Posts für Suchanfrage The Hangover werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen
Posts für Suchanfrage The Hangover werden nach Relevanz sortiert angezeigt. Nach Datum sortieren Alle Posts anzeigen

Sonntag, 16. November 2014

The Hangover Part II - Hangover 2 (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1411697/

Was zur Hölle ist letzte Nacht passiert? – Den Satz wird man wohl auch in Hangover 2 (OT: The Hangover 2) wieder zu hören bekommen. Ein Tiger im Badezimmer, ein nackter Asiate im Kofferraum und ein Anruf für Dr. Schwuchtel, mit solchen Szenen begeisterte der erste Teil Hangover im Jahr 2010 Millionen von Zuschauern weltweit. Eine wunderschöne Frau, die sich bei genauerer Betrachtung als Mann entpuppt, mit Drogen versetzte Glückskekse oder ein nackter Asiate mit einer Godzilla-Maske, das hingegen könnten die bizarren Erlebnisse des Hangover-Casts in der Fortsetzung Hangover 2 sein. Phil (Bradley Cooper), Alan (Zach Galifianakis) und Stu (Ed Helms) erwartet diesmal ein wildes Abenteuer in den Wirren Bangkoks. Der Tiger des ersten Teils wurde durch ein nicht minder gefährliches Kapuzineräffchen ersetzt. Man sollte die kleinen Biester keinesfalls unterschätzen.

"Hangover 2" kopiert nahezu die Handlung aus dem großartigen (und damals innovativem) Vorgänger 1:1. Warum sollte man sich auch was Neues ausdenken, wenn das Altbewährte immer noch wirkt? Denn mit einigen Abstrichen funktioniert dieses System auch gut, die Gagdichte ist ähnlich hoch und die Pointen sind gleich gegattet. Es ist alles nur noch ein wenig derber, ein wenig perverser... wie das halt so bei Fortsetzungen ist, man muss immer noch einen drauf setzen.


Ob man das Ganze hätte fortsetzen müssen, ist sicher fragwürdig, denn Teil zwei reicht nicht an den ersten Teil heran.  Trotzdem würde ich "Hangover 2" als eine durchaus gelungene Fortsetzung bezeichnen, denn man hat  immer noch jede Menge zu lachen und man wird über die gesamte Laufzeit prächtig unterhalten. Aus Doug, der verschwunden war, wurde Teddy, aus einem Baby ein alter Mann, aus einem Tiger ein Affe, aus Las Vegas Bangkok und so weiter und so fort. Trotzdem funktioniert "Hangover 2" (mit ein paar Abstrichen) ebenso gut wie der erste Teil, einfach weil das Zusammenspielt von Galifianakis, Helms und Cooper perfekt harmoniert.


Es macht richtig Spaß den dreien zuzusehen, wie sie sich durch die ganzen Probleme arbeiten, auf der Suche nach Teddy. Zum Ende hin wird der Film zwar ein klei wenig langatmig, aber das lässt sich noch aushalten.

Insgesamt ist es so, der Film ist meiner Meinung nach als Komödie klasse und so sollte er auch gesehen werden, als Komödie. Nicht als Film von dem man eine hochanspruchsvolle Story erwartet, sondern lediglich als Film der Spaß macht. Nichtsdestotrotz kann man die "Storykopie" nicht belohnen und deshalb gibts im Vergleich zum ersten Teil ein wenig Abzug. Es ist dennoch einmal mehr schön mit anzusehen, wie sich das Wolfsrudel von einer in die nächste ungewöhnliche Situation bringt. Und natürlich sind die Fotos der Nacht am Ende des Films noch einmal ein kleines Highlight.

7/10

Exklusiv bei amazon.de gab es die "The Hangover"-Trilogie im limitierten Steelbook im Schuber, inkl. Alans Tagebuch, ein 52-seitiges Fotobuch mit Bildern aus dem Film:

Sonntag, 22. Juni 2014

The Hangover (2009)

http://www.imdb.com/title/tt1119646/

Sie planten eine Vegas-Junggesellen-Party, die sie nie vergessen würden. Jetzt müssen sie unbedingt herausfinden, was genau schief lief. Wem gehört das Baby im Schrank der Caesars-Palace-Suite? Wie kommt der Tiger ins Badezimmer? Warum fehlt einem der Jungs ein Zahn? Und vor allem, wo ist der Bräutigam? Was die Jungs beim Draufmachen so erleben, ist nichts im Vergleich zu den Kapriolen, die sie nüchtern veranstalten müssen. Sie sind gezwungen, all die schlimmen Entscheidungen der letzten Nacht zu rekonstruieren – eine nach der anderen.

"The Hangover" gehört irgendwie zu meinen Lieblingsfilmen. Wieso? Da gibt es zahlreiche Gründe. Zum einen ist diese Handlung auf ihre eigene Art innovativ und damit klasse, zum anderen sind da die abgedrehten, sympathischen oder coolen Charaktere. Außerdem habe ich (gerade in letzter Zeit) bei keinem Film bisher mehr lachen müssen als bei diesem (und dazu muss gesagt sein, dass ich auch bei wiederholtem Schauen immer noch lachen kann, was ebenfalls nicht viele Filme schaffen; der Furz- und Fäkalhumor ala "Fantastic Movie" oder aber "Mega Monster Movie" kann mir geplfegt fern bleiben).

Aber mehr zum Film: generell ist die Handlung ja nicht so weitreichend, es geht im Prinzip nur darum wie ein paar Freunde nach einer harten Nacht einen weiteren Freund suchen, der verschwunden ist. Aber was daraus gemacht wird ist einfach klasse. Es ist spannend und extrem witzig zugleich dem 'Wolfpack' Alan, Stu und Phil dabei zuzusehen wie sie ihren Freund Doug suchen. Zudem mag ich einfach die damit verbundenen Probleme und absurden Situationen auf die sie bei dieser Suche stoßen - und gerade das Ende mit den Fotos des Trips ist noch einen Lacher mehr wert, da dieser noch ein paar der skurrilen Situationen näher beleuchtet und noch einige Sachen ans Licht bringt, die man lieber vergessen würde. Bradley Cooper mag ich inzwischen sehr, angefangen hat alles in der Tat mit "The Hangover". Ed Helms macht seine Sache auch richtig gut und natürlich darf man Zach Galifianakis nicht vergessen, der einfach eine geniale Rolle spielt, die wahrscheinlich kaum abgedrehter und noch witziger sein kann. Die Musik, die Atmosphäre, einfach alles stimmt und dadurch gehört "The Hangover" einfach zu meinen Lieblingsfilmen der Sparte Komödie - jetzt schon 'ein Klassiker!' :)

8/10

Exklusiv bei amazon.de gab es die "The Hangover"-Trilogie im limitierten Steelbook im Schuber, inkl. Alans Tagebuch, ein 52-seitiges Fotobuch mit Bildern aus dem Film:

Freitag, 4. Oktober 2013

The Hangover Part III (2013)

http://www.imdb.com/title/tt1951261/

An die ersten beiden Teile kommt der Film nicht heran. Das könnte auch daran liegen, dass hier mehr auf einen wilden Genremix gesetzt wurde, als auf eine reine Komödie. Im dritten und letzten Teil der Reihe gibt es natürlich ein Wiedersehen mit alten Bekannten: Phil (Bradley Cooper), Stu (Ed Helms) und Alan (Zach Galifianakis) sind in der Fortsetzung wieder mit von der Partie. Ein neuer chaotischer Trip führt das Wolfsrudel in Hangover 3 nicht nur erneut nach Las Vegas, sondern auch nach Los Angeles und Tijuana, Mexiko.

Alans geliebter Vater ist verstorben. Der Verlust nimmt Alan sehr mit und seine Freunde Phil und Stu raten ihm, sich psychologisch betreuen zu lassen, um seinen Schmerz in den Griff zu bekommen. Doch auf dem Weg in die Klinik geht mal wieder so einiges schief. Sie treffen auf einen brutalen Gangster (John Goodman), der Mr. Chow (Ken Jeong) ausfindig machen will. Das Wolf Pack soll ihm dabei behilflich sein. Deshalb entführt er Doug und er will ihn nur im Tausch gegen Mr. Chow wieder freilassen.

Meinen größten Kritikpunkt an diesem Film muss ich gleich vorne anstellen: Es gibt gar keinen Hangover. Okay, man wollte wohl vermeiden, dass auch der dritte Teil nur ein schwacher Abklatsch des ersten wird, aber im Prinzip gehören diese Erinnerungslücken doch zum Film, oder? Stattdessen hat man sich hier auf eine actionreiche Handlung konzentriert, die einige Elemente aus Teil 1 und dem Vorgänger aufnimmt und neu verknüpft. Die Idee der Story finde ich gar nicht schlecht, doch an der Umsetzung hapert es leider. Im Großen und Ganzen hat mich "Hangover 3" einfach nicht vom Hocker gerissen. Zach Galifianakis als Alan steht im Mittelpunkt, und obwohl er ganz witzig ist, sind seine dümmlichen Aktionen doch irgendwo vorhersehbar. Ed Helms (Stu) und Bradley Cooper (Phil) müssen Alan aus der Patsche helfen. Hinzu kommt, dass die Rolle des Chow ausgebaut wurde und die ging mir ziemlich auf die Nerven. Ich finde seinen Charakter einfach viel zu überzeichnet, zu unrealistisch, zu nervig. Dank ihm (aber nicht nur) gleitet "Hangover 3" leider an manchen Stellen in die Geschmacklosigkeit ab. Dass man es mit Humor zu tun hat, der auch unter die Gürtellinie geht, war abzusehen, doch manche Szenen fand ich einfach nur blöde.

Es ist nicht so, als wäre "Hangover 3" nicht lustig. Ich habe durchaus gelacht, aber das epische Finale, was mir versprochen wurde, habe ich nicht bekommen. Viel mehr wird einem eine mittelmäßige Actionkomödie aufgetischt, die mit dem Konzept der Reihe nur noch wenig zu tun hat und so scheitert. Schade.

6/10

Exklusiv bei amazon.de gab es die "The Hangover"-Trilogie im limitierten Steelbook im Schuber, inkl. Alans Tagebuch, ein 52-seitiges Fotobuch mit Bildern aus dem Film:

Samstag, 10. Oktober 2015

Horrible Bosses 2 - Kill The Boss 2 (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2170439/

Die drei Freunde Nick (Jason Bateman), Dale (Charlie Day) und Kurt (Jason Sudeikis) haben es satt, immer beruflich unter dem Kommando von anderen stehen zu müssen und beschließen, ihr eigenes Unternehmen zu gründen. Aber ein schmieriger Investor (Christoph Waltz) macht ihr Vorhaben in letzter Sekunde zunichte, indem er seine Unterstützung zurückzieht. Das verzweifelte Trio schmiedet daraufhin den Plan, den Sohn (Chris Pine) des Finanziers zu entführen, Lösegeld zu verlangen und so doch noch den Traum vom eigenen Unternehmen zu verwirklichen. Während der folgenden Eskapaden begegnen die Kumpels auch wieder ihren ehemaligen Chefs, dem Ekelpaket Dave Harken (Kevin Spacey) und der heißen Zahnärztin Dr. Julia Harris (Jennifer Aniston). Außerdem greifen sie einmal mehr auf die "Expertise" des vermeintlichen Kriminellen Dean "Motherfucker" Jones (Jamie Foxx) zurück...

Wenn ein Film halbwegs erfolgreich ist, dann kommt eine Fortsetzung. So steht es wohl auf der Pforte Hollywoods in Stein gemeißelt. Auch der zweite Teil entpuppt sich als "The Hangover" auf Wirtschaftsebene. Der Humor ist grottig überzogen, und stellenweise einfach nur gequirltes Wischi-Waschi. Viele Lacher hat der Streifen nämlich nicht bei. Allerdings sind komplett alle Charaktere auf Irre geschrieben, sodass Bateman als unsympathischer Schauspieler noch am sympathischten von dem Trio ist. Chris Pine ist in seiner Rolle überraschend gut und fügt sich prima in diese Irrwitzige Kanonage an Psychohumoristen ein.

Der Film lebt von seinen Figuren und nicht ausschliesslich von seinen Dialogen, denn der neo-hippe Humor, über den nur Cannabisgeschädigte wohl lachen können, ist nicht mehr so meins. Die Story ist trotzdem schräg und hat trotz Idiotie seine Schauwerte. "Kill The Boss 2" ist eben so eine Art Film, der sich nicht lange im Gedächtnis einbrennen wird. So viel ist sicher. Der Film ist im Prinzip Abnorm-Humor, mit ganz niedlichen Darstellern. Aber eben auch nicht mehr und auch nicht weniger.

6/10

Auch diesen Film gibt es passend zum ersten Teil im Steelbook. Ebenfalls Mediamarkt und Saturn-exklusiv.

Dienstag, 1. September 2026

Road Trip - Road Trip: Heißer Trip nach Texas (Unr8ted) (2000)

https://www.imdb.com/de/title/tt0215129/
https://letterboxd.com/film/road-trip/

College-Student Josh (Breckin Meyer) hat zwei Probleme: Er muss das nächste Examen mit einer Zwei-plus bestehen und verhindern, dass ein Video, das er gerade abgeschickt hat, seine Freundin Tiffany (Rachel Blanchard) im 1.800 Meilen entfernten Austin erreicht. Statt einer Liebesbotschaft schickt Josh versehentlich einen Mitschnitt eines Seitensprungs mit Studienkollegin Beth (Amy Smart). Gemeinsam mit seinen Freunden - dem Möchte-gern-Macho E. L. (Seann William Scott), dem intellektuellen Kiffer Rubin (Paulo Costanzo) und dem schüchternen Kyle (D. J. Qualls) - macht sich Josh auf die Reise, um das Video abzufangen, bevor die Post es ausliefert.

Todd Phillips’ *Road Trip* ist eine ziemlich typische Komödie ihrer Zeit - vulgär, sexbesessen, albern und trotzdem erstaunlich sympathisch. Josh (Breckin Meyer) verschickt versehentlich ein Sexvideo an seine Freundin Tiffany (Rachel Blanchard) und macht sich mit seinen Freunden E.L. (Seann William Scott), Rubin (Paulo Costanzo) und dem unfreiwillig mitgeschleppten Kyle (DJ Qualls) auf einen 1.800-Meilen-Trip, um das Band abzufangen. Der Film lebt vor allem von seinem Ensemble. Meyer ist als etwas überforderter Josh ein sympathischer Mittelpunkt, während Seann William Scott als hemmungsloser E.L. regelmäßig die Show stiehlt. Auch DJ Qualls sorgt als nerdiger Kyle für einige der besseren Momente. Tom Green als völlig durchgedrehter Barry ist dagegen eine Geschmacksfrage: Seine Auftritte gehören zu den absurdesten Teilen des Films. 

Phillips, der später mit "The Hangover" deutlich größere Erfolge feiern sollte, findet bereits hier ein gutes Gespür für Tempo und episodische Komik. Einige Gags - insbesondere die French-Toast-Sequenz, die Begegnung mit Barry oder der völlig aus dem Ruder laufende Zwischenstopp - funktionieren noch immer. Gleichzeitig besteht ein großer Teil des Humors aus Sexwitzen, Körperkomik und bewusst geschmacklosen Einfällen. Problematischer ist, dass "Road Trip" seine eigene Tonlage nicht immer findet. Der Film will gleichzeitig schmutzig und herzlich sein und wirkt dadurch gelegentlich uneinheitlich. Genau das spürt man noch heute: Zwischen der sympathischen Freundschaftsgeschichte und den möglichst derben Gags liegen manchmal Welten. Trotzdem besitzt der Film einen gewissen Charme, den viele spätere Teenie-Komödien nicht mehr erreichten. Er ist eine Momentaufnahme der Zeit vor Smartphones und GPS, in der eine falsch verschickte Videokassette tatsächlich eine 1.800 Meilen lange Odyssee auslösen konnte. Gerade diese analoge Ausgangssituation verleiht "Road Trip" heute einen unerwarteten Nostalgiefaktor.

"Road Trip" ist weder besonders intelligent noch besonders subtil, aber als freche, temporeiche College-Komödie funktioniert er überraschend gut. Nicht jeder Gag sitzt, Tom Green strapaziert die Geduld und manches ist aus heutiger Sicht deutlich angestaubt. Dafür stimmen Ensemble, Tempo und die Chemie der Hauptfiguren. Irgendwo zwischen Guilty Pleasure und solider Komödie.

6/10

Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/ArtworkDreamWorks Pictures/The Montecito Picture Company

Donnerstag, 19. Januar 2023

Babysitting - Project: Babysitting (2014)

https://www.imdb.com/title/tt3013602/

Franck (Philippe Lacheau) fühlt sich noch nicht ganz angekommen im Leben, er hat zwar einen Job am Empfang eines Verlages, aber eigentlich will er seine Brötchen als Comic-Zeichner verdienen. Eine Frau fehlt auch noch an seiner Seite. Alles in allem könnte es also besser laufen - und das will das Geburtstagskind nun auch endlich selbst in die Hand nehmen: So fasst der gerade 30 Jahre alt Gewordene seinen Mut zusammen und will seinem Chef Marc Schaudel (Gérard Jugnot) seine Zeichnungen präsentieren, doch der hat für solche Dinge gerade gar keine Zeit, hat doch der Babysitter für seinen Sohn Remy (Enzo Tomasini) abgesagt. Kurzerhand wird Franck zum Aufpassen verdonnert. Nicht glücklich darüber willigt er ein, dabei wollen seine Freunde Alex (Julien Arruti) und Sam (Tarek Boudali) eigentlich seinen Geburtstag mit ihm feiern - und zwar in Form einer großen Sause. Wenn der Ehrengast des Abends nicht zur Party kommt, muss die eben zum Geburtstagskind kommen. Gesagt, getan: Die Gäste versammeln sich einfach auf dem pompösen Anwesen von Marc und Sprössling Remy wird mit Drogen ins Land der Träume geschickt. Chaos ist Programm: Der Papagei haut ab, Porzellan klirrt und plötzlich ist der Sohn vom Chef verschwunden. Doch die improvisierte Suchaktion im teuren (geklauten) Schlitten des Hausherren führt nur zu noch mehr Katastrophen

Die französische Found-Footage-Komödie "Project: Babysitting", eine Mischung aus "The Hangover" und "Project X" mit einer Prise "Bad Sitter", punktet mit einer wackeligen Prämisse (und einer wackeligen Kamera), ist aber letztlich zu schwungvoll und etwas zu wenig lustig. Das Spielfilmdebüt des aufstrebenden Comic-Stars Philippe Lacheau - der zusammen mit Nicolas Benamou Regie führte - ist ein passabler Versuch, das ausgefallene Party-Genre nach Europa zu bringen. Obwohl Frankreich als Land des guten Weins und der tadellosen Etikette bekannt ist, zeichnen die hier gezeigten sich ständig selbst filmenden Typen (und Mädels) ein ganz anderes Bild, und letztendlich zeigt "Project: Babysitting" aber nur, dass, egal wo man sich befindet, die wildesten (verrücktesten) Dinge passieren können.

Doch bevor es zum Eklat kommt, beginnt alles ganz ruhig: Sekretär und Möchtegern-Comiczeichner Franck (Lacheau) feiert mit seinen besten Freunden Ernest (Vincent Desagnat) und Sam (Tarek Boudali) seinen 30. Doch gerade als sie bereit sind, sich zu besaufen und vielleicht zu vögeln, zwingt Francks Chef Schaudel (Gerard Jugnot) seinen Angestellten, die Nacht als Babysitter für seinen verwöhnten Sohn Remi (Enzo Tomasini) zu verbringen, und lässt die beiden allein in seiner schicken Vorstadtvilla zurück. Als Schaudel und seine Frau (Clotilde Courau) am nächsten Morgen von der Polizei nach Hause gerufen werden, finden sie ihr Haus in Schutt und Asche und ihren kleinen Sohn verschwunden. Zusammen mit der Polizei entdecken sie eine Digitalkamera, und sehen auf dem Videoband, was genau passiert ist. Das ist sicherlich keine neue Prämisse und fühlt sich viel zu sehr nach Todd Phillips' Franchise an, um richtig originell zu sein. Aber Lacheau, Boudali und die anderen Autoren Julien Arruti und Pierre Lacheau schaffen es, ein paar Wendungen einzubauen, indem sie zwischen der Gegenwart und den Szenen in der Rückblende wechseln, wenn Hinweise auftauchen, und die Struktur nutzen, um ein paar gute Gags einzubauen.

Während das Tempo flott ist und die Überschneidungen clever, gibt es einfach nicht genug gute Gags, um den Film so lustig zu machen, wie er klingt, und anstatt auf ein knallhartes Finale abzuzielen, versuchen die Regisseure Lecheau und Benamou eine sentimentale Vater-Sohn-Geschichte einzubauen, die sich schon von weitem ankündigt. Es ist ein ungeschickter Versuch, das ganze Party-Getue zu entschuldigen, anstatt die Apokalypse heraufzubeschwören. In diesem Sinne erweist sich "Priject: Babysitting" als eine Art französischer Ausnahmefilm - insofern, als er ein Stück vom Partyfilm-Kuchen abhaben will.

6,5/10

Quellen
Inhaltsangabe: EuroVideo

Samstag, 2. Februar 2013

Project X (Extended Cut) (2012)

http://www.imdb.com/title/tt1636826/

Project X begleitet drei Teenager bei dem Versuch, von Losern zu Stars ihrer Highschool zu werden. Der Plan: Eine unvergessliche Party schmeißen, von der man noch Monate später redet. Doch das Projekt, das mit Videokamera akribisch dokumentiert wird, entwickelt bald eine kaum noch zu kontrollierende Eigendynamik und gipfelt in einer unglaublichen Feier, die sämtliche Grenzen zu sprengen droht. Und tatsächlich werden in dieser Nacht Legenden geboren...


Kamera an! ...und Costa (Oliver Cooper) betritt das Haus seines besten Freundes (Thomas Mann), um ihn zur Schule abzuholen und gleichzeitig seine Geburtstagsparty für den heutigen Abend zu planen. "Das muss die coolste Party der Stadt werden" - sagt er dem Loser, der von seinen Mitschülern nicht mal an seinen Spind gelassen wird - und lädt selbstsicher "ein paar" Leute ein. "Maximal 50", so Thomas... und dann wird eingekauft: Drogen, Sprit und Kondome,, was man eben so braucht. Und dann kommt der Abend... ich habe noch nie, nicht mal bei "The Hangover" oder "Superbad", so eine krasse Party gesehen. Die Anzahl der Partygäste ist gegen halb drei, als die Polizei mit einem bewaffnetem SWAT-Team einrückt bei knapp 2000 feiernden Menschen, die... aber das solltet ihr euch wirklich besser selbst ansehen. Irgendwie schwachsinnig und total abgedreht, deshalb schon wieder sehr cool. Mich hat der Film einfach abgeholt, ich hatte meinen Spaß und habe mich gut gefühlt. Teilweise finde ich die schauspielerischen Leistungen dermaßen gut, dass ich daran gezweifelt habe, ob die Szenen nicht auf einer echten Party gedreht wurden. Mag sein, dass "Project X" nicht bei jedem gut ankommt, ich finde ihn großartig! Auf jeden Fall eine kleine Empfehlung! 

PS: Der Film ist komplett im Found-Footage-Stil gedreht und hier passt dieser Stil so grandios.... Wahnsinn. Ich hab teilweise bestürzt gelacht. :)

7/10

Sonntag, 25. Oktober 2020

Dude, Where's My Car? - Ey Mann, wo is' mein Auto? (2000)


https://www.imdb.com/title/tt0242423/

Die zwei Kiffer Jesse (Ashton Kutcher) und Chester (Seann William Scott) wachen nach einer durchzechten Nacht verkatert und ohne Erinnerung auf. Auf dem Anrufbeantworter haben sie eine Nachricht von ihren wütenden Freundinnen (Jennifer Garner und Marla Sokoloff). Es ist ihr einjähriges Jubiläum, und wenn die Jungs ihnen ein schönes Geschenk machen, bekommen sie eine "spezielle Überraschung". Jesse und Chester glauben, dass die Geschenke im Auto sind, doch zu allem Überfluss stellen sie fest, dass das Auto verschwunden ist. Um ihre Freundinnen nicht zu enttäuschen, begeben sie sich auf eine abenteuerliche Suche nach ihrem Wagen und geraten in eine absurde Situation nach der anderen...

Ein solch unverfrorenes Maß an Quatsch muss man aushalten können. Der wirklich einzige Grund, sich diesen Film anzusehen, ist die Präsenz von Ashton Kutcher und Seann William Scott, die eines der bescheuertsten Filmduos aller Zeiten abgeben. Die Grundprämisse könnte der Aufhänger für "The Hangover" gewesen sein, letzerer ist aber deutlich besser ausgearbeitet und bietet nicht solch einen an den Haaren herbeigezogenen Quark, denn die Auflösung, was denn tatsächlich letzte Nacht geschah, ist noch Hirnloser als alles, was man sich anstatt hätte ausdenken können. Kaum einer der Gags zündet und mehr als ein müder Schmunzler an der einen oder anderen Stelle ist absolut nicht drin. Dass man doch bis zum Ende durchhält ist der Tatsache geschuldet, das man irgendwie trotzdem wissen möchte, wo das verdammte Auto denn nun abgestellt wurde.

3/10

Quellen
Inhaltsangabe: Twentieth Century Fox

Mittwoch, 14. Januar 2015

Horrible Bosses (Totally Inapropriate Edition) - Kill The Boss (Die total unangemessene Edition) (Unrated) (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1499658/

Nick (Jason Bateman), Kurt (Jason Sudeikis) und Dale (Charlie Day) erleben ihre tägliche Plackerei inzwischen als derart unerträglich, dass es für sie nur noch eine Option gibt: Weil sie sich eine Kündigung nicht leisten können, müssen sie ihre Bosse loswerden. Zu diesem Zweck trinken sie sich reichlich Mut an und lassen sich von einem aufdringlichen Ex-Knacki zu einem windigen Komplott überreden … das Ergebnis ist ein komplizierter, angeblich todsicherer Plan, der sie ein für alle Mal von ihren Arbeitgebern befreien soll. Ein kleines Problem bleibt allerdings ungelöst: Selbst die besten Pläne sind nur so narrensicher wie die Köpfe, die sie sich ausgedacht haben.

Wie schön könnte der Montagmorgen doch sein. Man kommt übermüdet ins Büro, grüßt, schlecht camoufliert, die lästigen Kollegen und erfährt dann, der Drecksack von Chef ist tot. Juhu! "Kill The Boss" ist die filmische Umsetzung dieses Wunschtraums, sich des lästigen, blöden Deppen von einem Vorgesetzten, zu entledigen. Und - zu aller großen Überraschung - läuft das nicht minder deppernde Besetzungs-Trio Jason Bateman, Charlie Day und Jason Sudeikis nicht gearde als Amokläufer durch einen schwarzhumorigen Splatter-Marathon. Das wäre ja dann keine Anarcho-Komödie im Sinne des großen "Hangover"-Vorbilds gewesen.

Stattdessen quälen sich die Buddys hier durch den Arbeitsalltag und mosern in der Kneipenrunde über ihr Schicksal. Wenn sie dann jemanden killen wollen, verstehen sie die Sache mit den Wasserspielchen falsch oder es wird ihnen abgenommen. Richtig lustig ist das nicht. Jedenfalls dann, wenn es um die armen Angestellten geht. Lustig wird es aber, wenn die Bosse auftrumpfen dürfen. Jennifer Aniston, Colin Farrell und Kevin Spacey sind doch die eigentlichen Stars des Films. Richtig schön böse und vulgär. Die Übersteigerung jeglicher Arschloch-Definition und manchmal auch selber etwas naiv. Dieses Gespann macht dann doch den wahren Reiz des Films aus. Gerade auch weil Aniston und Farrell so fast noch gar nicht zu sehen waren. Und weil Spacey wohl gar nicht erst für diesen Part in eine Rolle schlüpfen musste.

Auf jeden Fall sind es diese Minuten von "Kill The Boss", in denen die Chefs der politischen Korrektheit den Krieg erklären, sich psychomäßig gebärden und einfach schon deshalb zum Dranbleiben animieren. Selbst wenn der restliche Streifen etwas absackt und sich in Gürtellinienhumor verliert. Trotzdem unterhaltsam und witzig.

6,5/10

... und bei Mediamarkt und Saturn gibt es den Film auch im Steelbook.

Dienstag, 1. November 2016

Hostel: Part III - Hostel 3 (2011)

http://www.imdb.com/title/tt1255916/

Ein paar Tage vor seiner Hochzeit mit Amy (Kelly Thiebaud) geht Scott (Brian Hallisay) zu einer Junggesellenparty in Las Vegas mit seiner Freunden Mike (Skyler Stone), Justin (John Hensley) und Carter (Kip Pardue). In einem Strip-Club treffen sie die Eskort-Damen Nikki (Zulay Henao) und Angela (Evelina Oboza), die die vier Freunde zu einer Party in den Randbezirken von Vegas einladen. Am nächsten Morgen bemerken die Freunde, dass Mike fehlt. Etwas später finden sie heraus, dass Nikki auch verschwunden ist, und so machen Scott, Justin und Mike mit Angela auf, die Beiden zu suchen. Dabei werden sie von einer Gruppe Männer entführt und müssen bemerken, dass sie den Mitgliedern eines sogenannten Elite Hunting Clubs zur Verfügung gestellt werden, deren Bedürfnis es ist, ihren sadistischen Fantasien freien Lauf zu lassen...

Am Anfang ist man, zugegebenermaßen, wirklich sehr positiv überrascht. In den ersten 5 Minuten wird sehr geschickt mit den Erwartungen des Zuschauers gespielt, sodass man denkt und hofft: ja, das könnte was werden. Und dieses Spiel mit den Erwartungen wird im späteren Verlauf sogar noch ein- oder zweimal wiederholt, was auch noch ganz gut gemacht ist, aber dann...

An und für sich ist es ja keine schlechte Idee, die ganze Geschichte mal ein wenig neu zu erzählen, vor allem da "Hostel: Part II" quasi ein Remake des Erstlings - nur eben mit Frauen - gewesen ist und man dort noch mehr über die Vorgehensweise der Organisation erfahren hat. Aber das Setting nach Las Vegas verlegen und die Storyline von "The Hangover" dann noch durch den Torture-Porn-Reißwolf ziehen? Das sorgt vielleicht anfänglich für etwas frischen Wind, dennoch bleibt der Film hinter den Erstlingen zurück. Die Story ist nicht besonders spannend und die Kills wirken weniger schockierend und teilweise sogar billig. Gerade an Realismus hat man hier eine Menge eingebüßt. Natürlich ist Realismus hier vielleicht nicht das richtige Wort und auch wenn es etwas abstrus und auch krank herüberkommen mag, so kann mich sich doch zumindest in die Story aus den beiden Vorgängern hineinversetzen und sich vorstellen, dass es dies irgendwo sogar geben könnte - auch wenn man am liebsten gar nicht darüber nachdenken will.

Das ganze dann aber als Vegas-Show verpackt? Das passt gar nicht. Das man in diesem reichlich seltsam anmutenden Konstrukt dann aber auch noch keine Meisterleistungen der Darsteller erwarten konnte, wird wohl spätestens damit jedem klar gewesen sein. Die Riege der Darsteller bewegen sich nun mal im Rahmen ihrer Möglichkeiten, die das Drehbuch eben vorgegeben hat. Nichtsdestotrotz wirkt alles, auch wenn einige Szenen in bester "Hostel"-Manier daherkommen, an vielen Stellen einfach nur sehr belanglos. Alles in allem bekommt man in der Endabrechnung ein paar nette kleine Überraschungen geboten, die für mehr hätten stehen können, es im Endeffekt jedoch nicht taten. Schade eigentlich. Dem dritten Teil der Reihe fehlt unterm Strich aber vor allem einfach das dreckige, düstere Setting der beiden Vorgänger. Eine wirklich unnötige Fortsetzung. 

4,5/10

Mittwoch, 4. März 2020

The Hungover Games (2014)

https://www.imdb.com/title/tt3138104/

Nach dem eskalierten Junggesellenabschied ihres Freundes Doug (John Livingston) wachen Bradley (Ross Nathan), Ed (Ben Begley) und Zach (Herbert Russell) am nächsten Morgen in einem fremden Raum in einer eigenartigen Welt auf. Als sie feststellen, dass Doug nicht bei ihnen ist, begeben sie sich auf die Suche nach ihm. Dabei machen sie Bekanntschaft mit Snob Effing (Tara Reid) und dem ewig betrunkenen Justmitch (Jamie Kennedy) und schnell wird ihnen klar: Sie befinden sich mitten in den Vorbereitungen zu den sogenannten Hungover Games. Hier müssen die Jungs sich durch verschiedene Popkultur-Distrikte arbeiten, vom Superhelden-Distrikt über den Kostenlose-Nacktheit-Distrikt bis hin zum Johny-Depp-Distrikt, überall lauern Gefahren, und die drei müssen alles dafür tun, um wieder heil aus der Sache herauszukommen.

Parodien sind ja immer so eine Sache. Es gibt leider viel zu wenige, die eine gewisse Ausgewogenheit vorzuweisen haben. Dies liegt daran, dass eine Parodie oft über die komplette Lauflänge hinweg den gleichen Humor beibehält und wenn man diesen nicht mag, so fällt der Streifen bei einem komplett durch. Bei "The Hungover Games" ist die Sache ein wenig komplexer, so gibt es hier einige Aspekte, die tatsächlich gut zu gefallen wissen und wiederum andere, bei denen man weinend wegschauen möchte. Das Positive ist, dass der Streifen es schafft, recht gegenteilige Streifen wie "Ted", "Die Tribute von Panem" und "Hangover" gut und erstaunlich harmonisch miteinander zu kombinieren. So entsteht ein Gesamtbild, welches rund und nicht allzu abgehackt erscheint, wie es bei anderen Parodien oftmals der Fall ist.

Zudem schafft der Streifen es, Zitate aus den genannten Film zu entnehmen und mit diesen zu arbeiten, etwas, was viel zu wenige Parodien wagen. Daraus resultieren auch die meisten Gags, die funktionieren. Doch dann greifen die Macher einmal zu oft in die Pipi-Kaka-Titti-Kiste und übertreiben es maßlos mit dem Fäkalhumor. Was daran witzig sein soll, wissen wohl nur Kindergartenkinder, die wiederrum nicht alt genug sind, um diesem Film überhaupt zu verstehen, geschweige denn sehen zu dürfen. Und warum zwei der Protagonistinnen den ganzen(!) Film über barbußig heurmlaufen müssen, was dem Film keinerlei Mehrwert bringt, wissen wohl nur die notgeilen Macher. Von den unterirdischen CGI will man da gar nicht erst anfangen. Unterm Strich handelt es sich also wieder einmal um eine eher schlechte Komödie, die viel zu viel Potenzial liegen lässt, gerade wenn es um die Konzipierung der Gags geht. Davon abgesehen kommt "The Hungover Games" immerhin noch  erfrischend anders daher, schafft es jedoch nicht, über die komplette Lauflänge hinweg zu überzeugen.

4/10

Freitag, 11. Oktober 2019

Joker (2019)

https://www.imdb.com/title/tt7286456/

1981 in Gotham City: Arthur Fleck (Joaquin Phoenix) fristet ein trostloses Leben. Wenn er nicht gerade auf den Straßen von Gotham City als Clown verkleidet Werbeschilder für Schlussverkäufe herumwirbelt oder von jugendlichen Schlägern verprügelt wird, kümmert er sich zuhause um seine kranke Mutter Penny (Frances Conroy). Flecks Geisteskrankheit wird durch die ständigen Demütigungen immer schlimmer. Mittlerweile schluckt er sogar sieben Psychopharmaka gleichzeitig. Sein Leben nimmt eine dramatische Wendung, als er von seinem Kollegen Randall (Glenn Flesher) einen Revolver geschenkt bekommt, für den er kurz danach auch Verwendung findet: Als in der U-Bahn drei betrunkene Yuppies für Stunk sorgen, knallt er sie kurzerhand ab – und löst damit unbeabsichtigt eine Bewegung aus, die gegen die Oberschicht aufbegehrt. Trotz seiner instabilen psychischen Verfassung verfolgt Arthur seine Karriere als Stand-up-Comedian dennoch weiter und landet schließlich bei seinem großen Idol, dem Late-Night-Talker Murray Franklin (Robert DeNiro). Der hat für das Nachwuchstalent jedoch nichts als Spott übrig und führt ihn als unlustigsten Komiker aller Zeit vor ...

Als Fan von Superheldenfilmen wird man ja in den letzten Jahren geradezu verwöhnt: Nicht ein Jahr vergeht, in dem nicht mindestens drei Superheldenverfilmungen über die Leinwand flimmern und zwei neue Serien an den Start gehen. Manchmal geht das gut, und gerade MARVEL hat dafür ein Händchen, manchmal geht das eher schief - und leider ist das meistens bei DC der Fall. Schlimmer noch der Umstand, dass ein R-Rating, was gerade bei den düsteren DC-Verfilmungen angebracht wäre, oftmals vom Studio auf ein wesentlich familienfreundlicheres PG-13-Rating heruntergeschnippelt wird. Das Ergebnis ist dann eben recht unbefriedigend und gerade Fans von Comic-Kost, die auch härter sein darf, schauen in die Röhre. Erst mit "Logan" oder "Deadpool" wurde das Gegenteil bewiesen, nämlich das ein R-Rating eben kein wirtschaftliches Disaster werden muss. Und dafür mussten sich WARNER und DC ausgerechnet bei der Konkurrenz bedanken. Denn ohne diese Filme wäre man wohl niemals das Wagnis eingegangen, einen harten "Joker" zu drehen, der dieser faszinierenden und völlig verrückten Figur aber nur gerecht wird. Denn eines ist von der ersten Sekunde an völlig klar: "Joker" bricht mit allen anderen Comicverfilmungen und präsentiert sich beinahe als Arthouse-Movie im Superheldengewand.

Wer also bei "Joker" ein Actionfeuerwerk erwartet, wird bitter enttäuscht werden. Regisseur Todd Phillips, der bisher eher Komödien wie "Hangover" oder "Road Trip" gedreht hat, legt den Fokus voll und ganz auf den größten Widersacher Batmans und geht Wege, die im Vorfeld so nicht zu erwarten waren. Dass der Film - ein Film über Superhelden, bzw. deren Antagonisten - mit dem Goldenen Löwen bei den Filmfestspielen in Venedig ausgezeichnet wurde, ließ schon mal aufhorchen. Eine Comicverfilmung, die gegen anspruchsvolle Werke in Venedig antritt? Und dann auch noch den ersten Platz belegt und somit als Sieger hervorgeht? Spätestens jetzt sollte jedem klar sein, um was für eine Art von Film es sich beim "Joker" handelt.


Todd Phillips beraubt den Superheldenstoff der üblichen Genre-Elemente und verhilft dem DC-Antagonisten zu einer Origin-Story aus dem zwischen Neoliberalismus und Populismus zerrissenen Amerika. Schon die erste Einstellung lässt erahnen, welche Richtung hier eingeschlagen wird. Der Joker spricht. Er erzählt von seinem Befinden – und das in einem sehr ruhigen, nachdenklichen Ton, die Kamera bewegt sich dabei fast überhaupt nicht. Und genau dieser Grundtenor wird sich in den nächsten 122 Minuten auch nicht mehr ändern. Der Zuschauer beobachtet Arthur Fleck, wie er sich von einer Niederlage zur nächsten schleppt. Als Clown und Stand-up-Comedian will er die Menschen zum Lachen bringen, schlussendlich ist es aber bloß er, der auf der Bühne steht und (auch aufgrund seiner psychischen Krankheit) über seine eigenen Witze lacht. Ein Lachen, das so ungeheuerlich wie verstörend ist, quälend in die Länge gezogen. Da steht er nun im Scheinwerferlicht, isoliert von all den Menschen um sich herum und unfähig, aus dem verführerisch wie bedrohlichen Lichtkegel auszubrechen. Am eindrücklichsten gestaltet sich jedoch ein anderes Bild: Eine riesige Treppe, die sich Arthur jeden Abend hochschleppt, um nach Hause zu seiner Mutter zu kommen, mit der er in einem trostlosen Apartment lebt. Nachdem er den ganze Tag von den Menschen der Stadt gequält wurde, wirkt diese gewaltige Treppe wie die letzte Hürde, die ihm das System täglich vor die Füße legt und hofft, dass er daran zugrunde geht. Monumental ragt sie in die Höhe – keiner der gewaltigen Wolkenkratzer von Gotham City wird auch nur ansatzweise so einschüchternd inszeniert wie dieser letzte Bußgang. Todd Phillips, der gemeinsam mit Scott Silver ebenfalls das Drehbuch zu "Joker" schrieb, zeichnet ein überaus auswegloses Bild für seinen Protagonisten, der schließlich mit dem Kopf voraus in eine Sackgasse rennt, ehe er im Wahnsinn und Chaos der urbanen Apokalypse seine Erfüllung findet.


Phillips zeichnet eine Charakterstudie auf die Leinwand, bei der die Hauptfigur dem Zuschauer näher gebracht wird und man deren traurigen Beweggründe sogar nachvollziehen kann, auch wenn man die Entwicklung mitsamt der grausamen Taten nicht gutheißen muss. Als Beobachter fühlt man dennoch eine gewisse Empathie, die den meisten Figuren in Gotham leider abhanden gekommen ist. Und doch ist es lediglich ein Spiegelbild der Gesellschaft, das selbst heute noch omnipräsent zu sein scheint. Wir leben in einer Welt aus Egoismus und es tut gut, wenn ein Film zum Nachdenken anregt und eben diese Dinge unterschwellig anspricht. Einzig die Glorifizierung des Jokers kommt etwas plötzlich daher, weil der Film sich so sehr auf seine Hauptfigur konzentriert, dass er das Drumherum und somit das große Ganze ein wenig zu viel vernachlässigt.

Und das ist bemerkenswert, zumal sich "Joker" in den letzten Minuten tatsächlich in ein unkontrollierbares Inferno verwandelt und die Distanz zu seiner Hauptfigur verliert. Joaquin Phoenix spielt die Transformation seiner Figur mit unglaublicher Hingabe und verschmilzt wahrlich mit seiner Umgebung. Eine Umgebung, die Todd Phillips stets in gelungenen Aufnahmen präsentiert, ihr allerdings viel zu selten die Möglichkeit zur Entfaltung gewährt. Meistens fokussiert sich "Joker" auch zu verbissen auf einzelnen Stationen, die der Film abgehakt wissen möchte, bevor er auf sein großes Finale zusteuert. Obgleich Arthur Fleck als unzuverlässiger Erzähler porträtiert wird, sind die Lücken in seiner Vergangenheit nicht vage genug, um die Ambivalenz, die sich im Kern der Joker-Figur versteckt, komplett auszureizen. Es stellt sich erneut die Frage, ob dies bei einer Figur wie die des Jokers überhaupt möglich ist. Von dem flüchtigen Gespenst, das Heath Ledger 2008 in "The Dark Knight" mit verblüffenden Nuancen verkörperte, ist Todd Phillips Version ein ganzes Stück entfernt. Trotz gewisser Überraschungen und der Variation vertrauter Motive aus der "Batman"-Mythologie erweist sich "Joker" gerade im Mittelteil als Film, der nicht aus seiner eigenen Durchschaubarkeit ausbrechen kann. Auf jede furiose Passage folgt eine lähmende Erklärung, wodurch sich "Joker" niemals komplett in die düstere Großstadtsymphonie verwandeln kann, die der Film mit jeder weiteren Einstellung heraufzubeschwören versucht. Todd Phillips hat für jede Frage eine Antwort parat, bevor sie überhaupt gestellt werden kann - als würde ihm die Fantasie für die Ungewissheit des Abgrunds fehlen, auf den Joaquin Phoenix mit seiner herausragenden Performance als Ausgestoßener zusteuert.

Und natürlich funktioniert solch ein Drama nur, wenn die Figuren genug Background spendiert bekommen und man die Hintergründe erfährt. Es ist klar, dass hierfür der Joker ein wenig entmystifiziert werden muss, Details der Vorlage hinzugedichtet werden und es einen neuen Interpretationsansatz gibt. Aber all diese Dinge sind nicht störend, im Gegenteil: Sie machen das Geschehen greifbarer. Christopher Nolan ist ein ähnliches Kunststück gelungen, jedoch in einer anderen Form und mit einer völlig anderen Art von Film. Die "The Dark Knight"-Trilogie und "Joker" unterscheiden sich in Gänze, selbst die Darstellung des Jokers ist ein komplett neuer Ansatz.
 

Joaquin Phoenix beweist hier endgültig, dass er zur absoluten Elite Hollywoods gehört und praktisch jede Rolle eindrücklich verkörpern kann. Er verleiht dem Antagonisten genau die Tiefe und Emotionen, die nötig sind – und mehr noch: Während Jared Letos Joker in "Suicide Squad" eher so wirkte, als würde ein durchgeknallter Drogendealer dem Joker nachahmen, hat man bei Phoenix durchgehend das Gefühl, diesmal den echten, ernstzunehmenden und absolut bösartigen Joker zu Gesicht zu bekommen. Und seine ausgeleuchtete Hintergrundgeschichte stört zu keinem Zeitpunkt; sie ist sogar sehr spannend, weil man selbst nicht weiß, worauf der Film letztendlich hinaus will und welche Wege die Geschichte beschreiten wird. Todd Phillips spielt mit den Erwartungen der Zuschauer, streut hier und da noch einen Mini-Twist ein und erschafft äußerst unterhaltsame zwei Stunden, in denen die Stimmung, die der Film vermittelt, ständig aufs Gemüt drückt.

Der Score des Isländers Hildur Guðnadóttir (der zuletzt mit "Chernobyl" einen richtig guten Score ablieferte) untermalt das Geschehen nahezu perfekt, ohne sich jedoch in den Vordergrund drängen zu wollen. Auch die Musikauswahl mit Songs von Sinatra und Durante (um nur zwei zu nennen) ist äusserst stimmig und nie aufdringlich. Die bedrückende Atmosphäre sowie die realistische Entwicklung sorgen dann für den letzten Punch in die Magengrube, wenn es expliziter wird und der Joker seine wahre Fratze zeigen darf. Aber auch hier bleibt der Film eher zurückhaltend. Ja, die Kamera hält drauf und ja, eine Handvoll Szenen sind ziemlich brutal. Aber das geschieht bis auf eine Ausnahme nie zum Selbstzweck und in einem sehr geringen Ausmaß.

Doch jedes einzelne Mal sitzt der Schock tief und erzeugt dabei eine Stille im Kinosaal, welche die Sogkraft des Films am besten wiederspiegeln vermag, vor allem in seiner aufwühlenden Traurig- und Einsamkeit, selbst wenn am Ende etwas Enttäuschung zurückbleibt, dass dieser Film nicht ungeheuerlicher ausgefallen und mit mehr feinen Zwischentönen ausgestattet ist. 

9/10

Von WARNER BROS. Home Entertainment kommt der Film auch als "Limited 2-Disc-Edition" mit Ultra-HD Blu-ray und Blu-ray im Steelbook.

Quellen
Inhaltsangabe: Warner Bros.
Poster/Artwork: Warner Bros.

Sonntag, 15. März 2015

Neighbors - Bad Neighbors (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2004420/

Kelly (Rose Byrne) und Mac Radner (Seth Rogen) sind ein leicht spießiges Ehepaar, das mit seinem Baby in einer beschaulichen Vorstadtsiedlung wohnt. Die Radners lieben die Ruhe in ihrer netten Nachbarschaft und begrüßen Neuankömmlinge mit offenen Armen. Doch als in das Haus nebenan eine feierwütige Studentenverbindung einzieht, ist es vorbei mit dem Frieden. Kelly und Mac beginnen einen Kleinkrieg mit ihren neuen Nachbarn, von denen ihnen vor allem der rüpelhafte Präsident der Verbindung, Teddy (Zac Efron), ein Dorn im Auge ist. Nachdem Mac und Kelly eines Abends die Polizei rufen, kommt der Nachbarschaftskrieg auf ein neues Level – im Anschluss steht die Verbindung kurz davor, aufgelöst zu werden. Aber die Studenten planen einen letzten Streich, der den Kampf in ihrem Sinne entscheiden soll…

Seth Rogen hat es mal wieder geschafft. "Bad Neighbors" ist wieder eine dieser Komödien, die man sich anschauen kann und an denen man Spaß hat, die den Alltag, jeglichen Kummer und die Sorgen vergessen lassen. Man kann abschalten, sich berieseln lassen, mal lachen, mal das Gesehene einfach nur sympathisch finden. Und für eine solche Komödie muss es ja auch nicht wirklich mehr sein, da reicht eine solch "kleine" Story, solange der Witz und der Humor stimmt. Teilweise stimmt der hier auch, teilweise ist der Film auch wirklich witzig. Szenen wie die "Robert De Niro"-Party, der Batmanvergleich, der Airbag-Prank oder auch das Zusammenspiel Rogen und Byrne -  das ist einfach echt witzig anzusehen. Teilweise verfällt der Humor dann aber in diese typische pubertäre Richtung, oft sollen zotige Dinge einen Gag generieren, was einfach nicht immer - aber sehr oft - klappt.

Aber, mal abgesehen von dem, mal mehr, mal weniger funktionierenden Humor, schafft es der Film dennoch irgendwo eine Message herüberzubringen. Man sollte jetzt keine allzu tiefgründige Auseinandersetzung erwarten, aber wichtige Punkte wie das "Erwachsen werden", sind hier gut präsentiert worden. Die Schauspieler sind allesamt sehr gut aufgelegt (sogar Zac Efron wirkt hier mal irgendwie cool) und ich mag es eh, wenn bei einer Komödie eigentlich eine sehr kleine und oberflächliche Ausgangslage vorhanden ist, da dann so viel draus gemacht werden kann (wie es beispielsweise auch bei "Hangover" oder "Kill The Boss" der Fall ist). In dem Sinne kann ich also nur sagen, dass "Bad Neighbors" auf jeden Fall gute Unterhaltung liefert und "für Zwischendurch" echt gelungen ist.

7/10