https://www.imdb.com/de/title/tt27613895/Will (Stimme im englischen Original: Caleb McLaughlin) träumt davon, mehr zu sein als nur ein gewöhnlicher Ziegenbock. Als sich ihm die Gelegenheit bietet, Teil eines Profiteams im Roarball zu werden – einem schnellen, körperbetonten Sport, der von starken und furchteinflößenden Tieren beherrscht wird – steht er plötzlich vor seiner größten Herausforderung. Im Team trifft er auf skeptische Mitspieler, die sich schwer damit tun, ausgerechnet einem kleinen Neuling wie ihm zu vertrauen. Doch Will lässt sich nicht entmutigen. Mit Mut, Ausdauer und einer ordentlichen Portion Ehrgeiz will er zeigen, dass wahre Größe nicht von der Statur abhängt.
"G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" ist der neueste Animationsfilm von Sony Pictures Animation, der sich als energiegeladener Sportfilm entpuppt, in dem ein kleiner Ziegenbock namens Will Harris gegen die Eliten eines brutalen Basketball-ähnlichen Sports namens Roarball antritt. Regie führte Tyree Dillihay, mit Stimmen von Caleb McLaughlin als Will, Gabrielle Union und anderen, in einer Laufzeit von rund 100 Minuten, die sich wie eine Trainingsmontage anfühlt: schnell, schweißtreibend, aber letztlich vorhersehbar. Es ist ein Film, der seine Zuschauer - vor allem die Jüngeren - mit rohem Tempo und tierischem Humor bei der Stange halten will, doch ihm fehlen jene Momente der Stille, die eine echte emotionale Bindung schaffen könnten.
Die Story folgt dem klassischen Underdog-Muster: Der schmächtige Ziegenbock Will schließt sich einem Profiteam aus den viel mächtigeren Giraffen, Komodowaranen und Sträußen an, die ihn zunächst verachten, bis er durch Cleverness und Teamgeist siegt. Wie in vielen Sportfilmen gibt es Trainingssequenzen, Konflikte und einen Showdown, doch die Dramaturgie bleibt formelhaft, ohne echte Überraschungen oder nuancierte Motivationen. Die Figuren aber sind das Herzstück des Films: überzogene, spleenige Typen wie der großspurige Komodowaran oder der stoische Trainer sorgen für Lacher und emotionale Anker, auch wenn ihr Humor oft auf Körperkomik und Tierklischees setzt.
Sony Pictures Animation glänzt hier erneut mit einem mutigen, dreckigen Stil, der bewusst von Disney/Pixars glatter Perfektion abweicht: verwaschene Texturen, unruhige Kamerafahrten, Split-Screens und Zeitlupen in Actionsequenzen erzeugen eine rohe, live-action-ähnliche Energie, die beispielsweise Verfolgungsjagden atemberaubend macht. Die Tierwelt fühlt sich lebendig an - Größenunterschiede, Fellstrukturen und urbane Settings vermitteln Regeln intuitiv, ohne weitere Exposition. "G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" erinnert in Teilen an "
Spider-Man: Into The Spider-Verse", wo Innovation die Form vorantreibt. Leider ermüdet das sehr hohe Tempo auf Dauer, da wirkliche Ruhephasen fehlen.
"G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" leiht sich ganz offensichtlich von Disneys "
Zoomania" die anthropomorphe Tierwelt mit Hierarchien zwischen kleinen und großen Tieren, inklusive des Außenseiters, der das etablierte System herausfordert - dort ein Hasen-Polizist gegen Vorurteile, hier eine Ziege gegen Sporteliten. Während aber "
Zoomania" satirisch Vorurteile dekonstruiert und mit cleverem Plot-Twist glänzt, bleibt "G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" bei oberflächlichen Botschaften zu Teamwork und Selbstvertrauen, ohne wirklichen Biss. Die Stärken liegen eindeutig auf dem Figurenensemble und der hohen Gagdichte; der Film opfert dafür emotionalen Tiefgang und verlässt sich eben auf die altbewährte Formel. Ist das schade? Ja. Macht des trotzdem Spaß? Auch ja. Der Film ist nämlich definitiv unterhaltsam (vor allem für Kids), aber kein Meilenstein.
Insgesamt verdient "G.O.A.T.: Bock auf große Sprünge" aber ein positives Ergebnis: Es überzeugt durch visuelle Wucht und Charme, scheitert aber an mangelnder Substanz. Für Familien ein Hit, für Erwachsene ein netter Zeitvertreib - doch wer bereits "
Zoomania" (und dessen
Sequel, sowie das darin enthalten Worldbuilding und die Vielfalt an quietschbunten Figuren und Charakteren liebt, vermisst vielleicht den letzten Kick, findet sich aber dennoch schnell in dieser unterhaltsamen, wenngleich altbekannten Geschichte wieder.
7/10
Quellen:
Inhaltsangabe: Filmstarts
Poster/Artwork: Sony
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