Samstag, 21. März 2015

[KINO FFFnights] Autómata (2014)

http://www.imdb.com/title/tt1971325/

In der Zukunft steht die Welt endgültig am Rande einer ökologischen Katastrophe. Gleichzeitig ist die Menschheit so weit entwickelt, dass sie künstliche Intelligenzen und Roboter erschafft. Jacq Vaucan (Antonio Banderas) ist Versicherungsagent bei ROC, dem Konzern hinter der Schöpfung jener Maschinen, und untersucht routinemäßig einige Fälle von Roboter-Fehlfunktionen. Als er feststellt, dass diese auf mutwillige Manipulation zurückführen sind, stößt er auf Dinge, die das Schicksal der Menschheit verändern könnten. Was ist, wenn Maschinen sich selbst reparieren, ihre eigene Programmierung ändern? Es könnte dazu führen, dass sie auch ein eigenes Bewusstsein entwickeln. Doch diese Vorstellung ist für die Menschen, die mittlerweile von Robotern umgeben leben, derart beängstigend, dass entsprechende Gegenmaßnahmen unausweichlich scheinen...

Im Jahre 2044 ist die Erde eine radioaktive Wüste, nachdem Sonneneruptionen sie verbrannt und 99,7% der Menschheit dahingerafft haben. "Autómata", ein Film des Spaniers Gabe Ibáñez, greift mal wieder einThema auf, welches Regisseure schon seit Jahren beschäftigt und nicht loszulassen scheint: die Erde nach der Apokalypse, die Menschheit auf ein Minimum reduziert und die einzige Hoffnung auf Überleben sind Maschinen, die sich im radioaktiven wüstengleichen Teil der Welt forbewegen können und so für das Überleben der verbleibenden fleischlichen Komponente sorgt. "Autómata" erinnert anfangs stark an "Blade Runner" mit einer Megacity, dreckig, grau, überflutet von dreidimensionalen Projektionen, flackernden Halogenröhren und deprimierenden, von der Sonnenstrahlung kläglich geschützten Häusern. Kaum sieht man Menschen auf den Straßen, Tristess und Endzeitstimmung wurden beinahe perfekt transportiert. Aber da sind dann ja noch die Maschinen.

In "Autómata" werden die alltäglichen stumpfen Arbeiten von den Autómatas verrichtet, Robotern, die von der ROC Corporation erstellt werden. Damit diese nicht auf die Idee kommen, die Weltherrschaft zu übernehmen, schnitt man sich eine Scheibe von Asimov ab und stattete die Maschinen mit zwei unveränderlichen Sicherheitsprotokollen aus: sie dürfen keinem Lebewesen Schaden zufügen (bzw. müssen Schaden an Lebewesen aktiv verhindern) und sie dürfen keine Änderungen an anderen Autómata vornehmen (also auch keine Reparaturen). Das erinnert schon sehr an "I, Robot", wenn auch in abgewandelter Form.

Würden diese Protokolle nun immer so funktionieren, bräuchte man den Film nicht, doch das tun sie eben nicht und so stürzt sich der Versicherungsagent Jacq Vaucan (Antonio Banderas) widerwillig in ein Abenteuer, das den Lauf der Menschheit verändern könnte. Jedenfalls lässt einen der Film das glauben, jedoch werden die Konsequenzen dem geneigten Zuschauer nie wirklich klar und so erscheinen die Handlungen diverser Charaktere, insbesondere derer, die die intelligenten Roboter und Jacq schon bald jagen, als schlicht irrational. "Autómata" hat aber einen entscheidenden Vorteil und der heißt hier Antonio Banderas, der einen grandiosen Hauptdarsteller abgibt, die düstere Stimmung oft sehr passend und ansprechend transportiert und somit einer seiner besten Rollen der letzten Jahre abliefert. Der Film beschäftigt sich natürlich wieder mit den drei großen Fragen: "Was ist das Leben?" "Was ist Bewusstsein?" "Wohin führt uns der Weg auf dieser Erde?" und dabei hält er sich sicherlich für außerordentlich intelligent, doch es gibt hier keine Ansätze, mit denen sich nicht bereits andere Filme ausführlich beschäftigt hätten.

So ahnt man eigentlich die ganze Zeit, wohin die Reise geht und die angeblichen Wendungen überraschen wohl nur absolute Genre-Neulinge. Belohnt wird man dafür einer sehr starken Filmoptik und bedenkt man, dass hier nur ein Bruchteil des Budgets von Filmen wie bei "I, Robot" oder "CHAPPiE" zur Verfügung stand, muss man den Hut vor dem Regisseur und dem Effekte-Team ziehen, jedoch nicht vor den Drehbuchautoren, die Tiefe und vor allem Charakterentwicklung durch belanglose Aussagen abgedeckt haben wollen. "Autómata" ist trotzdem sehr sehenswert - gerade wenn man ein Faible für Geschichten dieser Art hat.

6,5/10