Donnerstag, 5. November 2015

The Breakfast Club - Der Frühstücksclub (1985)

http://www.imdb.com/title/tt0088847/

Der Musterchüler Brian Johnson (Anthony Michael Hall), der athletische Andrew Clark (Emilio Estevez), die gut betuchte Claire Standish (Molly Ringwald), der Raufbold John Bender (Judd Nelson) und die typische Außenseiterin Allison Reynolds (Ally Sheedy) müssen gemeinsam an einem Samstagmorgen in der Schulbibliothek nachsitzen. Ihre Aufgabe ist es, einen Aufsatz über ihre Persönlichkeit zu schreiben. Unter der Aufsicht des unsouveränen Lehrers Richard Vernon (Paul Gleason) entwickelt sich zwischen den unterschiedlichen Jugendlichen ein dynamischer Prozess, in dessen Verlauf sie erkennen, dass sie zwar individuelle Persönlichkeiten sind, aber auch viele Gemeinsamkeiten haben. Die klaren Grenzen zwischen den einzelnen Schülern weichen zugunsten eines komplexeren Bildes auf, das Raum für eine differenzierte Betrachtung jenseits simpler Klischees lässt...

"The Breakfast Club" punktet vor allem mit Nostalgiebonus und seiner Message, beeindruckt durch seinen Minimalismus. Vielleicht ist gerade heute wichtiger denn je, dass Vorurteile überwunden werden und das Miteinander in der Vordergrund tritt. In diesem Fall hat der Film auch nichts an seiner Aktualität verloren und spiegelt immer noch einen Teil der heutigen Schülerschaft wieder, die von Außenseitern, Sportskanonen, Nerds, Wichtigtuern, Clowns und Mauerblümchen geprägt ist und stets heterogen in Grüppchen auftritt. An dieser Stelle versucht es der Film erst gar nicht mit unterschwelligen Botschaften aufzuwarten, sondern knallt es seinen Zuschauern vor den Kopf. Er verlangt kein bloßes Nicken, sondern ein Hinterfragen, eine Selbstreflexion und ein Verständnis anderen gegenüber.

Sinnbildhaft dafür ist wohl die Gesprächsrunde gegen Ende des Films, die mit zeitloser Relevanz den Status dieses Klassikers erst so richtig untermauert. Wenn die vordergründigen Charakter-Klischees der einzelnen Teenager aufgebrochen werden, die Masken langsam fallen und Regisseur John Hughes durch die einfühlsame Dekonstruktion seiner anfangs aufgebauten Stereotypen zum vielschichtigen Kern der jungen Erwachsenen durchdringt. Ab dem zeitpunkt wird das wahre Talent dieses Regisseurs erst so richtig offenbart, dem es nun auch gelingt, weit über bloße Unterhaltung hinaus einen differenzierten, aufmerksamen Blick für die wahren Gefühle und Verhaltensweisen der Figuren zu zeigen. Hier werden einfache Antworten nicht einfach akzeptiert und eine schmerzvolle Selbsterkenntnis und Offenheit tritt zutage, die im Nachhinein leider etwas plakativ für ein Happy End genutzt wird.

Aber diese Mischung aus unterhaltsamen Nachempfinden und gleichzeitig einfühlsamen Verständnis für die Zielgruppe in Verbindung mit den tollen Darstellern und dem wunderbar transportierten Zeitgeist-Gefühl macht aus "The Breakfast Club" bis heute einen wirklich gelungenen Film mit verdientem Klassiker-Status, der neben anderen Meisterwerken wie "The Graduate" eine wahre Blaupause zahlreicher, nachfolgender Coming-of-Age-Generationen-Porträts wurde.

8/10