seite stehen Fahrer Mike (Lil Rel Howery) und die idealistische Neue Jessica (Aimee Carrero), die all das noch für eine Berufung hält. Die Dramaturgie ist episodisch - ein Einsatz nach dem anderen, vom grotesken Mann mit Holzpfahl im Auge bis zu erschütternden Momenten wie einem Kind in Herzstillstand oder einem psychotischen Kriegsveteranen, bei dem eine falsche Bewegung der Polizei in eine George-Floyd-Variante kippen könnte.
Leone und Co-Autor Patrick Pianezza, selbst über ein Jahrzehnt im Rettungsdienst, nutzen den vermeintlichen Buddy-Comedy-Rahmen, um erstaunlich präzise zu zeigen, was dieser Job körperlich und seelisch mit Menschen macht - und wie wenig das System diese Leute auffängt. Die Tonmischung ist riskant: grober Galgenhumor, plötzliche Tragik, fast thrillerhafte Spannungsmomente, dann wieder fast belehrende Blicke auf Bürokratie und Versicherungslogik; es wackelt gelegentlich, aber die Unruhe passt zu einem Beruf, in dem der nächste Anruf alles ändern kann. Rainn Wilson liefert dabei eine der besten Arbeiten seiner Karriere: sein Randy ist grantig, sarkastisch, moralisch aufgebraucht, aber nie zynisch - eher jemand, der zu viel Mitleid übrig hat und keine Nerven mehr, es zu verstecken. Howery erdet den Film mit stiller Wärme. Jessica fungiert als moralischer Spiegel - manchmal etwas schematisch, aber effektiv, weil sie die naive Vorstellung von helfen mit der Realität von Unterbezahlung, Überstunden und institutioneller Gleichgültigkeit kollidieren lässt. "Code 3" ist keine perfekte Mischung - der Sprung zwischen bitterer Systemkritik und schwarzem Lachen kann hart sein, und nicht jede groteske Eskalation sitzt. Aber im besten Sinne ist es ein Film, der die Menschen in seinem Zentrum ernst nimmt: ein dicht montierter, oft brutaler, überraschend bewegender Blick auf jene, die täglich auf "Play" drücken, wenn für andere der schlimmste Tag ihres Lebens beginnt.

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