Ein Jahrzehnt, nachdem Perseus (Sam Worthington), der Halbgott-Sohn von Zeus (Liam Neeson), den Kraken besiegt hat, sehnt er sich nach einem ruhigen Leben als Fischer in einem kleinen Dorf und möchte sich ganz der Erziehung seines zehnjährigen Sohnes Helius widmen. Doch unterdessen tobt ein Krieg um die Vorherrschaft auf dem Olymp zwischen Göttern und Titanen. Die Götter verlieren zunehmend die Kontrolle über die eingesperrten Titanen und deren Anführer Kronos, dem Vater von Zeus, Hades (Ralph Fiennes) und Poseidon (Danny Huston). Als Hades einen Putsch gegen Zeus plant, um mit Kronos‘ Hilfe die Herrschaft an sich zu reißen, muss Perseus erneut in den Kampf ziehen und zusammen mit der Kriegerkönigin Andromeda (Rosamund Pike), Poseidons Halbgöttersohn Agenor (Toby Kebbell) und dem gefallenen Gott Hephaestus (Bill Nighy) in die Unterwelt hinabsteigen, um seinen Vater zu retten und die Titanen endgültig zu bezwingen.
Die Fortsetzung "Zorn der Titanen" ist von der Sorte, die einfach noch mehr von dem liefert, was am Vorgänger funktionierte - und fast nichts von dem, was ihm hätte Tiefe geben können. Der Film ist straffer, actionlastiger und visuell eindrucksvoller als "Kampf der Titanen", bleibt aber ein lautstarkes Spektakel, das eher von Effektspitzen als von Figuren oder Mythologie her denkt. Regisseur Jonathan Liebesman inszeniert konsequent auf Kinetik: Die Kämpfe gegen Chimära, Zyklopen, Minotaurus und schließlich Kronos sind klarer gebaut und rhythmischer als im Vorgänger - aus diesem Blickpunkt ist "Zorn der Titanen" eine klare Steigerung. Die Effekte - vom brennenden Lavariesen Kronos bis zum sich verschiebenden Labyrinth - sind wuchtig und eindeutig für die große Leinwand entworfen, auch wenn das Dauerfeuer an Zerstörung die Figuren vollständig in den Hintergrund drängen. Die Story ist zugleich kohärenter und dünner: Der Konflikt zwischen Göttervater und Söhnen, Verrat und Versöhnung, Schuld und Vergebung ist in den ersten Minuten etabliert, danach dominieren Setpieces. Im Grunde eine Michael Bay-Version von "Der Herr der Ringe" - ein aufrichtiges Kompliment für die Schlachtchoreografie, ein herber Vorwurf für das schwache Skript. Die griechische Mythologie bleibt lediglich Kulisse; Nuancen oder echte Tragik werden zugunsten von One-Linern und Monsterdesign geopfert, auch wenn der Versöhnungsbogen zwischen Zeus und Hades ein unerwartet versöhnliches Motiv ins Effektgewitter schmuggelt. Dramaturgisch bleibt "Zorn der Titanen" ebenso hohl wie sein Vorgänger; das Original wird lediglich in Action und Tempo übertroffen. Dialog, Charakterzeichnung sucht man beinahe vergebens und damit bleibt die Fortsetzung ein effizienter, gut geölter Action-Mythos, der einen mit Staub, Lava und Götterblitzen ermüdet, lange bevor er einen wirklich bewegt. Aber das war wohl auch nicht wirklich das Ziel.



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