Die New Yorker Freunde Jen (Charlotte Vega), Darius (Adain Bradley), Milla (Emma Dumont), Adam (Dylan McTee), Gary (Vardaan Arora) und Luis (Adrian Favela) unternehmen einen Camping-Trip in die Berge von West Virginia. Abgelenkt von der prächtigen Natur vergessen sie jedoch die Worte einer einheimischen Gastwirtin: "Bleibt auf den Wanderwegen!" Und so verirren sich die sechs Freunde natürlich und laufen einem brutalen Geheimkult namens The Foundation direkt in die Arme, der dort bereits seit der Zeit vor dem amerikanischen Bürgerkrieg lebt. Die Foundation-Anhänger sind nicht besonders begeistert von den Fremden, denen sie noch dazu den Tod eines der ihren vorwerfen. Daraufhin muss Jen eine Entscheidung treffen, die ihr Leben für immer verändern wird, um die anderen zu retten...
"Wrong Turn" - der siebte Teil der Reihe, zugleich ein Reboot ohne die alten Kannibalen-Hillbillies - nimmt das bewährte Wanderer-in-der-Falle-Setup und dreht es auf den Kopf: Statt dummer Opfer gegen monströse Bergbewohner kämpfen urbane Hipster gegen eine isolierte Gemeinschaft namens "The Foundation", die ihr Land mit brutaler Konsequenz verteidigt. Mike P. Nelson und Drehbuchveteran Alan McElroy machen aus stumpfem Splatter einen überraschend nachdenklichen Überlebens-Thriller, der blutig, unvorhersehbar und mit einem Twist aufwartet, der die Moralfrage stellt: Wer sind hier wirklich die Monster? Der Film splittet sich nach einem frühen Gemetzel: Überlebende kämpfen mit Fallen, Scharfschützen und moralischen Dilemmata, während Matthew Modines Figur die Perspektive wechselt. Der Reset um die Hälfte, der aus Slashing eine Paranoia-Jagd macht ist neu- mit Köpfen, die wie Fußbälle fliegen, aber auch mit Dialogen, die Isolation und Selbstbestimmung thematisieren. Das Finale dreht die Erwartung um, ohne zu predigen.
Anders als in den Vorgängern haben die Opfer Charakter: Jen wächst zur toughen Leaderin, Milla bringt Free-Spirit-Vibes, Garys Tech-Nerd-Sein wird parodiert, ohne lächerlich zu machen. Vega trägt den Film mit Glaubwürdigkeit, Modine verleiht Venable väterliche Tiefe - kein bloßes Futter für Fallen, sondern Menschen, deren Fehler (Arroganz, Ignoranz) sie teuer zu stehen kommen. Die "The Foundation"-Mitglieder sind keine Karikaturen, sondern Verteidiger einer Lebensweise - das macht den Konflikt greifbar. Nelson dreht knackig (109 Minuten): Bergwelten als bedrohliche Kulisse, Fallen als kreative Kills (ohne Overkill), Sounddesign jagt Gänsehaut. Die Balance aus Gore und Idee passt, lediglich im Mittelteil kommen ein paar Längen auf und die Twists sind vorhersehbar - doch der Reset und Modines Eingreifen heben es wieder an - der Film entwickelt sich zu einer bizarren, verschlungenen Odyssee, die mehr zu bieten hat als nur coole Kills. Damit wird das Reboot smart, auf eine Weise, die Gore mit Grauzonen paart; Vega und Modine glänzen, Nelson erfrischt die Reihe. Nicht perfekt, aber ein besserer Vertreter der Reihe.


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