Freitag, 13. Februar 2026

지구를 지켜라! - Save The Green Planet! (2003)


Byeong-Gu (Shin Ha-Kyun) ist der festen Überzeugung, dass die Aliens schon längst die Erde erobert haben und unter uns leben. Kurzerhand kidnappt er einen der nichtsahnenden südkoreanischen Industriellen, die wegen ihrer Menschenmisshandlungen einfach Aliens sein müssen und planen, die Erde zu vernichten. Byeong-Gus Freundin hilft ihm, zweifelt aber langsam an seinen Geschichten, als er anfängt, einen isolierten Kellerposten zu errichten, um von dort aus die "Wahrheit" ans Licht zu bringen. Kann es sein, dass seine schreckliche Kindheit ihn traumatisiert hat? 

"Save The Green Planet!" ist einer jener wilden, genreübergreifenden Filme, die aus dem Nichts kommen und einen mit ihrer absurden Energie in den Bann schlagen - ein südkoreanisches Debüt, das 2003 mit Sci-Fi, Horror, Komödie und Thriller jongliert, als gäbe es kein Morgen. Lee Byeong-gu (Shin Ha-Kyun), ein paranoider Verschwörungstheoretiker mit traumatischer Kindheit, entführt Kang Man-shik (Baek Yoon-sik), einen Pharma-Manager, den er für den Kommandanten der Andromedaner hält, die die Erde zerstören wollen. Im Keller seines Verstecks foltert er Kang mit skurrilen Methoden - von Kopf rasieren gegen Telepathie bis zu Abschrubben mit einem Peeling-Handschuh -, während seine kindliche Zirkusliebste Su-ni (Hwang Jeong-min) hilft und die Polizei nachforscht. Die Story enthüllt schrittweise Byeong-gus Hintergrund: ein misshandeltes Kind, gewalttätige Schule, die Vergiftung seiner Mutter durch Kangs Firma - was Paranoia und Rache zu einer einzigen, verzerrten Wahrheit verschmilzt. Der Höhepunkt spielt sich in Kangs Fabrik ab, wo Rollen kippen und die Frage nach Realität und Wahn eskaliert, bis zu einem nihilistischen Twist, der den Zuschauer mit offenen Fragen zurücklässt. Es ist kein linearer Plot, sondern ein chaotisches Mosaik, das wie ein Bong Joon-ho-Vorläufer wirkt - voll mit Schocks, Slapstick und sozialer Satire.

2003, im Jahr von "Oldboy" und "Memories Of Murder", markierte Jang Joon-hwans Debüt den Aufstieg der Koreanischen New Wave: ein Low-Budget-Werk, das Hollywood-Klischees mit koreanischer Gesellschaftskritik vermengt - Korruption, Umweltzerstörung, mentale Gesundheit. Der Film floppte an den Kassen, wurde aber bald zum Kult durch seine innovative Hybridform mit seinem hypnotischen Blaustich, der kühnen Montage und wie er Unterhaltung mit Tiefe verbindet, ohne je prätentiös zu werden. Shin Ha-kyun als Byeong-gu ist ein Tornado aus Manie und Verletzlichkeit - ein Mann, der lacht, während er foltert, und weint, wenn seine Wahnvorstellungen bröckeln. Baek Yun-shik als Kang balanciert Arroganz und Mitgefühl; er ist nicht das Monster, das man erwarten würde, sondern ein Spiegel für Byeong-gus Abgründe. Su-ni (Hwang Jung-min) bringt kindliche Unschuld in den Wahnsinn, was den Film irgendwie emotional erdet. Jang dreht mit visueller Erfindungskraft - blaue Töne für Paranoia, cartoonhafte Gore für Komik -, die den Film zu einer einzigartigen Seherfahrung macht, denn unter der Absurdität pulsiert ein menschliches Herz, das über Fanatismus und Realität nachdenken lässt. Man lacht, ekelt sich, staunt - und geht aus dem Film mit dem Gefühl, dass manchmal die Spinner die Einzigen sind, die die Welt wirklich sehen. "Save The Green Planet!" ist definitiv kein Film für Jedermann, sondern für jene, die das Chaotische lieben - ein früher Beweis, dass koreanisches Kino irgendwann die Welt erobern würde. 

7,5/10

Quellen:
InhaltsangabeFilmstarts
Poster/Artwork: Sidus Pictures

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