Donnerstag, 23. Januar 2020

사자 - Saja - The Divine Fury (2019)

https://www.imdb.com/title/tt10550884/

Nachdem Yong-hu (Seo-Joon Park) seinen Vater vor einigen Jahren durch einen schrecklichen Unfall verloren hat, kann er dem christlichen Glauben nicht mehr nachgehen und beschließt, von nun an nur noch an sich selbst zu glauben. Mittlerweile ist aus Yong-hu ein stattlicher Kämpfer geworden, der alles hat, was er sich je erträumte. Eines Tages bekommt er mysteriöse Wunden auf seinen Handinnenflächen. Er bittet daraufhin einen örtlichen Priester, den Pater Ahn (Sung-Ki Ahn) , um Hilfe, in der Hoffnung, dass der ihn von seinen schmerzhaften Malen befreien kann. Doch schnell befindet er sich in einem gefährlichen Kampf gegen die bösen Mächte, die die Welt der Menschen verwüsten wollen ...

"The Divine Fury" ist das zweite gemeinsame Projekt von Regisseur Kim Ju-hwan und Schauspieler Park Seo-joon, die bereits mit "Midnight Runners" einen Erfolg landeten. Der konzeptionell bizarre Action-/Horror-Hybrid "Emissary"/"Der Abgesandte", so der in der Übersetzung lautende Originaltitle "Saja", über einen besessenen Mixed Martial Arts (MMA)-Kämpferverspricht in dieser wilden Mixtur viel, hält jedoch nicht alle Versprechen ein. "The Divine Fury" klingt nach Spaß, zumal Dämonen im Film dazu neigen, Feuer zu fangen, wenn sie exorziert werden und es gibt auch die ein oder andere Kampfszene mit schuppigen Dämonen/Menschen Doch das dies umgebende Konstrukt ist irgendwie trotzdem altbacken und hat viel zu viele unnötige narrative Polster.

Regisseur Joo-hwan Kim kündigt häufig an, dass er beabsichtigt, Yong-hu und seine Glaubenskrise ernst zu nehmen, doch Kim liefert oft nicht genügend glaubwürdige Details, um die übermäßige Konzentration zu rechtfertigen, die meist zu generisch auf "Der Exorzist" beruht. Yong-hu ist folglich nur ein weiterer guter Kerl, der versucht, sich von einer schweren persönlichen Schuld zu befreien: Sein Vater, Officer Park (Seung-Joon Lee), wurde vom "Dunklen Bischof" getötet, dem gleichen Dämon, den Park nun, 20 Jahre später, verfolgt und welcher in dieser Gegenwart Besitz vom Reißbrett-Antagonisten Ji-sin (Do-hwan Woo) genommen hat. Ihm zur Seite wird der Priester Ahn (Sung-Ki Ahn) gestellt, der ein ums andere Mal Max von Sydow versucht zu kopieren, dabei aber kläglich scheitert. Yong-hu und Ahns Bindung ist auch zweifellos das schwächste Glied in "The Divine Fury". Yong-hu fragt manchmal nach Ahns Hintergrundgeschichte als Priester, da er nach dem Tod seines Vaters den Glauben verlor. Aber während Ahn häufig die Frage seines angehenden Lehrlings beantwortet, sind seine Antworten meistens trivial: "Sicher, (Priester) können auch trinken und rauchen" und "Ein Glas Wein nach dem Kampf gegen Dämonen lässt mich wie ein Baby schlafen."- da fehlt jegliche Substanz. Auch das Schauspiel der Opfer, die schweben, Blut erbrechen und die den immer hibbeligen Yong-hu und den geduldigen Pater Ahn mit Obszönitäten beschimpfen, ist einfach nicht spektakulär genug.

Aber immerhin gibt es gibt schicke Settings, ausgearbeitete Details und (leider wenig, aber diese dann) gut choreographierter Kampfszenen. Viel zu oft werden Andeutungen, die dem Zuschauer interessant erscheinen, fallen gelassen, sodass der Zuschauer immer dann, wenn es gerade spannend werden könnte, doch wieder in einer Sackgasse stehen gelassen wird und einen anderen Weg einschlagen muss. Das ist dann teilweise ein wenig frustrierend. Doch Geister und Dämonen sorgen dann wieder für eine gespenstische Kulisse, die im Rahmen dieser Prämisse auch halbwegs glaubwürdig bleibt. Trotz der Action wirkt der Film aber nie albern, sondern ein ernster Unterton zieht sich durch die Geschichte.Wäre diese besser ausgearbeitet und noch ein wenig mehr gerafft - die 129 Minuten fühlen sich auch genauso an - dann wäre "The Divine Fury" besser. So aber bleibt er nur knapp über dem Mittelmaß.

6/10

Von SPLENDID erschien der Film im auf 2.000 Stück limitierten und nummerierten Mediabook, welches zudem noch den Film "Arahan" enthält.


Quellen
Inhaltsangabe: Splendid

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen