Sonntag, 15. März 2015

Octopussy - James Bond 007: Octopussy (1983)

http://www.imdb.com/title/tt0086034/

Nachdem er in einem nicht näher benannten kommunistischen Land erfolgreich eine Luftwaffenbasis zerstört hat, wird Englands bester Geheimagent James Bond (Roger Moore) auf die Fährte des zwielichtigen Kamal Khan (Louis Jourdan) angesetzt. Der soll in die Ermordung des Agenten 009 (Andy Bradford) verwickelt sein und zusammen mit dem sowjetischen General Orlov (Steven Berkoff) einen Raketenangriff auf eine amerikanische Luftwaffenbasis in der Nähe der westdeutschen Stadt Feldstadt planen, um den dritten Weltkrieg auszulösen. Die Spur zu Khan führt Bond ausgerechnet über einen Zirkus, der auch die geheimnisvolle Octopussy (Maud Adams) angehört. Diese ist nicht nur ein wichtiger Kontakt, sondern auch eine gute Freundin der gesuchten Verschwörer...

Bond Nummer 13. Es ist zweifelsohne ein Bondfilm, der die Gemeinde der Fans spaltet. Zwar macht allein schon die Eröffnungssequenz großen Spaß, setzt aber gleichzeitig auch den (vielleicht) allzu leichtfüßigen Tonfall des Films: "Octopussy" treibt es - trotz einiger immer noch sehr gelungener Gags - schon zu weit mit den Albernheiten und der Selbstparodie und gibt sich allgemein einfach zu freundlich und gemütlich für einen Bondfilm.

Dabei hat er eigentlich alles, was ein locker-leichtes Actionabenteuer braucht: exotische Schauplätze, kuriose Gestalten, Witz und Selbstironie. Sicher, vieles (Q im Heißluftballon, Bond auf dem Flugzeugdach etc.) ist so abgehoben, dass es schon etwas an Trash grenzt. Doch diese Szenen fügen sich so tadellos in den seichten Grundton des Films ein, dass sie vollkommen verzeihlich sind - und aus heutiger Sicht wirken wohl viele der damals "coolen" Ideen wie Trash. Nicht umsonst gibt es hier auch Anspielungen auf diverse Abenteuerfilme - hier steht pure Unterhaltung auf dem Programm - und kein ernstzunehmender Thriller. Der Film hält sich angenehm mit Action zurück und konzentriert sich vordergründig auf die Geschichte. Das weiß zu gefallen. Nachdem Bond den Bösewicht nach Indien verfolgt hat, bietet der Film dann eine sehr launige "Indiana Jones"-Hommage.


Roger Moore ist nochmals älter geworden, allerdings hat er mir hier wieder besser gefallen als in "In tödlicher Mission", da er hier wieder mit mehr Spaß und Eifer spielt. Allgemein fühlt sich der Film in Indien mehr wie ein Abenteuerfilm als ein Agenten-Thriller an, was man vor allem an der "Großwildjagd" merkt, bei der Bond durch den Dschungel flüchten muss. Hier merkt man einen leichten Schwachpunkt des Streifens, denn hier haben die bereits angesprochenen sehr albernen Momente ("Tarzan") ihren Höhepunkt. Später geht es noch nach Karl-Marx-Stadt in Deutschland (gefilmt wurde eindeutig in Berlin und nicht in Karl-Marx-Stadt, aber es ist zum Brüllen komisch, wenn man in feinstem sächsich die Ansage auf den Bahnhöfen hört), wo eine ungewöhnliche Zirkus-Location geboten wird, in dem die Handlung auf ihren Höhepunkt zuläuft, wo 007 im wahrsten Sinne des Wortes zum Clown verkommt. Mit dieser Kostümierung James Bonds als Messerwerfer, Gorilla und schließlich eben als vorgenannter Clown ist es dennoch eine regelrechte Entwürdigung der Figur des Geheimagenten seiner Majestät. trotzdem hat die ganze Sequenz einen gewissen Charme und auch wenn sie nicht so ganz in das Bild passen will, so ist sie immerhin spannend und unterhaltsam.

Zudem stellt sich in dieser allzu kompliziert und leichtfüßig erzählten Story nie ein echtes Gefühl für Gefahr ein, und Roger Moore wirkt dementsprechend manchmal eher wie ein desinteressierter Tourist. Das auf einem Flugzeug in der Luft stattfindende Finale ist dann nochmal ganz großes Tennis und beendet einen Bond-Teil, der von Anfang bis Ende toll unterhält und nur durch kleine, alberne Ausrutscher ein wenig daneben langt. Eben mehr Krimi als Thriller. Und das ist wirklich eine sehr positive Überraschung. Und immerhin ist das alles immer noch Bond genug für ein sehr unterhaltsames Filmerlebnis.

7/10

Zum Jubiläum 2012 gab es eine tolle Box, die alle Filme (nur "Sag niemals Nie" fehlt, da dieser Film nicht offiziell zur Reihe gehört) rund um den Geheimagenten 007 enthält - es war sogar Platz für den zu dem Zeitpunkt im Kino laufenden "Skyfall".