Rudy (Ben Affleck) und sein Zellengenosse Nick (James Frain) freuen sich schon auf die bevorstehende Entlassung. Insbesondere Nick kann es nicht abwarten, steht mit der Entlassung auch das lang ersehnte Treffen mit seiner hübschen Brieffreundin Ashley (Charlize Theron) an. Als er aber bei einer Auseinandersetzung im Gefängnis ums Leben kommt, sieht Rudy seine Chance, die hübsche Ashley selbst kennenzulernen und unter Nicks Namen noch einmal ganz von vorne anzufangen. Doch die schöne Zeit mit ihr wird plötzlich durch das Auftauchen ihres Bruders Gabriel (Gary Sinise) beendet. Der ist nicht nur ein psychopathischer Gangster, sondern plant außerdem einen Überfall in das Casino, wo Nick gearbeitet hat. Dazu will er den vermeintlichen "Nick" Rudy einspannen. Der muss nun alles daran setzen, dass seine wahre Identität nicht auffliegt...
John Frankenheimers letzter Kinofilm "Reindeer Games" mit dem Dartseller-Trio aus Ben Affleck, Gary Sinise und Charlize Theron ist ein Action-Thriller, der mit hohen Erwartungen startet und dann in einem Sumpf aus vorhersehbaren Wendungen und überhasteten Twists versinkt. Es ist unterhaltsam, aber ohne die Klasse von Frankenheimers früheren Werken wie "Ronin" oder "Der Manchurian Kandidat". Doch Frankenheimer bringt Tempo rein: Die Casino-Raubszene ist ein Highlight, voller chaotischer Schüsse, Masken und knisternder Paranoia, die an seine "Ronin"-Action erinnert – dynamisch, greifbar, mit winterlicher Kulisse, die Kälte atmet. Der Rest wirkt etwas statisch, die Twists gezwungen: Jeder Monolog des Bösewichts vor dem finalen Showdown fühlt sich wie ein Relikt aus den 90ern an, und das Drehbuch von Ehren Kruger häuft Lügen auf Lügen, bis nichts mehr hält.
Ben Affleck ist solide als gehetzter Everyman, der aus der Identitätsfalle nicht rauskommt, doch er bleibt blass zwischen den Großen. Gary Sinise glänzt als psychopathischer Gabriel, überdreht und bedrohlich – ein Genuss, der den Film trägt. Charlize Theron als Femme-fatale strahlt, auch wenn ihre Rolle zur Marionette verkümmert. Das Nebendarsteller-Ensemble (Clarence Williams III, Dennis Farina) füllt die Gangsterrollen routiniert aus, aber niemand erlöst das Skript von seiner Dünnhäutigkeit. Am Ende ist "Reindeer Games" wie ein Feuerwerk, das etwas zu früh ausgeht: Spaßig im Moment, enttäuschend im Nachhall. Für Action-Junkies ein Zeitvertreib, für andere eine Erinnerung daran, dass gutes Kino nicht nur explodiert, sondern auch überzeugt.
(updated nach ReWatch)
6,5/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Dimension Films
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Dimension Films
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