Sonntag, 1. November 2015

Stretch (2014)

http://www.imdb.com/title/tt2494280/

Limo-Fahrer Stretch (Patrick Wilson) hat sich ganz schön was eingebrockt: Er hat Spielschulden in Höhe von 6000 Dollar gemacht und soll diese nun innerhalb von 24 Stunden begleichen. Andernfalls könnte es für ihn reichlich ungemütlich werden. Um das nötige Geld innerhalb der geforderten Zeit aufzutreiben, nimmt er einen brisanten Auftrag an. Denn sein mysteriöser, sehr exzentrischer Klient ist ein Millionär (James Badge Dale), der sowohl für seltsame Sonderwünsche und einen ausschweifenden Lebensstil bekannt ist, was auch großzügiges Trinkgeld einschließt. Doch die Begegnung mit dem Millionär soll nicht die einzige Merkwürdigkeit dieser Nacht bleiben, denn je später der Abend wird, desto durchgeknallter werden die Gestalten, auf die er an jeder Ecke trifft.

"Stretch" ist einer dieser Filme, die wirken, als kämen sie zehn bis fünfzehn Jahre zu spät und wären besser in der Ära Ende der 90er oder Anfang der 2000er aufgehoben, in welcher eine selbstironische Gangster-Komödie nach der anderen produziert wurde. Zwischen einigen zu flach geratenen, nicht wirklich zündenden Gags, mal mehr, mal weniger plump eingestreuten Cameo-Auftritten und einer sehr simpel gestrickten Handlung kommt sie aber auch hier immer wieder zum Vorschein, die liebenswerte Seite von Regisseur Joe Carnahan. Er bringt in seinem wirklich straff durchgezogenen Tempo letztlich doch einige irrwitzige Ideen unter, in denen das ungezügelte Chaos regiert, bei dem Carnahan an sympathische Eskapaden seiner "Smoking Aces"-Zeiten anknüpft. Der rockig-elektronische Soundtrack passt hervorragend und ebenfalls passend sind die Schauspielleistungen, bei denen die Darsteller mit sichtlicher Freude aufdrehen (Patrick Wilson und Chris Pine sind so unterhaltsam wie lange nicht mehr). Zusammen mit der handwerklich überzeugenden Inszenierung wird aus "Stretch" so ein kurzweiliges Sehvergnügen, bei dem der Spaß an der überdrehten Situationskomik und den spritzigen Performances schließlich so manche negative Aspekte glättet. Originell geht anders, doch Carnahan zieht sein Ding mit Herzblut durch und das gefällt.

6,5/10