Sam Bell (Sam Rockwell) ist der Mann im Mond, oder besser: Der einzige Mann auf dem Mond. Nach drei langen Jahren steht er kurz vor der Ablösung; seine monotone Wartungsarbeit hat der Astronaut längst über. Schließlich hat die Lunar Corporation, die die Energieprobleme der Erde mit einem Schlag gelöst hat, noch andere Mitarbeiter - Sam will nun bloß noch zurück zu Frau (Dominique McElligott) und Tochter (Kaya Scodelario). Doch als er plötzlich auf einen weiteren Mondbewohner stößt, dessen Präsenz sich selbst Bordcomputer Gerty (im Original: Kevin Spacey) nicht erklären kann, gerät Sam kurz vor seiner Rückkehr zur Erde in große Gefahr...
Regisseur Duncan Jones erzählt in seinem Regiedebüt "Moon" die Geschichte von Sam Bell, einem einsamen Techniker auf einer Mondbasis, der kurz vor dem Ende eines dreijährigen Einsatzes steht, während er für die Firma Lunar Industries Helium-3 abbaut. Sam wird von Sam Rockwell gespielt, und der Film trägt fast alles auf seinen Schultern: Isolation, Routinen, körperliche Erschöpfung, mentale Unsicherheit und eine immer stärker werdende Frage nach Identität und Realität. Was "Moon" so stark macht, ist die Verbindung aus klassischer Science-Fiction-Atmosphäre und sehr menschlicher Verletzlichkeit. Duncan Jones orientiert sich sichtbar an den großen, stillen Vorbildern des Genres, ohne sie einfach zu imitieren: Die visuelle Gestaltung ist kühl, präzise und räumlich begrenzt, wodurch die Mondbasis weniger wie ein Schauplatz als wie eine Falle wirkt. Der Film arbeitet mit dem Eindruck, dass die Umgebung Sam nicht nur beherbergt, sondern langsam aus ihm herausarbeitet, was von seiner Gewissheit noch übrig ist. Sam Rockwell liefert eine herausragende Leistung, gerade weil er gezwungen ist, fast den gesamten emotionalen Raum des Films allein zu tragen. Er spielt nicht einfach einen Mann im Weltraum, sondern mehrere Zustände von Erschöpfung, Verwirrung, Angst und Hoffnung, oft in derselben Szene. Dass der Film sich auf diese eine Präsenz so stark verlässt, ist kein Mangel, sondern sein größter Vorteil: Rockwell füllt die Leere mit Menschlichkeit. Auch thematisch ist "Moon" bemerkenswert konzentriert. Es geht um Arbeit unter Konzernbedingungen, um die Wegwerfmentalität eines Systems, das selbst den Menschen zu einer austauschbaren Ressource macht, und um die Frage, was von einer Persönlichkeit bleibt, wenn man sie von ihrer gewohnten Welt abschneidet. Der Film spricht über Einsamkeit, technische Entfremdung und über die ethische Kälte eines Unternehmens, das scheinbar jeden Rest von Verantwortung an eine Maschine oder einen Vertrag delegiert. Trotz dieser Schwere bleibt "Moon" kein trockener Theorie-Film. Er entwickelt Spannung aus kleinen Verschiebungen, aus Beobachtungen, aus dem Gefühl, dass etwas in Sams Welt nicht stimmt. Die Musik von Clint Mansell verstärkt diese Wirkung mit einer melancholischen, beinahe elegischen Qualität, die den Film nicht überlädt, sondern seine Traurigkeit klarer hörbar macht. Gerade darin liegt die Kraft des Films: Er ist kühl gebaut, aber nicht kalt. Im Vergleich zu vielen späteren Science-Fiction-Filmen wirkt "Moon" fast altmodisch in seiner Geduld. Er vertraut auf Atmosphäre, auf Struktur, auf die Entwicklung einer Figur und nicht auf das große Spektakel. Wer nur Action oder Weltraumabenteuer erwartet, könnte ihn als langsam empfinden; wer sich aber auf seine Ruhe einlässt, bekommt einen der eindringlichsten kleinen Science-Fiction-Filme seiner Zeit. Duncan Jones gelingt ein Debüt, das zugleich kontrolliert und emotional ist, klug und still, technisch überzeugend und menschlich traurig. Es ist ein Science-Fiction-Film, der nicht fragt, wie weit der Mensch ins All reisen kann, sondern was mit ihm geschieht, wenn niemand mehr da ist, der zurückruft.Freitag, 17. April 2026
Moon (2009)
Donnerstag, 16. April 2026
Lee Cronin's The Mummy (2026)
Katie Cannon (Natalie Grace), die Tochter einer jungen Familie verschwindet unter unklaren Umständen spurlos im Wüstengebiet von Kairo und stürzt die Eltern in eine tiefe seelische Krise. Die Handlung konzentriert sich auf das Paar, das sich nach dem Verlust immer weiter voneinander entfernt: Der Vater, Charlie Cannon (Jack Reynor), ein Journalist, lebt in Schuld‑ und Schuldgefühlen, während die Mutter Larissa Cannon (Laia Costa) in einer Art stiller, fast stoischer Verzweiflung verharrt. Nach 8 Jahren der Ungewissheit erreicht sie eine Nachricht aus dem Ausland: Das vermisste Mädchen wurde gefunden und soll nach Hause zurückkehren. Die Familie bereitet sich auf die Wiedervereinigung vor, wobei gleichzeitig ein alternativer, düsterer Strang der Geschichte einsetzt, der altertümliche ägyptische Bräuche und eine mythische Vorstellung von Tod und Wiedergänger einbezieht. Das Kind wird dabei nicht nur als Familienmitglied, sondern auch als Träger eines unheimlichen Erbes inszeniert, das sich langsam in der Alltagswelt des Hauses manifestiert und was ein freudiges Wiedersehen hätte werden sollen, verwandelt sich schnell in einen wahren Albtraum.
Nachdem Lee Cronin 2023 eine böse Mami auf die Welt losließ ist es 3 Jahre später die böse Mummy. Sein Film "The Mummy" ist kein lautstarker, verspielter Sommer‑Blockbuster, der das Publikum stupide unterhalten will, kein simples Reboot des klassischen Mumien-Stoffes, kein einfacher nostalgischer Wiederanlauf eines Franchise, sondern ein zutiefst verstörender, blutiger Horrorfilm, der die alte Mythologie des Mumienfluchs in die moderne, psychologische Sprache einer traumatisierten Familie übersetzt und damit neue Ansätze liefert. Er fragt den Zuschauer, wie nah man seinem Tod, seiner Schuld und seiner Liebe zu den Toten kommen möchte. Und was zunächst wie ein grotesker Mythos klingt, wird von Cronin in eine sehr intime, familiäre Stimmung übertragen. Bereits die Szene des Wiedersehens wirkt zuerst wie ein grotesker Thriller‑Coup, dann aber wie ein schmerzhafter, realistischer Moment: Ein Elternpaar, das nun sowieso schon an der Grenze zum psychischen Zusammenbruch steht, wird nun mit einer physischen Präsenz des Unmöglichen konfrontiert. Und damit beginnt der Film, das alte Motiv des Fluchs grundlegend umzudeuten: Hier ist der Fluch nicht exotisch, sondern hausgemacht, verbunden mit Schuld, Scham und dem unstillbaren Wunsch, Verlorenes zurückzuholen - koste es, was es wolle.
Der eingewickelte Leichnam ist in Cronins Film auch keine bloße Monsterfigur, die nachts durch die Gänge schlurft, sondern ein Symbol für alles, was nicht begraben werden konnte: die nicht prozessierte Trauer, die Fragen, die unbeantwortet blieben, die Schuldgefühle eines Vaters, der seine Tochter nicht beschützen konnte. Die prägnante Entscheidung, das Kind selbst in die Rolle der mumifizierten Rückkehr zu bringen, macht aus dem Mythos eine psychologische Metapher: Die Mutter, die verzweifelt an der Tochter festhält, und der Vater, der zunehmend erkennt, dass in dieser Wiederkehr mehr Verderben steckt als Erlösung. In diesem Sinne erinnert Cronins "The Mummy" an die klassischen Horrorfilme, in denen das Haus, die Familie oder die eigene Psyche das eigentliche Monster sind - von "The Innocents" bis zu "Hereditary. Auffällig ist zudem, wie der Film die ägyptische Mythologie nicht bloß als exotische Staffage nutzt, sondern als kulturelles Gedächtnis, das die westliche Familie mit der Frage konfrontiert, was geschieht, wenn wir das Tote einfach zurückholen wollen, ohne die Regeln des Sterbens zu akzeptieren. Dieser Film ist ein reiner Horrorfilm, kein Abenteuer‑Actioner mit komödiantischen Untertönen. Cronin arbeitet nicht mit geschönten, symbolischen Schrecken, sondern mit konkreten, körperlichen Bildern von Verwundungen, Einschließung, Verfalls‑ und Verwandlungsprozessen und das so, wie man es nach seinem "Evil Dead Rise" erwarten würde. Und doch ist "The Mummy" kein reiner Splatter‑Trip. Cronin nutzt lange, ruhige Einstellungen, die Atmosphäre der isolierten (wie immer zu dunklen) Behausung, die Geräusche der Verbandswickel, das Knistern der alten Tücher und das Knacken von Knochen, um den Zuschauer in eine fast körperliche Nähe zur Mumie zu bringen. Die Spannung entsteht nicht durch die Menge an Effekten, sondern durch die Frage, ob man diese Rückkehr akzeptieren will - und ob das Kind, das da zurückkehrt, überhaupt noch dasselbe ist.
Die Kamera bleibt dabei mit einer gewissen Nähe an den Gesichtern, die Dialoge sind emotional, oft improvisationsnah, was die Ohnmacht der Eltern gegenüber dem Übernatürlichen besonders deutlich macht. In dieser Haltung erinnert Cronin an frühere Arbeiten im Bereich psychologischen Horrors: Der Fokus liegt weniger auf dem "Creature Feature" als auf der inneren Zerrissenheit der Figuren, die versuchen, eine monströse Situation mit Alltagslogik zu verstehen. Obwohl der Film keine direkte Verbindung zu den früheren "Die Mumie"‑Filmen von Universal hat, fühlt er sich wie eine stilistische Antwort auf sie. Während die 1999er Version von Stephen Sommers ein fröhliches, actionreicher Abenteuer war, was sich selbst nicht zu ernst nahm, schraubt Cronin das Genre in die andere Richtung: Er fragt, was geschieht, wenn genau dieser spielerische Deal mit dem Tod plötzlich real wird. Hier weicht Cronin von der alten Vorstellung ab, dass der Verstorbene zu Unrecht bestraft wurde, der Fluch entsteht, weil das Grab entweiht wird, und dass die Wiedergeburt eines Toten zwangsläufig Leid und Tod bringt. Er bringt, ganz klassisch, einen Dämon ins Spiel, der den Mythos etwas verwässert. Die Mumie selbst wird daher auch zum Spiegelbild der Eltern, die an einer toten Vergangenheit festhalten, statt loszulassen.In seiner Stärke ist "The Mummy" ein konsequent fokussiertes, atmosphärisches Stück Horror, das die Mutter‑Vater‑Kind‑Konstellation als blankliegendes Nervenbündel zeigt. Die Leistungen von Reynor und Costa sind eindrucksvoll in ihrer emotionalen Fragilität: beide spielen nicht Helden, sondern zerschmetterte Menschen, die sich an einem Wunder festhalten, bis sich dieses Wunder als Katastrophe entpuppt. Gelegentlich wirkt der Film jedoch ein wenig zu sicher in seiner eigenen Düsternis. Manchmal wünscht man sich, dass Cronin dem Mythos etwas mehr Spielraum ließe, weniger einseitig in die Richtung des psychologischen Grauens verfiele, sondern mehr mit der Tradition des Exotischen, des Makabren und des Symbolischen des "Mumien"‑Mythos spielte. Ein paar Szenen wirken fast wie eine Studie im Horror‑Labor, streng kontrolliert, aber ohne die Überraschung eines wahren, ungewollten Schreckens. Leider dreht der Film auch erst in den letzten 20 Minuten so richtig auf. Vorherige Einschübe von Körperhorror und dämonischen Übergriffen sind zwar streckenweise fies und auch schmerzhaft, werden immer wieder durch die Ermittlungen der Ermittlerin in Kairo unterbrochen, der bis dato konsequente Fokus des Films wird immer wieder auf die harte Tour verschoben und der Zuschauer, der sich gerade noch innerlich auf den Horrortrip vorbereitete wird aus seiner Stimmung gerissen. Das Ende ist dann ein wilder und doch etwas zahmerer "Evil Dead Rise"-Trip, der sich nicht schämt, dies auch bildhaft zu zitieren. Das Verhalten der Eltern ist oft nachvollziehbar, manchmal aber auch bewusst unlogisch, um den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen.
Und am Ende geht man halbwegs zufrieden aus dem Saal. "Lee Cronin’s The Mummy" ist nämlich zum Glück kein Nostalgie‑Trip, sondern eine angenehme, böse Neuinterpretation und ein weiterer Kommentar zu der Angst vor dem Tod - und zu der törichten Hoffnung, dass man ihn mit einem Wimpernschlag und konsequenzlos ungeschehen machen kann - irgendwo als Spiegelbild der eigenen, unverarbeiteten Trauer. Und wenn man genau diesen Albtraum unter der Bedeckung der Alltagsfamilie erwartet, ist "The Mummy" ein Film, der nicht nur verstört - sondern immerhin auch im Gedächtnis bleibt.
Mittwoch, 15. April 2026
Gen V - Generation V, Season 02 (2025)
Als wäre der Alltag eines Teenagers nicht schon stressig genug, sorgen ungebändigte Superkräfte für eine extra Prise Chaos. Marie Moreau (Jaz Sinclair) verfügt über die Fähigkeit, ihr eigenes Blut als gefährliche Waffe einzusetzen. Doch an ihrer Universität ist sie mit derartigen Kräften bei weitem nicht allein. An der Godolkin University, Amerikas einzigem College für Nachwuchs-Superheld:innen, ist niemand gewöhnlich. Wenn dutzende Pubertierende mit tödlichen Kräften aufeinandertreffen, lässt Ärger jedoch nicht lange auf sich warten. Marie und ihre Mitstreiter:innen müssen in knallharten Wettkämpfen gegeneinander antreten, denn nur die Besten unter ihnen haben nach dem Abschluss eine Chance auf begehrte Jobs im Superhelden-Business. Auch abseits des Unterrichts lassen blutige Machtkämpfe nicht lange auf sich warten...
https://www.imdb.com/title/tt29550655/
2.1 Projekt Odessa (New Year, New U)
Nach ihrer Gefangenschaft im Elmira Center und Andre Andersons Tod dürfen Emma Meyer und Jordan Li sich dank Cate Dunlap als "Wächter" wieder an der Godolkin University einschreiben. Sie sind jedoch gezwungen, Voughts Version des Vorfalls im Wald zu unterstützen, indem sie Homelanders Aussage bestätigen. Der neue Dekan Cipher setzt Cate unter Druck, Marie Moreau zu finden, die aus Elmira geflohen ist. Emma verdächtigt Cipher, da sie ihn als ehemaligen Mitarbeiter von Elmira wiedererkennt, findet aber keine Beweise. Marie flieht auf der Suche nach ihrer Schwester Annabeth, stellt sich den Patriots entgegen und wird dabei gefilmt. Später kämpft sie gegen Dogknott und wird von Annie January gerettet, die sie um Hilfe bei der Aufdeckung des von Thomas Godolkin begonnenen Odessa-Projekts bittet, jedoch ohne Erfolg. Nachdem Emma das Video entdeckt hat, bittet sie Jordan, Marie zu finden. Schließlich finden sie sie, was zu einer angespannten Begegnung führt. Cate folgt ihnen, erfährt, dass Marie mit Annie gesprochen hat, und versucht, ihre Kräfte gegen Marie einzusetzen. Jordan verletzt Cate jedoch schwer, und die drei lassen sie zurück. - 7,5/10
2.2 Die Gerechtigkeit vergisst nie (Justice Never Forgets)
Marie kehrt zur Godolkin-Universität zurück und muss sich gemeinsam mit Emma und Jordan mit den Folgen von Cates Zustand auseinandersetzen, da diese im Koma liegt. Emma schlägt sogar vor, sie zu töten. Sam Riordan besucht Cate, die über eine Krankenschwester kommuniziert und Emma erwähnt, bevor ihre instabilen Kräfte die Krankenschwester in den Wahnsinn treiben. Polarity kehrt als Professor an die Universität zurück, um herauszufinden, was mit Andre geschehen ist, und arbeitet mit Emma zusammen, um den Fall zu untersuchen. Cipher erzählt Marie später, dass Andre, obwohl er wusste, dass seine Kräfte eine tödliche Krankheit verursacht hatten, beschloss, sie weiterhin einzusetzen und starb. Jordan und Marie besuchen Ciphers Kurs zur Verbesserung von Superkräften, wo Jordan Marie wegen Andre zur Rede stellt. Später versöhnen sie sich und kommen sich näher. Emma und Polarity decken Details des Odessa-Projekts auf und entdecken einen versteckten Raum mit Nazi-Artefakten und Aufzeichnungen, die belegen, dass Odessa eine Gruppe von Säuglingen war, von denen alle bis auf einen tot sind. Emma enthüllt Marie und Jordan, dass Marie Odessa ist. Cate erwacht aus ihrem Koma in einem Raum voller toter Mitarbeiter, als Cipher den Raum betritt. - 7,5/10https://www.imdb.com/title/tt37138961/
2.3 Widersetz dich! (H Is For Human)
Marie kontaktiert Pam, eine Freundin ihrer Eltern, um mehr über ihre Vergangenheit zu erfahren. Sie entdeckt, dass sie in einem Vought-Labor gezeugt und von Cipher unter dem Alias "Dr. Gold" erschaffen wurde. Marie erfährt außerdem, dass Pam ihre Schwester Annabeth aufgezogen hat und aus Sicherheitsgründen daran gehindert wird, Kontakt zu ihr aufzunehmen. An der Godolkin-Universität kehrt Cate zurück, ist aber weitgehend machtlos. Sie möchte die Wahrheit über den Übergriff, dem sie ausgesetzt war, Vought melden, doch Cipher weigert sich, um ihren Ruf zu schützen. Sam, traumatisiert von seinen Taten in der Vergangenheit, bittet Cate, ihn wieder apathisch zu machen. Doch sie kann es nicht, und er verliert die Kontrolle und verwüstet sein Wohnheim, bis Jordan eingreift und ihn beruhigt. Dabei entsteht eine tiefe Freundschaft zwischen den beiden. Jordan wird daraufhin zum Jahrgangsbesten der Universität gekürt, wodurch sie ins Rampenlicht der Öffentlichkeit rücken. Emma schließt sich mit Harper und Ally dem Widerstand gegen Homelanders Regime an. Vor einer öffentlichen Rede gesteht Jordan Marie ihre Liebe. Während der Rede enthüllt er Andres Tod und verteidigt die Starlighters, indem er zugibt, Cate angegriffen zu haben, was Buhrufe der Studenten auslöst. - 7,5/10https://www.imdb.com/title/tt37156934/
2.4 Gender Bender vs. Blood Bender (Bags)
Nachdem Jordan von den Medien verunglimpft wurde, arrangiert Cipher einen öffentlichen Kampf zwischen ihm und Marie und droht, Jordan und Emma zurück nach Elmira zu schicken, sollten sie sich weigern. Jordan und Cate brechen in Ciphers Haus ein und finden einen verbrannten Mann in einer Druckkammer. Marie verbessert ihre Kontrolle über ihre Kräfte mithilfe von Ciphers Unterricht. Er erklärt ihr, dass Odessa ein Projekt zur Verbesserung der Superman-Persönlichkeiten war und dass sie Homelander übertreffen könnte. Außerdem entdeckt sie, dass Cipher ein Mensch ist. Harper hilft Emma, ihre Kräfte sicher zu beherrschen. Als Cipher von dem Einbruch erfährt, ruft er Cate zum Kampf. Marie und die Gruppe planen, mit Cates und Emmas Hilfe ein Geständnis zu erzwingen. Emma schleicht sich durch die Rohre und gibt Cate eine Kamera. Cate versucht, Cipher zu erpressen, indem sie enthüllt, dass er ein Mensch ist. Cipher, der behauptet, der verbrannte Mann sei sein Vater, bleibt unbeeindruckt und nutzt zu ihrer Überraschung seine Kräfte, um Jordans Körper zu steuern und Marie anzugreifen. Marie gewinnt schließlich, indem sie Jordans Blut kontrolliert. - 8/10https://www.imdb.com/title/tt37156972/
2.5 Befreiungsmission (The Kids Are Not All Right)
Einen Monat zuvor[c] kümmerte sich Cipher um den Mann in einer Überdruckkammer, als Schwester Sage auftauchte und sie vor seinen Augen Sex hatten. Nach dem Kampf zwingt Cipher Marie zum Weitertraining, indem er droht, sie und ihre Freunde mit der gefangenen Cate zurück nach Elmira zu schicken. Marie überzeugt Jordan und Emma, Cate zu befreien. Emma bittet Sam, sich ihnen anzuschließen, doch er lehnt ab, da er seine Eltern besucht. Als er erfährt, dass sie ihn an Vought übergeben haben, weil sie ihn nicht kontrollieren konnten, verletzt er versehentlich seinen Vater. Marie, Jordan und Emma infiltrieren Elmira, werden aber gefangen genommen. Später versöhnt sich Sam mit seiner Mutter, nachdem er akzeptiert hat, dass seine Instabilität angeboren war und nicht durch Compound V verursacht wurde. Polarity konfrontiert Cipher wegen Andre und erfährt, dass dieser starb, als Cipher versuchte, seine Kräfte zu verstärken. Später erleidet er einen Anfall. Cipher enthüllt, dass er Maries Schwester Annabeth gefangen hält. Die Gruppe entkommt mit Cates Hilfe ihren Zellen, findet Annabeth aber tot vor. In ihrer Trauer entwickeln sich Maries Kräfte weiter, sodass sie Annabeths Zellen manipulieren und sie erfolgreich wiederbeleben kann. - 8/10https://www.imdb.com/title/tt37157011/
2.6 Kochunterricht (Cooking Lessons)
Marie und die Gruppe fliehen mit Hilfe von Annabeth, die über hellseherische Fähigkeiten verfügt, und Sam aus Elmira und suchen Zuflucht in einer Bibliothek. Emma kontaktiert Harper um Hilfe, die Polarity erreicht, die derzeit von Cipher kontrolliert wird. Cipher schickt Vikor hinter Marie her, doch dieser wird von Zoe Neuman getötet, die zusammen mit Stan Edgar nach Marie sucht. Die Gruppe beschließt, sie zu ihrem Bunker zu begleiten. Dort erklärt Stan, dass Marie und Homelander Odessas einzige Erfolge sind – ein Projekt, das er eingestellt hatte, da er Marie für gescheitert hielt. Sam versucht, wieder Kontakt zu Emma aufzunehmen, doch sie zieht sich zurück. Stan vergleicht Thomas' Arbeit mit der von Cipher, und Jordan und Cate schließen daraus, dass der verbrannte Mann Thomas ist, den Cipher benutzt hat, um sein Ziel der Superhelden-Vorherrschaft zu erreichen. Stan überlegt, Thomas einzusetzen, um Homelander zu besiegen und Vought zurückzuerobern. Cipher teilt Polarity mit, dass er plant, schwache Superhelden zu eliminieren, beginnend mit Godolkin; Polarity überwältigt ihn und wirft ihn aus dem Fenster. Cate bittet Marie, sie zu heilen, aber Marie lehnt ab, während sie sich auf die Konfrontation mit Cipher vorbereiten. - 7,5/10https://www.imdb.com/title/tt37157061/
2.7 Ferngesteuert (Hell Week)
Annabeth erwacht besorgt nach einer beunruhigenden Vorahnung bezüglich Marie. Die Gruppe stellt fest, dass sie und Cate verschwunden sind. Cate bittet Marie, ihre Kräfte zu heilen, doch Marie weigert sich aus Misstrauen. Jordan und Annabeth sprechen über die Entdeckung ihrer Kräfte, und Jordan beginnt, an ihrer Beziehung zu Marie zu zweifeln. Marie und Cate gehen zu Ciphers Haus, um Thomas zu finden, doch Polarity enthüllt, dass er Thomas in seiner Gewalt hat und teilt seinen Plan mit. Nachdem Polarity einen Anfall erleidet, heilt Marie ihn vollständig. Sam und Emma treffen an der Universität ein und suchen nach Marie. Cipher bietet Marie die Sicherheit ihrer Freunde an, wenn sie zum Training zurückkehrt, doch die Gruppe warnt sie vor Annabeths Vision vom Massensterben; Marie schwächt sie mit ihren Kräften. Polarity und ein Teil der Gruppe halten Cipher in einem Kampf auf, während Marie Thomas findet und heilt. Sie entdecken dann, dass "Cipher" in Wirklichkeit ein Nicht-Superheld ist, Doug Brightbill, der von Thomas kontrolliert wird. Cate, Emma und Annabeth helfen Marie bei der Flucht, während Thomas seinen Plan zur Eliminierung aller schwachen Superhelden in Gang setzt. - 7,5/10
https://www.imdb.com/title/tt37157097/
2.8 Das Keulen der Herde (Trojan)
1967 injiziert sich Thomas kurz vor einem Laborbrand "V-1", das gleiche Mittel, das Soldier Boy und Stormfront hatten. In der Gegenwart kümmert sich die Gruppe um den verletzten Doug, doch Marie ist zu schwach, um ihn zu heilen. Polarity fährt Doug ins Krankenhaus und spricht dabei über Andres Tapferkeit, als Black Noir II angreift, Doug tötet und Polarity gefangen nimmt. Marie versöhnt sich mit Cate und heilt sie. Thomas bereitet Seminare mit Schülern vor, um die Schwachen zu eliminieren und seine Kräfte zu stärken. Sein Ziel ist es, Marie und schließlich Homelander zu kontrollieren, den er für den Niedergang der Superhelden verantwortlich macht. Als Sage dies missbilligt, befreit sie Polarity heimlich. Marie trifft beim Seminar ein, während die anderen Black Hole infiltrieren. Nachdem Harper Thomas kontrolliert, überwältigen sie ihn und evakuieren die Schüler. Thomas übernimmt kurzzeitig die Kontrolle über Marie, um sie anzugreifen, doch Polarity entzieht ihm die Kontrolle, sodass Marie ihn töten kann. Anschließend befiehlt Polarity der Gruppe zu fliehen, während er selbst als Sündenbock zurückbleibt. Als Flüchtlinge werden sie von Annie für ihren Widerstand gegen Homelander und Vought rekrutiert, zu dem auch A-Train gehört. - 7,5/10
Inhaltsangabe: amazon Video
Poster/Artwork: amazon Video
Dienstag, 14. April 2026
Karate Kid: Legends (2025)
Ben Wang ist dabei der entscheidende Faktor, der dem Film überhaupt Richtung gibt. Als Li Fong bringt er genug Verletzlichkeit und Beweglichkeit mit, um die Rolle über reine Franchise-Funktion hinaus zu heben. Seine Figur trägt die Last einer familiären Tragödie, und der Film versucht, daraus ein emotionales Zentrum zu formen, das mit neuer Stadt, neuer Schule und neuem Kampffeld zusammenhängt. Wenn der Film funktioniert, dann oft deshalb, weil Wang die innere Unruhe seines Charakters glaubhaft macht und nicht bloß die Choreografie zwischen den Kämpfen abspult. Doch um Li wirklich wachsen zu lassen, müsste der Film mehr Vertrauen in seine eigene Gegenwart haben. Stattdessen wirkt die Welt von "Karate Kid: Legends" erstaunlich klein für einen Film, der zwei Mythologien zusammenführen will. New York ist Kulisse, nicht wirklich sozialer Organismus; die Rivalitäten sind funktional, nicht erschütternd; die Nebenfiguren um Mia, Victor und Conor füllen die Struktur, aber erweitern sie selten spürbar. Dadurch bleibt die Welt seltsam flach, obwohl sie technisch größer geworden ist.
Vergleicht man den Film mit dem Original von 1984, wird der Unterschied besonders deutlich. Damals gab es eine gelungene Mischung aus Wärme, Freundschaft und emotionaler Klarheit in einem Film, der seine einfache Geschichte mit echter menschlicher Bewegung füllte. "Karate Kid: Legends" besitzt diese Klarheit nicht immer; es ist eher ein Film über die Erinnerung an das "Karate Kid"-Gefühl als über dessen erneute Entdeckung. Das macht ihn nicht wertlos, aber es macht ihn weniger lebendig, als seine Besetzung und sein Vermächtnis es eigentlich erlauben würden. Am Ende ist "Karate Kid: Legends" ein gut gemeinter, gelegentlich charmanter, aber zu oft aus vorbereiteten Teilen zusammengesetzter Franchise-Film. Er hat den richtigen Instinkt für die Rückkehr der Figuren, die richtige Sympathie für seinen jungen Hauptdarsteller und die richtige historische Aura, um alte Fans anzulocken. Aber er wächst zu selten über das hinaus, was man schon von Anfang an erwarten konnte. Und gerade in einer Reihe, die immer von Ausdauer, Fokus und innerer Entwicklung handelte, ist das ein schwerer Makel.
The Super Mario Galaxy Movie - Der Super Mario Galaxy Film (2026)
Mario (Stimme im Original: Chris Pratt / deutsche Stimme: Leonhard Mahlich) und Luigi (Charlie Day/Gerrit Schmidt-Foß) bekommen es dieses Mal mit Bowser Jr. (Benny Safdie/Patrick Roche) zu tun, der seinen Vater (Jack Black/Tobias Meister) befreien und zu alter Macht führen will. Um das zu verhindern, muss das Klempner-Duo eine intergalaktische Reise antreten, bei der ihnen auch die Prinzessinnen Peach (Anya Taylor-Joy/Dalia Schmidt-Foss) und Rosalina (Brie Larson/Yvonne Greitzke) zur Seite stehen.
"The Super Mario Galaxy Movie" nimmt den Zuschauer mit auf eine kosmische Sprungtour durch Nintendos bunte Universen, wo Planeten quietschbunt wie Bonbons aussehen und Sternenstaub wie Konfetti regnet. Doch hinter dem visuellen Feuerwerk aus schwebenden Galaxien und hyperkinetischen Actionsequenzen verbirgt sich eine Geschichte, die sich wie ein Deja-vu aus dem ersten Film anfühlt - ein kommerzieller Koloss, der Kinder in Ekstase versetzt, Erwachsene aber mit einem Hauch von Enttäuschung zurücklässt. Die Handlung beginnt mit einer mythischen Präambel: Die junge Rosalina und ihre Schwester Peach weben Leben in den Sternen, bis ein Angriff sie trennt und Peach ins Pilzkönigreich schleudert. Im Heute feiern Mario und Luigi als Helden Peaches Geburtstag, als Bowser Jr. Rosalina entführt, um ihre kosmische Macht für eine Galaxie-vernichtende Kanone zu missbrauchen und seinen gefangenen Vater Bowser zu befreien. Mario (Chris Pratt), Luigi (Charlie Day) und ein Team aus Yoshi (Donald Glover) und Toad stürmen ins All: Sie hüpfen über Honigwabenwelten, rasen mit Fox McCloud (Glen Powell) durch Asteroidenfelder, mutieren zu Babys und ringen mit prähistorischen Dinos. Im Finale kulminiert alles in einem Familien-Drama der Bowsers, einem Drachenkampf und Rosalinas Rettung durch Brie Larson - eine epische Space-Quest, die Spiele-Levels wie Honeyhive Galaxy und Battlerock homagiert, aber plottechnisch wenig Neues bietet.
Chris Pratt und Charlie Day sind als Mario und Luigi die vertrauten Sympathieträger, doch Pratts monotoner Mix aus Italienisch und Brooklyn-Dialekt bleibt ein Reizpunkt, der schon im Vorgänger für Kopfschütteln sorgte. Anya Taylor-Joy verleiht Peach eine dynamische Frische, während Brie Larson Rosalina mit mystischer, beinahe enthusiastischer Wärme belebt. Jack Black brüllt als Bowser mit Growls und Herz, Benny Safdie nervt als Jr. auf köstlich-böse Weise. Die Neuzugänge Donald Glover als Yoshi und Glen Powell als Fox erweitern das Nintendo-Crossover zu einem Star-Event, doch die Figuren bleiben eindimensional, wie cartoonhafte Silhouetten. Es wirkt, als wären die Talente in einem Skript gefangen, das sie nicht atmen lässt. Und warum hat Mario im Vergleich zu Peach so wenig zu tun?
Doch Illumination entfaltet hier ein visuelles Spektakel, das an die Schwerelosigkeit des Original-"Super Mario Galaxy"-Spiels erinnert: gravitationslose Planeten drehen sich wie Karussells, Sternenströme weben psychedelische Pfade, Honigtröpfchen kleben in Zeitlupe. Die Action ist ein Adrenalinrausch - UFO-Jagden, Dino-Schlachten, Baby-Transformationen -, untermalt von einem Score, der ikonische Melodien aus den Spielen recycelt, statt auf Pop-Songs zu setzen. Diese Hommage an die Serien-Geschichte ist mehr als lobenswert und zaubert dem Fanboy-Zuschauer das ein ums andere Mal ein Lächeln ins Gesicht, und tatsächlich fühlt sich die Animation wie ein lebendiges Spiel-Trailer an. Doch das Tempo rast zu frenetisch; es gibt keine Pausen zum Luftholen - atemberaubend, aber seelenlos. Thematisch dreht sich alles um Familie und Heldentum: Marios schüchterne Peach-Liebe ist süß, der Bowser-Clan ringt mit Vater-Sohn-Konflikten, die in Reha und Erlösung münden. Der Humor lebt von Slapstick, bleibt aber flach und repetitiv, ohne die Parodie-Tiefe des Originals. Für Kinder ist das pure Wonne, ein Fest der Farben und Sprünge und sie feiern Animation und Action; Erwachsene sehnen sich nach mehr Substanz - ein klassischer Kid-Pleaser. Keine Frage, "The Super Mario Galaxy Movie" ist ein visuelles Fest, familienfreundlich und kommerziell unschlagbar - Illumination erweitert Welten mit Galaxy-Magie. Doch narrativ ist es träge, uninspiriert, ein Game Over für Ambitionen jenseits des Cash-Ins. Für Kids: Wahoo! Für den Rest: It's-a-meh.Montag, 13. April 2026
Hollow Man II - Hollow Man 2 (2006)
Nach einem verheerenden Militär‑Experiment leidet der Ex‑Elitesoldat Michael Griffin (Christian Slater) unter einem Prozess, der seinen Körper langsam zerstört - und stellt damit eine tödliche Gefahr dar, die niemand sehen kann. Auf der verzweifelten Suche nach einem Gegenmittel gerät er auf die Spur der Wissenschaftlerin Dr. Maggie Dalton (Laura Regan), deren Forschung eng mit dem geheimen Projekt verknüpft ist. Um sie zu schützen und Griffin zu stoppen, treten die beiden Detectives Frank Turner (Peter Facinelli) und Lisa Martinez (Sarah Deakins) in den Vordergrund, die sich immer tiefer in ein Netz aus Verschwörungen, Experimenten und tödlicher Jagd verstricken. Inmitten dieser Spannung zwischen unsichtbarer Bedrohung und enger Verfolgung entwickelt sich ein düsterer, stetig eskalierender Thriller, der weniger auf große Schlachten, als auf die Nähe zur Gefahr setzt.
"Hollow Man II" aus dem Jahr 2006 ist ein direkter, aber nicht wirklich inspirierter Nachfolger zu Paul Verhoevens "Hollow Man" und erzählt die Geschichte eines anderen unsichtbaren Kriegers, der sich an derselben Linie fortbewegt wie sein Vorgänger - nur mit weniger Schärfe, weniger Überraschung und weniger Risiko. Während der erste Film mit Kevin Bacon als selbstverliebtem Wissenschaftler eine bizarre, teils erschreckende, teils lächerliche Kombination aus Grenzexperiment, Slasher‑Element und visueller Spektakel lieferte, schickt der zweite Teil Christian Slater als Soldatenmörder in ein ähnliches Szenario, ohne wirklich neue Fragen zu stellen. Die Handlung setzt auf eine relativ enge Spielzone: Gefängnis, Labore, verlassene Gebäude, in denen die Unsichtbarkeit ständig in der Nähe der Figuren präsent bleibt, ohne dass der Film sich allzu viele neue Gedanken darüber macht, was diese Prämisse über Macht, Kontrolle und Schuld erzählen könnte.
Im Vergleich zum ersten Teil wirkt die Direct-2-Video-Produktion "Hollow Man II" deutlich kleiner, weniger aufwendig und weniger willens, sich selbst zu blamieren. Verhoevens Film mit Kevin Bacon und Elisabeth Shue war ein großes, teils provokante, teils plumpes Kino‑Schauspiel, das sich gleichzeitig als technisches Feuerwerk und als moralische Parabel über die Korruption des egozentrierten Wissenschaftlers verstand. Mit seinen teils aufdringlichen, teils brillanten Visual Effects und einer gewissen Größenwahn‑Komponente zog er viele Kritiker in die Pflicht, die ihn teils scharf angingen, teils aber als eine Art guilty‑pleasure‑Kultstück akzeptierten. Der zweite Teil dagegen ist ein Sequel, das auf ähnlichem Gelände spielt, aber nicht denselben Anspruch erhebt. Die Effekte sind teils gelungen, teils kläglich; man spürt, dass der Film mit einem deutlich schmaleren Budget arbeitet und sich auf einige wiederkehrende, bekannte Motive beschränkt, etwa den unsichtbaren Angriff, die schlangenartige, halb sichtbare Kontur des Körpers oder die Top‑Down‑Darstellung von Augen, die sich aus dem Nichts nähern. Der Film klebt diesbezüglich zu sehr an seinem Vorgänger, zitiert sogar Szenen offen oder wiederholt sie, ohne neu zu formulieren, was das Thema der Unsichtbarkeit überhaupt bedeutet.
Trotzdem ist "Hollow Man II" für ein Direct‑2‑Video‑Produkt nicht völlig grottig. Die Besetzung ist handwerklich solide: Slater gibt einem übermächtigen, aber auch ein wenig verhärmten Bösewicht eine gewisse Bissigkeit, Facinelli und Deakins ziehen ihre Polizistenrollen glaubwürdig durch, und Regan als Wissenschaftlerin sorgt für die emotionale Verbindung zwischen Forschung, Verantwortung und Folgen. Die Spannung entsteht weniger aus tiefen moralischen Einsichten als aus der einfachen, aber effektiven Angst vor dem Unsichtbaren, vor dem, was man nicht sehen, aber spüren kann. Und auch der Blutlevel ist etwas höher. "Hollow Man II" ist damit ein Film, der weiß, dass er in Verhoevens Schatten steht, und sich damit abfindet, eine kleinere, weniger aufwendige, aber ähnlich konstruierte Story zu erzählen. Er ist kein großer Fortschritt im Genre, kein innovativer Schritt nach vorn, aber auch kein reines, verschwendetes Projekt. Wer sich an die Absurdität, Energie und Zynik der ersten Runde mit Bacon und Shue erinnert, wird hier eine gedämpfte, weniger überraschende Version der gleichen Idee vorfinden - genug für gelegentlichen Horror‑Genuss, aber zu wenig, um das Gedächtnis längerfristig zu besetzen.
Sonntag, 12. April 2026
DellaMorte DellAmore - Cemetery Man - Zombie Graveyard (1994)
Francesco Dellamorte (Rupert Everett) verdient seine Brötchen als Totengräber in der kleinen italienische Stadt Buffalora. Allerdings hat die Sache einen Haken: Alle auf dem Friedhof begrabenen Toten steigen nach sieben Tagen wieder aus ihren Gräbern und müssen dann mit einem gezielten Kopfschuss endgültig ins Jenseits befördert werden. Dabei unterstützt ihn der geistig zurückgebliebene Gnaghi (François Hadji-Lazaro), mit dem sich Francesco auch seine schäbige Behausung teilt. Zusammen haben sie bereits Routine entwickelt: Um die verwesenden Zombies zurück ins Reich der Toten zu befördern, müssen sie sich nicht mal aus dem Fernsehsessel erheben. Doch als sich Francesco eines Tages bei einer Beerdigung in eine junge Witwe (Anna Falchi) verliebt, sind die Tage der grusligen Gemütlichkeit gezählt...
Es gibt Filme, die man nach der Handlung beurteilt, und es gibt Filme wie "DellaMorte DellAmore", die man eher als Geisteszustand erfährt. Regisseur Michele Soavi hat hier keinen gewöhnlichen Horrorfilm gedreht, sondern eine seltsam elegante Totenmesse für das Begehren, die Wiederholung und die Unmöglichkeit, dem eigenen Leben zu entkommen. Wer eine geradlinige Zombiestory erwartet, bekommt etwas viel Unheimlicheres: einen Film, der so tut, als ginge es um die Toten, während er in Wahrheit die Lebenden seziert - ihre Libido, ihre Langeweile, ihre Todessehnsucht und ihre lächerliche, rührende Weigerung, vernünftig zu werden. Das Ergebnis ist ein Werk, das zwischen schwarzer Komödie, Gothic-Romanze und existentialistischem Fiebertraum pendelt und gerade deshalb so lange im Gedächtnis bleibt. Francesco Dellamorte, gespielt von Rupert Everett mit jener trockenen, leicht gelangweilten Eleganz, die seine Figur erst wirklich unwirklich macht, ist Friedhofswärter in einer Stadt, die ebenso gut am Rand der Realität liegen könnte wie am Rand Europas. Seine Arbeit besteht darin, die Toten zu erledigen, die nicht tot bleiben wollen. Das klingt zunächst nach einem makabren Routinejob, und Soavi spielt diese Grundidee zunächst fast wie eine groteske Büropflicht: Francesco schießt, sägt, begräbt und vergräbt erneut, während sein einfältiger, aber herzensguter Gehilfe Gnaghi (François Hadji-Lazaro) die Welt mit der Ruhe eines Mannes hinnimmt, der nie gelernt hat, dass es ungewöhnlich ist, von einem Kopf zu schwärmen. Doch der Film ist von Anfang an weniger an Handlung interessiert als an Wiederholung. Die Zombies sind nicht die Pointe; sie sind das System.
Diese Wiederholung wird zum eigentlichen Thema des Films. Francesco liebt Frauen, oder genauer: Er liebt die Idee, dass er Frauen lieben könnte. Sobald eine von ihnen auftaucht, verwandelt sich der Film in eine Bewegung der Projektion. Die schöne Witwe, die bei einem Begräbnis auftaucht, wird zu "Ihr", zu einer idealisierten Erscheinung, die Francesco sofort in ein romantisches und sexuelles Begehren hineinliest. Dass diese Beziehung nicht lange überleben kann, ahnt man früh; dass sie ausgerechnet an der Kreuzung von Eros und Verwesung endet, ist ganz im Sinn des Films. Soavi und seine Autoren behandeln die Liebe hier nicht als Erlösung, sondern als einen Zustand permanenter Verwechslung. Francesco begehrt nicht die Frau, sondern die Möglichkeit, in ihr etwas Endgültiges zu finden. Und gerade deshalb muss er immer wieder scheitern. Der Film wird dabei immer freier, immer fiebriger. Was als makabre Zombie-Groteske beginnt, kippt nach und nach in einen psychischen Ausnahmezustand. Francesco trifft auf Frauen, die "Ihr" gleichen, als hätte das Universum beschlossen, ihm dieselbe Täuschung in immer neuen Varianten vorzusetzen. Zugleich beginnt er mit einer Figur zu sprechen, die sich als der Tod selbst ausgibt. Diese Gespräche sind vielleicht der Schlüssel zum ganzen Film: Der Tod ist hier kein Ende, sondern eine Verwaltungsinstanz. Er beklagt sich darüber, dass Francesco ihm die Arbeit wegnimmt, indem er die Toten zu früh vernichtet. In dieser Idee steckt mehr als nur schwarzer Humor. Sie macht deutlich, dass Soavi nicht einfach mit Horror spielt, sondern mit der Vorstellung, dass selbst der Tod eine Ordnung besitzt, die der Mensch nicht ungestraft stört.Visuell ist "DellaMorte DellAmore" von einer düsteren Opulenz, die weit über das hinausgeht, was man von einem bloßen Genrebeitrag erwarten würde. Die Friedhofslandschaften sind nicht einfach Kulisse, sondern seelischer Raum: neblig, einsam, etwas zu schön, um harmlos zu sein, und immer mit jener leicht surreale Note versehen, die italienische Genrefilme der besten Sorte so unverwechselbar macht. Soavi, der aus der italienischen Horrortradition kommt, aber nie bloß deren Diener ist, inszeniert mit großer Lust an der Form. Die Kamera bewegt sich nicht nur durch Räume, sie tastet eine metaphysische Stimmung ab. Ein Schädel, ein Grabstein, eine verwitterte Wand, ein Blick in die Ferne - all das wirkt hier nie beiläufig. Es sind Bausteine einer Welt, in der das Normale schon längst aufgehört hat, gültig zu sein. Besonders bemerkenswert ist, wie der Film zwischen Ekel und Zärtlichkeit balanciert. Er ist blutig, ja, und manchmal absichtlich geschmacklos. Aber er hat auch etwas Merkwürdig-Melancholisches, das ihn von vielen splatterlastigen Zeitgenossen unterscheidet. Die Gewalt ist nie nur Effekt. Sie ist Ausdruck einer Verzweiflung, die keine andere Sprache mehr findet. Wenn Figuren zu Zombies werden, wenn Körper aufbrechen oder wieder aufstehen, dann geschieht das nicht nur, um zu schockieren. Es ist, als wolle der Film sagen, dass Liebe, Sex, Begehren und Tod im Grunde untrennbar ineinander verkeilt sind. Wer das Anstößige daran sieht, hat nicht unrecht; wer die Schönheit darin erkennt, ebenso wenig.
Das ist auch der Grund, warum der Film sich jeder sauberen Einordnung entzieht. Er ist weder einfach eine Horrorparodie noch ein ernstes Drama mit Zombies. Er ist eher ein Stück grotesker Philosophie, das seine Ideen mit den Mitteln des Exploitation-Kinos ausdrückt. Manche Filme erklären uns, was sie bedeuten wollen. "DellaMorte DellAmore" dagegen zwingt einen, sein Unbehagen auszuhalten. Das kann verwirrend sein, sogar frustrierend. Aber es ist die Art von Verwirrung, die aus echter Eigenständigkeit kommt. Der Film glaubt nicht an klare Trennlinien zwischen Leben und Tod, zwischen Lust und Angst, zwischen Lachen und Entsetzen. Gerade darum wirkt er so geschlossen in seiner Unruhe. Rupert Everett trägt diese Unruhe mit erstaunlicher Genauigkeit. Seine Darstellung ist nie überhitzte Groteske, sondern meist eine Mischung aus Distanz und innerem Verschleiß. Man glaubt ihm sofort, dass dieser Mann schon zu lange auf dem Friedhof lebt, um noch in die Welt der Lebenden zurückzufinden. Everett spielt Francesco nicht als Helden, sondern als jemanden, dessen Selbstbild längst von der Wirklichkeit untergraben wurde. Gerade dadurch wird er zu einer tragischen Figur inmitten des Grotesken. Auch Anna Falchi als "Sie" verleiht dem Film jene sinnliche Schwermut, die nötig ist, damit die Liebesgeschichte nicht bloß als makabrer Gag endet. Und Anna, die im Film immer wieder zur Wiederkehr verurteilt wird, wird zur Verkörperung eines Verlangens, das seine eigene Unmöglichkeit nicht überleben kann.Wenn "DellaMorte DellAmore" heute so unvergesslich wirkt, dann auch deshalb, weil er sich seiner eigenen Exzentrik nie schämt. Viele Filme möchten originell sein; dieser Film ist es einfach. Er ist seltsam, aber nicht exzentrisch um der Seltsamkeit willen. Er folgt einer sehr klaren inneren Logik, die nur eben nicht der Logik des Alltags entspricht. Seine Welt ist ein Ort, an dem Liebe buchstäblich aus dem Grab aufsteht, an dem ein Mann mit einem Gewehr versucht, Ordnung ins Jenseits zu bringen, und an dem die Sehnsucht nach Nähe unweigerlich mit Verfall verbunden ist. Das ist kein hübscher Gedanke, aber ein kraftvoller. Und Soavi hat die seltene Gabe, ihn nicht zu glätten, sondern in Bilder zu verwandeln. Am Ende bleibt "DellaMorte DellAmore" ein Film über das Scheitern an der Wiederholung. Francesco versucht immer wieder, derselbe Mann zu sein, derselbe Liebhaber, derselbe Wächter, derselbe Mensch. Doch alles kehrt zurück, nur nie in derselben Form. Das macht den Film so traurig, aber auch so komisch. Denn was ist das Leben anderes als ein Friedhof aus wiederholten Fehlern, an dessen Tor jemand steht und so tut, als könne er die Angelegenheit verwalten? Soavi beantwortet diese Frage nicht mit moralischer Klarheit, sondern mit Stil, Schwermut und einem sehr dunklen Lächeln. Genau deshalb ist sein Film nicht nur ein Kultobjekt, sondern ein echtes Unikat.
























