Sonntag, 1. März 2015

The Captive (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2326612/

Es sollte nur ein kleiner Zwischenstopp sein, doch niemand konnte ahnen, dass er das Leben von Matthew (Ryan Reynolds) und seiner Familie grundlegend ändern würde. Nachdem er sie für einen kurzen Moment im Auto allein gelassen hat, muss er feststellen, dass seine Tochter Cassandra (Peyton Kennedy) spurlos verschwunden ist. Sofort schaltet Matthew die örtlichen Behörden ein, doch die sehen in ihm zunächst  einmal den Hauptverdächtigen der Tat.  Auch nach acht weiteren Jahren wird Matthew immer noch zu dem Vorfall befragt. Neue Spuren sind nur sehr spärlich hinzugekommen und die Ehe mit seiner Frau Tina (Mireille Enos) hat stark darunter gelitten. Doch was sie nicht wissen:  Cassandra (jetzt: Alexia Fast) ist noch am Leben. Und sie versucht verzweifelt, zu ihrer Familie zurückzukommen...

Ja, es ist eine Crux mit der Chronologie. Man kann die Erzählweise eines Films zeitlich verschachteln, um damit Verwirrung beim Zuschauer zu stiften, Twists einzubauen, oder gar die Spannungskurve aus den verschiedenen Ebenen gebündelt aufeinander zulaufen lassen. Dies setzt aber voraus, dass man diese Kunst auch beherrscht. Hier ging diese Erzählweise leider völlig in die Hose. So wie ein Kind, das keinen Bock hat sein Zimmer aufzuräumen, so werden hier die Sequenzen wahllos, wie umherliegende Legosteine durch die Gegend gekickt. Für den Zuschauer ist es damit anstrengend, dem Geschehen zu folgen und der Nutzen nicht wirklich erkennbar. erst gegen Ende, wenn sich das Wollknäul langsam zu entwirren beginnt, kann man sagen "Ah, na klar, so und so." Aber geschickt ist es hier nicht. "The Captive" klingt vielversprechend und greift ein schwieriges Thema auf. Leider behandelt es das Thema aber nicht so ausführlich und intensiv, wie ich das gern gehabt hätte. Es bleibt eine mehr oder minder spannende Entführungsstory, gekoppelt mit der Sondereinsatzkommission für Internet-Pädophile und irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass das Thema aber nur als Vorwand herhalten musste und dem Film nur eine Daseinberechtigung ermöglichen soll. Auch wenn der Cast mit Ryan Reynolds, Scott Speedman und Rosario Dawson eine ordentliche Leistung abliefert, es fehlt einfach der letzte Funken an Spannung - zudem wirkt das Storybook reichlich konfus.

6/10