Mittwoch, 29. Juli 2026

The Penguin (2024)

https://www.imdb.com/title/tt15435876/
https://letterboxd.com/film/the-penguin-2024/

Nach dem verheerenden Angriff des Riddlers auf Gotham sind die ärmsten und verletzlichsten Stadtteile schwer getroffen, was Oz "Der Pinguin" Cobb (Colin Farrell) eine einmalige Gelegenheit bietet. Mit dem Tod seines ehemaligen Bosses Carmine Falcone (Mark Strong) sieht Oz die perfekte Chance, die Machtverhältnisse in der Unterwelt zu seinen Gunsten zu verschieben. Er schmiedet hastig einen riskanten Plan, um die Kontrolle zu übernehmen, während die Falcone-Familie verzweifelt versucht, ihre jahrzehntelange Herrschaft über Gotham zu verteidigen und neu zu organisieren. Obwohl Oz für seine skrupellose Art und sein Überzeugungstalent bekannt ist, macht er zwei folgenschwere Fehler. Der erste betrifft Victor Aguilar (Rhenzy Feliz), einen jungen Mann, der nach den Überschwemmungen heimatlos geworden ist. Anstatt Victor einzuschüchtern, wie ursprünglich geplant, entwickelt Oz eine unerwartete Bindung zu dem sensiblen Teenager und nimmt ihn unter seine Fittiche. Der zweite Fehler ist die Rückkehr von Sofia Falcone (Cristin Milioti), der Tochter des ermordeten Carmine Falcone. Oz, der früher für Carmine gearbeitet hat, ist von ihrer Entlassung aus der Arkham-Klinik überrascht. Während Oz um die Macht kämpft, droht jedoch die Rückkehr von Sofia alles aus dem Gleichgewicht zu bringen.

https://www.imdb.com/title/tt16358420/
1. Nach der Flut (After Hours)
Eine Woche nach der vom Riddler orchestrierten Überflutung Gothams sowie dessen Ermordung von Carmine Falcone im November 2022 durchsucht Carmines rechte Hand Oswald „Oz“ Cobb dessen Tresor in der Iceberg Lounge. Dabei überrascht ihn jedoch Alberto Falcone, Carmines drogenabhängiger Sohn und gehandelter Erbe, der Oz daraufhin in einem Gespräch seine Vorstellung vom Drogengeschäft darlegt. Als Oz durchsickern lässt, dass er größere Ambitionen verfolgt, verspottet Alberto ihn, woraufhin Oz Carmines Sohn kaltblütig erschießt. Beim Versuch die Leiche zu entsorgen, erwischt Oz mehrere Unbekannte, die sich an seinem Wagen bedienen wollen und die Flucht ergreifen. Einer von ihnen, der junge Victor Aguilar wird jedoch zurückgelassen und von Oz gezwungen ihn zu unterstützen, dieser reagiert jedoch mit etwas Mitleid, als Victor wie er eine Beeinträchtigung zeigt. Auf einen kurzen Abstecher zur Prostituierten Eve Karlo folgend, die ihm ein Alibi verschafft, trifft sich Oz mit Johnny Viti und Milos Grapa, ranghohen Mitarbeitern Falcones und muss von Veränderungen seines eigenen Geschäfts erfahren. Überraschend tritt auch Sofia Falcone, Albertos jüngere Schwester und als Der Hangman bekannte Serienmörderin, auf den Plan, die einst im Arkham State Hospital eingesperrt war, sich aber nach eigenen Angaben rehabilitiert habe. Nach einem Besuch bei Francis Cobb, seiner allmählich an Demenz leidenden Mutter, die ihn ermutigt sich Gotham zu nehmen, stattet Oz dem im Blackgate Gefängnis inhaftierten Salvatore Maroni einen Besuch ab. Sein Angebot gemeinsam das Imperium der Falcones zu zerstören lehnt Salvatore ab, erhält von Oz aber einen Ring zurück, der einst ihm gehörte und von den Falcones abgenommen wurde. Auf dem Rückweg wird Oz von Sofias Handlangern erkannt, nach einer Verfolgungsjagd abgepasst und gefangen. Im Garten des Falcone-Anwesens foltert Sofia Oz und verlangt Albertos Aufenthaltsort zu erfahren. Bevor er weiter gefoltert werden kann, fährt ein fremder Wagen auf das Anwesen und kommt durch eine Statue zum Stehen. Im Kofferraum findet Sofia zu ihrem Entsetzen die Leiche ihres Bruders und lässt Oz gehen. Dieser trifft sich wieder mit Victor, der es indes erscheinen ließ, als wären die Maronis für Albertos Tod verantwortlich und spricht über seine weiteren Pläne. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt32505041/
2. Insider (Inside Man)
Nach dem Tod ihres Bruders sieht sich Sofia zunehmend mit Halluzinationen konfrontiert und erlebt so die Ermordung Albertos. Statt aber mit ihrem Psychiater Dr. Julian Rush zu kooperieren und die Problematik zu konfrontieren, sinnt sie auf Rache. Oz besucht derweil erneut den inzwischen verärgerten Salvatore und überzeugt ihn dennoch mit ihm weiterhin zusammenzuarbeiten, wobei die Maronis eine Wagenladung Drogen erhalten sollen. Maronis Männer fangen den Truck tatsächlich ab, unwissend, dass Oz von Viti gezwungen wurde, sich ebenfalls in diesem Wagen zu verstecken. Oz kommt gerade so mit dem Leben davon und überzeugt die Führungsriege von seiner Unschuld, der nun Carmines Bruder Luca Falcone vorsteht. Sofia glaubt dennoch an einen Insider in ihren Reihen, wird aber von Luca gebeten, sich aus dem Geschäft herauszuhalten. Insgeheim heuert sie den Polizisten Marcus Wise an und verspricht ihm Drogen als Belohnung, um der Sache auf den Grund zu gehen. Wise findet tatsächlich einen Handlanger der Maronis. Derweil beauftragt Salvatores Ehefrau Nadia Maroni Oz mit dem Aufspüren des Handlangers. Zwischenzeitlich verschlechtert sich der Zustand von Francis, als diese in ihrer Verwirrung auf die Straße rennt. Oz weigert sich trotzdem, seine Mutter in eine betreute Einrichtung zu geben und bezahlt stattdessen den Vermieter weiter, um die Wohnung zu behalten. Im Haus der Falcones findet schließlich die Andacht an den getöteten Alberto statt, wobei Victor Viti Juwelen unterzuschieben versucht, um so dessen Affäre mit Luca Falcones Frau Tina ans Licht zu bringen, wird jedoch gesehen und muss fliehen. Als er dies Oz mitteilt, ist dieser gezwungen, den gerade erst gefunden Handlanger wieder zu töten. Oz schiebt die Tat jedoch Sofias Handlanger Castillo unter, der daraufhin von Luca exekutiert wird. Später vergraben Oz und Victor die Leichen, wobei Oz den Jungen ermahnt fortan konzentriert zu bleiben, andernfalls würde er nur wie die beiden Toten enden. Später trifft sich Oz mit Sofia in der Krypta bei den Gräbern ihrer verstorbenen Verwandten, jene ist nun fest entschlossen das Familiengeschäft zu übernehmen. Da sie Oz mittlerweile wieder vertraut, bietet sie ihm eine Partnerschaft an, die dieser annimmt. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt32505042/
3. Bliss (Bliss)
In einer Rückblende wird Victor aus der Ferne Zeuge, wie in Gotham mehrere Bomben hochgehen und seine Familie in der gewaltigen Flutwelle umkommt, als diese in ihren Wohnkomplex eindringt. Daraufhin sind er, seine Freundin Graciela sowie weitere Teenager auf sich gestellt. In der Gegenwart präsentiert Sofia Oz eine neue Droge, die ihr und anderen Häftlingen in Arkham verabreicht wurde; die Droge erhält im Verlauf von Oz den Namen „Bliss“. Um neuen Grund für ihr Geschäft zu erschließen, treffen sich Sofia und Oz mit Link Tsai, dem Stellvertreter der Triaden, jener will jedoch erst auf Unterstützung seitens Viti handeln. Zwischenzeitlich droht Viti Sofia sie zu töten, sollte sie nicht einen gebuchten Flug nach Rom nehmen und binnen zwei Tagen verschwunden sein. Derweil berichtet Victor Graciela davon im Dienst von Oz zu stehen, was dieser missfällt. Während Oz und Victor in einem Restaurant essen, erzählt zweiter mehr über seine Familie. Als Oz und Sofia Viti später einen Besuch abstatten, vergnügt sich dieser gerade abermals mit Tina Falcone. Nachdem Tina hinausgeworfen wird und Oz davon absieht Viti zu töten, zwingen er und Sofia ihn durch Erpressung, ein Treffen mit Feng Zhao, dem Anführer der Triaden, in einem Nachtclub zu arrangieren. Zhao gibt sich interessiert, sieht jedoch mehr Risiken als Vorteile. Indem Sofia droht andere rivalisierende Gruppierungen aufzusuchen, lenkt Zhao schließlich ein und stimmt der neuen Partnerschaft zwischen ihnen zu. Zeitgleich erleidet Victor auf der überfüllten Tanzfläche des Clubs eine Panikattacke und wird von Erinnerungen an die Flut heimgesucht. Kurz darauf erklärt er Oz, mit Graciela verschwinden zu wollen. Oz wiederum zeigt sich unglücklich darüber, macht Victor aber klar, dass er gehen könne wenn er es wolle, obgleich er ihm zuvor eine Waffe an den Kopf hält. Im Anschluss stiehlt Victor den Wagen von Oz und entscheidet sich im letzten Moment jedoch gegen die Abreise mit Graciela und lässt sie so allein den Bus nehmen. Oz und Sofia werden etwa zeitgleich von Nadia Maroni überrascht, die nun dessen doppeltes Spiel erkennt und beide exekutieren lassen will. Victor eilt zur Hilfe, indem er einen Handlanger Maronis tödlich anfährt und Oz so einen Fluchtweg ermöglicht. Beide entkommen daraufhin eilig der Gefahrenlage und lassen Sofia zu Victors Verwunderung zurück. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt32505043/
4. Rache (Cent’Anni)
Vor Victors Rettung von Oz gibt Nadia gegenüber Sofia die Wahrheit über Albertos Tod preis und enthüllt das doppelte Spiel ihres Partners. Oz versucht sich jedoch aus der Situation herauszureden und fleht um sein Leben. Nachdem er durch Victor fliehen kann und Sofia verwundet zurücklässt, wendet sich diese telefonisch an Rush, verliert aber dabei das Bewusstsein. In Rückblenden wird Sofias Vergangenheit beleuchtet, so führte sie zehn Jahre zuvor eine Stiftung zu Ehren ihrer Mutter Isabella; diese litt einst an Depressionen und nahm sich scheinbar das Leben. Oz ist zu dieser Zeit als Sofias Fahrer tätig. Eines Tages wird Sofia von der Reporterin Summer Gleeson angesprochen, die mehreren Todesfällen von erwürgten Frauen im Umfeld der Iceberg Lounge nachgeht und diese ihrem Vater Carmine anlastet. Sofia will sich zunächst heraushalten, trifft sich dann trotzdem wieder mit Gleeson. Oz gibt diese Info allerdings an Carmine weiter, welcher sie kurz darauf konfrontiert. Als Sofia langsam bemerkt, dass Carmine sowohl die Frauen als auch ihre Mutter erwürgt haben muss, lässt dieser sie von Oz nach Hause fahren. Allerdings werden beide auf dem Weg von der Polizei abgepasst und Sofia für die Morde an den Frauen verhaftet, inklusive der Reporterin, deren Ermordung Carmine zwischenzeitlich in Auftrag gab. Sofia wird unmittelbar danach ins Arkham State Hospital gebracht und gerät physisch als auch psychisch schnell an ihre Grenzen. Ihre Zellengenossen verspotten und nennen sie Hangman, die Mitgefangene Abby schlägt sie zusammen und ihr Arzt therapiert sie mit Elektroschocks. Einzig Rush, zu dieser Zeit Assistent des Arztes, und Alberto sind nicht von ihrer Schuld überzeugt. Jedoch kann ihr Bruder nicht verhindern, dass ihre Haftstrafe von sechs Monaten auf letztlich zehn Jahre verlängert wird. Als Reaktion auf die Zustände in Arkham quittiert Rush zudem seine Stelle. Sofia gibt sich schließlich ihrer Wut hin und schlägt ihrer Mitgefangenen Magpie auf brutale Weise den Schädel ein, ehe sie betäubt wird. In der Gegenwart kommt Sofia im Haus Rushs wieder zu sich, sortiert ihre Gedanken und kommt zu der Auffassung, dass nicht sie, sondern die Welt gebrochen sei. Später trifft sie im Falcone-Anwesen ein, während der Rest der Familie gerade diniert, und verurteilt alle Anwesenden. Ebenso verkündet sie, fortan ein neues Leben beginnen zu wollen, ohne ihre Familie. Nachts eskortiert sie Gia Viti, die Tochter ihrer Cousine Carla, ins Gartenhaus und übernachtet dort mit ihr. Am nächsten Morgen stellt sich heraus, dass Sofia den gesamten anwesenden Haushalt der Falcones, darunter Milos, Luca und Carla mit Giftgas ermordet hatte. Einzig Viti wurde von ihr verschont, dem sie nun mit vorgehaltener Waffe erklärt, sie müssten reden. - 9,5/10

https://www.imdb.com/title/tt32505044/
5. Heimkehr (Homecoming)
Um den Druck auf die Maronis zu erhöhen, entführt Oz mithilfe seines Teams Taj Maroni, Salvatores und Nadias Sohn, und zwingt sie zu einem Austausch. Im Gegenzug für Tajs Leben erhält Oz die Ladung Drogen zurück, die sich Nadia einst unter den Nagel riss. Derweil befragt die Polizei unter Leitung von Chief Mackenzie Bock Sofia hinsichtlich der Ereignisse und des Verbleibs von Viti, diese blockt jedoch die Fragen ab und lässt Gia in ein Waisenhaus bringen. Später foltert Sofia Viti unterhalb des Anwesens in der Krypta und verlangt Zugang zu sauberem Geld. Dabei verrät er ihr, dass ihre Mutter ursprünglich Carmine zu verlassen gedachte, es aber wegen ihrer Kinder nicht konnte. Während Oz sich auf den Austausch mit Nadia vorbereitet, beauftragt er Victor, sich um Francis zu kümmern und schickt einen bestochenen Wachmann nach Blackgate, um Salvatore zu ermorden. Nachdem Taj in einem Warenhaus an Nadia ausgeliefert wird, kommt es zu einer Schießerei, wobei Oz Mutter und Sohn bei lebendigem Leib verbrennt und mit den Drogen flieht, die jedoch bis auf zwei Eimer gänzlich vernichtet werden. Kurz darauf erklärt Salvatore, der inzwischen aus Blackgate geflohen und in seinem Versteck untergetaucht ist, Oz via Telefon den Anschlag überlebt zu haben und bedroht ihn nun. Als Reaktion auf die Drohung lässt Oz Francis von Victor in ein neues Appartement in den Bezirk Crown Point bringen, wobei der Drogendealer Squid sie beobachtet. Sofia versammelt unterdessen die verbliebenen Handlanger der Falcones, erklärt die Übernahme des Geschäfts und macht ihnen mit viel Geld das Angebot, Teil einer neuen Familie zu werden, die fortan unter dem Namen Gigante, Isabella Falcones Mädchenname, operiert. Dabei entledigt sie sich schließlich Vitis per Kopfschuss und sichert die Loyalität der vormals für Carmine arbeitenden Männer. Auch Rush schließt sich ihr an, nachdem er sie als Verantwortliche für die Todesfälle im Falcone-Anwesen erkennt und nun bewundert. Ebenso überredet Sofia Salvatore bei einem überraschenden Besuch zu einem Bündnis, indem sie zuerst Oz töten und danach Gotham übernehmen. Zwischen Oz und Eve kommt es zeitgleich zum allmählichen Bruch, da sie um ihre Sicherheit sowie die ihrer Mädchen und Mitarbeiterinnen fürchtet. Auch Francis weist Oz zurück, als er sie beruhigen will. Einige Zeit später stoßen Oz und Victor durch eine alte Münze auf eine verlassene Straßenbahn-Station, die sie fortan als Basis für ihr Drogengeschäft nutzen wollen. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt32505045/
6. Gipfeltreffen (Gold Summit)
In der folgenden Zeit beginnt das Drogengeschäft von Oz im Untergrund zu florieren und nimmt Fahrt auf, indem weitere Gangs die Drogen in der Stadt ausliefern. Salvatore lebt unterdessen im Falcone-Anwesen bei Sofia, Rush und den neuen Gigantes und merkt entgegen Sofias Annahme an, dass die Triaden aufgrund der neuen Droge nicht ihr, sondern Oz gegenüber loyal sein werden. Als Reaktion und Zeichen an Oz lässt Sofia dessen Lieferanten töten, öffentlich aufknüpfen und ihnen jeweils einen Finger entfernen. Oz hingegen weist die Gangs an, die Droge nun kostenlos zu verteilen. Später brechen Sofia und Salvatore in die frühere Wohnung von Oz ein, finden jedoch nichts Wertvolles, lediglich ein Foto von Eve wird von Sofia mitgenommen. Derweil erweist sich die Demenz von Francis als noch schwerer, sodass sie Oz das Versprechen abringt, ihr Sterbehilfe zu leisten, wenn es zu schlimm werden sollte. Aufgrund von korrupten Lokalpolitikern fehlt Crown Point inzwischen der Strom, weswegen Oz den Stadtrat Sebastian Hady bedroht und zwingt, die Energie wiederherzustellen. Victor wird wiederum von Squid angesprochen und darum gebeten, ihn am Drogengeschäft zu beteiligen. Nachdem Oz Victor signalisiert, Squid wäre bei ihnen nicht willkommen, berichtet Victor dem Dealer von der Absage. Squid verhält sich daraufhin zunehmend aggressiv und verlangt mit Oz zu sprechen, Victor hingegen reagiert ruhig, schießt ihm jedoch kurz darauf in den Hals und lässt ihn in einer Gasse verbluten. Sofia sucht währenddessen Eve auf und erklärt ihr die wahren Umstände, auch das Oz von Carmines Taten wusste. Schließlich gibt Eve den Aufenthaltsort Crown Point preis und wird von Sofia verschont, obgleich sie sie zuvor bedroht. Oz versammelt unterdessen die Anführer der lokalen Gangs und fordert sie zur gemeinsamen Kooperation gegen die Maronis und Gigantes auf. Durch seine Erklärung, Alberto getötet zu haben und das ihre Kontrolle über Gotham die Reichen untergraben werde, räumt er letzte Zweifel aus dem Weg und gewinnt sie für seine Seite. Kurz danach wird die Stromversorgung von Crown Point wieder hergestellt. Als Francis und Victor davon Notiz nehmen, tanzen sie erfreut zusammen. Unwissentlich hat sich jedoch Sofia Zugang zum Appartement verschafft und legt sich mit einem Brecheisen auf die Lauer. - 8,5/10

https://www.imdb.com/title/tt32505046/
7. Filmabend (Top Hat)
Im Jahr 1988 wird ein junger Oz zunehmend neidisch auf seine beiden Brüder Jack und Benny, da sie die Aufmerksamkeit von Francis für sich beanspruchen; dadurch fühlt sich Oz benachteiligt. Beim Versteckspiel in den Straßenbahn-Tunneln verstecken sich Jack und Benny durch eine Leiter in einem Tunnel, die Oz durch seine Beeinträchtigung nur schwer benutzen kann. In seiner Wut sperrt Oz seine Brüder im Tunnel ein und kehrt nach Hause zurück, Francis erklärt er, die Brüder seien ins Kino gegangen. Während Oz und Francis am Abend den Film Top Hat schauen, ertrinken Jack und Benny im Tunnel aufgrund der schweren Regenfälle. In der Gegenwart findet Oz im Versteck den verletzten Victor vor und muss erfahren, dass Sofia Francis entführt hat. Nachdem Oz Victor losschickt, um ihre Verbündeten zu mobilisieren, trifft Salvatore ein und foltert Oz mit einem Golfschläger. Salvatore lässt Oz allerdings leben, damit er sich Sofia stellt und zwingt Oz, ihn zu seiner Basis zu bringen. Dort angekommen verkündet Salvatore den Anhängern von Oz, sie würden nun für ihn arbeiten, doch einer der Anhänger stellt kurz den Strom ab, wobei Salvatores Anhänger überwältigt werden. Salvatore und Oz geraten zudem in ein Handgemenge, in dessen Verlauf Salvatore plötzlich einen Herzinfarkt erleidet und daraufhin stirbt. Telefonisch bietet Oz danach Sofia sein Drogengeschäft sowie Salvatores Imperium an, verlangt im Gegenzug aber die sichere Rückführung seiner Mutter. Diese zeigt sich überraschend schlagfertig im Gespräch mit Sofia, kämpft jedoch unmittelbar danach wieder mit ihrer Demenz. Als Sofia zugetragen wird, dass die Polizei mit Gia sprechen will, überlässt sie Francis der Obhut von Rush und besucht ihre Nichte. Sie erklärt Gia, ihre Familie habe es verdient und beharrt auf ihrer Unschuld. Nach dem Besuch hegt sie Zweifel an ihrer Einstellung, Rush überzeugt sie aber weiterhin am Gedanken, Oz leiden sehen zu wollen, festzuhalten. Später lässt Sofia einen Van in die Basis von Oz bringen und erklärt ihm am Telefon, er würde ein Geschenk erhalten. Oz rechnet zunächst mit dem Leichnam seiner Mutter, findet aber stattdessen einen Sprengsatz vor, der nach mehreren Sekunden detoniert. Während seine Anhänger in der Basis allesamt getötet werden, rettet sich Oz durch einen Sprung in den Tunnel, in dem er einst seine Brüder ertrinken ließ. Die Explosion reißt die Straße auf und verursacht große Verwüstung. Als Oz an die Oberfläche zurückkehrt, nähert sich ihm der von Sofia bestochene Polizist Wise und schlägt ihn bewusstlos. - 9/10

https://www.imdb.com/title/tt32505047/
8. Am Ziel (A Great Or Little Thing)
Durch Rushs Methoden erinnert sich Francis an ein Gespräch mit Rex Calabrese, der ihr finanzielle Unterstützung bei der Beerdigung von Jack und Benny anbietet. Dabei bittet sie Calabrese um seine Hilfe, wobei dieser Francis vorschlägt, sich die Liebe von Oz zunutze zu machen. In der Gegenwart entscheiden sich die Anführer der Gangs trotz Bitten Victors gegen Oz und für Sofia. Oz wird derweil in den alten Nachtclub Monroe's gebracht und von Sofia aufgefordert, in ihrer Gegenwart sowie der von Francis seine wahre Rolle hinsichtlich dem Tod seiner Brüder zuzugeben. Oz besteht allerdings darauf, unschuldig zu sein. Als Francis daraufhin ein Finger abgetrennt werden soll, lässt diese in Panik ihrer Wut freien Lauf und gibt Oz gegenüber zu, es immer gewusst und ihn immer gehasst zu haben. Mit einer zerbrochenen Flasche verletzt sie ihren Sohn, ehe sie einen weiteren Anfall erleidet und zusammenbricht. Oz gelingt es kurz danach sich zu befreien, aus dem Club zu entkommen und Francis in ein Krankenhaus zu bringen. Dort versorgt er seine Wunde und trifft sich erneut mit Victor. Sofia stellt daraufhin bei einer Versammlung der Gangs demjenigen ihr kriminelles Imperium in Aussicht, welcher Oz töten kann, setzt ein Kopfgeld auf Oz aus, und will danach nun Gotham verlassen. Oz hingegen trifft sich wieder mit Hady und überzeugt ihn, dass Sofia für all die jüngeren Entwicklungen verantwortlich sei. Ebenso bietet er Hady an, ihn vor der Stadt als Retter erscheinen zu lassen, der den Bandenkrieg beendete, verlangt aber als Gegenleistung einen Posten im Stadtrat. Hady merkt dabei an, dass Bürgermeisterin Bella Reál Falcones Verbündete und Anhänger unter die Lupe nehmen würde. Nach dem Treffen wird Oz von Zhaos Handlangern geschnappt und zu einem Flugplatz gebracht, wo Sofia, die zwischenzeitlich das Falcone-Anwesen und die letzten Besitztümer ihres Vaters niederbrennen ließ, ihn bereits erwartet. Zu ihrer Überraschung stellen sich jedoch die Stellvertreter der Gangs gegen ihre Anführer und töten diese, ehe Oz Sofia zum Hafen unterhalb der Elliot Bridge führt. Jedoch tötet er Sofia nicht, sondern überlässt sie der Polizei unter Chief Bock, die sie erneut in Arkham inhaftiert. Mit Sofia aus dem Weg statten Oz und Victor Francis einen Besuch ab und wollen feiern, diese hat allerdings einen Schlaganfall erlitten und befindet sich fortan in einem vegetativen Zustand. Bei dem darauffolgenden Gespräch mit Victor, in dem dieser erklärt, ihn und Francis als Familie zu sehen, erwürgt Oz plötzlich seinen Schützling mit bloßen Händen, um sich seiner angeblichen Schwäche zu entledigen. Im Anschluss nimmt er dessen Geld an sich, wirft den Führerschein in einen Fluss und lässt die Leiche zurück. Sofia wird unterdessen im Arkham State Hospital von Rush, der in seine Tätigkeit zurückgekehrt ist und ihren Psychiater mimt, besucht und erhält einen Brief von Selina Kyle, ihrer scheinbaren Halbschwester. Oz wiederum zieht mit Francis in ein teures Penthouse ein und tanzt dort abends triumphierend mit Eve, die ihn kostümiert als Francis erwartet und dabei anmerkt, nun würde ihm nichts mehr im Wege stehen. Zum gleichen Zeitpunkt leuchtet in Gotham das Bat-Signal auf. - 9,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork6th & Idaho Motion Picture Company/Dylan Clark Productions/Warner Bros. Television/DC Studios/Acid and Tender Productions/Chapel Place Productions/Zobot Projects

Dienstag, 28. Juli 2026

Battle For The Planet Of The Apes - Die Schlacht um den Planet der Affen (1973)

https://www.imdb.com/title/tt0069768/
https://letterboxd.com/film/battle-for-the-planet-of-the-apes/

Nachdem ein Atomkrieg im vorangegangenen Teil der „Planet der Affen“-Reihe die Erde verwüstet hat, führen die überlebenden Affen und Menschen unter der Führung des Schimpansen Caesar (Roddy McDowall) ein ruhiges Leben in einem kleinen Dorf. Caesar, der Sohn der beiden menschenfreundlichen Schimpansen Zira und Cornelius (Bobby Porter) aus den vorangegangenen Teilen, möchte aber mehr über seine Identität und Herkunft wissen. Deswegen macht er sich zusammen mit dem Menschen MacDonald (Austin Stoker) und dem Orang-Utan Virgil (Paul H. Williams) auf den Weg in die „tote Stadt“, einem Relikt der vorangegangenen menschlichen Zivilisation. Dort befinden sich möglicherweise noch Aufzeichnungen über die Vergangenheit, die Caesars Fragen beantworten können. Aber kaum haben sie die "tote Stadt" erreicht, werden sie von mutierten Menschen angegriffen, die dort ein freies Leben jenseits der Affen führen wollen. Das führt dazu, dass auch in Caesars Siedlung die alten Gräben zwischen Affen und Menschen neu aufreißen...

Mit "Die Schlacht um den Planet der Affen" fand die ursprüngliche "Planet der Affen"-Reihe 1973 ihren Abschluss. Nach den überraschend ambitionierten Vorgängern, die immer wieder gesellschaftliche Themen wie Rassismus, Machtmissbrauch und den Kalten Krieg aufgriffen, wirkt das Finale jedoch deutlich kleiner. Zwar greift der Film weiterhin interessante Ideen über Versöhnung, Gewalt und das Zusammenleben verschiedener Gesellschaften auf, doch die begrenzten Produktionsmittel und ein schwächeres Drehbuch verhindern, dass daraus ein wirklich würdiger Abschluss der Reihe wird. Die Handlung setzt einige Jahre nach "Eroberung vom Planet der Affen" ein. Caesar (Roddy McDowall) versucht, eine friedliche Gemeinschaft aus Affen und Menschen aufzubauen, während sowohl radikale Gorillas als auch mutierte Überlebende eines Atomkriegs diese fragile Ordnung bedrohen. Inhaltlich knüpft der Film damit konsequent an die moralischen Fragestellungen seiner Vorgänger an. Besonders die Frage, ob Frieden dauerhaft möglich ist oder Gewalt zwangsläufig neue Gewalt hervorbringt, verleiht der Geschichte eine nachdenkliche Note. Die zentralen Themen besitzen also durchaus Potenzial, ihre Umsetzung bleibt jedoch meilenweit hinter ihren Möglichkeiten zurück.

Roddy McDowall trägt den Film erneut mit großer Souveränität. Als Caesar verleiht er der Figur eine glaubwürdige Mischung aus Autorität, Mitgefühl und innerem Konflikt. Auch Claude Akins als General Aldo sorgt für einen funktionierenden Gegenpol, wenngleich seine Figur eher eindimensional angelegt ist. Die Maskenarbeit bleibt - wie in der gesamten Reihe - bemerkenswert gelungen und gehört weiterhin zu den größten Stärken der Produktion. Gerade im Vergleich zu den ersten vier Filmen werden die Schwächen allerdings deutlich sichtbar. Wo "Planet der Affen" und "Flucht vom Planet der Affen" mit überraschenden Ideen und bissiger Gesellschaftskritik überzeugten und "Eroberung vom Planet der Affen" eine ungewöhnlich düstere Revolutionsgeschichte erzählte, wirkt "Die Schlacht um den Planet der Affen" wesentlich zahmer. Die Handlung entwickelt sich geradlinig, viele Dialoge sind eher funktional, und die große Titelschlacht bleibt aufgrund des offensichtlich reduzierten Budgets erstaunlich klein. Kulissen, Ausstattung und Action erreichen nicht annähernd die Qualität der früheren Filme. Damit bekommt man das Gefühl, dass die Reihe ihren Zenit des kreativen Höhepunkts bereits längst überschritten hat. Einzig die Grundidee um Caesars pazifistische Vision wirft durchaus interessante Fragen auf - Fragen, die der Film jedoch nur oberflächlich beantwortet.

Dennoch besitzt "Die Schlacht um den Planet der Affen" einen gewissen Reiz. Das melancholische Ende verleiht der ursprünglichen Filmreihe einen versöhnlichen Abschluss und rundet Caesars Entwicklung stimmig ab. Gerade rückblickend lässt sich erkennen, wie viele Ideen später von den modernen "Planet der Affen"-Filmen aufgegriffen und deutlich ausgearbeitet wurden. "Die Schlacht um den Planet der Affen" ist damit kein großes Finale, sondern ein kleiner, nachdenklicher Abschluss einer außergewöhnlichen Science-Fiction-Reihe. Trotz interessanter Themen, eines überzeugenden Roddy McDowall und einiger gelungener Momente verhindern das geringe Budget, die schwache Dramaturgie und die unspektakuläre Inszenierung einen wirklich würdigen Schlusspunkt. Für Fans der Reihe bleibt der Film dennoch sehenswert, weil er Caesars Geschichte zu einem emotional stimmigen Ende führt – auch wenn er qualitativ nicht an die besten Teile des Franchise heranreicht.

5/10

Als "Limited Edition" in der "40 Jahre Evolution"-Blu-ray-Box als DigiPak erschienen, die alle 5 Klassiker um den "Planet der Affen" enthält, inkl. eines 200-seitigem Buch mit allen Infos zu den Filmen:


Quellen
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork:
APJAC Productions/20th Century Fox

Montag, 27. Juli 2026

Miss Bala (2019)

https://www.imdb.com/de/title/tt5941692/
https://letterboxd.com/film/miss-bala-2019/

Gloria (Gina Rodriguez) hat Mexiko nach dem Tod ihrer Eltern verlassen und ist in die USA ausgewandert. Doch als sie auf Besuch in ihrer mexikanischen Heimatstadt Tijuana ist, um ihre beste Freundin Suzu (Cristina Rodlo) zu besuchen, muss sie hautnah erleben, dass die Stadt immer noch von Gewalt dominiert wird. Die beiden Frauen werden entführt und als die Gangster entdecken, dass Gloria amerikanische Staatsbürgerin ist, wird sie gezwungen, für sie zu arbeiten. Gloria soll Drogen über die Grenze schmuggeln. Doch dabei fällt sie auch der DEA auf. Die Polizei zwingt sie nun ihrerseits, für sie zu arbeiten, um Drogenboss Lino (Ismael Cruz Córdova) ans Messer zu liefern. Gloria muss ihren eigenen Weg finden, um zwischen diesen Fronten zu überleben…

Mit "Miss Bala" wagt sich Regisseurin Catherine Hardwicke an das Remake des gleichnamigen mexikanischen Thrillers von 2011. Statt dessen nüchternem und gesellschaftskritischem Blick auf die Gewalt der Drogenkartelle setzt die Hollywood-Version stärker auf Action, Tempo und eine klassische Heldengeschichte. Das wirkt altbacken und gefühlt schon tausendmal gesehen, und unterhält deshalb leidlich. Handwerklich liefert "Miss Bala" aber solide Unterhaltung. Die Verfolgungsjagden und Schießereien sind routiniert inszeniert, das Tempo bleibt hoch und die Kulisse an der Grenze zwischen Mexiko und den USA sorgt für eine passende Atmosphäre. Dennoch verzichtet das Drehbuch weitgehend auf moralische Grauzonen und gesellschaftspolitische Schärfe und ersetzt sie durch bekannte Genreklischees und eine zunehmend unglaubwürdige Handlung. 

Auch die Nebenfiguren bleiben weitgehend eindimensional. Weder die Gegenspieler noch die Behörden erhalten genügend Tiefe, um echte Spannung oder emotionale Fallhöhe zu erzeugen. Zwar funktioniert der Film als kurzweiliger Actionfilm durchaus, doch gerade angesichts seines ernsten Themas hätte man sich mehr Mut und Konsequenz gewünscht. Ein etwas unterdurchschnittliches Stück Film, zum nebenbei weggucken.

4,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkColumbia Pictures/Canana/Misher Films

The Rite - The Rite: Das Ritual (2011)

https://www.imdb.com/de/title/tt1161864/
https://letterboxd.com/film/the-rite-2011/

Bei einer Teufelsaustreibungs-Schulung im Vatikan trifft Skeptiker Michael Kovak (Colin O’Donoghue) auf Pater Lucas Trevant (Anthony Hopkins), der eine ganz eigene Sicht der spirituellen Dinge vertritt. Obwohl Kovak zunächst kritisch auftritt, wird sein Weltbild von Trevant erfolgreich ins Wanken gebracht. Der erste Fall lässt nicht lange auf sich warten und stellt das ungleiche Duo auf die härteste Glaubensprobe ihres Lebens. Michael wohnt der von Trevant vollzogenen Dämonen-Austreibung einer Sechzehnjährigen (Marta Gastini) bei und zweifelt mit jeder Sitzung mehr an seinen rationalen Überzeugungen...

Exorzismusfilme müssen zwangsläufig den Vergleich mit William Friedkins "Der Exorzist" bestehen - einem Genreklassiker, dessen Einfluss bis heute ungebrochen ist. "The Rite" schlägt dabei einen etwas anderen Weg ein. Regisseur Mikael Håfström interessiert sich zunächst weniger für Schockmomente als für den Konflikt zwischen Glauben und Rationalität. Die Ausgangsidee, basierend auf den Erfahrungen des amerikanischen Priesters Gary Thomas, der am Vatikan eine Ausbildung zum Exorzisten absolvierte, verleiht dem Film zunächst eine ungewohnte Ernsthaftigkeit. Leider gelingt es ihm nur teilweise, dieses Potenzial auszuschöpfen. Immerhin dominiert Anthony Hopkins charismatische Präsenz nahezu jede Szene und verleiht seinem Pater Lucas eine faszinierende Mischung aus Gelassenheit, Exzentrik und innerer Zerrissenheit. Auch die stimmungsvolle Inszenierung des Vatikans und seiner historischen Schauplätze trägt viel zur Atmosphäre bei. Die düsteren Kirchen, Bibliotheken und Gassen Roms erzeugen eine glaubwürdige Kulisse, die dem Film mehr Gewicht verleiht als vielen vergleichbaren Genrevertretern. 

Gerade in der ersten Hälfte funktioniert "The Rite" deshalb überraschend gut. Statt auf permanente Schockeffekte zu setzen, entwickelt der Film seine Spannung langsam und stellt immer wieder die Frage, ob psychische Erkrankungen und religiöser Glaube tatsächlich klar voneinander zu trennen sind. Diese Ambivalenz gehört zu den interessantesten Aspekten des Films. Mit zunehmender Laufzeit verliert "The Rite" jedoch an Eigenständigkeit. Aus dem zunächst ruhigen Psychodrama wird immer mehr ein klassischer Exorzismusfilm, der sich auf bekannte Genreklischees verlässt. Verzerrte Stimmen, verrenkte Körper und die üblichen Dämoneneffekte ersetzen nach und nach die zuvor aufgebaute psychologische Spannung. Der vielversprechende Ansatz wird im letzten Drittel zugunsten konventioneller Horrormechanismen aufgegeben. Auch Colin O'Donoghue bleibt als Hauptfigur vergleichsweise blass, wodurch die emotionale Fallhöhe geringer ausfällt als erhofft. Dabei inszeniert Håfström routiniert, die Kameraarbeit unterstützt die bedrückende Stimmung und der Soundtrack setzt wirkungsvolle Akzente, ohne sich in den Vordergrund zu drängen. Wirklich erschreckend ist der Film allerdings nur selten. Statt nachhaltigem Grauen dominiert eine permanente, aber etwas gleichförmige Beklemmung, die nie ganz die Intensität erreicht, die Genreklassiker wie "Der Exorzist", "Der Exorzismus von Emily Rose" oder "The Conjuring" entfalten. Der ernste Blick auf Glauben, Zweifel und Exorzismus hebt den Film zunächst angenehm vom Genre-Einerlei ab, bevor er sich im letzten Drittel zunehmend den bekannten Konventionen unterordnet. So bleibt ein solide inszenierter, aber letztlich nur durchschnittlicher Beitrag zum Exorzismus-Genre, dessen größte Stärke eindeutig seine Hauptrolle ist.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkNew Line Cinema/Contrafilm/Mid Atlantic Films

Is This Thing On? (2025)

https://www.imdb.com/title/tt28083456/
https://letterboxd.com/film/is-this-thing-on-2025/

Manche Dinge scheinen einfach nicht für die Ewigkeit gemacht - unter anderem auch die Ehe von Alex (Will Arnett) und Tess (Laura Dern). Die beiden stehen nun vor den Scherben ihrer langjährigen Beziehung und der unausweichlichen Scheidung. Das treibt Alex in eine tiefe Sinnkrise, aus der er ausgerechnet in der New Yorker Comedy-Szene nach Auswegen sucht. Auch Tess erkennt nun, wie oft sie eigentlich zugunsten der strauchelnden Beziehung und des Familienzusammenhalts zurückstecken musste und was sie so verpasst oder gar sträflich ignoriert hat. Mit der Trennung lösen sich also natürlich nicht alle Probleme in Wohlgefallen auf. Manche werden dadurch erst sichtbar, manche entstehen auch neu. So müssen sich Alex und Tess mit Co-Parenting arrangieren und neben der regelrecht unendlich großen Identitätsfrage ebenso erkunden, wie inmitten dieses Chaos' wieder so etwas wie Liebe neu entstehen kann.

Mit "Is This Thing On?" beweist Bradley Cooper einmal mehr, dass ihn weniger große dramaturgische Wendungen als die leisen Zwischentöne menschlicher Beziehungen interessieren. Dieses Mal erzählt er eine deutlich kleinere, persönlichere Geschichte über eine zerbrechende Ehe, Neuanfänge und die heilende Kraft des Humors. Das Ergebnis ist eine warmherzige Tragikomödie, die weniger auf große Pointen als auf emotionale Ehrlichkeit setzt - und gerade dadurch lange nachwirkt. Im Mittelpunkt steht Alex (Will Arnett), der nach dem Ende seiner Ehe eher zufällig auf die New Yorker Stand-up-Comedy-Szene stößt und dort nicht nur ein neues Hobby, sondern auch eine Möglichkeit findet, sein Leben neu zu ordnen. Gleichzeitig versucht seine Ex-Frau Tess (Laura Dern), ihren eigenen Weg zwischen Familie, Selbstverwirklichung und der Frage zu finden, wie Liebe nach einer Trennung aussehen kann. Der Film verzichtet dabei wohltuend auf melodramatische Zuspitzungen und konzentriert sich stattdessen auf alltägliche, oft schmerzlich vertraute Situationen.

Den größten Anteil daran haben die beiden Hauptdarsteller. Will Arnett liefert eine seiner nuanciertesten Leistungen ab und zeigt eindrucksvoll, dass hinter seinem komödiantischen Talent ein hervorragender Charakterdarsteller steckt. Laura Dern steht ihm in nichts nach und verleiht Tess eine Mischung aus Verletzlichkeit, Stärke und Unsicherheit, die den Film emotional trägt. Ihr Zusammenspiel wirkt natürlich und glaubwürdig - selbst dann, wenn die Figuren mehr schweigen als sprechen. Auch inszenatorisch überzeugt Cooper mit viel Zurückhaltung. Die Kamera beobachtet ihre Figuren aufmerksam, ohne sich in den Vordergrund zu drängen, während die Comedyclub-Szenen angenehm authentisch wirken und die Balance zwischen Humor und Melancholie gekonnt halten. Die Pointen dienen nie nur dem Lachen, sondern spiegeln die emotionale Entwicklung der Figuren wider - ein irgendwie sehr ansprechendes Konzept.

Trotz der etwas mehr als zwei Stunden Laufzeit wirkt die Geschichte zwar stellenweise etwas ausgedehnt aber nie unnötig, jedoch verschwinden einige Nebenfiguren fast ebenso schnell wieder, wie sie eingeführt werden. Auch die emotionale Dynamik zwischen Alex und Tess verliert im Mittelteil zeitweise an Kraft. Dennoch bleibt "Is This Thing On?" ist eine sympathische, kluge und angenehm erwachsene Tragikomödie, die weniger von ihrer Handlung als von ihren Figuren lebt. Bradley Cooper inszeniert mit sicherem Gespür für leise Töne, während Will Arnett und Laura Dern zwei bemerkenswert ehrliche Darstellungen abliefern. Der Film erreicht nicht ganz die emotionale Wucht von "A Star Is Born", überzeugt aber als fein beobachtete Geschichte über Verlust, Selbstfindung und die Erkenntnis, dass ein Neuanfang manchmal mit einem Mikrofon beginnt.

7/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkSearchlight Pictures/Archery Pictures/Lea Pictures/TSG Entertainment

Sonntag, 26. Juli 2026

The Thin Red Line - Der schmale Grat (1998)

https://www.imdb.com/de/title/tt0120863/
https://letterboxd.com/film/the-thin-red-line/

Die C-Kompanie einer US-Division soll die Marine beim Erobern der pazifischen Solomoneninsel Guadalcanal unterstützen. Die Soldaten sind allesamt unterschiedlich und jeder hat eine andere Intention: Private Witt (James "Jim" Caviezel) verschwindet gerne zum einfachen Naturvolk der Insel, First Sergeant Edward Welsh (Sean Penn) deckt ihn dabei und hat sonst aber wenig Hoffnung, Private Jack Bell (Ben Chaplin) möchte so schnell es geht wieder zurück zu seiner Frau und Lieutenant Colonel Gordon Tall (Nick Nolte) will Karriere machen. Die Kompanie soll eine Hügelkette erobern, aber der japanische Widerstand ist zu hartnäckig...

Als Terrence Malicks "The Thin Red Line" Ende der 1990er-Jahre erschien, stand der Film zwangsläufig im Schatten von Steven Spielbergs "Der Soldat James Ryan". Beide erzählen vom Zweiten Weltkrieg - doch ihre Ansätze und Schauplätze könnten unterschiedlicher kaum sein. Während Spielberg den Krieg mit schonungsloser Unmittelbarkeit erfahrbar macht, interessiert sich Malick vor allem für das Innenleben seiner Figuren. Sein Film ist weniger Kriegsdrama als philosophische Meditation über Leben, Tod und die Natur des Menschen. Im Mittelpunkt steht die Schlacht um Guadalcanal im Pazifikkrieg (Operation Watchtower), doch klassische Helden oder eine geradlinige Handlung sucht man in "Der schmale Grat" vergebens. Stattdessen begleitet der Film eine Vielzahl von Soldaten, deren Gedanken, Ängste und Hoffnungen den eigentlichen Kern der Geschichte bilden. Dieser ungewöhnliche Erzählansatz ist äußerst mutig und wohl auch einzigartig, faszinierend und bis dato völlig neu.

Dabei ist die größte Stärke des Films seine außergewöhnliche Inszenierung. Malick und Kameramann John Toll erschaffen Bilder von beinahe hypnotischer Schönheit. Die tropischen Landschaften, das hohe Gras und die stille Natur stehen in ständigem Kontrast zur Brutalität des Krieges und verleihen dem Film eine fast poetische Atmosphäre. Unterstützt wird dies von Hans Zimmers eindringlicher Musik, die den emotionalen Grundton perfekt trifft, ohne sich jemals in den Vordergrund zu drängen. Auch schauspielerisch bewegt sich "Der schmale Grat" auf höchstem Niveau. Jim Caviezel, Sean Penn, Nick Nolte, Elias Koteas, Ben Chaplin und viele weitere bekannte Gesichter bilden ein beeindruckendes Ensemble, in dem sich niemand in den Vordergrund drängt. Statt großer Heldengesten stehen leise Momente, Zweifel und Verletzlichkeit im Mittelpunkt - eine Herangehensweise, die den Film deutlich von Klassikern wie "Platoon", "Apocalypse Now" oder "Full Metal Jacket" unterscheidet.

Mit einer Laufzeit von fast drei Stunden verlangt der Film jedoch Geduld, und seine häufigen philosophischen Monologe sowie die episodische Struktur können stellenweise etwas distanziert wirken. Er ist ein faszinierendes Experiment, aber die fehlende erzählerischen Geschlossenheit ist auch ein Grund, warum er sein volles Potenzial nicht zur Gänze ausschöpft. Dennoch bleibt Der schmale Grat" ein außergewöhnlicher Beitrag zum Thema und Genre Kriegsfilm. Anders als "Der Soldat James Ryan", der den Zuschauer mitten ins Kampfgeschehen wirft, oder "Dunkirk", der Spannung aus Zeit und Raum entwickelt, stellt Malick die existenziellen Fragen seiner Figuren in den Mittelpunkt. Gerade diese philosophische Perspektive macht den Film bis heute einzigartig. Ja, "Der schmale Grat" ist schwierig. Er ist kein klassischer Kriegsfilm, sondern eine bildgewaltige Reflexion über Krieg, Menschlichkeit und die Zerbrechlichkeit des Lebens. Nicht jede erzählerische Entscheidung überzeugt, doch die herausragende Inszenierung, das exzellente Ensemble und die außergewöhnliche Atmosphäre machen Terrence Malicks Werk zu einem der eigenständigsten Antikriegsfilme der letzten Jahrzehnte.

8/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkFox 2000 Pictures/Phoenix Pictures/George Stevens Jr. Productions/Geisler-Roberdeau Productions

Sniper 3 (2004)

https://www.imdb.com/de/title/tt0408196/
https://letterboxd.com/film/sniper-3/

Der Scharfschütze Thomas Beckett (Tom Berenger) wird von den NSA-Beamten William Avery (Denis Arndt) und Richard Addis (William Duffy) beauftragt, eine verdeckte Operation durchzuführen, um einen mutmaßlichen Terroristen zu eliminieren. Der Terrorist entpuppt sich als Freund von Beckett, und der eigentliche Zweck der Mission ist etwas anderes als das, was Beckett gesagt wurde.

Nach dem eher mittelmäßigen zweiten Teil gelingt "Sniper 3" eine kleine Kurskorrektur. Regisseur P.J. Pesce setzt wieder stärker auf die Stärken der Reihe: präzise Scharfschützen-Einsätze, eine persönliche Mission und den erfahrenen Thomas Beckett, der von Tom Berenger erneut souverän verkörpert wird. Zwar bleibt der Film eine klassische Direct-to-Video-Produktion mit überschaubarem Budget, insgesamt wirkt er aber fokussierter und spannender als sein unmittelbarer Vorgänger. Tom Berenger spielt solide mit seiner gewohnt ruhigen Präsenz und verleiht Beckett mehr Tiefe, indem dessen Vergangenheit stärker in den Mittelpunkt rückt. Auch Byron Mann sorgt als Partner für eine angenehme Dynamik, und einige der Scharfschützen-Sequenzen wissen durchaus zu überzeugen. Das Vietnam-Setting verleiht der Handlung zudem eine stimmige Atmosphäre und hebt den Film optisch etwas von anderen B-Actionfilmen seiner Zeit ab. Dennoch folgt das Drehbuch bekannten Mustern, viele Nebenfiguren bleiben blass und manche Wendungen sind früh vorhersehbar. Die Action fällt solide aus, erreicht aber weder die Spannung noch die Präzision des ersten "Sniper". Auch die Produktionswerte machen den Direct-to-Video-Ursprung jederzeit deutlich. Es ist ein solides Sequel, das mit Tom Berenger, einer persönlicheren Geschichte und einigen gelungenen Scharfschützen-Momenten punktet. Wirklich neue Akzente setzt der Film zwar nicht, als kurzweiliger Militär-Actioner funktioniert er jedoch besser als sein Ruf vermuten lässt.

5,5/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Sandstorm Films/
Destination Films