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Die frisch geschiedene Mutter Meg Altman (Jodie Foster) zieht mit ihrer elfjährigen Tochter Sarah (Kristen Stewart) in ein traumhaftes Stadthaus in der New Yorker Upper East Side. Mit zu der Luxusausstattung des neuen Domizils gehört auch ein einbruchsicherer Raum, der perfekten Schutz bietet und mit modernster Technik ausgestattet ist. Doch dummerweise ist genau dieses Zimmer das Ziel einer Gangsterbande (Forest Whitaker, Jared Leto, Dwight Joakam), die in der ersten Nacht in die Villa einbricht. Meg und Sarah können sich in letzter Sekunde in den "Panic Room" retten und dort verbarrikadieren. Das hält die Einbrecher aber nicht davon ab, zu versuchen, in den Zufluchtsort vorzudringen...
David Finchers "Panic Room" ist vielleicht einer seiner weniger ambitionierten, aber dafür präzisesten Filme. Aus einer denkbar simplen Ausgangslage - eine frisch geschiedene Mutter und ihre Tochter werden in ihrem neuen New Yorker Stadthaus von Einbrechern überrascht - entwickelt Fincher ein beinahe chirurgisch konstruiertes Katz-und-Maus-Spiel. Meg Altman (Jodie Foster) und Sarah (Kristen Stewart) verschanzen sich im titelgebenden Schutzraum, während drei Eindringlinge versuchen, an das dort versteckte Geld zu gelangen. Was folgt, ist weniger Charakterdrama als ein hochkonzentriertes Spiel aus Raum, Bewegung und Strategie. Gerade diese Reduktion funktioniert hervorragend. Der Film wirkt wie eine Schachpartie, bei der beide Seiten das Spielfeld und die Regeln kennen und jede Entscheidung die Möglichkeiten des nächsten Zuges verändert. Genau daraus bezieht "Panic Room" seine Spannung: Fincher muss nicht ständig neue Überraschungen aus dem Hut zaubern, weil bereits die räumliche Konstellation genügend Möglichkeiten bietet.
Jodie Foster trägt den Film mit einer bemerkenswert entschlossenen Performance. Meg ist keine klassische Actionheldin, sondern eine Mutter, die angesichts einer extremen Situation improvisieren muss. Kristen Stewart ist als Sarah ebenfalls überzeugend und verleiht der Beziehung zwischen Mutter und Tochter eine glaubwürdige Verletzlichkeit. Auf der anderen Seite stehen Forest Whitaker als vergleichsweise menschlicher Einbrecher Burnham, Jared Leto als nervöser Junior und Dwight Yoakam als der brutale Raoul. Besonders Whitaker verhindert, dass die Gegenspieler zu eindimensionalen Bösewichten verkommen. Finchers eigentliche Hauptfigur ist allerdings das Haus. Die Kamera gleitet durch Wände, Schlösser, Treppengeländer und Lüftungsschächte, als wäre die Architektur durchsichtig. Diese spektakulären Kamerafahrten sind nicht bloß Selbstzweck: Sie machen den Zuschauer mit dem Gebäude vertraut und verwandeln es anschließend in ein taktisches Spielfeld. Dabei ist *Panic Room* erstaunlich ökonomisch. Fincher und Drehbuchautor David Koepp benötigen kaum überflüssige Nebenhandlungen. Selbst der Hintergrund von Megs Scheidung und die Beziehung zu ihrem Ex-Mann Stephen dienen letztlich dazu, die emotionale Situation der Figuren zu definieren. Die klaustrophobische Konstruktion funktioniert deshalb nicht nur physisch: Meg hat sich nach ihrer Scheidung ein neues Zuhause geschaffen und wird ausgerechnet dort gezwungen, sich in einen Raum zurückzuziehen, der eigentlich Sicherheit garantieren sollte.Ganz frei von Schwächen ist das Drehbuch allerdings nicht. Einige technische Lösungen sind arg bequem, manche Verletzungen und körperlichen Belastungen werden großzügig übergangen und bestimmte Entscheidungen der Figuren verlangen dem Zuschauer etwas gutwillige Mitarbeit ab. Auch dramaturgisch ist "Panic Room" weniger überraschend, als Finchers Ruf zunächst erwarten lässt. Wer "Sieben", "Fight Club" oder "The Game" erwartet, bekommt keinen ähnlich komplexen oder philosophisch aufgeladenen Thriller. Der Film interessiert sich primär für Spannung und Inszenierung. Das ist einerseits eine Einschränkung, andererseits seine große Stärke: "Panic Room" weiß ziemlich genau, was er sein möchte, und verliert sich nicht in unnötigem Tiefsinn. Damit avanciert "Panic Room" nicht zum Meisterwerk, aber zu einem nahezu perfekt gebauten Genrefilm. Jodie Foster überzeugt, Forest Whitaker sorgt für moralische Nuancen und Fincher macht aus einem einzigen Haus ein faszinierendes Labyrinth. Einige Drehbuchkonstruktionen sind nicht ganz wasserdicht und die spektakuläre Kameraarbeit ist gelegentlich demonstrativ - doch Spannung, Atmosphäre und handwerkliche Präzision stimmen. Ein intelligenter, ausgesprochen stilvoller Thriller, der auch mehr als zwei Jahrzehnte später noch hervorragend funktioniert.
















