Dienstag, 3. März 2015

Children Of Men (2006)

http://www.imdb.com/title/tt0206634/

Im Jahr 2027 hat die Menschheit die Fähigkeit der Reproduktion verloren. Der jüngste Mensch starb soeben mit 18 Jahren. Im Angesicht ihres Untergangs frisst sich Anarchie wie ein Geschwür durch die Gesellschaft. Nationalistische Sekten bekämpfen sich in den dunkelsten Ecken Londons. In diesem Inferno liegt es ausgerechnet an Theo (Clive Owen), einem desillusionierten Regierungsagenten, das letzte Fünkchen Hoffnung zu wahren. Sein einziger Freund ist der Althippie Jasper (Michael Caine), der mit seiner Frau abgeschieden im Wald lebt. Theos monotones Leben ändert sich schlagartig, als seine ehemalige Geliebte Julian (Julianne Moore) auftaucht und ihn um einen Gefallen bittet: Er soll seine politischen Beziehungen spielen lassen, um Transitpapiere für die junge Kee (Clare-Hope Ashitey) zu besorgen, die dringend das Land verlassen muss. Denn Kee sie schwanger - und damit in großer Gefahr...

"Children Of Men" vereint hoffnungsloses Zukunftszenario und beklemmenden Kriegsthriller wie kaum ein anderer Film dieser Art. Den Terror, den die Protagonisten durchleben, kriegt auch der Zuschauer zu spüren, wenn andere Menschen überfallartig um ihr Leben kämpfen. Ein Dystopie-Thriller, der zwar in puncto Realitätsnähe vielleicht nicht das allergrößte Paradebeispiel darstellt (gerade weil die Erklärungen für diese Weltunfruchtbarkeit eigentlich nur am Rand thematisiert werden), aber durch seine Überraschungsmomente besonders spannungstechnisch eine Menge zu bieten hat und durch sein dreckiges Setting und seine oftmals beklemmende Kamerführung vorzüglich anzuschauen ist. Die Verfolgungsjagden sind hochspannend und technisch einwandfrei gedreht und genau das sorgt dann neben den ruhigen Stellen, in denen man schon darauf wartet, wann die nächste kaum zu bewältigende Situation auftritt, für ziemliche Anspannung. Eine gut inszenierte Dystopie, die jedoch an oberflächig eingeführten Charakteren krankt. Dabei macht lediglich Hauptdarsteller Clive Owen einen guten Job. Besonders sympathisch, weil liebenswert verrückt, agiert auch Michael Caine, der leider nicht ganz so viel Screentime bekommt, wie man sich das rückwirkend vielleicht erhofft hätte. Alles in allem gelingt Regisseur Cuarón mit diesem Thriller ein schöner Spagat zwischen düsterer Zukunftsmusik und angsteinflößenden Kriegszuständen und das auch noch ziemlich realistisch.

7,5/10