Mittwoch, 31. März 2021

Bird Box - Bird Box: Schließe deine Augen (2018)

https://www.imdb.com/title/tt2737304/

Ein mysteriöser Schrecken hat die Welt heimgesucht. Es handelt sich dabei um eine Art Monster, das seine Opfer dazu bringt, sich selbst umzubringen – einzig und allein indem man es ansieht. In diesem Moment wird man nämlich mit seinen schlimmsten Ängsten konfrontiert. Um sich und ihre zwei Kinder vor diesem grausamen Schicksal zu bewahren, muss sich Malorie (Sandra Bullock) mit ihnen in dieser in Angst und Schrecken versetzten Welt durchkämpfen. Und zwar mit verbundenen Augen, um dem unheimlichen Wesen auch ja keine Angriffsfläche zu bieten. Als dann plötzlich das Telefon klingelt und ein unbekannter Anrufer auf einen sicheren Ort verweist, der nur ein paar Meilen den naheliegenden Fluss hinunter liegen soll, besteigt Malorie mit ihren Kindern kurzerhand ein kleines Boot und legt ab, natürlich noch immer ohne Augenlicht....

"Bird Box" basiert auf einem gleichnamigen postapokalyptischen Debütroman von Josh Malerman. Regie führt die Oscargewinnerin Susanne Bier. Malermans Roman wurde von Eric Heisserer für den Film adaptiert. Die Grundidee - es gibt plötzlich Wesen, deren alleiniger Anblick den menschlichen Geist in Sekunden in den Wahnsinn und damit die Person in den Selbstmord treibt - ist die Definition von purem, ultimativem Horror. H.P. Lovecraft und der Wahn im Angesicht des Unbegreiflichen sind der Stoff aus dem Albträume sind - diese haben es allerdings viel zu selten in Filme geschafft, weil die Besessenheit des Genres mit Monstern, bzw. die generelle Besessenheit der Filmschauenden mit "Auflösungen" und "Erklärungen" immer wieder für ein großes Problem sorgt: wenn das Unfassbare erst mal gezeigt ist, wirkt es meist gar nicht mehr so unbegreiflich, wie die Beschreibungen es andeuteten. Genau wie im Roman wird also auch im Film nie erklärt, woher die Monster kommen und was genau sie wollen. Aber genau wie in "A Quiet Place" dient die Bedrohung sowieso in erster Linie als metaphorischer Katalysator, um über die Idee von Familie und Elternschaft nachzudenken.

Aber dann eben Sandra Bullock mit Augenbinde auf einem schwankenden Boot - zwei Kinder mit eben solchen Binden neben ihr - das auf einem nebligen, reißenden Fluss im Nirgendwo umhertaumelt: Das ist natürlich das Bild des Films. Ein unglaublich einprägendes Bild. Tatsächlich auch ein unvergessliches Bild. Lange gab es im Horrorkino kein so verwehtes und eigentümliches Szenario. Keinen so absurden Ausgang. Bruchstückhaft wird erzählt, wie es dazu kommen konnte, mit teilweise furchtbaren Rückblenden, die anfänglich maximale Aufmerksamkeit erfordern. Das ist bis zum Schluss tatsächlich ein Stück weit radikal gedacht, mit einer originellen Prämisse, die neben ihrem ernst gemeinten Grusel auch ein Gefühl von Horror entwickelt. Doch der Film löst viele grausame Versprechen auf erfrischende Weise nicht ein: Er ist wenig effekthascherisch, hat kein Interesse an äußerlichem Thrill, noch minder gibt der Film irgendeine Antwort. "Bird Box" ist am ständigen Versuchen und Ausprobieren. "Bird Box" appelliert an die Fantasie und das ist - man kann es nicht anders sagen - dieser Tage originär und auch radikal, trotz so mancher grober und fahrlässiger inszenatorischer Schnitzer und Unzulänglichkeiten. Die sehr passende Filmmusik komponierten Trent Reznor und Atticus Ross - Garanten für eine gelungene musiklaische Untermalung.

Aus seiner Ungewissheit heraus baut der Film nun einen beklemmenden Sog auf, den er über weite Strecken auch aufrecht erhalten kann. Würde sich Regisseurin Susanne Bier nicht in der zweiten Hälfte vermehrt in dramaturgischen Gewöhnlichkeiten und einer unangebrachten Portion Käsigkeit verlieren, wäre der Film durchweg grandios. Vom Ende darf man dann allerdings doch etwas enttäuscht sein. Irgend ein Highlight oder Twist im Finale blieben nämlich leider aus. Viele Fragen entwickelten sich, die unbeantwortet blieben.So ist der Film (leider) nur gut, mit etwas mehr Pep wäre er ein Highlight geworden.

7/10

Quellen
Inhaltsangabe: Netflix
Textauszüge: Markus Fiedler (Filmstarts), Wikipedia

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen